In dieser Arbeit wird serielles Arbeiten in der Kunsttherapie in Anlehnung an das Messpainting, das von Gertraud Schottenloher nach Wolfgang Luthes Methode "Creativity Mibilisation Technique" (CMT) entwickelt wurde, beleuchtet. Nach einer Einführung werden die Potentiale und auch die Gefahren dieser Methode beschrieben. Außerdem wird der wissenschaftliche Hintergrund beleuchtet.
Als serielles Arbeiten bezeichnet man Methoden, die mehrere Bilder, die schnell nacheinander oder als Erzählung gestaltet wurden, hervorbringen. Karolina Breindl-Sarbia bezeichnet als serielle Arbeit zum Beispiel die Beschäftigung eines Patienten mit demselben Motiv über mehrere Therapiesitzungen hinweg. Auch das progressiv-therapeutische Spiegelbild nach Benedetti und Peciccia kann als serielle Methode bezeichnet werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Serielles Arbeiten – was ist das?
3. Potentiale des seriellen Arbeitens
4. Gefahren des seriellen Arbeitens
5. Wissenschaftlicher Hintergrund
6. Anhang
6.1 Literaturverzeichnis
Zielsetzung & Themen
Das Ziel der Arbeit ist es, die Methode des seriellen Arbeitens in der Kunsttherapie theoretisch zu fundieren und ihre therapeutische Relevanz sowie Anwendungsbereiche aufzuzeigen. Dabei liegt der Fokus auf der Wirkung des schnellen, prozessorientierten Malens als Mittel zur Selbstregulation und zur Aktivierung kreativer Potenziale.
- Definition und methodische Grundlagen des seriellen Arbeitens
- Therapeutische Potenziale bei der Bewältigung mentaler Blockaden
- Risiken und Kontraindikationen, insbesondere bei der Arbeit mit Traumapatienten
- Neurowissenschaftliche Hintergründe zur hemisphärischen Zusammenarbeit
- Die Bedeutung der Prozessreflexion und des Rahmens im therapeutischen Setting
Auszug aus dem Buch
2. Serielles Arbeiten – was ist das?
,,Das einzelne Bild ist wie ein Gedankensplitter und so reiht sich in der seriellen Bildform Gedanke an Gedanke wie Perlen auf einer Kette.’’4 (S.41)
Beim seriellen Arbeiten geht es vor allem darum möglichst schnell viele Einzelbilder zu gestalten die eine Serie ergeben. ,,Entscheidend ist [dabei] nicht das Einzelbild, vielmehr fügen sich die Bilder im Verlauf des therapeutischen Prozesses zu einem mehr oder weniger homogenen Werkkomplex, der in Form einer Bildergeschichte den therapeutischen Prozess des Patienten aufzeichnet.’’2 (S. 34)
In der Regel wird in einem festen Zeitrahmen, zum Beispiel 20 Minuten lang immer nach zwei Minuten das Blatt gewechselt. Durch die geregelten Zeiteinheiten wird ein fester, stabilisierender Rahmen gewährt. Durch die offene Aufgabenstellung ohne Thema wird aber dennoch eine Öffnung unterstützt. ,,Im künstlerischen wie auch im kunsttherapeutischen Prozesse gilt es, ein Maß zu finden zwischen Geschehen lassen und eingreifen, zwischen Auflösung und Form, zwischen Chaos und Ordnung, zwischen Freiheit und Struktur.’’5 (S.1) Es ist sehr wichtig, das Gleichgewicht zwischen frei und geordnet zu halten. ,,Die relative Geschwindigkeit des Malens [verhindert], dass der Intellekt sich zu sehr einschaltet und dem spontanen Ausdruck in die Quere kommt. Es ist kaum Zeit, zu rationalisieren, zu kritisieren, zu vergleichen, zu überlegen, zu analysieren und was weiter mehr.’’1 (S. 87) Die Form wird hierbei durch die Gestik bestimmt. Wichtig bei dieser Methode ist auch, dass ,,der ästhetische Gesichtspunkt (...) [keine Rolle spielt] und die entstandenen Bilder (...) [nicht nach] ästhetischen Kriterien bewertet [werden]. Der entscheidende Faktor sind die Erfahrungen, die während des Malprozesses gewonnen werden.’’1 (S.85)
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Thematik des seriellen Arbeitens ein und verortet die Methode in verschiedenen kunsttherapeutischen Kontexten, insbesondere in Anlehnung an das Messpainting nach Schottenloher.
2. Serielles Arbeiten – was ist das?: Das Kapitel erläutert die methodischen Prinzipien, wie das schnelle Erstellen von Bildserien innerhalb fester Zeitrahmen, um den Einfluss des Intellekts zu reduzieren und einen spontanen Ausdruck zu ermöglichen.
3. Potentiale des seriellen Arbeitens: Hier werden die therapeutischen Vorteile hervorgehoben, insbesondere die Förderung von Selbstheilungskräften, der Abbau von Blockaden und die Erleichterung des Zugangs zu unbewussten Inhalten.
4. Gefahren des seriellen Arbeitens: Das Kapitel warnt vor den Risiken der Methode bei Traumapatienten oder Klienten mit instabiler Ich-Struktur und betont die Notwendigkeit professioneller Aufsicht und Reflexion.
5. Wissenschaftlicher Hintergrund: Es wird ein Erklärungsmodell auf Basis der Gehirnhemisphären vorgestellt, das die hemmende Dominanz der linken Hemisphäre durch ganzheitliche, nicht-analytische Prozesse ausgleichen soll.
6. Anhang: Der Anhang bietet eine systematische Übersicht der verwendeten Literatur und Quellen zur Vertiefung der Thematik.
Schlüsselwörter
Serielles Arbeiten, Kunsttherapie, Messpainting, Kreativität, Selbstregulation, Gehirnhemisphären, Traumatherapie, Bildnerischer Prozess, Psychische Gesundheit, Spontanes Malen, Künstlerische Freiheit, Selbstkonfrontation, Homöostase, Therapeutisches Setting, Flow-Erleben.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht das Konzept des seriellen Arbeitens in der Kunsttherapie als Methode, um durch schnelles und spontanes Gestalten therapeutische Prozesse anzustoßen und die Selbstregulation zu fördern.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Zentrale Themen sind die methodische Definition des seriellen Arbeitens, die klinischen Potenziale, die Risiken bei bestimmten Patientengruppen und die neurowissenschaftlichen Hintergründe der Methode.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, die Wirkungsweise serieller Bildserien zu beleuchten und aufzuzeigen, wie diese Technik zur psychischen Harmonisierung und zur Aktivierung unbewusster Potenziale beitragen kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?
Die Arbeit basiert primär auf einer Literaturanalyse bestehender kunsttherapeutischer Konzepte und deren Übertragung auf das Modell der Gehirnhemisphären.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die methodische Beschreibung, die Analyse der therapeutischen Potenziale, die kritische Betrachtung der Gefahren bei traumatisierten Klienten sowie die theoretische Fundierung durch Gehirnmodelle.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie serielles Arbeiten, Kunsttherapie, Selbstregulation, kreatives Potenzial und Hemisphären-Balance charakterisiert.
Warum ist das schnelle Tempo beim Malen in dieser Methode so wichtig?
Das hohe Tempo dient dazu, den Intellekt und bewertende kritische Gedanken weitgehend auszuschalten, um den direkten Zugang zum spontanen, emotionalen Ausdruck zu ermöglichen.
Inwiefern spielt der "therapeutische Rahmen" beim seriellen Arbeiten eine Rolle?
Ein fester Rahmen, wie vorgegebene Zeitintervalle, wirkt stabilisierend und bietet Sicherheit, damit Patienten sich ohne Angst in den oft intensiven Malprozess begeben können.
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- Anna Köhler (Author), 2015, Serielles Arbeiten in der Kunsttherapie, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/490095