Multinationale Unternehmen und Außenhandel. Ausländische Direktinvestitionen und der OLI-Ansatz


Hausarbeit (Hauptseminar), 2019
22 Seiten, Note: 1,3

Leseprobe

Gliederung

I. Abstract

II. Abbildungsverzeichnis

III. Gliederung

1. Einleitung

2. Multinationale Unternehmen und Außenhandel
2.1. Definitionen: Multinationales Unternehmen und Direktinvestitionen
2.2. Theorien der Internationalisierung
2.2.1. Theorien des internationalen Handels
2.2.2. Theorien der internationalen Direktinvestitionen

3. Ausländische Direktinvestitionen – Ansätze, Gründe und Folgen
3.1. Die Grundlagen des OLI – Ansatzes und Begründung von Direktinvestitionen
3.2. Verhältnis von Außenhandel und Direktinvestitionen
3.3. Vertikale und horizontale Direktinvestitionen

4. Bewertungsperspektiven und Folgen von Direktinvestitionen

5. Fazit und Ausblick

6. Literaturverzeichnis

I. Abstract

In dieser wissenschaftlichen Arbeit geht es um die Analyse von verschiedene Formen der Direktinvestitionen und die Gründe warum Multinationalen Unternehmen diese tätigen, sowie deren positiven und negativen Folgen und Effekte, welche aus verschiedenen Perspektiven (die des Unternehmens, des Herkunftsland, des Ziellandes und der aus globaler Sicht) beleuchtet werden. Im Fokus der Direktinvestitionsarten steht der OLI-Ansatz.

II. Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1 Formen von Direktinvestitionen

Abbildung 2 Theorien des internationalen Handels

Abbildung 3 Theorien der internationalen Direktinvestitionen

Abbildung 4 Entscheidungsmatrix (Auslandstätigkeit)

Abbildung 5 Verhältnis von Außenhandel zu FDIs

Abbildung 6 Bewertungsperspektiven von Direktinvestitionen

Abbildung 7 Vorteile im Rahmen des OLI-Paradigmas

Abbildung 8 Beispiele für wirtschaftliche Folgen von Direktinvestitionen in Herkunfts- und Zielländern

1. Einleitung

Die Chance und gleichzeitig das Risiko der Globalisierung beherrscht seit Langem und immer wieder die Medien, die Politik und Nahe zu alle Bereiche der Wissenschaft. Dies hat zu vielen und wiederkehrenden Konflikten über die positiven und negativen Folgen der weltweiten Verflechtungen der Wirtschaft geführt. Die ausländischen Direktinvestitionen haben in den letzten drei Jahrzehnten stark zugenommen, weshalb sie als treibende Kraft des Globalisierungsprozesses gesehen werden.1

In dieser schriftlichen Ausarbeitung werden die Gründe, Chancen und Risiken, sowie die Folgen und Effekte von ausländischen Direktinvestitionen (u.a. mit Hilfe des OLI –Ansatzes) analysiert und aus verschiedenen Perspektiven betrachtet.

Der Hauptteil dieser Ausarbeitung ist in drei Kapitel untergliedert. Im ersten werden die Begrifflichkeiten (Multinationale Unternehmen und Direktinvestitionen) definiert, sowie der historische Prozess der Internationalisierung, unterteilt in Theorien des internationalen Handels und Theorie der internationalen Direktinvestitionen, kurz zusammengefasst. Aufgrund der Fokussierung auf den OLI-Ansatz werden nur zwei Theorien des internationalen Handels und zwei der internationalen Direktinvestitionen erklärt, unter anderem, um dessen Schwächen aufzuzeigen.

Der zweite Teil befasst sich mit dem OLI – Ansatz und wie durch diesen versucht wird den Praxisbezug herzustellen, welcher bei den traditionellen Außenhandelstheorien teilweise fehlt. Im letzten Kapitel des Hauptteils wird auf die positiven und negativen Folgen von Direktinvestitionen für das Herkunfts- und das Zielland, sowie die Folgen auf globaler Ebene eingegangen.

Abschließend wird ein Fazit für diese drei Hypothesen gezogen:

1. Multinationale Unternehmen verfolgen mit ihren Strategien ausschließlich das Ziel ihren Profit zu steigern.
2. Multinationale Unternehmen können sowohl Problemverursacher, als auch Lösungspartner sein.
3. Ausländische Direktinvestitionen sind die treibende Kraft der Globalisierung.

2. Multinationale Unternehmen und Außenhandel

2.1 Definit ionen: Mult inationales Untern ehmen u nd Direkti nvesti ti onen

Laut Bundeszentrale für politische Bildung sind multinationale Unternehmen:

„international tätige Unternehmen, die durch Tochtergesellschaften oder Betriebsstätten sowie Niederlassungen in zahlreichen Staaten präsent sind. Ihre Absatzmärkte sind auf mehrere Länder verteilt und sie steuern ihre Aktivitäten von einer Zentrale im Heimatland aus.“ 2

Die OECD Definition für Multinationale Unternehmen (MNU) umfasst seit 2010 folgende Punkte:

„They usually comprise companies or other entities established in more than one country and so linked that they may coordinate their operations in various ways.

W h ile one or more of these entities may be able to exercise a significant influence over the activities of others, their degree of autonomy within the enterprise may vary widely from one multinational enterprise to another. Ownership may be private, state or mixed.“ 3

Multinationale Unternehmen kennzeichnen sich durch mindestens zwei Produktionsstätten in zwei unterschiedlichen Ländern aus. Sie werden von Unternehmen unterschieden, die in einem Land produzieren und von diesem ihre Produkte in andere exportieren. 4

Die Definition für Direktinvestitionen von Bütler lautet:

„Direktinvestitionen (foreign direct investment) sind grenzüberschreitende Kapitalinvestitionen mit dem Ziel der Einflussnahme auf die Geschäftspolitik eines ausländischen Unternehmens.“5

Direktinvestitionen unterscheiden sich von Portfolioinvestitionen (s. Abb. 1), welchen ein kurzfristiger und spekulativer Charakter zugeschrieben wird, ein Beispiel dafür ist der Erwerb von ausländischer Wertpapieren. Beide Investitionsarten können sachlich gesehen aber nicht vollständig voneinander abgegrenzt werden.6

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1 Formen von Direktinvestitionen 7

Direktinvestitionen weißen im Gegensatz zu Portfolioinvestitionen folgende drei Eigenschaften auf:

1. FDIs haben finanzielle Anteile eines Investors (an einem Unternehmen) im Ausland zum Gegenstand
2. Grundelement der Zielsetzung ist es einen dauerhaften Einfluss auf die Geschäftspolitik des Unternehmens zu haben
3. wenn die Beteiligung ≤ 10 % des Kapitdes Unternehmens im Zielland einnimmt ist laut internationalen Standards von dauerhaften Einfluss die Rede 8

Die weltweit getätigten Direktinvestitionen gelten zusammen mit den Weltexporten und Weltimporten als aussagekräftigster Indikator für die Globalisierung.9

Multinationale Unternehmen tätigen Direktinvestitionen unter anderem, um neue Märkte zu erschießen, um Kostenvorteile auszunutzen (Kosteneinsparungen und Subventionen) und/oder um den Technologievorsprung im Zielland zu sichern.10

Formen der Direktinvestition können unter anderem eine Zweigstelle, ein Tochterunternehmen, Franchising, Lizenzierung, Joint Venture oder ein dauerhaftes Darlehen an ein ausländisches Unternehmen sein.11

2.2. Inte rnati onali sierun gsproz ess

2.2.1. Theorien des internationalen Handels

Die Abbildung 2 ist in Anlehnung an die Clustereinteilung von Kutschker und Schmid entstanden. Diese besagen, dass zu den Theorien des internationalen Handels der Merkantilismus, die Theorien der absoluten und komparativen Kostenvorteile, das Faktor-Proportionen- Theorem, der (Nicht-)Verfügbarkeits- Ansatz, die Theorie der technologischen Lücke, die Lernkurven-Theorie und die Nachfragestruktur-Hypothese gehören.12

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2 Theorien des internationalen Handels 1

Allerdings ist es ein Faktum, dass es keinen übergreifenden Gesamtansatz zur Begründung internationaler Tätigkeiten von Unternehmen gibt. 13

Aufgrund des Begrenzten Umfangs dieser Ausarbeitung wird anhand von zwei Theorien aufgezeigt in wie fern der Realitätsbezug der Theorien eingeschränkt ist.

Theorie des Merkantilismus:

Gilt als die erste Theorie des internationalen Handels und baut auf der These auf, dass sich der Wohlstand eines Landes durch Außenhandel erhöht. Je höher der erwirtschaftete Außenhandelsüberschuss, desto höher der Wohlstand. Der Überschuss wurde früher in Goldeinheiten berechnet: für das Exportgeschäften hat man Gold erhaltenen und für Importgeschäfte musste Gold gezahlt werden. Aus dem Gold der Export- und dem gezahlten Gold für die Importgeschäfte wurde eine Differenz errechnet. Ziel war die Aktivierung der Exporte durch (staatliche) Subventionen und das Verringern von Importe durch Besteuerung und/oder Zölle (Protektionismus). 14

Die daraus erfolgende Denkweise des Merkantilismus ist, dass Außenhandel ein Nullsummenspiel ist. Die Begründung dafür ist, dass Länder (wie z.B. die ehemaligen Kolonialmächte) ihren Wohlstand zulasten anderer Länder (z.B. der ehemaligen Kolonien) vergrößern können. 15

Das Kernproblem des Merkantilismus besteht in der Auswirkung der Folgen, wenn der Großteil der Nationen den Maximen des Merkantilismus nachkommen: es werden außerordentlich hohe Subventionierung für Exporten ausgesprochen und parallel dazu wird sich gegen Importe verbarrikadiert. Durch diese Kombination würde der internationale Handel mit massiven Einschränkungen zu rechnen haben.16

Theorie der absoluten Kostenvorteile

Die auf Adam Smith zurückzuführende Theorie identifiziert den absoluten Kostenvorteil eines Landes in deren Fähigkeit, ein Produkt effizienter produzieren zu können als ein anderes Land. Dieses Land hat also einen absoluten Kostenvorteil, weil es einen größeren Output eines Produktes oder eines Service produzieren kann, als andere bei gleichem oder niedrigerem Input. 17

Dementsprechend ist es laut Smith, am sinnvollsten sich auf das Produkt zu konzentrieren, bei welchem man den Kostenvorteil hat und importiert die Produkt bei denen das Land keine Kostenvorteile genießt (Zweiprodukt-Zweiland-Beispiel). Die positiven Folgen aus diesen Spezialisierungsvorteilen sind Wohlstandsgewinne (z.B. höhere Lebensstandards) und der Größendegressionseffekt (niedrigere Stückkosten). 18

Durch die Theorie der absoluten Kostenvorteile wird die Theorie des Merkantilismus aufgehoben, da bewiesen wird, dass der internationale Handel kein Nullsummenspiel ist, sondern im Gegenteil beide Partner durch den Handel Gewinne erzielen. Hinzu kommt, dass im Gegensatz zum Merkantilismus für offene Märkte plädiert wird.

Eines der größten Probleme für diese Theorie stellt der Fall dar, wenn ein Land weder Produkte noch einen Service herstellt/bereitstellt.

2.2.2. Theorien der internationalen Direktinvestitionen

Im Folgenden werden zwei der vier internationalen Direktinvestitionstheorien erklärt und dessen Kernprobleme im Bereich der Praxis aufgezeigt.

Theorie des monopolistischen Vorteils

Diese Theorie basiert auf den Arbeiten von Hymer und Kindleberger. Sie besagt, dass für Tochtergesellschaften ausländischer Unternehmen, um dessen vorläufigen Wettbewerbsnachteil ausgleichen zu können und ihre damit verbundenes Überleben zu sichern, ein Land spezifische monopolistische Vorteile aufweisen muss.19

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 3 Theorien der internationalen Direktinvestitionen

Diese vorläufigen Nachteile haben folgende Ursprünge:

1. wegen geringerer Kenntnisse und Erfahrungen bezüglich des marktlichen, politischen und regulatorischen Umfeldes sind die Informationskosten und Risiken höher
2. benachteiligende Methoden im Gastland, speziell in Form von steuer-, arbeits- und devisenrechtlicher Angelegenheiten
3. Wechselkursrisiken im Rahmen der Gewinnrückführung
4. aufgrund der räumlicher Entfernung zwischen der Mutter- und der im Ausland befindlichen Tochtergesellschaft kann es zu hohen Kommunikations- und Koordinations- kosten kommen

Die Marktunvollkommenheiten werden als Notwendigkeit für die Nutzung monopolistischer Vorteile gesehen (von den Vertretern dieser Theorie). Dies beinhalten unter anderem die Anwendung von Skaleneffekten bei der Massenproduktion und Markteintrittsbarrieren und die unvollkommenen Faktor- und Gütermärkte.20

Es ist allerdings zu kritisieren, dass Marktformen, wie zum Beispiel das Exportgeschäft sich dieser Argumentation entziehen. Wodurch inkriminiert wird, dass Produkte, die im Inland (Land Mutterkonzerns) hergestellt worden sind teurer sein müssen, als Produkte, die aus einer Auslandsproduktion kommen. Hinzu kommt, dass Zusatzkosten, wie zum Beispiel Transportkosten, Produktanpassungen etc. die Wettbewerbsvorteile und Kostenvorteile eliminieren können. 21

Theorie des oligopolistischen Parallelverhaltens

Die Theorie geht auf Knickerbocker zurück und unterstellt Hymer und Kindleberger, dass multinationale Unternehmen vielfach auf oligopolistisch geprägten Märkten agieren und aufgrund dessen ein oligopolistisches Marktverhalten demonstrieren. Deshalb leitet Knickebocker folgende These ab: die Internationalisierungsaktivität eines Oligopolisten führt zur Reaktionen der anderen Oligopolisten. Welches laut Pelitz und Schrank eine Folgerstrategie oder eine Kreuzinvestitionsstrategie auslöst.22

Die Folgerstrategie: eines Erstinvestments, welches von einem Oligopolisten (Leader), in einen ausländischen Markt getätigt worden ist führt andere Oligopolisten dazu selbst eine FDI zu tätigen um ihre Wettbewerbsnachteile auszugleichen.

Die Kreuzinvestitionsstrategie:

wegen eines Erstinvestments des Leaders, wird von den anderen Oligopolisten in dem Herkunftsland des Leaders investiert. Dieser Prozess wird als Wiederherstellung des internationalen Gleichgewichts bezeichnet und es ist gleichzeitig der Versuch die Entstehung internationaler Oligopole abzuleiten.23

Diese Theorie wurde durch einen empirischen Nachweis belegt.24

Das Kernproblem dieser Theorie ist, dass sie nur auf oligopolen Märkten funktioniert und FDIs ausschließlich als defensive Marktreaktion aufgefasst werden.25

3. Ausländische Direktinvestitionen – Ansätze, Gründe und Folgen

3.1. Die Grundla gen des O LI – Ansatz es und Be gr ündung von Direktinvestitionen

Wie schon im vorherigen Kapitel erkenntlich wurde ist der Großteil der Theorien nicht vollständig auf die Praxis übertragbar und kann häufig nur einen gewissen Teil des Marktgeschehens erklären, wobei es immer Bereiche gibt auf die sich die Theorien nicht anwenden lassen.

[...]


1 Vgl. Hemmer, 2001, S.17

2 Bundeszentrale für politische Bildung, 2006

3 OECD, 2010, S. 12

4 Vgl. Krugman / Obstfeld , 2006, S. 218 ff.

5 Büter 2010, S. 117 f.

6 Vgl. Büter 2010, S. 117 f.

7 Vgl. Holwegler/ Trautwein, 1998, S.4

8 Vgl. UNCTAD 2006, S. 294; IMF 1993, S. 86

9 Vgl. Römer, 2008, S. 8

11 Vgl. Endres, 1986, S. 35 ff.

12 Vgl. Kutschker / Schmid, 2011

13 Vgl. Sure, 2017 S. 21

14 Vgl. Perlitz / Schrank, 2013

15 Vgl. Kutschker / Schmid, 2011

16 Vgl. Wild / Wild, 2014

17 Vgl. Wild / Wild, 2014

18 Vgl Kutschker / Schmid, 2011

19 Vgl. Dülfer/ Jöstingmeier, 2008

20 Vgl. Holtbrügge/ Welge, 2015

21 Vgl. Meckl, 2014

22 Vgl. Perlitz/ Schrank , 2013

23 Vgl. Meckl, 2014

24 Vgl. Knickerbocker, 1973

25 Vgl. Meckl, 2014

Ende der Leseprobe aus 22 Seiten

Details

Titel
Multinationale Unternehmen und Außenhandel. Ausländische Direktinvestitionen und der OLI-Ansatz
Hochschule
Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften Fachhochschule Braunschweig/Wolfenbüttel
Note
1,3
Autor
Jahr
2019
Seiten
22
Katalognummer
V490933
ISBN (eBook)
9783668989429
ISBN (Buch)
9783668989436
Sprache
Deutsch
Schlagworte
multinationale, unternehmen, außenhandel, ausländische, direktinvestitionen, oli-ansatz
Arbeit zitieren
Luisa Maack (Autor), 2019, Multinationale Unternehmen und Außenhandel. Ausländische Direktinvestitionen und der OLI-Ansatz, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/490933

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