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Zum sensiblen Umgang mit Rassismus an Schulen. Beschreibung, Prävention und Bekämpfung

Titel: Zum sensiblen Umgang mit Rassismus an Schulen. Beschreibung, Prävention und Bekämpfung

Hausarbeit , 2019 , 21 Seiten

Autor:in: Paulina Tiepermann (Autor:in)

Pädagogik - Sonstiges
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Zusammenfassung Leseprobe Details

In einer Zeit in der die Form offener, rassistischer Gewalt spürbar angestiegen ist, ist der Bedarf an Beratungs- und Bildungsarbeit gegen Rechtsextremismus und Rassismus stark gestiegen. Doch nicht nur, wenn Rassismus in Verbindung mit demonstrativen Gewalttaten auftritt, sollte das Thema größere Aufmerksamkeit erfahren und thematisiert werden. Rassismus äußert sich nicht immer offensiv, nicht immer feindselig, sondern ist in latenter Form durch Alltagsrassismus allgegenwärtig. Er stellt ein Phänomen dar, welches tief in der Mitte der Gesellschaft verankert ist, sich durch unreflektierte sprachliche Äußerungen manifestiert und ein Resultat verfestigter Handlungs- und Denkweisen ist, welche zur Ausgrenzung, Benachteiligung und Verletzungen der Betroffenen führen (Ehlen, 2015; Höfel & Schmidt, 2018; Leiprecht, 2015).
Im Kontext der Schule tritt Rassismus vor allem durch individuelle, alltägliche und institutionelle Diskriminierung auf. Herkunft und Kultur führen zwischen Schüler_innen weitaus häufiger zu Konflikten auf dem Schulhof und im Klassenraum, als es die Mehrheitsgesellschaft wahrnimmt. Doch nicht nur dort, auch durch die Elternschaft, die Lehrpersonen oder die Institution Schule an sich kommt es zu diskriminierenden Handlungs- und Verhaltensmustern, ob nun gewollt oder unbeabsichtigt. Wird für das Thema Rassismus an Schulen kein angemessener Umgang ermöglicht und umgesetzt, führt dies zwangsläufig zu Konflikten. Im Kontext der kulturellen Vielfalt entwickelte sich für die Schulen die Herausforderung Rassismus in Form von Diskriminierung und Ausgrenzung aufgrund wahrgenommener Unterschiede zu erkennen, zu thematisieren und damit für den Abbau ethnischer Vorurteile zu sorgen, um für jeden Lernenden und Lehrenden ein Umfeld zu schaffen, indem er sich respektiert und sicher fühlt (Avci-Werning, 2004).
Die vorliegende Arbeit behandelt die Formen und Auswirkungen von Rassismus an Schulen sowie die Handlungsmöglichkeiten zur Prävention und Bekämpfung. Sie folgt der Fragestellung, welche Möglichkeiten gibt es, einen sensiblen und angemessenen Umgang mit Rassismus an Schulen zu gewährleisten? Die These dieser Arbeit ist es, dass Schulen mit einem bewussten und konsequenten Einsatz dafür sorgen können, dass rassistische Diskriminierungen in der Schule weitestgehend vermieden werden können.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Rassismus und Diskriminierung

2.1 Diskriminierung – eine Definition

2.2 Rassismus – eine Definition

2.3 Unterscheidung von Diskriminierung und Rassismus

3. Rassismus an Schulen

4. Prävention und Bekämpfung

4.1 Präventionsprogramme

4.1.1 Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht Formen und Auswirkungen von Rassismus an Schulen und erörtert Handlungsmöglichkeiten zur Prävention und Bekämpfung, um ein diskriminierungskritisches Umfeld für alle Beteiligten zu gewährleisten.

  • Theoretische Grundlagen von Diskriminierung und Rassismus
  • Erscheinungsformen und Auswirkungen von Rassismus im schulischen Kontext
  • Analyse von strukturellen Benachteiligungen an Bildungseinrichtungen
  • Handlungsansätze für Lehrpersonen und Schulen
  • Vorstellung von Präventionsprogrammen wie „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“

Auszug aus dem Buch

3. Rassismus an Schulen

Rassismus wird in der Schule am ehesten durch die gegenseitige Diskriminierung von Schüler_innen wahrgenommen. Sie verwenden Schimpfwörter wie, „Du Jude“, „Zigeuner“, „Polake“, „Kartoffel“ oder „Nigger“, machen verächtliche Bemerkungen über Herkunft oder Religion einer Schüler_in, erlauben sich herabwürdigende Witze, oder es kommt zu Ausschließungen oder sogar Handgreiflichkeiten gegenüber bestimmten Mitschüler_innen durch wahrgenommene Unterschiede. Diese verbalen und körperlichen Angriffe basieren auf der Vorstellung, dass es unveränderliche Merkmale homogener fremder Gruppen gibt, die sie einer „Rasse“, „Ethnie“ oder „Kultur“ zuordnen, welche sie von den „anderen“ unterscheiden und negativ assoziiert werden. Geschieht dies von einer Gruppe von Schüler_innen über einen längeren Zeitraum wird auch von rassistischem Mobbing gesprochen (Yengane, 2018, S. 29-31).

Auch das Verhalten von Personen, die eigentlich eine Vorbildfunktion inne haben sollten ist oftmals feindselig, vorurteilsbelastet oder subtil rassistisch. Rassistische Diskriminierungen gehen häufig – ob bewusst oder unbewusst – von Lehrpersonen oder pädagogischen Mitarbeiter_innen aus. Durch die häufige Betonung von Multikulturalität und Vielfalt an ihrer Schule sprechen sich Lehrpersonen in vielen Fällen von Rassismus frei. Sie nehmen ihn oft nur als Einzelerscheinung wahr, streiten ihn ab, dethematisieren und fördern ihn somit. Mehr noch, in einigen Fällen wird Schüler_innen bei Beschwerden über Beleidigungen aufgrund ihrer Hautfarbe vorgeworfen, ihre „Andersfarbigkeit“ zu instrumentalisieren und sich als Opfer darzustellen, um ihr aggressives Verhalten zu rechtfertigen (Ehlen, 2015, S. 148-152; Yengane, 2018, S. 35-37).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die zunehmende Relevanz von Bildungsarbeit gegen Rassismus angesichts sowohl offener Gewalt als auch latenter Alltagsrassismen im Schulkontext und legt die Zielsetzung der Arbeit dar.

2. Rassismus und Diskriminierung: Dieses Kapitel definiert die zentralen Begriffe Diskriminierung sowie Rassismus, differenziert ihre verschiedenen Formen und grenzt sie konzeptionell voneinander ab.

3. Rassismus an Schulen: Das Kapitel analysiert, wie sich Rassismus durch gegenseitige Diskriminierung unter Schüler_innen, aber auch durch pädagogisches Personal und institutionelle Strukturen an Schulen manifestiert.

4. Prävention und Bekämpfung: Es werden Handlungsfelder zur diskriminierungskritischen Schulentwicklung vorgestellt, wobei insbesondere die Notwendigkeit ganzheitlicher Prozesse und spezifischer Programme betont wird.

4.1 Präventionsprogramme: Dieses Teilkapitel erläutert die Bedeutung nachhaltiger Präventionsarbeit und die notwendige Integration solcher Maßnahmen in den Schulalltag.

4.1.1 Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage: Vorstellung des gleichnamigen Projektes, dessen Ziele, Arbeitsweise und Rolle als Schulnetzwerk zur aktiven Bekämpfung von Diskriminierung.

5. Fazit: Die Zusammenfassung unterstreicht die Notwendigkeit eines ganzheitlichen Umdenkens in den schulischen Grundsätzen sowie die zentrale Rolle kontinuierlicher Reflexion und Schulung.

Schlüsselwörter

Rassismus, Diskriminierung, Schule, Alltagsrassismus, Prävention, Diskriminierungskritik, Schulkultur, institutionelle Diskriminierung, Othering, Interkulturelle Schulentwicklung, Schule ohne Rassismus, Schüler_innen, Bildungsarbeit, Menschenwürde, Vielfalt.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Beschreibung, Prävention und Bekämpfung von Rassismus im schulischen Kontext und zeigt auf, wie ein sensibler Umgang mit dieser Thematik im Schulalltag erreicht werden kann.

Welches sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die Schwerpunkte liegen auf den Definitionen von Diskriminierung und Rassismus, den Erscheinungsformen von Rassismus an Schulen, institutionellen Diskriminierungsrisiken sowie konkreten Strategien zur Prävention.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es aufzuzeigen, dass Schulen durch bewusste, konsequente Ansätze und eine ganzheitliche diskriminierungskritische Grundhaltung rassistische Diskriminierungen weitestgehend vermeiden können.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Die Autorin stützt sich auf eine theoretische Aufarbeitung und Analyse aktueller Fachliteratur sowie die Auswertung von Praxisleitfäden und Studien zu Diskriminierung im schulischen Bildungsbereich.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Begriffsklärung, die Untersuchung der spezifischen Ausprägungen von Rassismus an Schulen (inklusive der Rolle der Lehrenden und Lehrbücher) sowie die Darstellung von Interventions- und Präventionsmöglichkeiten.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Rassismus, Diskriminierung, Schule, institutionelle Diskriminierung, Othering, Prävention und diskriminierungskritische Schulentwicklung.

Was versteht man in diesem Kontext unter dem Begriff "Othering"?

Othering bezeichnet den Prozess der Ausgrenzung aus einem konstruierten „Wir“ durch die Zuteilung des Konstrukts „der Anderen“, was bei Kindern und Jugendlichen zu erheblichen Auswirkungen auf das Selbst- und Weltverständnis führen kann.

Welche Rolle spielt das Projekt „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ laut der Autorin?

Das Projekt wird als eines der bekanntesten und erfolgreichsten Netzwerke beschrieben, das Schulen hilft, ein Klima der Courage zu entwickeln und Rassismus sowie andere Diskriminierungsformen aktiv anzugehen.

Warum ist laut der Autorin die Unterscheidung zwischen Diskriminierung und Rassismus wichtig?

Die Differenzierung ist notwendig, da Rassismus eine spezielle Form der Diskriminierung darstellt, die auf herkunftsbezogene Merkmale fokussiert, während allgemeine Diskriminierung auf personenunabhängigen oder anderen Kategorien beruhen kann.

Ende der Leseprobe aus 21 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Zum sensiblen Umgang mit Rassismus an Schulen. Beschreibung, Prävention und Bekämpfung
Hochschule
Universität Bielefeld
Autor
Paulina Tiepermann (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2019
Seiten
21
Katalognummer
V489917
ISBN (eBook)
9783668971677
ISBN (Buch)
9783668971684
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Rassimus Rassismus an Schulen
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Paulina Tiepermann (Autor:in), 2019, Zum sensiblen Umgang mit Rassismus an Schulen. Beschreibung, Prävention und Bekämpfung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/489917
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  21  Seiten
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