Im Seminar „Sozialisationsbedingungen und geschlechterspezifische Sozialisationserfahrungen von Frauen seit der Nachkriegszeit bis in die 70er Jahre des 20. Jahrhunderts.“ herrschte eine sehr interessante und spannende Atmosphäre. Dies lag, meiner Meinung nach, ursächlich nicht an der Dozentin, sondern an der interessanten Zusammensetzung der Zuhörerschaft. Quantitativ mehr Frauen als Männer, ausschließlich Staatsbürger in Uniform und die differenten Karrierephasen beim gemeinsamen Dienstherrn (einschließlich der völlig unterschiedlichen beruflichen Erfahrungen mit dem anderen Geschlecht) waren kennzeichnend. Unter anderem trafen Relativ unerfahrene und im positiven Sinne unbedarfte weibliche Kameraden auf erfahrenere männliche, welche im Truppenalltag ihre Vorgesetzten sein könnten oder waren. Auch die Herkunft aus zwei Staaten und Systemen beeinflusste diverse Wortmeldungen und damit die Atmosphäre im Seminar.
Diese Stimmung schloss für meine Person aus, dass die Seminarinhalte simpel „durchrauschten“. Ich konnte Ansichten, Meinungen und Vorurteile, die Neue Frauenbewegung betreffend, revidieren oder auch bestärken.
Im Zuge dieser Arbeit sollen die Entstehung der Neuen Frauenbewegung und die wichtigsten angestrebten Ziele behandelt werden. Daran anschließend soll ein Fazit gezogen werden, welches sich an der Fragestellung orientieren wird: Hat die Neue Frauenbewegung konkrete Erfolge vorzuweisen?
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Die Entstehung der Neuen Frauenbewegung
3. Ausgewählte Ziele der Neuen Frauenbewegung
4. Fazit
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit gibt einen historischen Überblick über die Entstehungsgeschichte der Neuen Frauenbewegung bis zum Ende der 1960er Jahre und analysiert deren Entwicklung sowie ausgewählte Ziele in den 1970er Jahren. Dabei wird der Forschungsfrage nachgegangen, inwieweit die Bewegung konkrete Erfolge in Bezug auf die gesellschaftliche Lage von Frauen sowie die Gleichstellung und Gleichberechtigung der Geschlechter erzielen konnte.
- Historische Einordnung der Entstehung der Neuen Frauenbewegung
- Zusammenhang zwischen der Studentenbewegung und neuen Frauengruppen
- Analyse zentraler Zielsetzungen: Kinderfrage, Paragraph 218 und Frauenhausprojekte
- Bewertung der Institutionalisierung feministischer Anliegen
- Kritische Reflexion über erreichte Erfolge aus heutiger Sicht
Auszug aus dem Buch
3. Ausgewählte Ziele der Neuen Frauenbewegung
Welche Arten von Zielen wurden verfolgt? Im Zuge der Neuen Frauenbewegung wurden mehrere, das Geschlechterverhältnis betreffende, soziale aber auch rechtliche Veränderungen angestrebt. Nicht alle Ziele wurden jedoch von Beginn an und nicht alle Ziele gleichweit verfolgt. Auch wurden die angestrebten Veränderungen meist nur von bestimmten Gruppierungen innerhalb der Bewegung vorangetrieben.
Bereits am Beginn der Neuen Frauenbewegung stand die sogenannte „Kinderfrage“, d.h. die Veränderung der alleinigen Verantwortung und Zuständigkeit der Frauen für die Reproduktionsarbeit und Kindererziehung war die erste wichtige Problematik, die in der Neuen Frauenbewegung thematisiert wurde. Es wurden Kinderläden gegründet um den Müttern diese alleinige Verantwortung abzunehmen. Diese schwer umzusetzenden Konzepte, welche den Frauen mehr Zeit für ihr Studium und ihre politische Aktivitäten geben sollten, nahmen allerdings ebenfalls viel Zeit in Anspruch. Diese Bewegung, die Kinderladenbewegung, wurde weitergeführt, war in den folgenden Jahren jedoch kein treibendes Moment mehr innerhalb der Frauenbewegung. Mögliche Ursache war, dass sich viele Frauen in der Bundesrepublik nicht angesprochen fühlten von der geforderten Revolutionierung der Erziehung.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beschreibt die Atmosphäre des Seminars und führt in die Fragestellung ein, ob die Neue Frauenbewegung konkrete Erfolge vorweisen kann.
2. Die Entstehung der Neuen Frauenbewegung: Dieses Kapitel skizziert die Gründung von Frauenverbänden nach dem Zweiten Weltkrieg und beleuchtet die Rolle der antiautoritären Studentenbewegung bei der Entstehung neuer Frauengruppen in den Jahren 1968/69.
3. Ausgewählte Ziele der Neuen Frauenbewegung: Hier werden zentrale Themenfelder wie die Kinderfrage, der Kampf gegen den §218 und die Etablierung von Frauenhausprojekten als wesentliche Schwerpunkte der Bewegung behandelt.
4. Fazit: Das Fazit wertet die erzielten Entwicklungen aus heutiger Sicht und kommt zu dem Ergebnis, dass die Neue Frauenbewegung durchaus konkrete Erfolge aufzuweisen hat.
Schlüsselwörter
Neue Frauenbewegung, Sozialisation, Geschlechterverhältnis, Kinderladenbewegung, Paragraph 218, Frauenhaus, Emanzipation, Gleichberechtigung, Institutionalisierung, Studentenbewegung, APO, Reproduktionsarbeit, feministische Projekte.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der Entstehung und den Zielen der Neuen Frauenbewegung in Deutschland von der Nachkriegszeit bis in die 1970er Jahre.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die zentralen Felder umfassen die rechtliche Gleichstellung, die Kinderfrage, das Selbstbestimmungsrecht der Frau sowie die Entstehung von Frauenprojekten wie Frauenhäusern.
Welches primäre Ziel verfolgt die Forschungsfrage?
Ziel ist es zu klären, ob die Neue Frauenbewegung aus heutiger Sicht als erfolgreich im Hinblick auf die Verbesserung der Lebenssituation von Frauen bewertet werden kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird zur Erörterung genutzt?
Die Arbeit nutzt eine historische Analyse und einen Literaturvergleich, um die gesellschaftliche Entwicklung und die Erfolge der Frauenbewegung exemplarisch zu belegen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit inhaltlich behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Entstehungsgeschichte, eingebettet in den Kontext der 68er-Bewegung, sowie die detaillierte Analyse ausgewählter politischer und sozialer Ziele.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Schlüsselbegriffe sind insbesondere die Neue Frauenbewegung, Gleichberechtigung, Institutionalisierung und die geschlechterspezifische Sozialisationserfahrung.
Welche Rolle spielte die Studentenbewegung für die Frauenbewegung?
Die männlich dominierten, autoritären Strukturen innerhalb der Studentenbewegung führten bei vielen Frauen zu Frustration, was als Katalysator für die Gründung autonomer Frauengruppen diente.
Wie bewertet die Arbeit den Erfolg des Kampfes um den Paragraphen 218?
Der Kampf wird als ambivalent bewertet: Während die Streichung des Verbots nicht gelang, wird die spätere Neuregelung (§218a) als ein konkreter Teilerfolg gewertet.
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- Kilian Norden (Autor), 2010, Hat die Neue Frauenbewegung konkrete Erfolge vorzuweisen?, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/489760