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Tod an der 'Heimatfront'. Sinngebungsstrategien in Trauerfeiern für Bombenopfer

Göttingen, Kassel und Hameln (1941-1945)

Titre: Tod an der 'Heimatfront'. Sinngebungsstrategien in Trauerfeiern für Bombenopfer

Thèse de Bachelor , 2018 , 61 Pages , Note: 1,7

Autor:in: Marieke Ozimek (Auteur)

Histoire de l'Europe - L'après-guerre en Europe
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Résumé Extrait Résumé des informations

Die vorliegende Arbeit soll folgender Frage nachgehen: Welche Sinngebungsstrategien lassen sich anhand der vier exemplarischen Trauerfeiern für Bombenopfer feststellen, mit Hilfe derer das NS-Regime das Ziel verfolgte, dem Tod an der "Heimatfront" einen Sinn zu verleihen, die Akzeptanz der eigenen Politik somit aufrechtzuerhalten und den Durchhaltewillen des Volkes zu stärken beziehungsweise Resignation zu vermeiden?

Die Folgen von Bombardierungen waren für jeden Einzelnen sichtbar, das ,"[...] Ordnungsgefüge der >>Volksgemeinschaft<< [...]" drohte, instabil zu werden. Entscheidend war also, die kollektive Ordnung trotz Angst und Unruhe zu stabilisieren und insbesondere das Vertrauen der "Volksgemeinschaft" in den Staat aufrechtzuerhalten. Vor allem Kriegsfolgen, wie das tägliche Sterben von Menschen, mussten mit einem Sinn behaftet werden, um zu verhindern, dass die Legitimation der Herrschaft des Staates vom Kollektiv in Frage gestellt wurde und somit die gesellschaftliche Solidarität verloren ging. "Die Unmittelbarkeit des Todes […]" erforderte regelmäßige Ideologisierung, als auch Mythisierung, um Resignation aufgrund von Trauer möglichst zu vermeiden. An dieser Stelle kommt den sogenannten "Sinngebungsstrategien" eine entscheidende Bedeutung zu, die in der vorliegenden Arbeit anhand von vier unterschiedlichen Zeitungsartikeln herausgearbeitet werden sollen.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Sinngebungsstrategien in Trauerfeiern für Bombenopfer

2.1 Sprachliche Ebene

2.1.1 Diskreditierung des Gegners

2.1.2 Das Konstrukt der "Volksgemeinschaft"

2.1.3 Verpflichtung durch Opfer

2.1.4 Das gemeinsame Schicksal

2.1.5 Was wird nicht gesagt?

2.2 Praktische Ebene

2.2.1 Ort der Trauerfeiern

2.2.2 Die anwesende „Prominenz“

2.2.3 Liedgut

2.2.4 Verlesung der Namen

3. Die Verbindung von Sprache und Praxis

4. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Sinngebungsstrategien, mit denen das nationalsozialistische Regime während des Zweiten Weltkriegs Trauerfeiern für Bombenopfer instrumentalisierte, um die Akzeptanz der Politik aufrechtzuerhalten und den Durchhaltewillen der Bevölkerung zu stärken.

  • Analyse der nationalsozialistischen Propaganda in Zeitungsberichten
  • Untersuchung von Diskursen zur "Volksgemeinschaft" und zum "Opfertod"
  • Dekonstruktion von Feier-Ritualen und deren propagandistischer Funktion
  • Vergleichende Betrachtung der Städte Göttingen, Kassel und Hameln
  • Erforschung der Verschränkung von sprachlicher Diskreditierung des Gegners und praktischer Inszenierung des Leids

Auszug aus dem Buch

2.1.1 Diskreditierung des Gegners

Besonders im Kontext des Krieges ist es nicht weiter verwunderlich, dass die jeweiligen Gegner so intensiv wie möglich, insbesondere von der politischen Führung, diskreditiert werden. Dies ist insbesondere förderlich, um eine Rechtfertigung für den bestehenden Krieg zu schaffen und die Identität des untergeordneten Kollektivs zu stärken, sodass eine stärkere Abgrenzung zu den Außenstehenden, also denjenigen, die nicht zum Kollektiv bzw. im Kontext des Dritten Reiches zur "Volksgemeinschaft" gehörten, zu erreichen.

Kontext der Bombardierungen bzw. des gesamten Luftkrieges liegt es nahe, dass die Alliierten durch den nationalsozialistischen Staat besonders einer Feindbildkonstruktion unterlegen sind. Nichtsdestotrotz ist es im Rahmen dieser Arbeit notwendig, auf dieses Ausmaß, was insbesondere in den Zeitungsartikeln zeigt, genauer einzugehen. Denn vor allem im Zusammenhang mit der Fragestellung, die die einzelnen Sinngebungsstrategien genauer zu analysieren versucht, ist es von besonderer Bedeutung, in welchem Maße hier ein Feindbild konstruiert wird. Nur wenn ein Gegner kriminalisiert und insbesondere diskreditiert wird, ist es möglich, bei einem Kollektiv Hass zu erzeugen und somit die Bereitschaft für einen Krieg zu ebnen, wobei gleichzeitig ebenfalls das Durchhaltevermögen gestärkt werden kann.

Dass vor allem der Begriff „Terror“ in großem Ausmaß im Zusammenhang mit den alliierten Luftangriffen ab 1942 verwendet wird, zeigt nicht nur Karl-Heinz Brackmann in seiner Publikation „NS-Deutsch. "Selbstverständliche" Begriffe und Schlagwörter aus der Zeit des Nationalsozialismus“. Ebenfalls die Zeitungsartikel verwenden Begriffe, wie „barbarischer Feind“, „Terrorangriff“, „Bombenterror“, „verruchte Gegner“ und „[...] angeblich zivilisierte Gegner“, bei denen es „[...] Menschlichkeit und Ritterlichkeit [...]“ nicht mehr gebe.

Bedeutender in diesem Zusammenhang ist jedoch die Tatsache, dass die Luftangriffe vor allem im Rahmen der Reden während der Trauerfeiern zu Verbrechen deklariert werden. Bereits Hoffmann stellt fest, dass vor allem im Kontext der zunehmenden Bedrohung des deutschen Reiches durch alliierte Luftangriffe, eine „[...] neue Propagandaebene [...]“ geschaffen werden musste.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung definiert das Forschungsinteresse und ordnet die Arbeit in den historischen Kontext des "Totalen Krieges" und der NS-Propaganda ein.

2. Sinngebungsstrategien in Trauerfeiern für Bombenopfer: Dieses Hauptkapitel analysiert auf sprachlicher und praktischer Ebene, wie durch gezielte Begriffsverwendung und rituelle Inszenierungen Sinn für die Bombenopfer gestiftet wurde.

2.1 Sprachliche Ebene: Hier wird untersucht, wie durch diskreditierende Sprache und die Konstruktion von Ideologien wie der "Volksgemeinschaft" das Weltbild des Regimes stabilisiert wurde.

2.2 Praktische Ebene: Dieser Abschnitt beleuchtet die konkrete Durchführung der Feiern, von den Orten über die anwesende Prominenz bis hin zu Liedgut und Namensverlesung.

3. Die Verbindung von Sprache und Praxis: Dieses Kapitel verknüpft die zuvor getrennten Analyseebenen und zeigt, wie sich beides gegenseitig in der propagandistischen Wirkung verstärkt.

4. Fazit: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse über die Instrumentalisierung des Todes zur Stärkung des NS-Regimes zusammen.

Schlüsselwörter

Nationalsozialismus, Luftkrieg, Bombenopfer, Trauerfeiern, Sinngebungsstrategien, Volksgemeinschaft, Propaganda, Opfertod, Diskreditierung, NS-Regime, Feindbild, Durchhaltevermögen, Heldenmythos, Zeitungsartikel, NS-Ideologie

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Instrumentalisierung von Trauerfeiern für Bombenopfer durch das NS-Regime im Zweiten Weltkrieg, um die Bevölkerung zum Durchhalten zu bewegen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf der Analyse von NS-Propagandastrategien, dem Konstrukt der Volksgemeinschaft und der rituellen Aufarbeitung von Kriegsschäden.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es herauszufinden, welche spezifischen Sinngebungsstrategien angewendet wurden, um den Tod an der "Heimatfront" ideologisch zu deuten und das Vertrauen in den Staat zu sichern.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine diskursanalytische Untersuchung von Zeitungsartikeln der Jahre 1941-1945 aus den Städten Göttingen, Kassel und Hameln durchgeführt.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert einerseits sprachliche Kategorien wie die Diskreditierung des Gegners und andererseits praktische Aspekte wie den Ablauf und die Inszenierung der Trauerfeiern.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind insbesondere: Sinngebungsstrategien, Propaganda, Volksgemeinschaft, Opfertod und Durchhaltevermögen.

Warum wurden gerade Göttingen, Kassel und Hameln ausgewählt?

Die Auswahl begründet sich durch die unterschiedliche Betroffenheit der Städte durch Luftangriffe sowie die regionale Nähe der Archive, was eine vergleichende Analyse ermöglicht.

Welche Rolle spielt die Presse bei der Sinnstiftung?

Die Presse fungierte als zentrales Steuerungsinstrument, das durch gezielte Begriffsverwendung und selektive Berichterstattung mediale Realitäten schuf, die den NS-Vorgaben entsprachen.

Wie wurde das Leid der Angehörigen in der NS-Propaganda behandelt?

Das individuelle Leid der Angehörigen wurde in den Quellen weitgehend ausgeblendet; stattdessen wurde das Geschehen in einen kollektiven, heldenhaften Rahmen überführt.

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Résumé des informations

Titre
Tod an der 'Heimatfront'. Sinngebungsstrategien in Trauerfeiern für Bombenopfer
Sous-titre
Göttingen, Kassel und Hameln (1941-1945)
Université
University of Göttingen  (Mittlere und neuere Geschichte)
Note
1,7
Auteur
Marieke Ozimek (Auteur)
Année de publication
2018
Pages
61
N° de catalogue
V488983
ISBN (ebook)
9783346030658
ISBN (Livre)
9783346030665
Langue
allemand
mots-clé
Sinngebung Nationalsozialismus Bombenopfer Trauerfeier Tod Heimatfront Zweiter Weltkrieg Nationalsozialisten
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Marieke Ozimek (Auteur), 2018, Tod an der 'Heimatfront'. Sinngebungsstrategien in Trauerfeiern für Bombenopfer, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/488983
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Extrait de  61  pages
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