In dieser Seminararbeit soll herausgearbeitet werden, wie der Vampir als fantastische Figur in der Literatur entstand, was den klassischen Vampir kennzeichnet, was ein fantastisches Werk ausmacht und welche Rolle der Vampir darin spielt.
Der Vampir ist nicht nur fester Bestandteil in Filmen und der Trivialliteratur, sondern fasziniert bereits die ganz kleinen Leser der Kinderliteratur. Vampire lassen sich dort in zahlreichen Büchern finden. Genau diese Tatsache berechtigt die Frage, was die Faszination des Vampirs ausmacht.
Der Vampir wird oft als unheilbringend angesehen. Vor allem in der Erwachsenenliteratur steht er für Gefahr und Unheil. Anders hingegen ist dies in der Kinder- und Jugendliteratur. Dort tritt er mehr und mehr als Freund und Helfer der Menschen in Erscheinung.
Doch woher stammt genau die Faszination für die Vampire, die bei sowohl großen als auch kleinen Lesern auf Begeisterung trifft?
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Der Einzug des Vampirs in die Literatur
3. Die Kennzeichen des klassischen Vampirs
4. Merkmale der fantastischen Literatur
5. Der Vampir als Element der fantastischen Literatur
5.1 Der Vampir als Element fantastischer Literatur – am Beispiel von Anne Rice Interview mit einem Vampir
5.2 Der Vampir als Element fantastischer Literatur – am Beispiel von Michael Borliks Der Geheimbund der Vampire
6. Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Diese Seminararbeit untersucht die Entstehung und Entwicklung des Vampirs als fantastische literarische Figur sowie dessen Rolle innerhalb der Gattung der fantastischen Literatur. Ziel ist es, die spezifischen Charakteristika des Vampirs zu analysieren und aufzuzeigen, wie unterschiedliche literarische Werke diesen Mythos nutzen, um das Fantastische zu definieren und den Leser in eine Welt der Unschlüssigkeit zu entführen.
- Ursprung und historische Entwicklung des Vampirmythos.
- Definition und Merkmale der fantastischen Literatur.
- Die Einordnung des Vampirs als "Monstrum" innerhalb der Literaturtheorie.
- Analyse der Vampirfiguren bei Anne Rice und Michael Borlik.
- Die Rolle von Unschlüssigkeit und Atmosphäre in fantastischen Texten.
Auszug aus dem Buch
Der Vampir als Element der fantastischen Literatur
Da es sich bei dem Vampir um ein Wesen handelt, welches sich äußerlich nur geringfügig, aber durch seine Fähigkeiten deutlich vom Menschen unterscheidet, ist dies ein erstes Indiz für seine Zugehörigkeit in die fantastische Literatur. Der Vampir unterscheidet sich optisch nur wenig vom Menschen. Abgesehen von seiner blassen Hautfarbe und seinen spitzen und großen Eckzähnen ähnelt er dem Menschen noch sehr. Stattdessen hat er eine andere Veränderung durchschritten. Seine Kraft ist der des Menschen weit überlegen und das Verlangen nach Menschenblut ist für Vampire üblich. Nicht aber für den Menschen. Dieses Verlangen grenzt den Vampir deutlich vom Menschen ab.
Ein lebender Toter ist eine Abnormität, ein Wesen, das sowohl das Leben als auch den Tod repräsentiert, lässt sich nach Brittnacher und Abraham in die Welt der Fantastik einordnen. Gleichzeitig öffnet der lebende Tote eine zweite Welt. Etwas Totes, das lebendig wird, existiert in unserer Welt nicht. Somit muss der Vampir aus einer zweiten Welt stammen, in der unmögliche Phänomene möglich sind.
Der Vampir ist eine undurchschaubare Figur, die sich optisch geringfügig, aber in seinen Handlungsabsichten deutlich vom Menschen unterscheidet. Das wohl am beängstigendste an der Figur ist vermutlich jedoch das Verlangen nach Blut. Obwohl der Vampir oft eine negative Konnotation besitzt, ist er nicht immer von vornherein Gut oder Böse zuzuordnen. Oft zeigt sich der Vampir von zwei verschiedenen Seiten, auch um seine Opfer zunächst um den Finger zu wickeln.
Der Vampir entspricht mit diesen Charakteristika eindeutig den Vorgaben der fantastischen Literatur und ist auch dort einzuordnen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die allgemeine Faszination für Vampire in Literatur und Film und formuliert das Ziel, die Entstehung der Figur und ihre Rolle in der fantastischen Literatur zu untersuchen.
2. Der Einzug des Vampirs in die Literatur: Dieses Kapitel behandelt den historischen Ursprung des Vampirmythos rund um Vlad III. und analysiert den Vampir aus literaturwissenschaftlicher Sicht als Gattung des "Monstrums".
3. Die Kennzeichen des klassischen Vampirs: Hier werden die typischen Merkmale wie Blässe, spitze Zähne und die Abneigung gegen Knoblauch oder Sonnenlicht unter Bezugnahme auf Bram Stokers "Dracula" definiert.
4. Merkmale der fantastischen Literatur: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Grundlagen der Fantastik, insbesondere die Überschreitung der Wirklichkeitsgrenzen und die erzeugte Unschlüssigkeit beim Leser.
5. Der Vampir als Element der fantastischen Literatur: Das Hauptkapitel widmet sich der Einordnung des Vampirs in die Fantastik und analysiert konkret die Darstellung in Werken von Anne Rice und Michael Borlik.
6. Zusammenfassung: Die Arbeit schließt mit einer Rekapitulation der Vampir-Eigenschaften und unterstreicht die Notwendigkeit, den Leser behutsam in die fantastische Welt zu integrieren.
Schlüsselwörter
Vampir, fantastische Literatur, Monstrum, Vlad III., Literaturwissenschaft, Unschlüssigkeit, Anne Rice, Michael Borlik, Übernatürliches, Blutsauger, Narration, Fiktion, Wirklichkeit, Genre, Motiv.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht den Vampir als zentrale Figur der fantastischen Literatur und analysiert dessen Merkmale sowie seine Einordnung in diese literarische Gattung.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die Arbeit deckt die historische Entwicklung des Vampirmythos, die theoretischen Kriterien für fantastische Literatur und die literarische Analyse spezifischer Vampir-Romane ab.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, herauszuarbeiten, wie der Vampir als fantastische Figur entstand, was ihn klassisch kennzeichnet und welche Rolle er innerhalb fantastischer Erzählstrukturen einnimmt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine literaturwissenschaftliche Analyse durchgeführt, die theoretische Definitionen (u.a. nach Brittnacher und Todorov) auf die Darstellung des Vampirs in ausgewählten Primärtexten anwendet.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil liegt der Fokus auf der theoretischen Bestimmung des "Monstrums", den Merkmalen fantastischer Texte sowie der detaillierten Untersuchung der Vampirdarstellung in den Werken von Anne Rice und Michael Borlik.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Vampir, fantastische Literatur, Monstrum, Unschlüssigkeit, Gattung und Narration.
Inwieweit unterscheiden sich die Vampire bei Anne Rice von den klassischen Merkmalen?
Bei Anne Rice werden klassische Mittel wie Kreuze oder Holzpflöcke teils als unwirksam dargestellt, was die Figur des Vampirs ambivalent und menschlicher erscheinen lässt.
Was unterscheidet die "Meistervampire" bei Michael Borlik von gewöhnlichen Vampiren?
Meistervampire bei Borlik zeichnen sich durch ein soziales Bewusstsein aus, sind in der Lage Gedanken zu lesen und können sich bei Tageslicht bewegen, wobei sie sich ihr Blut zudem aus Blutkonserven beschaffen.
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- David Odenthal (Autor), 2018, Der Vampir als Element der fantastischen Literatur, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/489579