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Die Auseinandersetzung Nietzsches mit dem Christentum und Jesus Christus in seinem Werk "Der Antichrist"

Titel: Die Auseinandersetzung Nietzsches mit dem Christentum und Jesus Christus in seinem Werk "Der Antichrist"

Hausarbeit , 2018 , 20 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Nicole Kaczmar (Autor:in)

Philosophie - Sonstiges
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Zusammenfassung Leseprobe Details

"Der Antichrist – Versuch einer Kritik des Christentums" gehört zu den Spätwerken Nietzsches, welches er im Spätsommer/Herbst 1888 niedergeschrieben hat. Kurze Zeit später erlitt er Anfang 1889 einen geistigen Zusammenbruch. Das in seinem Umfang überschaubare Werk gliedert sich in 62 Kapitel. Die vorliegende Arbeit nimmt den zweiten Teil des Werkes "Der Antichrist" in den Fokus kritischer Analyse.

In den genannten Aphorismen erörtert Nietzsche seine Auseinandersetzung mit der Person Jesu Christi und dem Christentum. Hierbei ist zu bemerken, dass Nietzsche Sohn eines evangelischen Pfarrers war und ihm die biblischen Thematiken durchaus vertraut waren. Deshalb ist das vorliegende Werk auch als ernsthafter Versuch einer Kritik am Christentum anzusehen. Dennoch handelt es sich bei diesem Werk nicht um eine systematisch-theologische Auseinandersetzung mit der Person Jesu Christi und dem Christentum, vielmehr skizziert Nietzsche in sprachlicher Ausdruckskraft eine polemische Abrechnung mit dem Christentum. Unter Rückgriff auf einige seiner früheren Schriften bündelt er seine Kritik am Christentum, der er eine bisher nicht gekannte Schärfe gibt.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

I. "Der Antichrist – Versuch einer Kritik des Christentums" von Friedrich Nietzsche

II. Die Person Jesus Christus

III. Das Christentum

3.1. Paulus als die Ursache der Fehlentwicklung des Christentums

3.2.Verkündung wider das Christentum (Sieben Sätze gegen das Christentum)

IV. Diskussion, Zusammenfassung und Ausblick

4.1. Diskussion

4.2. Zusammenfassung

4.3. Ausblick

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit analysiert den zweiten Teil von Friedrich Nietzsches Spätwerk „Der Antichrist“ (§§ 34-43 und §§ 61-62), um Nietzsches kritische Auseinandersetzung mit der Person Jesu Christi und der Entstehung des Christentums als institutionalisierte Religion zu beleuchten.

  • Nietzsches psychologische Deutung der Person Jesus Christus
  • Kritik an Paulus als Begründer des Christentums und dessen Fehlentwicklung
  • Der Gegensatz zwischen der „evangelischen Praktik“ und dem kirchlichen Christentum
  • Die Umwertung der christlichen Werte und Nietzsches Forderung nach einer neuen Lebensbejahung

Auszug aus dem Buch

3.1. Paulus als die Ursache der Fehlentwicklung des Christentums

Paulus als Gründer des Christentums und der ersten christlichen Kirche – so Nietzsche – hat genau die Gegensätze, die Jesus dargestellt hat, verkündet und verbreitet. „Das ‚Christenthum‘ ist etwas Grundverschiedenes von dem geworden, was sein Stifter that und wollte“ und „- die Kirche ist exakt das, wogegen Jesus gepredigt hat – und wogegen er seine Jünger kämpfen lehrte -“. Nietzsche denunziert Paulus als Verkünder einer Lügenwelt, da dieser aus der Lebenspraxis des reinen Herzens von Jesu Christi eine organisierte Institution mit Wundern, Priesterschaft, Lohn- und Strafsystemen gegründet hat. Darüber hinaus macht Paulus aus Jesus Christus den Sohn Gottes, der sich für die Sünden der Menschen opfert. Paulus erfindet das Jenseits, das Gericht, die Auferstehung und er richtet den Schwerpunkt des Lebens auf ein Jenseits. Ferner interpretiert er die Seligkeit über den Tod hinaus als eine Art künftigen Lohn. Während Leben und Handeln Jesu noch von einer vollkommenen Diesseitigkeit geprägt waren, wurde nun in der paulinischen Theologie alle Aufmerksamkeit vom konkreten Wirken Jesu abgelenkt und der Fokus auf den Tod und die Auferstehung Jesu gerichtet (§ 42, S. 216).

Nach Nietzsche ergeben sich aus der falschen Lehre von Paulus diverse Fehlinterpretationen des Christentums. Denn wenn man den Fokus auf ein Jenseits legt und die Lüge einer „Personal-Unsterblichkeit“ predigt, dann nimmt man dem Diesseits „jede Vernunft, jede Natur im Instinkte, — Alles, was wohlthätig, was lebensfördernd, was zukunftverbürgend in den Instinkten ist, […] Wozu Gemeinsinn, wozu Dankbarkeit noch für Herkunft und Vorfahren, wozu mitarbeiten, zutrauen, irgend ein Gesammt-Wohl fördern und im Auge haben?“ (§ 43, S. 217). Nietzsche wirft dem Christentum vor, dass die Christen zu sehr auf ihre eigene Erlösung im Jenseits fokussiert sind und dadurch nicht bemerken, was im Diesseits um sie herum passiert.

Zusammenfassung der Kapitel

I. "Der Antichrist – Versuch einer Kritik des Christentums" von Friedrich Nietzsche: Einleitung in Nietzsches Spätwerk, die methodische Herangehensweise und die Einordnung der Fragestellung zur Person Jesu und dem Christentum.

II. Die Person Jesus Christus: Analyse von Nietzsches Verständnis Jesu als psychologisches Symbol und Träger einer „frohen Botschaft“ der Lebenspraxis, im Gegensatz zum christlichen Erlösungsglauben.

III. Das Christentum: Darstellung der paulinischen Lehre als Entstellung der ursprünglichen Botschaft Jesu und Umwandlung des Christentums in eine lebensfeindliche Institution.

3.1. Paulus als die Ursache der Fehlentwicklung des Christentums: Untersuchung von Paulus als zentralem Akteur, der durch die Erfindung des Jenseits und einer institutionellen Moral die ursprüngliche Lehre Jesu pervertiert habe.

3.2.Verkündung wider das Christentum (Sieben Sätze gegen das Christentum): Zusammenstellung und Erläuterung der sieben Gesetze, mit denen Nietzsche den radikalen Bruch mit dem kirchlichen Christentum formuliert.

IV. Diskussion, Zusammenfassung und Ausblick: Kritische Reflexion der Ergebnisse, Einordnung von Nietzsches Kulturkritik und Reflexion über die heutige Relevanz seiner Philosophie.

4.1. Diskussion: Auseinandersetzung mit der Interpretation des Werktitels sowie Diskussion von Nietzsches anthropologischem Ansatz und seiner Kritik an der christlichen Moral.

4.2. Zusammenfassung: Rekapitulation der wesentlichen Argumentationsstränge bezüglich der Person Jesu und der Kritik am institutionellen Christentum.

4.3. Ausblick: Betrachtung der aktuellen gesellschaftlichen Situation hinsichtlich der christlichen Religion und Diskussion der Umsetzbarkeit von Nietzsches philosophischem Entwurf.

Schlüsselwörter

Friedrich Nietzsche, Der Antichrist, Christentum, Jesus Christus, Paulus, Religionskritik, Kulturkritik, Lebensbejahung, Umwertung aller Werte, Psychologie des Erlösers, Jenseits, Diesseits, Moral, Selbstvollzug, Nihilismus

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der kritischen Auseinandersetzung Friedrich Nietzsches mit dem Christentum und der Person Jesus Christus, wie sie in seinem Spätwerk „Der Antichrist“ dargelegt wird.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Zu den Schwerpunkten zählen Nietzsches psychologische Deutung Jesu, die Kritik an der Rolle des Paulus, die historische Entwicklung des Christentums als Institution sowie Nietzsches Forderung nach einer Abkehr von der jenseitigen Moral zugunsten einer lebensbejahenden Philosophie.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Das Ziel ist es, Nietzsches Kritik an der Fehlentwicklung des Christentums zu skizzieren, seinen anthropologischen Ansatz zu analysieren und zu prüfen, wie er die Figur Jesu von der späteren kirchlichen Dogmatik abgrenzt.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Autorin?

Die Arbeit nutzt eine kritische Textanalyse der genannten Aphorismen aus „Der Antichrist“ sowie einen Rückgriff auf die Forschungsliteratur, um Nietzsches philosophische Argumentation systematisch aufzuarbeiten.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Jesu Lebenspraxis, die Analyse der paulinischen Lehre als Fehlentwicklung und die Diskussion von Nietzsches radikalen „Gesetzen wider das Christentum“.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Publikation?

Wichtige Begriffe sind insbesondere die „Umwertung aller Werte“, die „Psychologie des Erlösers“, der Gegensatz von Diesseits und Jenseits, das Ressentiment sowie der Begriff der „Lebensbejahung“.

Warum bezeichnet Nietzsche Paulus als „Ursache der Fehlentwicklung“?

Nietzsche sieht in Paulus denjenigen, der die einfache, diesseitige Lebenspraxis Jesu durch die Erfindung von Jenseitsvorstellungen, Dogmen und einer Priesterhierarchie in eine lügenhafte Institution umgewandelt habe.

Wie steht Nietzsche zum „Himmelreich“?

Für Nietzsche ist das „Himmelreich“ kein jenseitiger Zustand, sondern eine Lebenseinstellung, die Jesus bereits im Diesseits verwirklicht habe und die auf Liebe und Friedfertigkeit basiere.

Was versteht Nietzsche unter „Selbsterlösung“ im Diesseits?

Es ist der Entwurf eines Menschenbildes, das sein eigenes Potenzial und seine Identität aus sich heraus entwickelt, ohne auf metaphysische Begründungen oder eine vom Christentum geprägte Moral angewiesen zu sein.

Ende der Leseprobe aus 20 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die Auseinandersetzung Nietzsches mit dem Christentum und Jesus Christus in seinem Werk "Der Antichrist"
Hochschule
Ludwig-Maximilians-Universität München  (Philosophie)
Veranstaltung
Nietzsche – Grundzüge seines Denkens
Note
1,0
Autor
Nicole Kaczmar (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2018
Seiten
20
Katalognummer
V489405
ISBN (eBook)
9783668976290
ISBN (Buch)
9783668976306
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Nietzsche Der Antichrist
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Nicole Kaczmar (Autor:in), 2018, Die Auseinandersetzung Nietzsches mit dem Christentum und Jesus Christus in seinem Werk "Der Antichrist", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/489405
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  20  Seiten
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