Einigungskriege 1864- 1866


Seminararbeit, 2005

18 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Geschichte des Schleswig- Holstein Konflikts

3. Der deutsch- dänische Krieg

4. Zwischen Krieg und Frieden

5. Der deutsche Krieg

6. Fazit

7. Quellen- und Literaturverzeichnis

1. Einleitung

In der nachfolgenden Arbeit geht es um das Thema der sogenannten „Einigungskriege“. Dabei werden hier jedoch nur der deutsch- dänische und der preußisch- österreichische, der auch als der deutsche Krieg bezeichnet wird, behandelt. Es soll aber nicht um die militärischen Verläufe dieser beider Kriege gehen, sondern vielmehr um die Frage: Wie stellt sich die Zeit vor dem Beginn der Kampfhandlungen dar?, und speziell für den deutschen Krieg: Wie sah das Verhältnis der beiden deutschen Großmächte zwischen 1864 und dem Sommer 1866 aus?

Im 1. Kapitel werde ich knapp die historische Entwicklung der Schleswig- Holstein Frage darstellen. Dabei werde ich den Schwerpunkt auf die Zeit zwischen 1848 und 1864 legen. Anschließend betrachte ich sehr kurz den deutsch- dänischen Krieg und werde dabei auch auf die Londoner Verhandlungen im Frühjahr 1864 eingehen. Im folgenden 3. Kapitel komme ich zum Schwerpunkt der Arbeit, nämlich der Zeit zwischen den Kriegen und das preußisch- österreichische Verhalten. Das letzte Kapitel der Arbeit befasst sich mit dem deutschen Krieg, wobei ich nur die Zeit bis zum Frieden von Prag im August 1866 erläutern werde.

Die von mir oben aufgeworfenen Fragen, beantworte ich zusammenfassend im abschließendem Fazit.

Ich habe mich in dieser Arbeit darauf beschränkt, die Ereignisse und deren Zusammenhänge aus preußischer und österreichischer Sicht darzulegen, wobei das Hauptaugenmerk auf Preußen gerichtet ist. Des weiteren habe ich die anderen Großmächte, die deutschen Mittelstaaten und den Deutschen Bund weitestgehend ausgeklammert. Ich muss an dieser Stelle auch darauf hinweisen, dass es sich nur um sehr grob skizzierte Darstellungen handeln kann, da die Fülle des Stoffes sonst den Rahmen der Seminararbeit sprengen würde.

Es gibt für dieses Thema eine große Menge an Literatur, wobei die Abhandlungen über den deutschen Krieg überwiegen. Besondere Bedeutung in der Forschung genießt dabei die Schlacht von Königgrätz, da durch sie nicht nur ein Krieg entschieden wurde, sondern auch der Dualismus in Deutschland zugunsten Preußens ein Ende fand.

Eine sehr ausführliche Darstellung zur Verfassungsgeschichte in dieser Zeit, bietet das Buch von Ernst- Rudolf Huber: Deutsche Verfassungsgeschichte. Huber beleuchtet dabei auch genau die Rolle des „Dritten Deutschland“. Ich muss aber auch erwähnen, dass mir nach meiner Literatursuche kein Buch bekannt ist, welches sich nur mit dem Thema „deutsch- dänischer und deutscher Krieg“ befasst. Es wird immer in den Zusammenhang Deutsche Geschichte von 1815 oder 1850 bis 1870 eingeordnet.

Diese Einordnung ist zwar durch die Komplexität des Themas erklärbar, doch dadurch verliert es auch etwas an Interesse, da so die Tiefe verloren geht.

Da ich in der Arbeit nicht weiter auf die Kriegsverläufe eingehe, habe ich an den entsprechenden Stellen die dafür relevante Literatur genannt.

2. Die Geschichte des Schleswig- Holstein Konflikts

Beim Schleswig- Holstein Konflikt geht es um die Frage in welcher Form diese beiden Gebiete mit Dänemark oder zum Deutschen Bund verbunden sind. Bereits 1460 wurde von Christian I, der Herzog von Schleswig und Graf von Holstein war, die Parole „up ewig ungedelt“ ausgegeben. Dies bedeutet, dass die beiden Herzogtümer nicht geteilt werden dürfen und die Parole sollte bis in die zweite Hälfe des 19. Jahrhunderts Bestand haben.

Als es auf dem Wiener Kongress zur Neuordnung Europas kam, wurde nur Holstein Mitglied des Deutschen Bundes und trotzdem blieben beide Herzogtümer in Personalunion mit Dänemark verbunden.

Im Prozess um die beginnende Nationalstaatsbildung und der Revolution von 1848 wurde Schleswig am 21. April 1848 in den dänischen Staat einverleibt. Dieser Schritt wurde von Preußen nicht geduldet. Aus diesem Grund kam es zum Krieg zwischen Preußen und Dänemark und Schleswig wurde von preußischen Truppen besetz. Aber die Großmächte England und Russland intervenierten in diesem Krieg und zwangen Preußen zu einem Waffenstillstand. Preußen musste seine Truppen aus Schleswig zurückziehen und eine pro- dänische Regierung wurde eingesetzt.[1] Jedoch versuchte Preußen im April 1849 noch einmal durch kriegerische Mittel in den Besitz Schleswigs zu gelangen und scheiterte dennoch wieder am Druck Russlands.

Durch diese Erfahrungen gewannen die Staaten den Eindruck, dass sich dieses Problem nur auf einer europäischen Konferenz lösen lasse. Jene Konferenz fand 1850 in London statt und es wurde beschlossen, Schleswig in den dänischen Nationalstaat zu integrieren und Holstein beim Deutschen Bund zu belassen. In den beiden darauf folgenden Jahren 1851/52 kam es in London zu weiteren Verhandlungen um die Schleswig- Holstein Frage. Deren Ergebnisse wurden im zweiten Londoner Protokoll von 1852 festgehalten. Die wichtigsten Punkte daraus sind: keine völlige Eingliederung Schleswigs in den dänischen Staat, Hoheit über beide Herzogtümer bleibt bei Dänemark und Verzicht Friedrich VII von Augustenburg zugunsten von Christian von Schleswig- Holstein- Sonderburg- Glücksburg[2], der sich später als Christian IX. ausrief.

Unterzeichner des zweiten Londoner Protokolls waren die fünf Großmächte: Russland, Preußen, Österreich, Frankreich, England sowie Dänemark, Schweden, Norwegen jedoch nicht der Deutsche Bund.

Diese Vereinbarungen hielten, mit kleineren Unterbrechungen, bis zum März 1863. Denn zu diesem Zeitpunkt eskalierte der Konflikt, da der dänische König Friedrich VII. die Londoner Protokolle in Frage stellte und der dänischen Regierung ein neues Gesamtstaatsgesetz vorlegte, welches die Einverleibung Schleswigs in den dänischen Staat vorsah. Dieses Gesamtstaatsgesetz, dass im Dezember in Kraft trat, verstieß somit gegen die Londoner Protokolle und gegen die Parole „up ewig ungedelt“. Im Deutschen Bund wurde deshalb die Bundesexekution gegen Dänemark gefordert, am 1. Oktober 1863 beschlossen und im Dezember durchgeführt, indem Bundestruppen Holstein besetzten. Jedoch spitzte sich dieser Konflikt noch weiter zu, als am 15. November Friedrich VII. plötzlich starb und Christian IX. seine Stelle einnahm, denn nun trat die Frage nach der Rechtmäßigkeit der Erbfolge zu tage. Der in den Londoner Protokollen dokumentierte Verzicht von Friedrich VII. auf die Thronfolge wurde von dessen Sohn nicht anerkannt. Dieser proklamierte sich als Friedrich VIII. von Augustenburg zum Herzog von Schleswig und Holstein.[3] Dieser sogenannte Augustenburger wurde vor allem von den deutschen Mittelstaaten sehr geschätzt, da sie hofften, dass unter seiner Herrschaft ein von Dänemark unabhängiger Staat Schleswig- Holstein entstehen könne, und dieser ein Gegengewicht zu Preußens Vormacht in Norddeutschland sei.

Für Bismarck war diese Vorstellung nicht wünschenswert. Er formulierte: „ [...] dass die Personalunion der Herzogtümer besser war als das, was existierte; dass ein selbstständiges Fürstentum besser war als die Personalunion und dass die Vereinigung mit dem preußischen Staat besser war als ein selbständiges Fürstentum.“[4], was die Ziele Preußens wiederspiegelte.

Preußen stützte sich zu diesem Zeitpunkt des Konflikts auf die Londoner Protokolle. Sie erkannten Christian IX. als rechtmäßigen König an. Durch diese Positionierung gelang es Bismarck Österreich an Preußens Seite zu ziehen und eine Einmischung der übrigen Großmächte zu vermeiden.

Da auch eine Prüfung der Erbfolgefrage im Deutschen Bund ohne Ergebnis blieb, stellten Österreich und Preußen gemeinsam einen Antrag auf Pfandbesetzung Schleswigs.

Dieser Antrag wurde vom Bund jedoch abgelehnt. Darauf stellten Österreich und Preußen eigenmächtig am 16.1.1864 ein Ultimatum, indem sie die Rücknahme der Gesamtstaatsverfassung forderten.

3. Der deutsch- dänische Krieg

Nachdem der dänische König das preußisch- österreichische Ultimatum vom

16. Januar 1864 verstreichen ließ und nicht wie gefordert die Gesamtstaatsverfassung zurücknahm, begann der Krieg. Am 1. Februar 1864 überschritten die preußisch- österreichischen Truppen die Grenze von Holstein nach Schleswig. Der Chef des preußischen Generalstabs Helmuth von Moltke hatte als strategischen Grundgedanken eine Umfassung der dänischen Hauptkräfte im Dannewerk am Ausgang der Schlei entworfen. Jedoch konnte dieser Feldzugsplan vom Generalfeldmarschall von Wrangel nicht umgesetzt werden und so musste die Düppelner Schanze am 18. April unter hohen Verlusten erstürmt werden. Eine ausführliche Darstellung des militärischen Verlaufs, einen Überblick über die Kräfteverhältnisse und die Zusammensetzung der Armeen finden sich in dem Buch von Heinz Helmert und Hans Jürgen Usczeck: Preußischdeutsche Kriege von 1864 bis 1871.[5] Diese Betrachtungen sind für diese Arbeit nicht von Bedeutung und werden deshalb nicht behandelt.

Eine wichtige Frage ist, wie konnte es gelingen die anderen europäischen Großmächte aus diesem Krieg herauszuhalten und eine Intervention wie 1848/49 zu vermeiden? Zum einen stellten sich Preußen und Österreich auf europäisches Recht, indem sie die Londoner Protokolle von 1851/52 anerkannten und zum anderen folgten sie der britischen Einladung zu einer internationalen Konferenz nach London. Diese fand vom 25. April bis zum 25. Juni 1864 statt. Dabei wurden verschiedene Lösungen über das Schleswig- Holstein Problem vorgeschlagen. Eine reine Personalunion mit der dänischen Krone mit völliger politischer Unabhängigkeit, vollständige Trennung von Dänemark unter der Souveränität des Prinzen von Augustenburg oder des Großherzogs von Oldenburg oder eine Teilung nach Nationalitäten.[6] Jedoch konnten sich die Teilnehmer der Konferenz auf keine Lösung einigen. Erschwerend kam hinzu, dass mit der Erstürmung der Düppelner Schanze die militärische Niederlage der Dänen ohne fremde Hilfe nicht mehr abwendbar war. Da es zu keiner Einigung kam, endete die Konferenz nach drei Monaten ohne Ergebnis für den Konflikt.

Aber das Scheitern bedeutete zugleich das Ende der Gültigkeit der Londoner Protokolle. Preußen und Österreich waren von ihren internationalen Bindungen befreit und konnten so den Krieg ohne Einwände einer Großmacht zu Ende führen und mit ihrer Kriegsbeute, Schleswig- Holstein, Lauenburg, nach eigenem Ermessen verfahren.

Dies wurde ihnen im Vorfrieden von Wien am 1. 8. und im Wiener Friedensvertrag vom 30. 10. 1864 zugesagt. Dort heißt es: „Der König von Dänemark entsagt allen seinen Rechten auf die Herzogtümer Schleswig, Holstein, Lauenburg zugunsten des Kaisers von Österreich und des Königs von Preußen [...]”.[7]

[...]


[1] Nipperdey, Thomas: Deutsche Geschichte 1800- 1866. Bürgerwelt und starker Staat, 4. Aufl. München 1987,

S. 624.

[2] Brandt, Harm- Hinrich: Deutsche Geschichte 1850- 1870. Entscheidung über eine Nation. Stuttgart, Berlin,

Köln, 1999, S.147.

[3] Mommsen, Wolfgang J.: Das Ringen um den nationalen Staat. Die Gründung und der innere Ausbau des

Deutschen Reiches unter Otto von Bismarck 1850 bis 1890, Frankfurt am Main, Berlin 1993, S. 155f..

[4] Gebhardt, Bruno: Handbuch der deutschen Geschichte, hrsg. v. Herbert Grundmann, Band 3: Von der

Französischen Revolution bis zum ersten Weltkrieg, 8. Aufl., Stuttgart 1960 S. 185.

[5] Helmert, Heinz; Usczeck Hans Jürgen: Preußisch deutsche Kriege von 1864 bis 1871. 4. Aufl, Berlin, 1967,

S. 56- 82.; Fiedler, Siegfried: Kriegswesen und Kriegführung im Zeitalter der Einigungskriege. Bonn 199,

S. 189- 199.

[6] Huber, Ernst Rudolf: Deutsche Verfassungsgeschichte seit 1789. Bd. III Bismarck und das Reich, 3. Aufl., Stuttgart, Berlin, Köln, Mainz 1988 S.478ff; Gebhardt 1960 S. 186.

[7] Hillgruber, Andreas: Bismarcks Außenpolitik. 1. Aufl. Freiburg, 1972, S. 60.

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten

Details

Titel
Einigungskriege 1864- 1866
Hochschule
Technische Universität Dresden
Note
2,0
Autor
Jahr
2005
Seiten
18
Katalognummer
V49065
ISBN (eBook)
9783638456050
Dateigröße
483 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Einigungskriege
Arbeit zitieren
Robert Küster (Autor), 2005, Einigungskriege 1864- 1866, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/49065

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