Diese Arbeit umfasst eine Einführung in das Thema der Hexenverfolgung. Es wird erklärt aus welchen Gründen, die große europäische Hexenjagd überhaupt stattfand. Es soll nicht nur auf lokale Begebenheiten hingewiesen werden sondern vielmehr, auf das Aufzeigen der Tatsache, dass nicht nur Frauen, Opfer der Verfolgung wurden. Männer zählten auch zu den Angeklagten. Der Einzelfall in dem Hermann Löher als Verfolger und Verurteilter präsent war, soll veranschaulichen, dass selbst höhere soziale Schichten, nicht vor der Anklage entfliehen konnten (vgl. Levack, P. B, 1995). Nachweise für die Hexenverfolgung an Männern werden genannt, und mit dem Ansatz der analytischen Psychologie, von Carl Gustav Jung dem Archetypen Konzept, unterstrichen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Die europäische Hexenvorstellung
3. Beginn und Verlauf der Hexenprozesse
4. Zwischen Magie, Religion und Geständnis
5. Am Beispiel Hermann Löher
5.1 Männer im Hexenprozess
6. Ein Psychoanalytischer Ansatz
7. Fazit
8. Literatur
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit gibt eine Einführung in das Thema der europäischen Hexenverfolgung der Frühen Neuzeit, wobei sie insbesondere die Tatsache hervorhebt, dass nicht nur Frauen, sondern auch Männer Opfer der Verfolgung wurden, und den Einzelfall des Hermann Löher als historisches Beispiel analysiert.
- Gründe für die Entstehung der europäischen Hexenjagd
- Analyse der Rolle von Männern in Hexenprozessen
- Die Fallstudie des Richters und Verfolgten Hermann Löher
- Anwendung des psychoanalytischen Archetypen-Konzepts von C.G. Jung
- Diskurs über Magie, Religion und soziale Dynamiken
Auszug aus dem Buch
5. Am Beispiel Hermann Löher
Das Gebiet an Mittel- und Niederrhein zwischen Mainz und Köln, war ebenfalls eine Kernzone, die zu der Verfolgungswelle gehörte. In der Stadt Rheinbach, fanden die ersten Hexenprozesse erst später, um 1631 statt. Bis 1638 kostete es in Rheinbach, einschließlich 130 Menschen das Leben (vgl. Becker, P. T, 2002). Wichtig zu erwähnen ist hierbei, dass in Rheinbach etwas geschah, dass sich nur in wenigen Orten von Westdeutschland wiederfindet. Die Hexenverfolgung zeigt hier, eine auffällige Häufung von Opfern, die aus Familien einflussreicher und wohlhabender, sozialen Schichten stammten. Diese sozialen Schichten, waren unter anderem Funktionsträger der Verfolgung und gerieten zum Teil, selbst hinein. Diejenigen Familien, die über Hexen geurteilt und diese auf den Scheiterhaufen schickten, wurden selbst dem Scharfrichter ausgeliefert. Unter diesen, befand sich der Kaufmann Hermann Löher (vgl. Becker, P. T, 2002). Er selbst hat im Jahre 1631, über die Schuld oder Unschuld in Strafprozessen geurteilt, bis er selbst in Verdacht geriet. Grund zu der Annahme lag darin, dass der Vater seiner Ehefrau, der Hexerei angeklagt war und im darauffolgendem Jahr, verbrannt werden sollte (vgl. Becker, P. T, 2002). Löher konnte sich durch Bestechung, Zeit einkaufen und der Verhaftung entgehen. Dennoch wurden 5 Jahre später die Prozesse wieder aufgenommen und es kam erneut zur Sprache, die Familie Löher ins Gericht aufzunehmen. Löher und einem anderen Richter, Richard Gertzen, blieb nichts anderes übrig, bis nach Amsterdam, zu fliehen. Die Geschehnisse der Rheinbacher Hexenverfolgung haben Löhers Lebensweg dramatisch verändert. Er entschloss sich, im Alter von 80 Jahren, in einem Buch seine Erlebnisse niederzuschreiben (vgl. Becker, P. T, 2002).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in das komplexe Phänomen der europäischen Hexenverfolgung ein und hinterfragt die Annahme, dass diese nur eine abgeschlossene historische Episode sei.
2. Die europäische Hexenvorstellung: Dieses Kapitel erläutert die geschichtliche Entwicklung des Hexenbegriffs, dessen christliche Deutung durch Thomas von Acquin sowie die soziokulturellen Ängste, die den Hexenglauben in der Frühen Neuzeit förderten.
3. Beginn und Verlauf der Hexenprozesse: Es wird die geographische und zeitliche Ausbreitung der Hexenprozesse untersucht, wobei insbesondere die Rolle des „Hexenhammers“ als Legitimationswerkzeug hervorgehoben wird.
4. Zwischen Magie, Religion und Geständnis: Hier werden die begrifflichen Unterschiede zwischen Magie und Religion analysiert und aufgezeigt, dass Geständnisse in Hexenprozessen fast ausschließlich unter Folter erpresst wurden.
5. Am Beispiel Hermann Löher: Anhand des Einzelfalls des Kaufmanns und Richters Hermann Löher wird illustriert, wie auch Mitglieder höherer sozialer Schichten in die Hexenverfolgung geraten konnten.
5.1 Männer im Hexenprozess: Dieser Unterpunkt thematisiert die Rolle des Mannes in der Hexenverfolgung, sowohl als Akteur der Verfolgung als auch als betroffenes Opfer.
6. Ein Psychoanalytischer Ansatz: Dieses Kapitel verknüpft die Hexenverfolgung mit dem Archetypen-Konzept von Carl Gustav Jung, insbesondere mit den Begriffen Anima und Animus.
7. Fazit: Die Arbeit schließt mit dem Befund, dass die Hexenverfolgung auf sozialen, religiösen und politischen Faktoren basierte und auch heute in anderen Weltregionen noch als Problematik existiert.
8. Literatur: Verzeichnis der in der Arbeit zitierten Quellen.
Schlüsselwörter
Hexenverfolgung, Frühe Neuzeit, Hexenprozesse, Hermann Löher, Hexenhammer, Magie, Religion, Folter, Männer im Hexenprozess, Archetypen, Carl Gustav Jung, Anima, Animus, Geschichte, Aberglaube
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der europäischen Hexenverfolgung in der Frühen Neuzeit und analysiert die Ursachen sowie die gesellschaftlichen Dynamiken hinter diesem historischen Phänomen.
Welche zentralen Themenfelder werden in der Arbeit behandelt?
Zu den zentralen Themen gehören die historischen Hexenvorstellungen, der Ablauf der Prozesse, der Unterschied zwischen Magie und Religion sowie die psychoanalytische Deutung durch Archetypen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, ein tieferes Verständnis für die Mechanismen der Hexenverfolgung zu schaffen und insbesondere aufzuzeigen, dass auch Männer unter den Opfern waren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse historischer Fakten und integriert den psychoanalytischen Ansatz von Carl Gustav Jung, um das menschliche Verhalten in dieser Ära zu interpretieren.
Was wird im Hauptteil der Arbeit inhaltlich dargeboten?
Der Hauptteil gliedert sich in historische Analysen der Hexenverfolgung, die Erläuterung der Rolle der Inquisition, die detaillierte Fallstudie zu Hermann Löher und eine geschlechtsspezifische Untersuchung männlicher Opfer.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?
Die Arbeit lässt sich primär über Begriffe wie Hexenverfolgung, Frühe Neuzeit, Hermann Löher, Archetypen-Konzept und soziale Faktoren definieren.
Warum war der Fall Hermann Löher für die Untersuchung so bedeutend?
Der Fall Löher ist deshalb so wichtig, weil er als zeitgenössischer Bericht aus der Sicht eines Insiders – eines Richters, der selbst zum Verfolgten wurde – einen authentischen Einblick in die Willkür und die Grausamkeit der Hexenprozesse bietet.
Wie lässt sich das psychoanalytische Archetypen-Konzept auf die Hexenverfolgung beziehen?
Das Konzept wird genutzt, um die unbewussten psychischen Strukturen wie Anima und Animus zu erklären, wobei die Hexe in einem negativen Aspekt als archetypisches Bild der destruktiven Seite der Anima interpretiert wird.
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- Darja Burruano (Author), 2017, Die Hexenverfolgung in der Frühen Neuzeit. Männer im Hexenprozess, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/489824