Die deutsche Kriegserklärung an die USA Dezember 1941


Referat (Ausarbeitung), 2019
5 Seiten
Anonym

Leseprobe

Referat - Die deutsche Kriegserklärung an die USA Dez. 1941

Die USA in Hitlers Programm

Das Agrument, Amerikas militärischer Beitrag habe jenen Krieg entschieden, hielt Hitler andererseits für eine Legende und befürchtete daher zunächst keine mögliche amerikanische Operation, vor der sein Botschafter Dieckhoff bereits Ende 1939 gewarnt hatte. Nach Aussage von Andreas Hillgruber bestand Hitlers ursprüngliches Ziel darin, “Deutschland über die Errichtung eines europäischen Kontinentalimperiums hinaus durch die Gewinnung eines kolonialen Ergänzungsraums in Afrika und der Schaffung einer starken Flotte zu einer der vier verbleibenden Weltmächte neben Japan, Großbritannien und den USA aufzubauen”1. Jochen Thies stellt auch fest, “daß der Führer das Endziel der Weltherrschaft der arischen Rassse, für die das deutsche Volk die Rolle eines Stoßtrupps übernahm, zwischen seiner ersten Formulierung 1919/20 bis zum Ende 1945 nie aus den Augen verloren hatte, und untermauert Hillgrubers These, daß Hitler in den Vereinigten Staaten den letzten und wichtigsten Hauptgegner erblickte”2.

In den ersten Phase der Umsetzung des Hitlerschen Programms war es von größter Bedeutung, den für die Zukunft festgelegten Hauptgegner Amerika taktisch aus den gegenwärtigen Konflikten herauszuhalten. Roosevelts Quarantäne-Rede wies auch auf die politischen Anzeichen hin, dass die USA gegen das Dritte Reich und seine kriegerische Außenpolitik intervenieren würden, dies rückte allmählich auch die USA in sein unmittelbares Blickfeld3.

Nach der Zerschlagung Frankreichs sollte der “Ausgleich” mit England gesucht werden und dieser zielte auf US-Aktionen ab, um denjenigen Kräften zu helfen, die eine Selbstbeschränkung in politisch-militärischer Hinsicht in der westlichen Hemisphäre befürworteten. Aber England hat sich nicht wie erwartet verhalten. In einer weiteren Umkehrung der ursprünglichen Ziele beschloss Hitler, die Sowjetunion im Sommer 1941 anzugreifen.

Seine eigentlichen Absichten lassen sich jedoch aus den gleichzeitigen Bemühungen Hitlers ablesen, die französischen, spanischen und portugiesischen nordwestafrikanischen Gebiete und atlantischen Inseln zu sichern, um Stützpunkte für riesige Schlachtsschiffe, Flugzeugträger und Langstreckenbomber einzurichten, die den neuesten technischen Standards entsprachen. Diese Stützpunkte wären das militärische Sprungbrett zum Angriff auf die USA und damit zur Weltherrschaft geworden.

Hitlers Politik war nun zu einem weltweiten Blitzkriegsplan geworden, bei dem ein Angriff auf die USA in naher Zukunft immer wahrscheinlicher wurde. Angesichts der Tatsache, dass die Niederlage des Dritten Reiches spätestens mit der deutschen Kriegserklärung an die USA unvermeidlich wurde, hat diese Entscheidung Hitlers großes historiographisches Interesse geweckt. Der unmittelbare Kontext sind die deutschen Sorgen seit dem Frühsommer 1941, die japanisch-amerikanischen Geheimverhandlungen könnten zum Erfolg führen. Ein solches Ergebnis hätte die deutschen Pläne zunichte gemacht, zusammen mit den Japanern gegen die USA anzutreten.

Hitler erklärt den Krieg

Der japanische Angriff auf die US-Pazifikflotte in Pearl Harbor am 07. Dezember 1941 überraschte Berlin ebenso wie Washington. Obwohl Hitler Matsuoka mündlich versichert hatte, dass er Japan in einem Krieg gegen die USA helfen würde, und Ribbentrop später die gleiche Verpflichtung gegenüber Oshima einging, war noch nichts unterzeichnet worden und die Japaner ihrerseits hatten den Deutschen kein Wort über Pearl Harbor verlauten lassen4.

Als Ribbentrop von diesem Angriff hörte, sagte er, dass es sich vielleicht um eine Propaganda der Gegenseite handelt5. Vielleicht stimmte es also, was Ribbentrop im Nürnberger Prozess sagte: “Dieser Angriff war für uns eine vollkomme Überraschung. Wir hatten es für möglich gehalten, daß Japan Singapore, das heißt England, angreifen würde, auch Hongkong. Wir hatten es aber niemals als etwas für uns Erstrebenswertes gehalten, daß es die USA angreifen sollte”6.

General Oshima suchte am 08. Dezember Ribbentrop auf. Er forderte die sofortige Kriegserklärung Deutschlands an die USA. Darüber hinaus berichtete Oshima, der Außenminister habe ihm mitgeteilt, dass Hitler am Morgen desselben Tages der deutschen Marine befohlen habe, amerikanische Schiffe an jedem Ort und zu jeder Zeit anzugreifen. Doch mit der Kriegserklärung hielt sich der Diktator noch zurück7.

In der Nacht des 8. Dezember eilte Hitler nach Berlin, wo er am nächsten Morgen ankam. Ribbentrop machte in Nürnberg geltend, er habe den Führer darauf aufmerksam gemacht, dass Deutschland nach den Bestimmungen des Dreimächtepakts nicht unbedingt den Krieg erklären müsse, da Japan ein offensichtlicher Angreifer sei. Hitler gab ihm einen sehr kalren Bescheid, der beinhaltete, dass, wenn wir nicht auf Japans Seite treten, der Pakt politisch tot sei8.

Roosevelt und Hull hatten diese Entscheidung zuversichtlich erwartet. Sie waren unter Druck gesetzt worden, im Kongress am 08. Dezember eine Kriegserklärung nicht nur gegen Japan, sondern auch gegen Deutschland und Italien zu beantragen. Aber sie hatten beschlossen zu warten. Sie hatten sich Gedanken über Oshimas Depeche vom 29. Oktober nach Tokio gemacht, nach der Ribbentrop den Japanern die Unterstützung von Deutschland versichert hatte, wenn Japan sich in einem Krieg gegen die USA beteiligte. Das Versprechen sah nicht vor, dass Japan der angegriffene Teil sein sollte. Es war vielmehr ein Blankoscheck, und die Amerikaner zweifelten nicht daran, dass die Japaner nun ihre Erlösung aus Berlin forderten.

Hitler berief den Reichstag für den 09. Dezember ein, verschob die Sitzung jedoch auf den 11. Dezember. Aber offenbar hatte er seine Entscheidung bereits getroffen. Er hatte unter den Angriffen Roosevelts auf ihn und den Nationalsozialismus gelitten, seine Geduld war als Folge der kriegerischen Handlungen der US-Marine gegen die deutschen U-Boote erschöpft, sein Hass auf Amerika und die Amerikaner war gewachsen, und auf lange Sicht verschlimmerte sich seine Tendenz, die potenzielle Stärke des US-Militärs katastrophal zu unterschätzen. Gleichzeitig überschätzte er Japans Militärmacht erheblich. Er scheint geglaubt zu haben, dass die Japaner, deren Flotte er als die stärkste der Welt ansah, sobal sie die Britten und die Amerikaner im Pazifik ausgeschaltet hätten, gegen Russland vorgehen und ihm helfen würden, die große Eroberung im Osten abzuschließen9. Auf jeden Fall sagte er einige Monate später in einer kleinen Krise, dass der Eintritt Japans in den Krieg für uns von enormem Wert sei, schon allein aufgrund des Zeitpunkts. Es steht außer Frage, dass Japans tückischer Schlag gegen die amerikanische Flotte in Pearl Harbor seine Bewunderung geweckt hat, zumal war es eine Überraschung, wie er selbst oft angewandt hatte und stolz darauf war.

[...]


1 Michaela, Hönicke, Das nationalsozialistische Deutschland und die Vereinigten Staaten von Amerika 1933-1945, in: Klaus, Larres (Hg.), Deutschland und die USA im 20. Jahrhundert. Geschichte der politischen Beziehungen, Darmstadt 1997, S. 62-94, hier S. 76.

2 Ebda., S. 76-77.

3 Vgl.: Ebda., S.77.

4 Vgl.: William L. Shirer, Aufstieg und Fall des Dritten Reiches, Berlin 1961, S. 815-816.

5 Vgl.: Ebda., S. 816.

6 Ebda., S. 816.

7 Vgl.: Ebda., S. 816.

8 Vgl.: Ebda., S. 816-817.

9 Vgl.: Ebda., S. 817.

Ende der Leseprobe aus 5 Seiten

Details

Titel
Die deutsche Kriegserklärung an die USA Dezember 1941
Jahr
2019
Seiten
5
Katalognummer
V489312
ISBN (eBook)
9783668966635
Sprache
Deutsch
Schlagworte
kriegserklärung, dezember, 1941, hitler, japan, usa
Arbeit zitieren
Anonym, 2019, Die deutsche Kriegserklärung an die USA Dezember 1941, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/489312

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