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Bedeutung und Perspektiven von Fahrerassistenzsystemen für den Verkehr als soziales System

Soziologische Analyse von Fahrerassistenzsystemen

Titel: Bedeutung und Perspektiven von Fahrerassistenzsystemen für den Verkehr als soziales System

Bachelorarbeit , 2018 , 58 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Sebastian Gründig (Autor:in)

Soziologie - Kultur, Technik, Völker
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Inwiefern Fahrerassistenzsysteme gesellschaftlich an Bedeutung gewinnen und was für Perspektiven für den Verkehr als soziales System daraus entstehen, soll hier zum Gegenstand der Untersuchung gemacht werden. Mit immer weiterentwickelter Software, die zwar bisher noch unterstützen soll aber bereits mehr eingreift als nur durch einen Signalton vor einem Hindernis zu warnen, wird es immer schwieriger zu definieren, wer nun der Verkehrsteilnehmer ist, den die Gesetzgebung hier anspricht.

Nehmen wir an ein Fahrzeug beginnt selbständig plötzlich zu Bremsen, da es einen Aufprall mit einem Reh verhindern möchte (Notbremsassistent). Daraufhin prallt der nachfolgende Verkehr, der den Abstand nicht vorschriftsmäßig gehalten hat, direkt auf das Fahrzeug. Ein Mensch hätte in dieser Situation vielleicht eher den Aufprall in Kauf genommen um Schlimmeres zu verhindern. Durch die Reaktion des Assistenzsystems wird der nachfolgende Verkehr sichtlich geschädigt. Der Akteur, der hier also verantwortlich scheint, ist wohl eher das Assistenzsystem als der Fahrer, welcher selbst von der Entscheidung überrascht sein würde.

Von außen betrachtet wird die Sache sogar noch etwas komplizierter. Betrachtet man nur den Fahrer und das Fahrzeug ohne irgendwelche Vorkenntnisse über das Vehikel, kann in Ausnahmesituationen teilweise nicht mehr eindeutig zugeordnet werden, welche Entscheidung nun das Fahrzeug getroffen hat und für welche Aktion sich der Fahrer bewusst entschied. Für den Außenstehenden verschmelzen Fahrer und Fahrzeug also zu einem Akteur und können nicht mehr eindeutig getrennt werden. Man sieht also deutlich, dass Fahrerassistenzsysteme für den Straßenverkehr immer relevanter werden.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Fahrerassistenzsysteme – Begriff und wissenschaftliche Einordung

2.1 Die Sechs Stufen der Fahrerassistenzsystem

2.2 FAS in Wissenschaft und Forschung

2.3 FAS im Verkehr – Stand der Sozialforschung

3. Das Experteninterview

3.1 Wahl der Forschungsmethode

3.2 Interview und Transkript

4. Der Mensch-Maschine Hybrid und das FAS als Black Box

4.1 Von Fahrer und Fahrzeug zum Mensch-Maschine-Hybrid

4.2 Black Boxes im Straßenverkehr

5. Verkehr als soziales System

6. Bedeutung von Fahrerassistenzsystemen für den Verkehr

6.1 Chancen

6.2 Risiken

7. Kontrollierte Bildung von Hybriden

8. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht soziologisch die Rolle von Fahrerassistenzsystemen (FAS) im Verkehr als soziales System, mit dem Ziel, die Bedeutung und Perspektiven dieser Technologien sowie die daraus resultierenden Mensch-Maschine-Interaktionen zu analysieren und kritisch zu hinterfragen.

  • Soziologische Einordnung von Fahrerassistenzsystemen (Stufen 0-2).
  • Analyse der Mensch-Maschine-Interaktion mittels Akteur-Netzwerk-Theorie (ANT).
  • Untersuchung von Chancen und Risiken, insbesondere der „Overtrust“-Problematik.
  • Bedeutung der kontrollierten Bildung von Mensch-Maschine-Hybriden.
  • Expertenbefragungen zur Validierung der soziologischen Betrachtung.

Auszug aus dem Buch

4.1 Von Fahrer und Fahrzeug zum Mensch-Maschine Hybrid

Erstaunlich gut lässt sich dieses Phänomen durch Latours ANT beschreiben. Er selbst würde es wahrscheinlich Vermittlung oder genauer Übersetzung nennen (vgl. Latour 2006: 486 ff.). Latour nutze zur Erklärung von Vermittlung und Übersetzung das Beispiel einer Schusswaffe. Hat eine Person eine Schusswaffe in der Hand so ändert sich das Wesen dieser Person. Neben der Schusswaffe und der sie haltenden Person entsteht ein dritter Akteur – ein Hybrid sozusagen. Genau wie in seinem Beispiel lässt sich das Verhalten einer Person, die durch Assistenzsysteme unterstützt wird, ebenfalls als verändert betrachten. Die Person reagiert auf die Mitteilung des FAS, das FAS misst nach der Reaktion des Fahrers den Abstand zu den rundherum befindlichen Hindernissen neu und gibt wiederum neue Signale an den Fahrer. Dieses Hin und Her von Reaktion und Aktion setzt letztendlich die Handlung des Einparkens zusammen.

Der Fahrer hätte ohne FAS nicht so gehandelt wie er es hat und bei einem anderen Fahrer hätte das FAS anders reagiert und andere Signale gegeben. Die Handlung des Einparkens muss nun also auf mindestens drei Akteure verteilt werden: dem Fahrer, dem FAS und dem Mensch-Maschine-Hybrid der aus erstgenannten zusammengesetzt ist. Macht man sich diesen dritten Akteur bewusst stellt sich nach Latour umgehend auch die Frage ob dieser dasselbe Ziel des Fahrers verfolgt. Wir haben hier einen anderen Akteur – haben wir also auch ein anderes Ziel? Ziel des Fahrers könnte es sein, ohne Schaden und gemäß verschiedener Verkehrsregeln in eine Parklücke einzuparken um sein Fahrzeug dort abzustellen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Thematik anhand des Tesla-Unfallbeispiels und Darstellung der Relevanz von FAS für das soziale System Verkehr.

2. Fahrerassistenzsysteme – Begriff und wissenschaftliche Einordung: Definition der FAS-Stufen und Einordnung in den wissenschaftlichen sowie sozialwissenschaftlichen Kontext.

3. Das Experteninterview: Begründung und methodische Darstellung der Expertenbefragungen als Grundlage für die Untersuchung.

4. Der Mensch-Maschine Hybrid und das FAS als Black Box: Anwendung der Akteur-Netzwerk-Theorie auf das Zusammenspiel von Fahrer und FAS.

5. Verkehr als soziales System: theoretische Betrachtung des Verkehrs als soziales System und Akteur-Netzwerk.

6. Bedeutung von Fahrerassistenzsystemen für den Verkehr: Analyse der Chancen und Risiken, insbesondere „Overtrust“ und Haftungsfragen.

7. Kontrollierte Bildung von Hybriden: Lösungsansätze für eine sicherere Mensch-Maschine-Interaktion durch Ausbildung und Transparenz.

8. Fazit: Zusammenfassung der Ergebnisse und Ausblick auf die Notwendigkeit einer bewussten Gestaltung der Mensch-Maschine-Hybriden.

Schlüsselwörter

Fahrerassistenzsysteme, FAS, Verkehr, Sozialforschung, Mensch-Maschine-Hybrid, Akteur-Netzwerk-Theorie, Black Box, Overtrust, Technologieakzeptanz, Verkehrssicherheit, Experteninterview, Systemtheorie, Interaktion, Digitalisierung, Autonomes Fahren.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die soziologische Bedeutung von Fahrerassistenzsystemen und deren Einfluss auf den Verkehr als soziales System.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind Mensch-Maschine-Interaktion, die Bildung hybrider Akteure, technologische Chancen und Risiken (insbesondere Overtrust) sowie die soziale Kontrolle im Verkehr.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es, die Bedeutung und Perspektiven von Fahrerassistenzsystemen für den Verkehr als soziales System unter soziologischen Gesichtspunkten zu beleuchten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt die Akteur-Netzwerk-Theorie (ANT) als theoretischen Rahmen und führt Experteninterviews mit Vertretern aus Entwicklung, Versicherung und Forschung durch.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Es werden das Konzept des Mensch-Maschine-Hybrids, die Problematik der „Black Box“ bei Assistenzsystemen sowie Chancen und Risiken (wie Overtrust) untersucht.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Fahrerassistenzsysteme, Mensch-Maschine-Hybrid, Akteur-Netzwerk-Theorie, Verkehr als soziales System und Overtrust.

Was bedeutet „Black Boxing“ im Kontext dieser Arbeit?

Es bezeichnet die Intransparenz technischer Abläufe im FAS, die dazu führt, dass der Fahrer die Funktionsweise und Grenzen des Systems nicht mehr nachvollziehen kann.

Warum ist laut der Arbeit eine „kontrollierte Bildung von Hybriden“ wichtig?

Da eine unkontrollierte Vermehrung von Mensch-Maschine-Hybriden ohne Kenntnis der Systemgrenzen das Unfallrisiko erhöht, ist eine bessere Schulung und Transparenz notwendig.

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Details

Titel
Bedeutung und Perspektiven von Fahrerassistenzsystemen für den Verkehr als soziales System
Untertitel
Soziologische Analyse von Fahrerassistenzsystemen
Hochschule
Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt  (Geschichts- und Gesellschaftswissenschaftliche Fakultät)
Veranstaltung
Bachelorthesis
Note
1,7
Autor
Sebastian Gründig (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2018
Seiten
58
Katalognummer
V489592
ISBN (eBook)
9783668967045
ISBN (Buch)
9783668967052
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Fahrerassistenzssysteme FAS Hybrid Latour ANT Akteur-Netzwerk-Theorie Black Box Bruno Latour
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Sebastian Gründig (Autor:in), 2018, Bedeutung und Perspektiven von Fahrerassistenzsystemen für den Verkehr als soziales System, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/489592
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Leseprobe aus  58  Seiten
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