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Konstruktionsprobleme beim Bau eines römischen Donaukriegsschiffes vom Typ Lusoria

Title: Konstruktionsprobleme beim Bau eines römischen Donaukriegsschiffes vom Typ Lusoria

Thesis (M.A.) , 2004 , 73 Pages , Grade: 1,4

Autor:in: M.A. Erwin Maier (Author)

World History - Early and Ancient History
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Ziel dieser Arbeit ist es, Konstruktionsprobleme beim Nachbau eines spätrömischen Flusskriegsschiffes, wie er seit dem Herbst 2003 in einer Halle der Hitzlerwerft am Regensburger Osthafen stattfindet, zu dokumentieren. Anhand von Fotos und dreidimensionalen Zeichnungen, die mit Hilfe eines CAD - Programmes erstellt wurden, soll der Konstruktionsprozess nachvollziehbar dargestellt werden. Da die antiken Lusorien zur Sicherung der Römisch-Germanischen Flussgrenzen eingesetzt worden sind, werde ich den historischen Hintergrund kurz darstellen. Der in Regensburg entstehende Nachbau eines spätrömischen Flusskriegsschiffes vom Typ „Lusoria“, nimmt Bezug auf den Schiffsfund in Mainz, den „bislang bedeutendsten Schiffsfund des Altertums nördlich der Alpen“.
Die Konstruktionszeichnungen geben Abmessungen und Detaillösungen des Regensburger Nachbaus wieder, somit musste die Zeichnung den Baufortschritt der Regensburger „Regina“, so der Name des Schiffes, begleiten.
In einigen Details musste die Regensburger Rekonstruktion vom Befund der Mainzer Römerschiffe abweichen. Diese Abweichungen werden thematisiert und spiegeln sich in den Konstruktionszeichnungen wider. Form und Maße der vergangenen Deckaufbauten basieren auf Rekonstruktionen, die Dr. Olaf Höckmann anhand von antiken Abbildungen und Ähnlichkeiten mit anderen Schiffstypen erschließen konnte. Befunde für die Deckaufbauten liegen nicht vor, da sich an den Mainzer Schiffen nur Rumpfteile bis zur Höhe des Dollbords erhalten haben.
Nicht alle CAD - Programme eignen sich gleichermaßen für dreidimensionale Konstruktionen. Um die Eignung von Programmen für das Regensburger Lusoria-Projekt testen zu können, konnte ich schon zu Beginn der Bauarbeiten am Schiff mit verschiedenen Programmen Erfahrungen sammeln. Eine Vorlaufzeit war notwendig, da die Konstruktion eines Schiffskörpers mit mehrfach im Raum gekrümmten Flächen eine Herausforderung für ein Konstruktionsprogramm darstellt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Vorbemerkungen

2. Römische Schifffahrt auf Rhein und Donau

2.1 Die ersten Feldzüge unter Legionsflottenkommandos

2.2 Die Bildung imperialer Flotten an Rhein und Donau

2.3 Die Flussschifffahrt nach dem Bau des Limes

2.4 Der Zusammenbruch der Classis Germanica

2.5 Die Flussschifffahrt nach dem Fall des Limes

3. Dokumentation des Regensburger Lusoria-Nachbaus

4. Konstruktionsprobleme beim Bau

4.1 Die Holzauswahl

4.2 Die Pallung

4.3 Die Nägel

4.4 Der Kiel

4.5 Die Mallen

4.6 Der Kielschuh

4.7 Der Achtersteven

4.8 Die Planken

4.9 Die Bugkonstruktion

4.10 Die Spanten

4.11 Die Riemenform

5. Schlussbemerkung

6. Begriffsbestimmungen

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Ziel dieser Arbeit ist die detaillierte Dokumentation der Konstruktionsprozesse und technischen Herausforderungen beim Nachbau eines spätrömischen Flusskriegsschiffes vom Typ „Lusoria“ in Regensburg, wobei CAD-gestützte Rekonstruktionsmethoden und archäologische Befunde kombiniert werden.

  • Historische Entwicklung römischer Flussflotten an Rhein und Donau.
  • Methodik des modernen Nachbaus antiker Schiffstypen unter Verwendung von CAD.
  • Detaillierte Analyse der bautechnischen Herausforderungen (Holzauswahl, Kielbau, Nagelung).
  • Vergleich der Rekonstruktionsdetails mit archäologischen Befunden aus Mainz.
  • Evaluierung der Leistungsfähigkeit verschiedener Konstruktionsprogramme für Schiffsbauprojekte.

Auszug aus dem Buch

4.3 Die Nägel

Laut Befund wurden in den Mainzer Römerschiffen vier Arten von Nägeln, Typ A – D verwendet, die sich grob in zwei Größenklassen einteilen lassen: In die großen Spantnägel und sehr kleine Kalfatnägel. Alle Nägel sind handgeschmiedet und weisen daher individuelle Bearbeitungsspuren auf. Die Form der relativ großen, flachen Nagelköpfe ist normalerweise rechteckig, seltener trapezoid oder polygonal“.

Die Spantnägel (Typ A, Abb. 35), sind im Mittel ca. 15 cm lang; sie dienten dazu, die Planken der Bordwände an den Spanten festzumachen. Die Nägel sind von außen nach innen, vermutlich durch vorgebohrte Löcher durch Plankengang und Spant getrieben worden „so dass die Spitze zunächst einige Zentimeter über die innere Oberfläche des Spants hinausragte“, wonach „zunächst die Spitze selbst umgebogen und schließlich der Nagelschaft – parallel oder leicht schräg zur Längsachse des Spants – umgeknickt (gekröpft)“ worden ist (Abb. 39 - 40).

Die Nägel, mit denen die Bodenwrangen bzw. die Steven am Kiel befestigt waren (Typ B, 36), sind mit rund 17 cm etwas länger als die Spantnägel und weisen auch einen stärkeren Querschnitt auf.

Die entstehende Verklammerung war praktisch unlösbar und konnte sich auch nicht lockern. Diese Art der Verbindung wird auch heute noch im Zimmermannsgewerbe eingesetzt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Vorbemerkungen: Einführung in das Projekt des Regensburger Schiffsnachbaus sowie Erläuterung der verwendeten CAD-Programme und Dokumentationsmethodik.

2. Römische Schifffahrt auf Rhein und Donau: Historischer Überblick über die Entwicklung und Funktion der römischen Flussflotten und deren Wandel vom Kriegsschiff zur Sicherungseinheit.

3. Dokumentation des Regensburger Lusoria-Nachbaus: Visuelle Darstellung der einzelnen Bauphasen durch Fotos und begleitende Konstruktionszeichnungen der „Regina“.

4. Konstruktionsprobleme beim Bau: Detaillierte technische Analyse der einzelnen Bauteile, von der Holzauswahl und Kielkonstruktion bis hin zur Spantenfertigung und Riemenform.

5. Schlussbemerkung: Reflexion über die wissenschaftliche Bedeutung des Nachbaus und die Erkenntnisgewinne für zukünftige seepraktische Experimente.

6. Begriffsbestimmungen: Alphabetische Definition der im Text verwendeten nautischen Fachbegriffe für ein besseres Verständnis der Schiffsbauterminologie.

Schlüsselwörter

Lusoria, Römerschiffe, Schiffsbau, Regensburg, CAD, Konstruktion, Eichenholz, Römische Flotte, Classis Germanica, Archäologie, Nachbau, Spanten, Kiel, Nägel, Schifffahrt.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Magisterarbeit?

Die Arbeit befasst sich mit der technischen Dokumentation und den Konstruktionsproblemen beim Nachbau eines spätrömischen Flusskriegsschiffes vom Typ „Lusoria“ in Regensburg.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Themen umfassen die historische Flottengeschichte der Römer, die praktische Umsetzung eines antiken Schiffbaus sowie die technische Ausarbeitung spezifischer Schiffskomponenten.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Hauptziel ist es, den gesamten Konstruktionsprozess des Nachbaus „Regina“ nachvollziehbar zu machen und die bei der Rekonstruktion aufgetretenen technischen Herausforderungen zu dokumentieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf die Auswertung archäologischer Befunde der Mainzer Römerschiffe, die in Verbindung mit moderner CAD-Software visualisiert und für den Regensburger Nachbau interpretiert werden.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Analyse der römischen Rheinschifffahrt und eine detaillierte technische Beschreibung der einzelnen Bauteile wie Kiel, Spanten, Planken und Bugkonstruktion.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind unter anderem Lusoria, Römische Flotte, Schiffsbau, CAD-Konstruktion und archäologische Rekonstruktion.

Warum wurde Eichenholz für den Nachbau gewählt?

Eichenholz wurde aufgrund seiner hohen Belastbarkeit, Maßhaltigkeit und Langlebigkeit gewählt, da es dem historischen Befund der Mainzer Schiffe entspricht.

Welche Rolle spielen die Nägel bei der Konstruktion?

Die handgeschmiedeten Nägel sind entscheidend für die Stabilität; durch die Technik des Kröpfens entsteht eine praktisch unlösbare Verklammerung der Bauteile.

Warum war der Bau einer Pallung notwendig?

Die Pallung diente als notwendige Vorrichtung, um den Kiel in seiner korrekten endgültigen Lage auszurichten und eine ergonomische Arbeitsebene zu schaffen.

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Details

Title
Konstruktionsprobleme beim Bau eines römischen Donaukriegsschiffes vom Typ Lusoria
College
University of Regensburg  (Institut für Alte Geschichte)
Grade
1,4
Author
M.A. Erwin Maier (Author)
Publication Year
2004
Pages
73
Catalog Number
V48893
ISBN (eBook)
9783638454728
Language
German
Tags
Konstruktionsprobleme Donaukriegsschiffes Lusoria
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
M.A. Erwin Maier (Author), 2004, Konstruktionsprobleme beim Bau eines römischen Donaukriegsschiffes vom Typ Lusoria, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/48893
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