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Feindlichkeit gegenüber homosexuellen Männern

Welche Ursachen gibt es und wie hängen sie mit der verbreiteten Ansicht von Geschlechtern zusammen?

Titel: Feindlichkeit gegenüber homosexuellen Männern

Hausarbeit , 2017 , 19 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Lea Breitenbach (Autor:in)

Soziologie - Beziehungen und Familie
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Diese Arbeit befasst sich mit Homosexualität und der Feindlichkeit gegenüber dieser Orientierung. Dabei liegt der Fokus besonders auf der Feindlichkeit gegenüber homosexuellen Männern.

Wir leben in einer Gesellschaft, in der die Sichtweise auf das Thema Geschlecht allgemein verbreitet ist, dass Individuen entweder Männer oder Frauen seien und sich diese deutlich voneinander unterscheiden würden. In der Regel wird ein Mensch nach der Geburt als Mädchen oder Junge identifiziert und entwickelt im Laufe des Lebens eine eigene individuelle Geschlechtsidentität. Die Zuweisung des eigenen Geschlechts wird von den meisten Menschen nicht weiter hinterfragt und als solche angenommen.

Mit der eigenen Geschlechtsidentität sind bestimmte geschlechtsspezifische Rollenvorgaben verbunden. Bei Männern und Frauen wird ein bestimmtes, geschlechtstypisches Verhalten beobachtet und meist auch erwartet. Danach richtet sich das komplette Leben innerhalb der Gesellschaft. Dazu gehört unter anderem, dass die Allgemeinheit der Menschen automatisch davon ausgeht, dass die Beziehungskonstellation „Mann – Frau“ Normalität sei. Wenn ein Mensch sich allerdings zum gleichen Geschlecht hingezogen fühlt, wird dies meist als abweichendes Verhalten gewertet und gilt somit als weniger normal.
Innerhalb der Selbstverständlichkeit der Geschlechtsdifferenz fallen Menschen, die transsexuell oder intersexuell sind, aus den vorgegebenen und verbreiteten Geschlechtskategorien – männlich und weiblich - heraus. Damit passen sie nicht in das Bild der allgemeinen Wahrnehmung von Geschlecht und werden somit auch als weniger normal bewertet.

Diese Auffassungen gehen darauf zurück, dass die meisten Menschen das biologische – also das rein physiologische – Geschlecht mit dem sozialen Geschlecht gleichsetzen. Dieser Denkweise hat die feministische Bewegung eine entscheidende Erkenntnis entgegengesetzt: Die Kategorie „Geschlecht“ wird hier als sozial konstruiertes Phänomen aufgefasst. Die Unterschiede zwischen Frauen und Männern werden auf soziale Praktiken und kulturelle Hintergründe zurückgeführt und werden nicht als rein biologische Tatsachen betrachtet.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Geschlechterkategorien und Geschlechterrollen

2.1 Geschlechtsidentität und Dichotomie der Geschlechter

3. Homosexualität und ihre Feindlichkeit

3.1 Men’s Studies

3.2 Hegemoniale Männlichkeit

4. Zusammenfassung und Fazit

5. Quellenverzeichnis

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die soziologischen Hintergründe der Feindlichkeit gegenüber homosexuellen Männern. Dabei wird insbesondere analysiert, wie binäre Geschlechtervorstellungen und soziale Konstruktionsprozesse von Männlichkeit zu Ausgrenzung und Diskriminierung führen.

  • Konstruktion von Geschlechtsidentitäten
  • Dichotome Wahrnehmung von Geschlecht
  • Historische Entwicklung der Homosexuellenfeindlichkeit
  • Analyse von Männlichkeitskonzepten (Men’s Studies)
  • Konzept der Hegemonialen Männlichkeit nach Raewyn Connell

Auszug aus dem Buch

3.2 Hegemoniale Männlichkeit

Das Konzept der Hegemonialen Männlichkeit wurde von der australischen Soziologin Raewyn Connell entwickelt. In ihrem Buch Masculinities (auf Deutsch: Der gemachte Mann. Konstruktion und Krise von Männlichkeiten, 1999) wurde das Konzept erweitert.

Connell betont die Notwendigkeit der Machtanalyse von Männlichkeiten, die auf verschiedenste Art und Weisen in der Gesellschaft zu finden sind. Für sie sind Männlichkeiten immer mit einer gewissen Autorität verbunden. Diese Autorität entsteht nicht nur gegenüber Frauen, sondern auch gegenüber anders gearteten Männlichkeiten, die wegen beispielsweise sozialen oder auch sexuellen Hintergründen ausgegrenzt werden. Insgesamt existiert allerdings trotzdem eine Art „Komplizenschaft“ unter Männern – als Folge wird dadurch die oft höhere Stellung der Männer gegenüber Frauen noch weiter unterstützt. Eines der wichtigsten Kennzeichen der Hegemonialen Männlichkeit ist „...die Biologisierung von Geschlechterunterschieden sowie die heterosexuelle Dominanz...“ (Martschukat und Stieglitz 2008, S. 43).

Der Fokus des Konzepts der Hegemonialen Männlichkeit liegt nicht auf der Betrachtung der Verhältnisse zwischen Frauen und Männern, sondern es analysiert die Männlichkeiten untereinander. Diese Männlichkeiten werden von Connell als eine soziale Konstruktion beschrieben. Sie können innerhalb der Geschichte völlig unterschiedlich geartet sein. Das meint: je nach historischem Kontext kann eine andere bestimmte Art von Männlichkeit dominant sein. Männlichkeit wird von Connell folgendermaßen definiert:

„Männlichkeit ist – soweit man diesen Begriff in Kürze überhaupt definieren kann – eine Position im Geschlechterverhältnis; Praktiken, durch die Männer und Frauen diese Position einnehmen, und die Auswirkungen dieser Praktiken auf die körperliche Erfahrung, auf Persönlichkeit und Kultur“ (Connell 1999, S. 91).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Problematik ein, dass Geschlecht oft als rein biologisches, binäres Phänomen missverstanden wird, was zu Stigmatisierung führt, und legt den Fokus auf die Feindlichkeit gegenüber homosexuellen Männern.

2. Geschlechterkategorien und Geschlechterrollen: Dieses Kapitel erläutert die Unterscheidung zwischen biologischem, psychischem und sozialem Geschlecht sowie die soziologische Bedeutung von Rollenerwartungen.

2.1 Geschlechtsidentität und Dichotomie der Geschlechter: Hier wird analysiert, wie die gesellschaftliche Zweigeschlechter-Ordnung die individuelle Entwicklung von Identität prägt und warum Abweichungen oft auf Unverständnis stoßen.

3. Homosexualität und ihre Feindlichkeit: Das Kapitel beleuchtet, wie Homosexualität historisch als Abweichung von der heterosexuellen Norm pathologisiert und kriminalisiert wurde.

3.1 Men’s Studies: Dieser Abschnitt beschreibt die Entwicklung der Männerforschung und ihre Bedeutung für das Verständnis männlicher Machtverhältnisse und patriarchaler Strukturen.

3.2 Hegemoniale Männlichkeit: Hier wird das theoretische Modell von Raewyn Connell vorgestellt, um zu erklären, wie hierarchische Männlichkeitsmuster zur Ausgrenzung schwuler Männer beitragen.

4. Zusammenfassung und Fazit: Das Fazit fasst die zentralen Argumente zusammen und fordert mehr Bildungsarbeit zur Vielfalt geschlechtlicher Identitäten, um Diskriminierung abzubauen.

5. Quellenverzeichnis: Auflistung der verwendeten wissenschaftlichen Literatur und Quellen.

Schlüsselwörter

Geschlechterrollen, Männlichkeit, Homosexualität, Hegemoniale Männlichkeit, Sozialkonstruktivismus, Geschlechtsidentität, Diskriminierung, Heteronormativität, Männerforschung, Soziale Arbeit, Patriarchat, Diversität, Geschlechterdichotomie, Homosexuellenfeindlichkeit, Sexualitätsgeschichte.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Hausarbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit der gesellschaftlichen Konstruktion von Geschlecht und der daraus resultierenden Feindlichkeit gegenüber homosexuellen Männern.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Die zentralen Themen sind die theoretische Abgrenzung von Geschlechterkategorien, die Kritik an binären Geschlechtermodellen und die Analyse patriarchaler Männlichkeitskonzepte.

Welches primäre Ziel verfolgt die Autorin?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Homosexualitätsfeindlichkeit fest in traditionellen Vorstellungen von Männlichkeit und Normalität verankert ist und welche sozialen Mechanismen dieser Diskriminierung zugrunde liegen.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden angewandt?

Die Autorin nutzt eine literaturgestützte theoretische Analyse soziologischer Konzepte, insbesondere die Men's Studies und das Modell der hegemonialen Männlichkeit.

Welche Aspekte werden im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden die Begriffe Geschlecht und Rolle definiert, die Geschichte der Stigmatisierung von Homosexualität aufgearbeitet und theoretische Modelle zur männlichen Identität angewandt.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren das Werk?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Hegemoniale Männlichkeit, Sozialkonstruktivismus, Geschlechterrollen und Homosexuellenfeindlichkeit geprägt.

Wie definiert Raewyn Connell hegemoniale Männlichkeit laut der Arbeit?

Connell beschreibt sie als eine Position im Geschlechterverhältnis, die die Dominanz von Männern sichert und auf der Unterordnung von Frauen sowie nicht-hegemonialen Männlichkeiten basiert.

Welche Rolle spielt die „Komplizenhafte Männlichkeit“ bei der Diskriminierung?

Laut dem Modell profitieren diese Männer von der hegemonialen Männlichkeit und stützen durch ihr Verhalten aktiv die Abwertung von Gruppen wie homosexuellen Männern, die nicht den traditionellen Normen entsprechen.

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Details

Titel
Feindlichkeit gegenüber homosexuellen Männern
Untertitel
Welche Ursachen gibt es und wie hängen sie mit der verbreiteten Ansicht von Geschlechtern zusammen?
Hochschule
Fachhochschule Kiel
Veranstaltung
Geschlechterfragen
Note
1,7
Autor
Lea Breitenbach (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2017
Seiten
19
Katalognummer
V489782
ISBN (eBook)
9783668967144
ISBN (Buch)
9783668967151
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Gender Soziale Arbeit Geschlecht Geschlechterfragen Genderstudies Homosexualität
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Lea Breitenbach (Autor:in), 2017, Feindlichkeit gegenüber homosexuellen Männern, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/489782
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  19  Seiten
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