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Benachteiligung von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund im deutschen Schulsystem

Titel: Benachteiligung von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund im deutschen Schulsystem

Examensarbeit , 2017 , 64 Seiten , Note: 2,3

Autor:in: Hülya Karadag (Autor:in)

Pädagogik - Schulwesen, Bildungs- u. Schulpolitik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Das Thema der Benachteiligung von Lernenden mit Migrationshintergrund im Schulsystem der Bundesrepublik Deutschland hat seit der Publizierung der Ergebnisse von Studien nationaler und internationaler Dimension eine umfassende Debatte in der (Fach-)Öffentlichkeit initiiert. Seit dem PISA-Schock im Jahr 2000 wissen wir, dass eine Reihe von Schieflagen im hiesigen Bildungssystem gegeben ist, in deren Mittelpunkt die allochthonen Schulkinder stehen.

Ob im Alltag, in den Medien oder in der Bildungspolitik, häufig gelangt zu Gehör, dass Migrantenkinder und -jugendliche die "Bildungsverlierer" sind. Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund, vor allem, wenn sie bildungsfernen Familien entstammen, können ihren Startnachteil im Laufe ihrer Bildungskarriere nur schwer überwinden, wodurch sie eben zu sogenannten Bildungsverlierern werden.

Ziel der Arbeit ist es, den Istzustand, d. h. die Schulsituation und die damit verbundenen Schulleistungen sowie den
Kompetenzzustand dieser Zielgruppe im deutschen Schulsystem, zu beleuchten. Es wird danach gestrebt, hierfür plausible Erklärungen bereitzustellen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Migration: Umfang des Phänomens in Deutschland, begriffliche Abgrenzung und Herausarbeitung charakteristischer Merkmale

2.1 Umfang und zentrale Eigenschaften der Migration in Deutschland

2.2 Der Terminus Migrant

2.3 Migration und Pädagogik: Der Übergang von der „Ausländerpädagogik“ zur „interkulturellen Pädagogik“

3 Migration und Schule: Die Situation allochthoner Kinder und Jugendlicher im deutschen Schulsystem

3.1 Bildungsbeteiligung der zugewanderten Schülerschaft im Vergleich zu deutschen Kindern / Jugendlichen an verschiedenen Schultypen der Sekundarstufe

3.2 Abgänger / -innen und Absolventen / -innen mit und ohne Migrationshintergrund an allgemeinbildenden Schulen

3.3 Schulleistungsstudien

3.3.1 Konzeption und Ergebnisse der Schulleistungsstudie IGLU

3.3.2 Resultate der Schulleistungsstudien PISA

4 Ursachen für die Benachteiligung von Schülern und Schülerinnen mit Migrationshintergrund im Schulsystem der Bundesrepublik Deutschland

4.1 Familiäre Zusammenhänge

4.2 Institutionelle Diskriminierung

4.3 Sprachliche Defizite

5 Voraussetzungen für eine erfolgreiche Schullaufbahn

5.1 Die Rolle der vorschulischen Bildung

5.2 Die Bedeutung der Sprache im monolinguistischen Schulsystem

6 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Benachteiligung von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund im deutschen Schulsystem, um die Ursachen dieses Phänomens zu ergründen und Voraussetzungen für eine erfolgreichere Bildungskarriere abzuleiten.

  • Analyse der Migrationsphänomene und ihrer begrifflichen Einordnung in Deutschland.
  • Untersuchung der Bildungsbeteiligung und Schulleistungen von Migrantenkindern im Vergleich zu deutschen Schülern.
  • Kategorisierung der Ursachen für Benachteiligungen in familiäre, institutionelle und sprachliche Faktoren.
  • Evaluation von Maßnahmen wie vorschulischer Bildung und Sprachförderung.
  • Diskussion über die Notwendigkeit einer Abkehr vom monolinguistischen Schulmodell.

Auszug aus dem Buch

3.3.1 Konzeption und Ergebnisse der Schulleistungsstudie IGLU

Entwickelt wurde die IGLU-Studie als eine internationale Vergleichsstudie. Im Jahr 2001 wurde sie zum ersten Mal durchgeführt (ein Jahr später als die erste PISA-Studie). Sie beschränkte sich auf Grundschulen, insbesondere die Schülerschaft der vierten Klasse. Ausgerichtet wurde die Studie vor allem auf das Leseverständnis. Für die Leistungstests fanden Fragebögen Verwendung. Damit das Gesamtbild besser in Augenschein genommen werden konnte, wurden auch für Lehrer, Schulleitung und Eltern Fragebögen entwickelt. Auf diese Weise konnten die Studieninitiatoren klären, ob Leistungsunterschiede im Leseverständnis der befragten Grundschülerinnen und -schüler mit deutschen und mit zugewanderten Elternteilen bestehen und wie stark diese ausgeprägt sind.

Untermauert werden kann, dass diese IGLU-Studie bestätigt, dass die befragten Schülerinnen und Schüler beim Leserverständnis gut abschneiden. Ihr Kompetenzniveau kann dem Vergleich zu demjenigen, das bei den europäischen Nachbarn erreicht wird, allemal standhalten. Positiv zu vermerken ist fernerhin, dass das besagte gute Niveau für weite Teile der Schülerschaft erreicht wird und nicht nur für ein bestimmtes Schülersegment.

Was die Situation der Migrantenkinder betrifft, ist das zentrale Resultat, dass die Grundschüler und -schülerinnen deutscher Eltern gegenüber Migrantenkindern einen Leistungsvorsprung beim Leseverständnis besitzen, weswegen sie in der Schule erfolgreicher sind. Anders formuliert: Kinder von Zuwanderern schneiden beim Leseverständnis, aber auch bei der miterfassten naturwissenschaftlichen und mathematischen Kompetenz schlechter ab als ihre deutschen Gegenparts.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die bildungspolitische Debatte um benachteiligte Migrantenkinder und stellt das persönliche Interesse sowie die Forschungsfrage der Arbeit vor.

2 Migration: Umfang des Phänomens in Deutschland, begriffliche Abgrenzung und Herausarbeitung charakteristischer Merkmale: Dieses Kapitel definiert den Begriff Migration, klassifiziert verschiedene Migrantengruppen und diskutiert pädagogische Ansätze im historischen Wandel.

3 Migration und Schule: Die Situation allochthoner Kinder und Jugendlicher im deutschen Schulsystem: Hier wird die Bildungsbeteiligung und der Leistungsstand von Migrantenkindern anhand internationaler Studien analysiert und mit der Situation deutscher Kinder verglichen.

4 Ursachen für die Benachteiligung von Schülern und Schülerinnen mit Migrationshintergrund im Schulsystem der Bundesrepublik Deutschland: Dieses Kapitel identifiziert familiäre Hintergründe, institutionelle Diskriminierung und sprachliche Defizite als zentrale Ursachen der Benachteiligung.

5 Voraussetzungen für eine erfolgreiche Schullaufbahn: Es werden Strategien zur Verbesserung der Situation erörtert, insbesondere die Bedeutung der vorschulischen Bildung und die notwendige Anpassung des monolinguistischen Schulsystems.

6 Fazit: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse der Arbeit zusammen und plädiert für eine Bildungspolitik, die Mehrsprachigkeit als Chance begreift und Diskriminierung abbaut.

Schlüsselwörter

Migration, Migrationshintergrund, Bildungssystem, Schulleistungsstudien, Benachteiligung, Bildungsbeteiligung, Interkulturelle Pädagogik, Sprachdefizite, Institutionelle Diskriminierung, Schulerfolg, PISA-Studie, IGLU-Studie, Bildungsverlierer, Bildungsaspiration, Mehrsprachigkeit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Hausarbeit grundlegend?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der Benachteiligung von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund im deutschen Bildungssystem und untersucht die Gründe für ihre oft schlechteren Bildungschancen.

Welche zentralen Themenfelder deckt die Untersuchung ab?

Die Arbeit behandelt die Definition von Migration, die Bildungsbeteiligung in verschiedenen Schulformen, die Ergebnisse internationaler Schulleistungsstudien sowie Ursachen wie Sprache, Herkunft und Diskriminierung.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die zentrale Forschungsfrage lautet, wie die Benachteiligung von Schülern mit Migrationshintergrund im deutschen Schulsystem zu erklären ist und welche Voraussetzungen geschaffen werden sollten, um diese zu mindern.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Arbeit ist theoretisch auf dem Sockel einer Sekundäranalyse aufgebaut und verwendet methodisch eine umfassende Literaturrecherche.

Was ist der inhaltliche Schwerpunkt des Hauptteils?

Der Hauptteil analysiert die Schulsituation anhand von Statistiken und Studien, erörtert die Ursachen für die Benachteiligung (familiär, institutionell, sprachlich) und diskutiert Lösungsansätze.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Die wichtigsten Schlagworte sind Bildungsbenachteiligung, Migrationspädagogik, Sprachförderung, Schulleistungsstudien (PISA/IGLU) und die Kritik am monolinguistischen Schulmodell.

Welche Rolle spielt das Einreisealter für den schulischen Erfolg?

Die Arbeit stellt fest, dass ein frühes Einreisealter positive Auswirkungen auf die schulische Entwicklung hat, da es einen längeren Zeitraum für die Integration und den Spracherwerb ermöglicht.

Warum wird die Selektionsfunktion des deutschen Schulsystems kritisiert?

Das Schulsystem wird kritisiert, weil die frühe Selektion nach der Grundschulzeit in wichtigen Entwicklungsphasen dazu führt, dass Kinder mit Migrationshintergrund überproportional häufig auf Schulformen mit niedrigerem Abschluss verwiesen werden.

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Details

Titel
Benachteiligung von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund im deutschen Schulsystem
Hochschule
Universität Paderborn
Note
2,3
Autor
Hülya Karadag (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2017
Seiten
64
Katalognummer
V490920
ISBN (eBook)
9783668959101
ISBN (Buch)
9783668959118
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Schule Benachteiligung Migration IGLU PISA Sprache Deutsch als Zweitsprache Diskriminierung Interkulturelle Pädagogik Ausländerpädagogik
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Hülya Karadag (Autor:in), 2017, Benachteiligung von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund im deutschen Schulsystem, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/490920
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Leseprobe aus  64  Seiten
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