"Als Hitler das rosa Kaninchen stahl" von Judith Kerr. Möglichkeit für eine didaktische Erarbeitung im Unterricht


Ausarbeitung, 2019

5 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Judith Kerr: Als Hitler das rosa Kaninchen stahl (1997)

Kurzer inhaltlicher Abriss

Die neunjährige Anna lebt mit ihrem zwölfjährigem Bruder Max und ihren Eltern in wohlhabenden Verhältnissen in Berlin. Kurz vor der Machtübernahme Hitlers 1933 erfährt Anna von ihren Eltern, dass sie Juden sind, und ihr Vater, ein bekannter Journalist und Autor, hat die Befürchtung, unter den Nationalsozialisten nicht mehr frei arbeiten zu können, weswegen sich die Familie für eine Flucht in die Schweiz entscheidet. Damit niemand Verdacht schöpft, können die Mutter und Kinder nur das Notwendigste mitnehmen. Vieles muss zurückbleiben, unter anderem auch Annas Lieblingsspielzeug - ihr rosa Kaninchen. Dabei stellt sich Anna vor, wie Hitler mit dem Kaninchen spielt. Die Geschwister müssen sich mit ihrer Identität als Juden und als neue Rolle als Außenseiter auseinandersetzten. Da der Vater in der Schweiz nicht als Autor arbeiten kann, verschlechtert sich die finanzielle Lage zunehmend. Letztendlich zieht die Familie nach Paris, wo die Geschwister mit dem Erlernen der fremden Sprache und dem Finden neuer Freunde zu kämpfen haben. Aufgrund zunehmend schlechten finanziellen Situation in Frankreich und eines vielversprechenden Jobangebots aus England, packt die Familie erneut die Koffer- dieses Mal für England.

- Das Buch mit autobiografischen Zügen wird aus der Perspektive der Hauptprotagonistin Anna geschrieben. Allerdings wird nicht die Ich- Form verwendet, sondern die Geschichte wird in der 3. Person erzählt
- Der Roman umfasst 240 Seiten und ist in 24 Kapitel gegliedert
- Die Handlung erstreckt sich im Zeitraum von 1933 bis 1935. Sie ist klar und verläuft chronologisch

1. Für welche Zielgruppe eignet sich dieser Text?
2. Welche Ziele können mit diesem Text erreicht werden?
3. Methodische Überlegungen

1.Für welche Zielgruppe eignet sich dieser Text?

- Der Text würde sich prinzipiell für Kinder und Jugendliche eignen. Insbesondere für Schülerinnen und Schüler im Alter von neun bis zwölf Jahren, da die Protagonistin Anna die Erlebnisse in diesem Alter erzählt und ihr Bruder Max (12) sich im selben Alter befindet. So könnten sich SuS der Klassenstufe 6 und 7 besonders mit den Geschwistern identifizieren.

2.Welche Ziele können mit dem Text erreicht werden?

- Es könnte eine Verbindung zur gegenwärtigen Flüchtlingsproblematik hergestellt werden:
- Das Buch könnte somit gut als Unterrichtslektüre verwendet werden, da auch in Europa die Zahl der (Kriegs-) Geflüchteten steigt und somit ein aktueller Bezug besteht. Ebenfalls viele Kinder und Jugendliche aus Krisen- und Kriegsgebieten suchen in Deutschland eine neue Heimat, wie bspw. Anna sie in Frankreich gefunden hat. Eventuell könnte die Lektüre mehr Verständnis wecken, für Vielfältigkeit sensibilisieren und Fremdverstehen fördern. Was bedeutet es, fremd in einem anderen Land zu sein und dessen Sprache nicht zu beherrschen? (Methodische Überlegungen: Siehe hierzu zu Punkt 3.1.)
- Mithilfe des Buchs kann man den Nationalsozialismus behandeln. Wie war das Leben für die Juden in Deutschland 1993?

3.Methodische Überlegungen

3.1. Bezugnehmend auf Punkt 2 könnte die Lehrkraft als Einstieg den Unterricht zum Beispiel auf Französisch (beziehungsweise den Schülern und Schülerinnen unbekannter Sprache) beginnen und diese auffordern, sich zum Buch zu äußern. Vermutlich verstehen die SuS nicht, was die Lehrkraft von ihnen verlangt und wissen somit nicht, was sie tun sollen. Hierbei kann die Lehrperson den Bezug zu Anna und ihrer Familie ziehen, da diese auch in der Anfangszeit in Frankreich mit Sprachlosigkeit und Verständigungsproblemen zu kämpfen hatte.

Zusatz 3.1.: Zudem könnten die SuS die Dialoge von Anna und ihrem Bruder mit der Mutter und dem Ladebesitzer herausschreiben. Die Szenen, die auf französisch und deutsch stattfinden, können von den SuS in eine der Muttersprachen der ausländischen MitschülerInnen übersetzt werden.

3.2.Das Fluchtthema könnte man weiterhin aufgreifen, indem sich die Schülerinnen und Schüler überlegen und notieren sollen, welche fünf Gegenstände sie mitnehmen würden, wenn sie fliehen müssten. Eine erweiterte Möglichkeit wäre: Auf einem Tisch sind verschiedene Alltagsgegenstände ausgebreitet und mittig steht ein großer Koffer. Die SuS dürfen mehrere Gegenstände auswählen und in den Koffer packen. (Siehe hierzu Bild 1)

-Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten
-Bild 1

Ergänzung: Video zur "Ich packe meinen Koffer“- Aktion der Unicef Hochschulgruppe Bamberg

3.4. Das erste Kapitel gewährt einen Einblick in das unbeschwerte Leben Annas in Berlin sowie über die Anfänge des Nationalsozialismus. Das offene Ende lässt viele Fortsetzungsmöglichkeiten offen. Hierbei könnten sie die SuS über einen möglichen Fortgang der Geschichte Gedanken machen und diese Vorstellungen verschriftlichen. Eine mögliche Aufgabe wäre: Die SuS sollen sich überlegen, was passiert sein könnte und wie es vor allem für den Vater weitergeht.

3.5 Des Weiteren könnten die SuS Lesetagebuch führen, um ihre eigenen Gedanken und erarbeiteten Aspekte zusammenfassen zu können.

3.6. Für die Autorin ist die Fahrt von den Kindern und der Mutter nach Zürich ein wichtiger Teil der Lektüre. Die SuS könnten einen inneren Monolog schreiben. Was geht Anna oder Max während der Zugfahrt durch den Kopf?

3.7. Eine zusätzliche methodische Überlegung wäre, dass die SuS einen Aufsatz aus der Sicht des Kaninchens schreiben sollen (Siehe Bild 2). Beispielsweise: Zum Zeitpunkt der Abreise Annas aus Berlin. Wie erging es dem Kaninchen allein in Berlin? Was hat es für Geschichten zu erzählen? Dieser Aufsatz könnte beispielsweise ein Brief an Anna, ein fiktives Gespräch zwischen Anna und dem Kaninchen oder ein Tagebucheintrag sein. Oder zwischen Anna und ihren Eltern vor der Abreise.

Erzähle die Geschichte aus der Sicht des rosa Kaninchens

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Bild 2: Mögliches Beispiel, in welchem Textformat der Aufsatz gestaltet werden könnte

3.8. Generell könnten sich die SuS einen Fortgang des Buches überlegen. „Wie geht es mit Anna und ihrer Familie nach der Emigration nach London weiter?“ Hierzu könnten die SuS einen fiktiven Aufsatz schreiben. Anlehnend an diese Fragestellungen könnte man zusätzlich an die Folgebände von Kerr „ Warten bis der Frieden“ kommt und „ Eine Art Familientreffen “, die im Zeitraum von 1933 bis 1950er spielen, ansetzen und mit den selbstgeschriebenen Aufsätzen besprechen und vergleichen.

[...]

Ende der Leseprobe aus 5 Seiten

Details

Titel
"Als Hitler das rosa Kaninchen stahl" von Judith Kerr. Möglichkeit für eine didaktische Erarbeitung im Unterricht
Hochschule
Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Note
1,0
Autor
Jahr
2019
Seiten
5
Katalognummer
V490182
ISBN (eBook)
9783668981294
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Daf, Didaktik, Methodik, Unterricht, Lehramt, Deutsch als Fremdsprache, Buchanalyse, Didaktischer Zugang für SuS, Deutsch, Unterstufe, Mittelstufe, Nachkriegsliteratur
Arbeit zitieren
Stefanie Fritz (Autor), 2019, "Als Hitler das rosa Kaninchen stahl" von Judith Kerr. Möglichkeit für eine didaktische Erarbeitung im Unterricht, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/490182

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