Der Zusammenhang von Arbeitslosigkeit und Lebenszufriedenheit

Die Operationalisierung der Forschungshypothese: "Je länger die Dauer der Arbeitslosigkeit bei Erwerbsfähigen im Alter von 21 bis 65 Jahren, desto stärker die negativen Auswirkungen auf deren Lebenszufriedenheit"


Hausarbeit (Hauptseminar), 2014

11 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung

2. Design und Erhebungsverfahren

3. Operationalisierung der Hypothese „Je länger die Dauer der Arbeitslosigkeit bei Erwerbsfähigen im Alter von 21 – 65 Jahren, desto stärker die negativen Auswirkungen auf deren Lebenszufriedenheit“
3.1. Messung der abhängigen Variable „Lebenszufriedenheit“
3.2. Messung der unabhängigen Variable „Dauer der Arbeitslosigkeit“
3.3. Kontrollvariablen/Drittvariablen

4. Fazit

5. Quellenverzeichnis

6. Anhang

1. Einleitung

Eine empirische Untersuchung setzt sich aus fünf Phasen zusammen: Im ersten Schritt wird die Forschungsfrage formuliert und mithilfe der Aufarbeitung des derzeitigen Forschungsstandes zu einer Forschungshypothese entwickelt. Die Planung und Vorbereitung der Erhebung, in der der theoretische Hintergrund expliziert, das Datenerhebungsverfahren und -design beschrieben, sowie die Hypothese mithilfe eines Pretests operationalisiert wird, bezeichnet die zweite Phase. Die Datenerhebung, gefolgt von der Datenauswertung durch statistische Verfahren und letztlich die Berichterstattung der Ergebnisse beschreiben die letzten Schritte (vgl. Diekmann, 2012, S. 192f). „Je länger die Dauer der Arbeitslosigkeit bei Erwerbsfähigen im Alter von 21 – 65 Jahren, desto stärker die negativen Auswirkungen auf deren Lebenszufriedenheit“ – diese Forschungshypothese wurde in der ersten Hausarbeit zu dem Thema „Arbeitslosigkeit und Lebenszufriedenheit“ entwickelt, die der Frage nachging, wie Arbeitslosigkeit die Lebenszufriedenheit beeinflusst.

Der Begriff „Arbeitslosigkeit“ wurde dafür definiert als der Erwerbszustand eines Menschen, in dem er unfreiwillig ohne Arbeit ist, dem Arbeitsmarkt zur Verfügung steht und Arbeit sucht (vgl. Arbeitsagentur, 2013). „Lebenszufriedenheit“, als subjektives Empfinden schwer definierbar, wurde festgelegt als emotionaler Zustand des Menschen, in dem er seine Bedürfnisse als befriedigt ansieht (vgl. BedeutungswörterbuchDuden, 2002).

Nach Aufarbeitung des bisherigen Forschungsstandes zu diesem Thema kamen mehrere Studien zu dem Schluss, dass Arbeitslosigkeit einen eindeutig negativen Einfluss auf die Lebenszufriedenheit hat (vgl. u.a. Landua, 1990; Gerlach et. Al. 2001; Berth et. Al. 2005; Heidl et. Al. 2012).

Als Beispiel dient hier nochmals ein Ergebnis aus der Studie „Wie zufrieden macht die Arbeit? - Eine neue Quantifizierung der nicht pekuniären Kosten der Arbeitslosigkeit“ von Knabe und Rätzel aus dem Jahr 2008. Sie zeigt, dass eine Nichtteilnahme am Arbeitsmarkt nur eine schwache Senkung der Lebenszufriedenheit im Vergleich zu Vollzeitbeschäftigten bewirkt. Nichtteilnehmer sind aber deutlich glücklicher als Arbeitslose (vgl. Knabe & Rätzel, 2008, S. 108f).

Wie sich eine längere Dauer der Arbeitslosigkeit auf die Lebenszufriedenheit auswirkt, bleibt in genannten Studien weitgehend unklar, weshalb sich oben genannte Hypothese entwickelte.

Während die erste Hausarbeit die erste Phase einer empirischen Untersuchung repräsentiert, soll diese Arbeit den zweiten Schritt umsetzen.

Dafür wird zuerst das Datenerhebungsverfahren und –design beschrieben. Im Anschluss folgt die Operationalisierung der Hypothese, um geeignete Fragen zur Messung der Variablen formulieren zu können, sowie Überlegungen zu möglichen Drittvariablen (Confoundern). Ein Fazit schließt diese Hausarbeit ab.

2. Design und Erhebungsverfahren

Die Untersuchung wird als Querschnittstudie durchgeführt. Die Daten werden auf Kollektivebene durch einen halbstandardisierten Fragebogen erhoben, der schriftlich auszufüllen ist. Zu untersuchende Population ist die Münchner Bevölkerung über 18 Jahren. Das Sample wird zufällig mithilfe des Random-Route-Verfahrens, des Straßenstück- Verfahrens, sowie der Last-Birthday-Methode gezogen. Für das Random-Route-Verfahren werden zunächst zufällig Startadressen gezogen. Anhand bestimmter Begehungsanweisungen werden dann die weiteren Adressen der Stichprobe ermittelt. Bei diesem Verfahren bestehen allerdings Zweifel in Bezug auf die gleiche Wahrscheinlichkeit für alle Haushalte, in die Stichprobe aufgenommen zu werden (vgl. Diekmann, 2012, S. 383f). Deshalb fiel die Entscheidung darauf, eine zusätzliche Technik zur Stichprobenziehung anzuwenden: Das Straßenstück-Verfahren. Bei Anwendung des Straßenstück-Verfahrens werden zunächst alle Straßenabschnitte, die zwischen zwei Kreuzungen liegen, nummeriert. Nun können per Zufall Straßenabschnitte und die dazugehörige Kreuzung gezogen werden. Der Starthaushalt wird ebenso zufällig ermittelt. So, wie unter Einsatz der Random-Route-Technik, so werden auch bei Verwendung des Straßenstück-Verfahrens Begehungsrouten zur Adressenermittlung für die Verteilung der Fragebögen in den Straßenabschnitten vorgegeben. Nach Abgabe des Fragebogens, wird die nächste Adresse ermittelt, indem die Straßenseite nach der nächsten Kreuzung gewechselt und zurückgegangen wird. Bei korrektem Ausführen des Verfahrens erhält man eine einfache Zufallsstichprobe von Haushalten. Handelt es sich um einen Mehr-Personen- Haushalt, garantiert die Last-Birthday-Methode eine weitere Zufallsauswahl. Es wird die Person ermittelt und befragt, die in dem Haushalt zuletzt Geburtstag hatte.

Das Sample hat einen Umfang von 3000 Personen. Dabei sind die Erhebungseinheiten der Stichprobe identisch mit den Untersuchungseinheiten bei der Datenauswertung.

Der Fragebogen wird in einem Kuvert übergeben. In diesem findet die befragte Person neben dem Fragebogen einen Rücksendeumschlag (Porto zahlt Empfänger), sowie eine Süßigkeit, um die Chance des Ausfüllens und der Rücksendung zu erhöhen.

Der Fragebogen beginnt mit einem seriösen Anschreiben. Dieses klärt zunächst über das Ziel der Studie auf und betont anschließend die Wichtigkeit jeder einzelnen Teilnahme. Eine Zeitvorgabe, sowie Anweisungen zur Last-Birthday-Methode im Falle eines Mehr-Personen- Haushalts und zum Ausfüllen des Bogens folgen. Zusätzlich werden der befragten Person die völlige Anonymität und der streng vertrauliche Umgang mit ihren Angaben zugesichert. Ein Rücksendeschluss mit Adresse, der Hinweis auf die Möglichkeit, die Ergebnisse einzusehen, sowie eine Kontaktadresse bei Fragen und Sorgen schließen das Anschreiben ab.

Einen Monat nach Verteilung der Fragebögen werden Erinnerungsschreiben an die jeweiligen Adressen verschickt. Ein Nacherhebungsverfahren kommt nicht zum Einsatz.

3. Operationalisierung der Hypothese „Je länger die Dauer der Arbeitslosigkeit bei Erwerbsfähigen im Alter von 21 – 65 Jahren, desto stärker die negativen Auswirkungen auf deren Lebenszufriedenheit“

Wie in Punkt 2 bereits hervorgegangen, wird die Hypothese anhand eines Fragebogens überprüft. Als Vorlage dient die Münchner Befragung zur allgemeinen Lebenszufriedenheit. Es wird nun im Folgenden dargelegt, wie die Variablen der Hypothese operationalisiert werden. Dafür wird zuerst gezeigt, wie die abhängige Variable „Lebenszufriedenheit“ anhand geeigneter Fragen messbar gemacht wird. Das gleiche folgt im Anschluss für die Variable „Dauer der Arbeitslosigkeit“.

3.1. Messung der abhängigen Variable „Lebenszufriedenheit“

Wie schon der theoretische Überbau zeigt, erweist sich nicht nur die Definition des Begriffs „Lebenszufriedenheit“ als heikel. Auch ihre Messung verursacht Schwierigkeiten. Es stellt sich daher zuerst die Frage, welche Kategorien der Variablen Lebenszufriedenheit zugeordnet werden. Da sie auf der subjektiven Selbsteinschätzung der Befragten beruht, wird sie in der Regel auch auf deren Basis gemessen, sowohl durch Serien von Items, als auch durch Subskalen.

Im Fragebogen zur Münchner Lebenszufriedenheit wird die gegenwärtige Lebenszufriedenheit abgefragt. Auf die Frage „Wie zufrieden sind Sie gegenwärtig alles in allem mit Ihrem Leben?“, soll die befragte Person anhand einer elfstufigen Ratingskala, die sich unter einem Pfeil, der nach rechts und links weist, befindet, ihre gegenwärtige Lebenszufriedenheit einschätzen. Nach Durchführung eines Pretests, fiel die Entscheidung, den Pfeil zu entfernen und den Stufen der Skala stattdessen Nummern hinzuzufügen, um die Einschätzung zu erleichtern (siehe 6. Anhang).

[...]

Ende der Leseprobe aus 11 Seiten

Details

Titel
Der Zusammenhang von Arbeitslosigkeit und Lebenszufriedenheit
Untertitel
Die Operationalisierung der Forschungshypothese: "Je länger die Dauer der Arbeitslosigkeit bei Erwerbsfähigen im Alter von 21 bis 65 Jahren, desto stärker die negativen Auswirkungen auf deren Lebenszufriedenheit"
Hochschule
Ludwig-Maximilians-Universität München
Note
1,0
Autor
Jahr
2014
Seiten
11
Katalognummer
V489741
ISBN (eBook)
9783346004109
ISBN (Buch)
9783346004116
Sprache
Deutsch
Schlagworte
zusammenhang, jahren, alter, erwerbsfähigen, dauer, forschungshypothese, operationalisierung, lebenszufriedenheit, arbeitslosigkeit, auswirkungen
Arbeit zitieren
Julia Zuber (Autor), 2014, Der Zusammenhang von Arbeitslosigkeit und Lebenszufriedenheit, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/489741

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