Arbeitslosigkeit und Lebenszufriedenheit

Formulierung einer Forschungsfrage, Darstellung theoretischer Grundlagen und Aufarbeitung des Forschungsstandes zur Entwicklung einer Forschungshypothese


Hausarbeit (Hauptseminar), 2014

10 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung

2. Theoretischer Überbau

3. Aufarbeitung des Forschungsstandes
a. „Arbeitslosigkeit, Arbeitsplatzunsicherheit und Lebenszufriedenheit: Ergebnisse einer Studie bei jungen Erwachsenen in den neuen Bundesländern“ (Berth, Förster, & Brähler, 2005)
b. „Lebenszufriedenheit und Erwerbsstatus: Ost- und Westdeutschland im Vergleich” (Gerlach & Stephan, 2001)
c. „Verläufe von Arbeitslosigkeit und ihre Folgen für die Wohlfahrt von Haushalten und Individuen“ (Landua, 1990)
d. „Wie zufrieden macht die Arbeit? - Eine neue Quantifizierung der nicht pekuniären Kosten der Arbeitslosigkeit“ (Knabe & Rätzel, 2008)

4. Schluss

5. Quellenverzeichnis

1. Einleitung

Fragt man nach den Folgen von Arbeitslosigkeit, denken die meisten wohl an „Die ArbeitslosenvonMarienthal“(Lazarsfeld,Jahoda,&Zeisl,1933). Jahoda, Lazarsfeld und Zeisel waren die ersten, die eine moderne empirische Untersuchung der Wirkungen der Langzeitarbeitslosigkeit auf die Lebenszufriedenheit durchführten. Diese Studie ist wohl die bekannteste, die über die Folgen von Arbeitslosigkeit aufklärt. Seit der Veröffentlichung der Ergebnisse dieser Untersuchung, stieg das Interesse an dem Zusammenhang zwischen Erwerbsstatus und individueller Lebenszufriedenheit. Es folgten diverse Studien, die analysierten, ob und in welchem Ausmaß sich der Erwerbsstatus auf die Lebenszufriedenheit auswirkt.

Auch für München ist eine Umfrage zum Thema Lebenszufriedenheit geplant. Sie befasst sich mitderFrage,welcheFaktorendieseammeistenbeeinflussen. Die Aktualität dieser Frage schafft zugleich neue Relevanz für die einzelne Einflussgröße „Erwerbsstatus“. Wie wirkt sich vor allem Arbeitslosigkeit auf die Lebenszufriedenheit aus? Arbeit bestimmt heutzutage einen großen Teil des alltäglichen Lebens und spielt eine wesentliche Rolle bei der Analyse der Lebenszufriedenheit, wie bereits vorangegangene Studien beweisen. Ihre Ergebnisse stimmen in ihrer wesentlichen Aussage überein: Arbeitslosigkeit senkt die Lebenszufriedenheit.

Auch die Ergebnisse der Untersuchungen „Arbeitslosigkeit, Arbeitsplatzunsicherheit und Lebenszufriedenheit: Ergebnisse einer Studie bei jungen Erwachsenen in den neuen Bundesländern“ (Berth, Förster, & Brähler, 2005), „Lebenszufriedenheit und Erwerbsstatus: Ost- und Westdeutschland im Vergleich“ (Gerlach & Stephan, 2001), „Verläufe von Arbeitslosigkeit und ihre Folgen für die Wohlfahrt von Haushalten und Individuen“ (Landua, 1990), sowie „Wie zufrieden macht die Arbeit? Eine neue Quantifizierung der nicht pekuniären Kosten der Arbeitslosigkeit“ (Knabe & Rätzel, 2008) zeigen einen deutlichen Zusammenhang zwischen Erwerbsstatus und Lebenszufriedenheit.

Für die folgende Hausarbeit dienen sie als Beispiel, den bisherigen Forschungsstand zu diesem Thema aufzuarbeiten, um auf dieser Grundlage eine Hypothese zu entwickeln, die in nachfolgender Hausarbeit operationalisiert werden soll.

Dafür wird zuerst der theoretische Hintergrund aufgegriffen und erklärt, wie „Erwerbsstatus“ und „Lebenszufriedenheit“ in diesen Studien verstanden werden.

Die Studien werden nacheinander in zusammengefasster Form dargestellt und ihre Ergebnisse präsentiert. Anschließend wird ein Fazit gezogen, sowie eine These formuliert. Ein Ausblick auf nachfolgende Hausarbeit soll diese Arbeit abschließen.

2. Theoretischer Überbau

Um die Frage zu beantworten, wie sich Arbeitslosigkeit auf die Lebenszufriedenheit auswirkt, werden diese beiden Begriffe zunächst theoretisch expliziert.

Der Begriff „Arbeitslosigkeit“ bezeichnet den Erwerbszustand eines Menschen, in dem er unfreiwillig ohne Arbeit ist, dem Arbeitsmarkt zur Verfügung steht und Arbeit sucht (vgl. http://statistik.arbeitsagentur.de/Navigation/Statistik/Grundlagen/Arbeitslosigkeit- Unterbeschaeftigung/Arbeitslosigkeit-Nav.html)

„Lebenszufriedenheit“ als Begriff eindeutig zu definieren erweist sich als schwierig. Sie ist eine subjektive Einschätzung des Individuums, bzgl. seines Wohlbefindens. Für die folgende Darstellung der Studien soll die Definition von Lebenszufriedenheit als emotionaler Zustand des Menschen angesehen werden, in dem er seine Bedürfnisse als befriedigt ansieht (vgl. BedeutungswörterbuchDuden, 2002). Lebenszufriedenheit „resultiert größtenteils aus einem Vergleichsstandard, der innerhalb der eigenen Person (beispielsweise eine frühere Lebensphase) oder außerhalb einer Person (Vergleich mit anderen Personen) liegt“ (Heidl, Landenberger, & Jahn, 2012).

3. Aufarbeitung des Forschungsstandes

a. „Arbeitslosigkeit, Arbeitsplatzunsicherheit und Lebenszufriedenheit: Ergebnisse einer Studie bei jungen Erwachsenen in den neuen Bundesländern“ (Berth, Förster, & Brähler, 2005)

Hierbei handelt es sich um eine Studie der Technischen Universität Dresden, der Forschungsstelle Sozialanalysen, sowie der Universität Leipzig. Sie untersucht im speziellen den Zusammenhang von Arbeitslosigkeit und Lebenszufriedenheit bei jungen Menschen aus Ostdeutschland. Relevant ist diese Erhebung deshalb, weil die neuen Bundesländer einer ökonomisch schwierigen Situation unterliegen und die Anzahl junger und gut ausgebildeter Arbeitsloser steigt. Außerdem dient sie der Ergänzung vorangegangener, bereits bestehender Daten (vgl. Berth, Förster & Brähler, 2005, SS. 361, 362).

DabeiorientiertsichdieseUntersuchunganzweiFragestellungen:

1. Welchen Einfluss haben Arbeitslosigkeitserfahrungen auf verschiedene Bereiche der Lebenszufriedenheit bei jungen Erwachsenen?
2. Welchen Einfluss hat die subjektive Arbeitsplatzunsicherheit (wahrgenommene Sicherheit des derzeitigen Arbeitsplatzes/gefühlte Bedrohung durch mögliche eigene Arbeitslosigkeit) bei derzeit Nichtarbeitslosen auf verschiedene Bereiche der Lebenszufriedenheit? (vgl. Berth, Förster, & Brähler, 2005, S. 362)

Die Daten zur Beantwortung dieser Fragen, wurden im Rahmen der 17. Welle der sächsischen Langzeitstudie (2003) erhoben, um den jeweiligen Zusammenhang zu analysieren. Dabei wurde bei 419 Personen (davon 193 männlich, 226 weiblich, Durchschnittsalter 30,05 Jahre) die Lebenszufriedenheit mittels Fragebogen untersucht. Dieser misst die Lebenszufriedenheit, anhand von 8 Teilgebieten: Freunde, Freizeit, Gesundheit, Einkommen, Beruf, Haushalt, Familie und Partnerschaft (vgl. Berth, Förster, & Brähler, 2005, S. 363).

Für den Zusammenhang von realer Arbeitslosigkeit und Lebenszufriedenheit ergab sich folgendes: 2/3 der untersuchten Personen haben bereits Erfahrung mit Arbeitslosigkeit, wobei Personen, die mehrfach arbeitslos waren, eine signifikant niedrigere Lebenszufriedenheit zeigten, als die, die nur einmal arbeitslos waren.

Dass auch die Bedrohung durch Arbeitslosigkeit die Lebenszufriedenheit beeinflusst, zeigen diese Ergebnisse: 30% der zur Zeit der Erhebung Nichtarbeitslosen fühlen sich von Arbeitslosigkeit bedroht.

Die Furcht vor Arbeitsplatzverlust wirkt sich bei diesen deutlich negativ auf die Lebenszufriedenheit aus.

Die Studie erweitert den bisherigen Forschungsstand insoweit, da sie nicht nur untersucht, welche Auswirkungen reale Arbeitslosigkeit auf die Lebenszufriedenheit hat, sondern auch, wie sich Angst vor Arbeitsplatzverlust bzw. die Bedrohung durch Arbeitslosigkeit auf die Lebenszufriedenheit auswirkt (vgl. Berth, Förster, & Brähler, 2005, SS. 363ff).

b . „Lebenszufriedenheit und Erwerbsstatus: Ost- und Westdeutschland im Vergleich” (Gerlach & Stephan, 2001)

Federführende Herausgeberin dieser Untersuchung war Prof. Jutta Allmendinger, Ph. D. (Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung, Nürnberg). Als Grundlage dieser Analyse dienen bereits bestätigte Thesen von vorausgegangenen Studien.

Diese Studie basiert auf zwei Thesen. Erstere wurde bspw. bereits durch Clark/Oswald 1994 für die USA und Winkelmann/Winkelmann 1995, sowie Gerlach/Stephan 1996 für Westdeutschland bestätigt. Sie besagt, dass Arbeitslose mit ihrem Leben unzufriedener sind, als Erwebstätige. Die zweite These sagt aus, dass Ostdeutsche in geringerem Maß mit ihrem Leben zufrieden sind, als Westdeutsche und wurde bereits durch bspw. Delhey/Böhnke 1999, Habich/Noll/Zapf 1999 oder Krause/Habich 2000 verifiziert (vgl. Gerlach & Stephan, 2001, S. 515).

[...]

Ende der Leseprobe aus 10 Seiten

Details

Titel
Arbeitslosigkeit und Lebenszufriedenheit
Untertitel
Formulierung einer Forschungsfrage, Darstellung theoretischer Grundlagen und Aufarbeitung des Forschungsstandes zur Entwicklung einer Forschungshypothese
Hochschule
Ludwig-Maximilians-Universität München
Note
1,3
Autor
Jahr
2014
Seiten
10
Katalognummer
V489740
ISBN (eBook)
9783668974197
ISBN (Buch)
9783668974203
Sprache
Deutsch
Schlagworte
arbeitslosigkeit, entwicklung, forschungsstandes, aufarbeitung, grundlagen, darstellung, forschungsfrage, formulierung, lebenszufriedenheit, forschungshypothese
Arbeit zitieren
Julia Zuber (Autor), 2014, Arbeitslosigkeit und Lebenszufriedenheit, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/489740

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