Ziel dieser Arbeit ist es, einen Vergleich zweier Modelle der Rentenfinanzierung zu ziehen. In diesem Zusammenhang werden das Kapitaldeckungs- und das Umlageverfahren untersucht. Es kann vorweggenommen werden, dass die Eignung des einen Verfahrens die des anderen nicht unbedingt dominiert, sondern die politischen Zielsetzungen sowie die vorherrschenden Gegebenheiten dafür entscheiden sind, welches Verfahren vorteilhafter ist.
Zunächst soll die theoretische Grundlage der beiden Modelle ausgeführt werden und im Anschluss in Bezug auf die Wohlfahrtseffekte untersucht werden. Danach sollen die verschiedenen Variationsmöglichkeiten innerhalb eines Finanzierungsmodells und die möglicherweise daraus resultierenden Probleme beleuchtet werden. Als Abschluss der Arbeit wird die gesetzliche Rentenversicherung in Deutschland behandelt und hierbei wieder Bezug auf die ausgeführten theoretischen Grundlagen genommen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Die Finanzierungsmodelle der Altersversicherung
2.1 Die Funktionsweise des Kapitaldeckungsverfahren
2.2 Die Funktionsweise des Umlageverfahrens
3. Vergleich der Wohlfahrt in beiden Modellen
3.1 Marktzins und interne Rendite
3.2 Die kleine offene Volkswirtschaft
3.3 Die geschlossene Volkswirtschaft und das Mackenroth Theorem
4. Die weiteren Vor- und Nachteile beider Verfahren
4.1 Ausgestaltungsmöglichkeiten
4.2 Moral Hazard und Adverse Selektion
4.3 Investitionssicherheit
5. Die gesetzliche Rentenversicherung in Deutschland
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Ziel dieser Arbeit ist ein fundierter Vergleich der zwei Rentenfinanzierungsmethoden Kapitaldeckungsverfahren und Umlageverfahren unter Berücksichtigung ökonomischer Wohlfahrtseffekte, struktureller Ausgestaltungsmöglichkeiten und politischer Rahmenbedingungen.
- Theoretische Modellierung des Kapitaldeckungs- und Umlageverfahrens
- Analyse der Wohlfahrtseffekte basierend auf Marktzins und interner Rendite
- Diskussion des Mackenroth-Theorems im Kontext geschlossener Volkswirtschaften
- Untersuchung von Moral Hazard, Adverse Selektion und Investitionssicherheit
- Beurteilung der gesetzlichen Rentenversicherung in Deutschland vor dem Hintergrund des demographischen Wandels
Auszug aus dem Buch
Die Funktionsweise des Kapitaldeckungsverfahrens
Wählt man das Kapitaldeckungs-, oft auch Kapitalstockverfahren genannt, zur Finanzierung der Altersversicherung, so bedeutet dies im Kern, dass während sich die Versicherten in der Phase ihrer Erwerbstätigkeit befinden, ein Teil des Gehalts verwendet wird, um einen Kapitalstock zu bilden, der ihnen im Ruhestand mit der entsprechenden Verzinsung wieder ausgezahlt wird.
Zur Modellierung dieses Verfahrens teilt man zunächst zwei Phasen ein. Am Anfang des Lebenszyklus des Individuums steht die Phase der Erwerbstätigkeit, in der es ein Einkommen erwirtschaftet, das sich aus der Lohnhöhe multipliziert mit der Arbeitszeit ergibt und mit dem es seinen Konsum während dieser Phase finanziert. Die zweite Phase im Lebenszyklus des Individuums ist die Ruhestandsphase, welche mit t+1 bezeichnet wird; der Konsum in dieser Phase dem entsprechend mit. Seine Arbeitszeit wird als exogene Variable behandelt. Die in der Periode t am Kapitalmarkt angelegten Beiträge zur Altersversicherung werden in der Periode t+1 verzinst. r_t+1 repräsentiert also die Verzinsung, die über die Anlagedauer erzielt wurde. Die Zielfunktion in diesem Modell ist die Maximierung des Nutzens U des Individuums, der sich aus dem Nutzen aus dem Konsum in den beiden Phasen zusammensetzt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung definiert das Ziel der Arbeit, die beiden Rentenfinanzierungsmethoden zu vergleichen und deren Eignung unter verschiedenen politischen und wirtschaftlichen Bedingungen zu bewerten.
2. Die Finanzierungsmodelle der Altersversicherung: Dieses Kapitel legt die theoretischen Grundlagen des Kapitaldeckungs- sowie des Umlageverfahrens dar und erläutert deren mathematische Modellierung und Funktionsweise.
3. Vergleich der Wohlfahrt in beiden Modellen: Hier wird untersucht, unter welchen Bedingungen die interne Rendite oder der Marktzins das bevorzugte Finanzierungssystem bestimmt, wobei zwischen offener und geschlossener Volkswirtschaft differenziert wird.
4. Die weiteren Vor- und Nachteile beider Verfahren: Das Kapitel behandelt Aspekte wie Ausgestaltungsmöglichkeiten, das Risiko von Moral Hazard und Adverse Selektion sowie Fragen der Investitionssicherheit.
5. Die gesetzliche Rentenversicherung in Deutschland: Abschließend wird die reale Situation der gesetzlichen Rentenversicherung vor dem Hintergrund demographischer Herausforderungen und der theoretischen Erkenntnisse analysiert.
Schlüsselwörter
Altersversicherung, Kapitaldeckungsverfahren, Umlageverfahren, Rentenfinanzierung, Wohlfahrtseffekte, interne Rendite, Mackenroth-Theorem, Risikoausgleich, Moral Hazard, Adverse Selektion, demographischer Wandel, Äquivalenzprinzip, gesetzliche Rentenversicherung, Kapitalmarkt, Generationenvertrag
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit den ökonomischen Vor- und Nachteilen der zwei gängigen Methoden zur Finanzierung der Altersvorsorge: dem Kapitaldeckungsverfahren und dem Umlageverfahren.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die theoretische Modellierung der Finanzierungsarten, der Vergleich ihrer Wohlfahrtseffekte, institutionelle Ausgestaltungsfragen und die Anwendung auf das deutsche Rentensystem.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, wissenschaftlich zu begründen, welches Finanzierungsmodell unter welchen volkswirtschaftlichen Rahmenbedingungen (z. B. demographischer Wandel, Zinsniveau) als vorteilhafter einzustufen ist.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt die ökonomische Modellbildung (unter anderem Modelle überlappender Generationen) sowie eine Literaturanalyse bestehender theoretischer und empirischer Studien.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Funktionsweise der Modelle, vergleicht sie anhand der Kriterien Marktzins und Rendite und diskutiert die Probleme von Moral Hazard, Adverse Selektion sowie Investitionssicherheit.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Kapitaldeckungsverfahren, Umlageverfahren, interne Rendite, demographischer Wandel und das Äquivalenzprinzip.
Welche Rolle spielt das Mackenroth-Theorem in der Argumentation?
Das Theorem dient als kritischer Gegenentwurf, der behauptet, dass in einer geschlossenen Volkswirtschaft Kapitaldeckung letztlich nur eine Variante der Umlagefinanzierung sei, da Sozialaufwand immer aus dem aktuellen Volkseinkommen stammt.
Wie bewertet der Autor die Adverse Selektion in der Altersvorsorge?
Der Autor stellt unterschiedliche wissenschaftliche Positionen gegenüber: Während einige Forscher die Gefahr der Adversen Selektion bei freiwilligen Rentenverträgen aufgrund unterschiedlicher Lebenserwartungen betonen, ziehen andere dies mit dem Argument der Informationsasymmetrie zu Beginn der Erwerbsphase in Zweifel.
- Citar trabajo
- Jan Pohlmann (Autor), 2017, Die Finanzierung der Altersversicherung. Die Vor- und Nachteile des Kapitaldeckungs- und des Umlageverfahrens, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/490795