Medico international ist eine kritisch-solidarische Organisation für weltweite Zusammenarbeit mit Hauptsitz in Frankfurt am Main. Sie setzt sich vor allem für die Bekämpfung von Fluchtursachen in Entwicklungsländern ein.
Zu den Ursachen von Flucht gehören nicht nur, wie seit Jahren in der Öffentlichkeit diskutiert, politische Strukturen, die Organisation des Staates und ein Mangel an natürlichen Ressourcen in Drittweltländern. Vielmehr ist Flucht oft auch eine Folge des Handelns des europäischen Westens, der seine wirtschaftlichen und politischen Interessen in der Welt durchsetzt. Das ein-seitiger Verfolgen dieser Interessen hat zur Folge, dass Einwohner aus Entwicklungsländern aufgrund von Perspektivlosigkeit das Vertrauen in ihr eigenes Land verlieren und sich auf den langen und unsicheren Weg in eine möglicherweise bessere Zukunft im Ausland machen (vgl. Gebauer 2016: D7).
Inhaltsverzeichnis
1. Flüchtlingspolitik
2. Flucht und ihre Ursachen
3. Afrika: Kann Entwicklungszusammenarbeit Fluchtursachen beseitigen?
4. Erweiterte Sicht der globalen Politik des Landgrabbings. Umdenken landwirtschaftlicher Probleme, neue Widerstandsausrichtung.
5. Imperiale Lebensweise. Zur Ausbeutung von Mensch und Natur im globalen Kapitalismus. Teil I.
6. Imperiale Lebensweise. Zur Ausbeutung von Mensch und Natur im globalen Kapitalismus. Teil II.
7. Die globale Politik der ungleichen Entwicklung
8. Die Schock-Strategie. Der Aufstieg des Katastrophen-Kapitalismus.
9. Der neue Mittlere Osten. Die Welt nach dem Arabischen Frühling.
10. Der neue Mittlere Osten. Die Welt nach dem Arabischen Frühling. Krieg im Irak. Umgebung der Unsicherheit und internationale Migration.
11. Gesamtkommentierung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit reflektiert die im Rahmen des Proseminars „Flucht und Migration im Weltsystem“ behandelten theoretischen Konzepte und Fallbeispiele, um die Zusammenhänge zwischen globalen wirtschaftlichen Interessen, kolonialen Nachwirkungen und den Ursachen von Flucht und Migration kritisch zu beleuchten.
- Analyse der sozioökonomischen und politischen Fluchtursachen im globalen Kontext.
- Untersuchung der Auswirkungen der „imperialen Lebensweise“ des globalen Nordens auf den Süden.
- Kritische Betrachtung von Phänomenen wie Landgrabbing und neoliberaler Strukturpolitik.
- Reflexion der Rolle der USA im Mittleren Osten und deren Folgen für regionale Instabilität.
- Definition und Abgrenzung der Begriffe „Flucht“ und „Migration“ unter aktuellen Bedingungen.
Auszug aus dem Buch
1. Flüchtlingspolitik
Zu den Ursachen von Flucht gehören nicht nur, wie seit Jahren in der Öffentlichkeit diskutiert, politische Strukturen, die Organisation des Staates und ein Mangel an natürlichen Ressourcen in Drittweltländern. Vielmehr ist Flucht oft auch eine Folge des Handelns des europäischen Westens, der seine wirtschaftlichen und politischen Interessen in der Welt durchsetzt. Das einseitiger Verfolgen dieser Interessen hat zur Folge, dass Einwohner aus Entwicklungsländern aufgrund von Perspektivlosigkeit das Vertrauen in ihr eigenes Land verlieren und sich auf den langen und unsicheren Weg in eine möglicherweise bessere Zukunft im Ausland machen (vgl. Gebauer 2016: D7).
In einer der vier Geschichten von Geflüchteten, die Gebauer als Beispiele zur Untermauerung seiner theoretischen Ansätze nutzt, taucht folgendes Zitat auf: „Wir sind hier, weil ihr unsere Länder zerstört.“ (vgl. Gebauer 2016: D7). Wie kann es sein, dass Menschen aus Entwicklungsländern, in die so viel Geld für den Ausbau der Infrastruktur, des Gesundheitssystems und der Bildung investiert wird, sich gezwungen sehen, ihre Heimat zu verlassen und sich bei ihren finanziellen „Unterstützern“ niederzulassen? Wie entsteht dieser „Bumerang-Effekt“, der bedeutet, dass die Entwicklungsunterstützung eigentlich der Grund für Flucht aus Drittweltländern ist?
Zusammenfassung der Kapitel
1. Flüchtlingspolitik: Das Kapitel untersucht die Rolle westlicher wirtschaftlicher Interessen und kolonialer Kontinuitäten als treibende Kräfte hinter Fluchtbewegungen aus Entwicklungsländern.
2. Flucht und ihre Ursachen: Anhand des syrischen Bürgerkriegs werden verschiedene Fluchtmotive kategorisiert und die Reaktionen westlicher Industriestaaten sowie deren Mitverantwortung kritisch hinterfragt.
3. Afrika: Kann Entwicklungszusammenarbeit Fluchtursachen beseitigen?: Es wird diskutiert, inwiefern technologische Entwicklung und interne Restrukturierungen afrikanischer Staaten zur Lösung der Problematik beitragen können.
4. Erweiterte Sicht der globalen Politik des Landgrabbings. Umdenken landwirtschaftlicher Probleme, neue Widerstandsausrichtung.: Der Text befasst sich mit der Privatisierung öffentlichen Landes durch ausländische Investoren und dem Konzept der Ernährungssouveränität als Widerstandsform.
5. Imperiale Lebensweise. Zur Ausbeutung von Mensch und Natur im globalen Kapitalismus. Teil I.: Dieses Kapitel analysiert historisch die Ausbeutungsmechanismen des Kapitalismus und die damit einhergehende Wohlstandsdiskrepanz zwischen Zentrum und Peripherie.
6. Imperiale Lebensweise. Zur Ausbeutung von Mensch und Natur im globalen Kapitalismus. Teil II.: Hier liegt der Fokus auf der Entwicklung seit den 1970er Jahren und der Transformation der imperialen Lebensweise durch neoliberale Krisenbearbeitung.
7. Die globale Politik der ungleichen Entwicklung: Es wird die neoliberale Globalisierungsstrategie, insbesondere der „Washington Consensus“ und seine Nachfolgekonzepte, im Hinblick auf ihre Auswirkungen auf Entwicklungsländer analysiert.
8. Die Schock-Strategie. Der Aufstieg des Katastrophen-Kapitalismus.: Am Beispiel des Irak wird erläutert, wie US-Interessen nach Regimewechseln zur Durchsetzung marktwirtschaftlicher Strukturen unter Ausnutzung von Krisensituationen führen.
9. Der neue Mittlere Osten. Die Welt nach dem Arabischen Frühling.: Das Kapitel behandelt die US-amerikanische Außenpolitik und deren strategische Interessen gegenüber Israel, Iran und Saudi-Arabien.
10. Der neue Mittlere Osten. Die Welt nach dem Arabischen Frühling. Krieg im Irak. Umgebung der Unsicherheit und internationale Migration.: Hier wird die politische Instabilität im Irak infolge der Invasion und deren Bedeutung für ethnische Spannungen und Migration dokumentiert.
11. Gesamtkommentierung: In diesem abschließenden Teil werden die zentralen Thesen der Seminarinhalte reflektiert und die theoretische Abgrenzung von Flucht und Migration unter dem Einfluss globaler kapitalistischer Interessen zusammengefasst.
Schlüsselwörter
Globalisierung, Flucht, Migration, imperiale Lebensweise, Kapitalismus, Landgrabbing, Neokolonialismus, Entwicklungspolitik, Wohlstandsgefälle, politischer Diskurs, internationale Beziehungen, Mittlerer Osten, Syrien-Konflikt, Souveränität, Ressourcen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit reflektiert die in einem Proseminar behandelten Texte und Themenkomplexe, die sich mit den Ursachen von Flucht und Migration im globalen System befassen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Zu den Schwerpunkten zählen die imperiale Lebensweise, die Folgen von Globalisierung und Kapitalismus, Landgrabbing, neoliberale Politik sowie geopolitische Machtinteressen im Mittleren Osten.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist die wissenschaftliche Reflexion und kritische Einordnung der gelesenen Fachliteratur in den Kontext der aktuellen globalen sozioökonomischen Bedingungen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer kritischen Literatur- und Diskursanalyse, ergänzt durch die Reflexion von Seminarinhalten und medialen Beiträgen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert spezifische Fallbeispiele und theoretische Texte zu Fluchtursachen, zur Ausbeutung von Ländern des globalen Südens sowie zur Rolle internationaler Akteure wie den USA.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die zentralen Begriffe sind unter anderem Globalisierung, Flucht, Migration, Kapitalismus, imperiale Lebensweise und Neokolonialismus.
Wie unterscheidet der Autor zwischen Flucht und Migration?
Flucht wird als Zwangssituation aufgrund existenzieller Bedrohungen definiert, während Migration primär ökonomische oder persönliche Gründe als Basis hat und weniger stark an unmittelbare Gefahr gebunden ist.
Welche Kritik übt der Autor an der Umsetzung der US-Interessen im Irak?
Der Autor kritisiert die massive Ignoranz gegenüber ethnischen Strukturen und die Verfolgung rein wirtschaftlicher Interessen auf Kosten der lokalen Bevölkerung, was zu Instabilität und Chaos führte.
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- Anonym (Autor), 2018, Flucht und Migration im Weltsystem, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/489500