In den vergangenen Jahren wurde die Hälfte des erbschaftsteuerlich erfassten Vermögens steuerfrei übertragen.
Ein Grund dafür waren die Verschonungsregelungen nach §§ 13a und 13b ErbStG a. F. Das BVerfG hat daher die §§ 13a und 13b ErbStG a. F. wegen Unvereinbarkeit mit Art. 3 GG als verfassungswidrig erklärt und den Gesetzgeber dazu aufgefordert, die Erbschaft- und Schenkungsteuer neu zu regeln.
Mit dem "Gesetz zur Anpassung des Erbschaftsteuer- und Schenkungsteuergesetzes an die Rechtsprechung des BVerfG" liegen die Neuregelungen nunmehr vor.
Ziel der Hausarbeit ist es, durch einen Vergleich der alten Verschonungsregelung mit den neuen Änderungen die Gewinner und Verlierer der Erbschaftsteuerreform herauszufinden.
Zunächst wird knapp die alte Regelung erklärt und auf die Kernpunkte des BVerfG sowie den Verfahrensgang eingegangen. Nach kurzer aber kompakter Darstellung der Neuregelungen wird durch einen Vergleich mit der alten Regelung aufgezeigt, wer von den Änderungen profitiert und welche Gruppen benachteiligt sind.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Hintergrund
2.1. alte Rechtslage
2.2. Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom 17.12.2014
2.3. Verfahrensgang
3. Neuregelungen
3.1 Regel- und Optionsverschonung
3.2 begünstigtes Vermögen
3.3 Verwaltungsvermögen
3.3.1 Verwaltungsvermögenskatalog
3.3.2 Nettowert des Verwaltungsvermögens
3.3.3 unschädliches Verwaltungsvermögen
3.4 Lohnsummenregelung
3.5 Vorwegabschlag für Familienunternehmen
3.6 Großerwerb ab 26 Mio. €
3.6.1 Abschmelzmodell
3.6.2 Verschonungsbedarfsprüfung
3.8 Kapitalisierungsfaktor
4. Gewinner und Verlierer
4.1 Verwaltungsvermögen
4.2 Lohnsummenregelung
4.3 Vorwegabschlag für Familienunternehmen
4.4 Großerwerbe
4.5 Kapitalisierungsfaktor
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Auswirkungen der Erbschaftsteuerreform 2016 auf die steuerliche Belastung von Betriebsvermögen. Ziel ist es, durch einen direkten Vergleich zwischen der alten Rechtslage und den neuen gesetzlichen Bestimmungen die Gewinner und Verlierer der Reform zu identifizieren.
- Analyse der neuen Verschonungsmodelle bei Erwerben über 26 Mio. €.
- Untersuchung der verschärften Anforderungen an die Lohnsummenregelung.
- Betrachtung der Neuregelung zum Verwaltungsvermögen und der Verbundvermögensaufstellung.
- Evaluation des Vorwegabschlags für Familienunternehmen als Instrument zur Unternehmenssicherung.
- Auswirkungen der Anpassung des Kapitalisierungsfaktors auf die Unternehmensbewertung.
Auszug aus dem Buch
3.6.1 Abschmelzmodell
§ 13c Abs. 1 ErbStG regelt, dass der Erwerber einen verminderten Verschonungsabschlag auf Grundlage der Regel- bzw. Optionsverschonung in Anspruch nehmen kann. Mit steigendem Wert des begünstigten Vermögens verringert sich der jeweilige Verschonungsabschlag um einen Prozentpunkt je 750.000 €, die der Wert des begünstigten Vermögens die Wertgrenze von 26 Mio. € übersteigt.29
Bei der Regelverschonung endet die Abschmelzung bei 89,75 Mio. €, bei der Optionsverschonung endet die Verschonung nach § 13c Abs. 1 S. 2 ErbStG bei einem Wert von 90 Mio. € ErbStG. Der verringerte Verschonungsabschlag wird unter der Voraussetzung gewährt, dass die jeweiligen Lohnsummen- und Behaltensregelungen eingehalten werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der Erbschaftsteuerreform nach dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts ein und definiert das Ziel der Arbeit, die Gewinner und Verlierer der Neuregelungen zu bestimmen.
2. Hintergrund: Es wird die alte Rechtslage unter den §§ 13a und 13b ErbStG a. F. erläutert und das für die Reform ausschlaggebende Urteil des Bundesverfassungsgerichts sowie der anschließende Gesetzgebungsprozess dargestellt.
3. Neuregelungen: Dieses Kapitel erläutert detailliert die strukturellen Änderungen des Erbschaftsteuergesetzes, insbesondere die neuen Schwellenwerte, die Ermittlung des Verwaltungsvermögens, die verschärfte Lohnsummenregelung und die Einführung des Vorwegabschlags für Familienunternehmen.
4. Gewinner und Verlierer: Hier erfolgt die kritische Analyse der neuen Bestimmungen, bei der aufgezeigt wird, welche Unternehmensarten durch die Reform steuerlich belastet oder begünstigt werden.
5. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass die Reform zwar Rechtssicherheit schafft, jedoch die Komplexität deutlich erhöht hat und für viele Betriebe mit neuen Herausforderungen und höheren Belastungen verbunden ist.
Schlüsselwörter
Erbschaftsteuerreform 2016, Betriebsvermögen, Regelverschonung, Optionsverschonung, Verwaltungsvermögen, Lohnsummenregelung, Vorwegabschlag, Familienunternehmen, Großerwerbe, Abschmelzmodell, Verschonungsbedarfsprüfung, Kapitalisierungsfaktor, Unternehmensbewertung, Steuerbelastung, Steuerhinterziehung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Erbschaftsteuerreform 2016 und analysiert, wie sich die neuen gesetzlichen Rahmenbedingungen auf die Steuerlast bei der Übertragung von Betriebsvermögen auswirken.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Zentrale Themen sind die Verschonungsregeln für Unternehmensvermögen, die Bestimmung von Verwaltungsvermögen, die Anforderungen an die Lohnsummenregelung und die Neuregelungen bei sehr hohen Erwerben (Großerwerbe).
Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?
Das primäre Ziel ist es, die Gewinner und Verlierer der Erbschaftsteuerreform 2016 durch einen Vergleich zwischen der alten Rechtslage und den aktuellen gesetzlichen Vorschriften zu identifizieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine juristisch-ökonomische Analyse, die auf der Auswertung des geltenden Erbschaftsteuergesetzes, relevanter Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts sowie einschlägiger Fachliteratur basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil behandelt die Details der Neuregelungen, darunter die Ermittlung des begünstigten Vermögens, das Abschmelzmodell für Großerwerbe, die Investitionsklausel und die Änderungen am Kapitalisierungsfaktor im Ertragswertverfahren.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie Erbschaftsteuerreform 2016, Betriebsvermögen, Verschonungsabschlag, Verwaltungsvermögen und Lohnsummenregelung beschreiben.
Was ist das "Alles- oder Nichts-Prinzip" in Bezug auf die Reform?
Das "Alles- oder Nichts-Prinzip" bezeichnete die alte Regelung, bei der das gesamte Betriebsvermögen begünstigt war, solange bestimmte Quoten für Verwaltungsvermögen nicht überschritten wurden. Die Reform hat dieses Prinzip durch ein Aufteilungsprinzip ersetzt.
Wie unterscheidet sich der neue Vorwegabschlag für Familienunternehmen?
Der Vorwegabschlag soll Familienunternehmen schützen, deren gesellschaftsvertragliche Verfügungsbeschränkungen den gemeinen Wert des Betriebes aus Sicht des Erwerbers mindern. Er erfordert jedoch eine komplexe Einhaltung von Bedingungen über 20 Jahre.
Warum stellt der Kapitalisierungsfaktor eine Besonderheit dar?
Die Festlegung eines einheitlichen Faktors von 13,75 im vereinfachten Ertragswertverfahren führt zu einer Reduktion der Unternehmenswerte um ca. 25 %, was sich positiv auf die Steuerlast auswirken kann, aber auch Rückwirkungen auf den Verwaltungsvermögenstest hat.
Welche Rolle spielt die Verschonungsbedarfsprüfung bei Großerwerben?
Ab einem Erwerb von 26 Mio. € muss der Steuerpflichtige sein privates Vermögen offenlegen, um einen Erlass zu beantragen, was zu einem hohen administrativen Aufwand und zusätzlichen Kosten führt.
- Citar trabajo
- Sarah Noll (Autor), 2017, Die Gewinner und Verlierer der Erbschaftsteuerreform 2016, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/489434