Kritische Auseinandersetzung mit der Methodik bei einer Befragung

Über die mögliche Vorgehensweise bei einem Forschungsprojekt


Hausarbeit, 2019
21 Seiten, Note: 1,7

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

Formelverzeichnis

1 Einleitung

2 Begriffserklärungen und Abgrenzung

3 Grundlagen
3.1 Entdeckung- und Verwertungszusammenhang (Schritt 1)
3.2 Entscheidung des Forschungsdesigns (Schritt 2)
3.3 Präzisierung der Forschungsfrage und dimensionale Analyse (Schritt 3)
3.4 Hypothesenbildung (Schritt 4)
3.5 Auswahl der Indikatoren und Operationalisierung (Schritt 5)
3.6 Auswahl geeigneter Ergebnisinstrumente (Schritt 6)
3.7 Festlegung der Untersuchungsobjekte und ihrer Auswahl (Schritt 7)
3.8 Entwicklung des Erhebungsinstrumentes (Schritt 8)
3.9 Vorbereitung der Dateneingabe (Schritt 9)
3.10 Datenauswertung (Schritt 10)
3.11 Interpretation der Befunde (Schritt 11)
3.12 Dokumentation des Forschungsprozesses (Schritt 12)
3.13 Zusammenfassung und weiteres Vorgehen

4 Onlinefragebögen

5 Festlegung der Untersuchungsobjekte
5.1 Totalerhebung und Stichprobe
5.2 Stichprobenumfang

6 Subsumption des Ausgangsfalls
6.1 Das Erhebungsinstrument im Anwendungsfall
6.2 Das Untersuchungsobjekt im Anwendungsfall
6.3 Der Stichprobenumfang für den Anwendungsfall

7 Zusammenfassung der Ergebnisse

8 Kritische Reflexion

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Aufbau eines empirisches Forschungsprojektes

Abbildung 2: Arten Stichprobenbeziehung

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: Parameter zur Ermittlung des Stichprobenumfangs

Formelverzeichnis

Forme!!: Stichprobenumfang

Formel2: Berechnung Stichprobenumfang

1 Einleitung

Die neu geschaffenen Medien unserer Zeit sind lange nicht mehr weg zu denken und in unserem alltäglichen Ablauf integriert. Telekommunikation, digitale Medien und vor allem das Internet haben neue Wege und Möglichkeiten geschaffen. Durch den enormen Zuwachs an Datenerfas- sungsmöglichkeiten ergeben sich unter anderem viele Chancen im Bereich der empirischen Da- tenerfassung. So nutzen heute viele Forscher und Entwickler den einfachen Zugang zu einer Viel- zahl von Personen durch das Internet, um ihre Datenbasis zu erhalten. Allzu oft werden hierbei entscheidende Fehler gemacht.

So auch eine Forscherin, welche die Rolle der Gedanken der Nachhaltigkeit beim Kauf von Spiel- zeugen für die Käufer in Deutschland untersucht. Hierzu stellte sie einen Fragebogen ins Internet und kontaktierte sodann ihr gesamtes persönliches Netzwerk. Mit der Bitte um Beantwortung der Fragen und der Weiterleitung des Bogens an Freunde, Bekannte und Verwande erhält sie schließ- lich 505 Antworten.

Diese Arbeit soll das Ziel verfolgen, der Forscherin ein methodisch richtiges Vorgehen aufzeigen. Um das Ziel zu erreichen sollen die Modalziele der Definition von Begriffen, welche für die Arbeit von Bedeutung sind, der Schaffung einer generellen Vorgehensweise mit starkem Bezug auf die- jenigen Aspekte, welche für den oben geschilderten Fall prägnant sind, sowie eine Fehleranalyse erarbeitet werden.

Um diese Ziele umzusetzen soll zunächst die Definition ausschlaggebender Begrifflichkeiten für diese Arbeit erläutert werden. Sodann soll das generelle Vorgehen bei Forschungsprojekten auf- gezeigt werden. Hierzu soll ein direkter Bezug zur Projekterarbeitung mittels Fragebogen geschaf- fen werden. Im weiteren Verlauf sollen die Fehler der Forscherin noch einmal speziell ausgearbei- tet werden und somit ein Überblick gegeben werden, wie ein methodisch richtiges Vorgehen aus- sehen könnte. Abschließend sollen die Zielerreichung und eine Zusammenfassung des Themas einen Überblick der gesamten Arbeit geben.

2 Begriffserklärungen und Abgrenzung

In diesem Abschnitt sollen zunächst einige grundlegende Begriffserklärungen für diese Arbeit ge- geben werden.

Zunächst soll auf den Begriff der empirischen Forschung eingegangen werden. „Empirie“ kommt aus dem altgriechischen (empeiria) und bedeutet so viel wie „Erfahrung“, „langjährige Übung“, „Fertigkeit“ oder „Kenntnis“1. Die empirische Forschung lässt sich daher in ´wissenschaftliche Erfahrungen machen` übersetzen. Sie ist eine Methode, welche durch systematische Datenerhe- bungen, Auswertungen und Interpretationen Erkenntnisse und Aussagen über reale Sachverhalte gewinnt. Der Unterschied empirischer Forschungen zu anderen wissenschaftlichen Lösungsansät- zen ergibt sich aus der Überprüfung der Hypothesen in der Realität2. Im Zentrum der empirischen Forschung steht folglich eine empirische Datenerhebung, welche mittels Befragung (Interview, Fragebogen, etc.)3, empirischer Inhaltsanalyse (Frequenzanalyse, Valenzanalyse, Intensitätsana- lyse, Kontingenzanalyse4 ) oder Beobachtungen5 ihre Datenpakete gewinnt.

Für diese Arbeit stellt die Befragung in Form von Fragebögen einen besonderen Fokus dar. Aber auch abgesehen von diesem Aspekt ist der Fragebogen sicherlich einer der am häufigsten genutz- ten Erhebungsinstrumente6. Der Fragebogen zeichnet sich durch seine breitgefächerte, ökologi- sche Einsetzbarkeit, aus da in vergleichsweise kurzer Zeit eine Vielzahl von Objekten befragt wer- den kann. Des Weiteren hat er zwei Grundprinzipen. Zum einen werden Personen direkt zu Ant- worten stimuliert zum anderen entsteht kein Effekt des willkürlichen Befragens. Der Fragebogen hat das Ziel Sachverhalte systematisch zu erfassen.7

3 Grundlagen

Abbildung 1 zeigt zunächst den generellen Aufbau eines empirischen Forschungsprojektes. Im folgenden Abschnitt soll auf die einzelnen Schritte kurz eingegangen werden. Im nächsten Kapitel soll dann auf die prägnanten Schritte für den vorgegebenen Fall näher eingegangen werden. Die einzelnen Phasen sind unterschiedlich stark zu gewichten und nicht starr voneinander abgrenzbar. Teilweise können Überschneidungen vorkommen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Aufbau eines empirisches Forschungsprojektes8

3.1 Entdeckung- und Verwertungszusammenhang (Schritt 1)

Beim Entdeckungszusammenhang geht es um den Weg, wie man zur Forschungsfrage gelangt ist und dem Aufzeigen dieses Weges9. Beim Verwendungszusammenhang geht es um den Zweck des Forschungsprojektes10. Im Rahmen dieses Abschnittes werden also Fragen nach der Forschungs- frage selbst, deren Bedeutung, deren Berührung von Interessen und deren Quelle aufgeworfen.

3.2 Entscheidung des Forschungsdesigns (Schritt 2)

In diesem Abschnitt wird die grundlegende Methodik des Forschungsprojektes festgelegt. Es wird Bezug zur Datenerhebung, Datenauswertung und Dateninterpretation genommen. Dieser Ab- schnitt hat folglich einen erheblichen Einfluss auf das gesamte Forschungsprojekt11.

3.3 Präzisierung der Forschungsfrage und dimensionale Analyse (Schritt 3)

In diesem Abschnitt wird die Forschungsfrage weiter präzisiert und gegebenenfalls in Unterfragen zerlegt. Die Fragen selbst sollen hierbei handhabbar und messbar werden. Des Weiteren sollen besonders bedeutsame Aspekte herausgearbeitet werden. Zusammenfassend lässt sich also sagen, dass die Untersuchungsdimensionen des Forschungsprojektes genannt werden sollen12.

3.4 Hypothesenbildung (Schritt 4)

Mit der Hypothesenbildung findet der Start eines empirisch-qualitativ orientierten Forschungspro- jektes statt. Es geht darum eine spezifische Aussage darüber zu erlangen, was erforscht werden soll. Generelle Aussagen reichen an dieser Stelle nicht mehr aus. Als Grundlage dient eine Litera- turanalyse, um den aktuellen Wissens- und Forschungsstand zu ermitteln13.

3.5 Auswahl der Indikatoren und Operationalisierung (Schritt 5)

Indikatoren umfassen beobachtbare Hinweise auf reale Tatbestände14. Die Operationalisierung be- schäftigt sich mit der Findung von Wegen der Messung von Indikatoren. Sie fragt also nach dem „was gemessen wird“15. Die Auswahl der Indikatoren und der Operationalisierung sind der Inhalt dieses Abschnittes.

3.6 Auswahl geeigneter Ergebnisinstrumente (Schritt 6)

In diesem Abschnitt kann auf sekundärstatistische Datenerhebung zurückgegriffen werden. Hier- bei wird auf bestehende Daten Bezug genommen. Bei der Erschöpfung dieser Mittel ist es jedoch notwendig eigene Daten zu erheben. Hierbei spricht man von primärstatistischer Datenerhebung. In Frage kommen hierbei Interviews, schriftliche Befragungen, Gruppendiskussionen, Beobach- tungen, Experimente und vieles mehr. Die Auswahl eines geeigneten Erhebungsverfahrens ist in diesem Abschnitt das Ziel16.

3.7 Festlegung der Untersuchungsobjekte und ihrer Auswahl (Schritt 7)

In diesem Abschnitt werden die Untersuchungsobjekte bestimmt. In der Regel zählen hierzu Per- sonen oder Personengruppen. Nach dieser Wahl muss der Umfang der Befragten definiert werden. Bei zu vielen Personen ist auf eine Stichprobenbefragung über zu gehen17.

3.8 Entwicklung des Erhebungsinstrumentes (Schritt 8)

Nun wird der Fragebogen entwickelt und in einem Pretest überprüft. Die Erkenntnisse aus dieser Vorprüfung werden in den Fragebogen implementiert, um schließlich die tatsächliche Befragung bestmöglichst durchführen zu können18.

3.9 Vorbereitung der Dateneingabe (Schritt 9)

Heutzutage wird auf die aktive Nutzung von Computern kaum noch verzichtet. So wird an dieser Stelle ein Rechner zur Unterstützung hinzugezogen. Eine Dateneingabe, Datenauswertung und Dateninterpretation wird so ohne Rechenfehler ermöglicht. Der Einsatz von Codierungen der Fra- gebogenergebnisse wird hierdurch jedoch notwendig19.

3.10 Datenauswertung (Schritt 10)

Die Datenauswertung ist ein sehr umfangreicher Abschnitt und gliedert sich nochmals in mehrere Unterpunkte. Von dieser ausführlichen Betrachtung wird an dieser Stelle abgesehen. Im Zentrum steht die Verdichtung des Datenbestandes, um die zentralen Informationen ersichtlich zu machen. Dem gegenüber steht jedoch der Verlust von Informationen durch zu starke Datenreduktion20.

3.11 Interpretation der Befunde (Schritt 11)

Nun findet eine theoretisch begründete Interpretation der Auswertungsergebnisse statt. Des Wei- teren sollten die Hypothesen aus Schritt vier überprüft werden21.

3.12 Dokumentation des Forschungsprozesses (Schritt 12)

Bei der Dokumentation ist darauf zu achten, dass neben der Ergebnisdokumentation der Daten- analyse auch auf eine Vorgehensdokumentation zu achten ist. Der Bezug zur grundlegenden The- orie sollte dabei nicht aus den Augen verloren werden22.

3.13 Zusammenfassung und weiteres Vorgehen

Im Grundlagenteil konnte der Forscherin zunächst eine generelle Übersicht gegeben werden. Im Hinblick auf den Fall der Forscherin erscheinen einige oben beschriebene Aspekte von besonderer Bedeutung zu sein. Zunächst stellt sich die Frage, ob die Forscherin in Schritt 6 das richtige Erhe- bungsinstrument gewählt hat. Hierzu sollen im Folgenden die Grundlagen für die Entscheidung eines Onlinefragebogens aufgezeigt werden. Auf alternative Erhebungsinstrumente wird gezielt nicht eingegangen. Hinsichtlich der Festlegung des Untersuchungsobjektes (Schritt 7) soll der For- scherin im darauffolgenden Kapitel nochmals eine ausführlichere Darstellung gegeben werden. Die weitergehende Methodik für ihr Projekt wurde vorangestellt, bereits kurz aufgezeigt und wird im Folgenden nicht weiter im Detail erläutert.

4 Onlinefragebögen

Onlinefragebögen werden auf Servern eines Forschungsinstitutes oder eines Providers online ge- stellt und an dieser Stelle über das Internet von den Befragten bearbeitet. Hierin liegt auch schon die wesentliche Besonderheit der Onlinebefragungen23. Um herauszufinden, ob der Onlinefrage- bogen die methodisch richtige Herangehensweise im Vergleich zu anderen standardisierten Befra- gungen (telefonische Befragung, persönlich-mündliche Befragung oder schriftlich-postalische Be- fragung) ist, muss über eine Vor- und Nachteilgegenüberstellung ermittelt werden. Durch Online-befragungen ergeben sich im Vergleich folgende Vorteile:

[...]


1 Vgl. C. Wulf et al. (2014), S. 55

2 Vgl. T. Hug et al. (2015), S. 22f.

3 A. Hermenau,S. 13ff.

4 R. Schnell (2018), S. 408f.

5 A. Hermenau,S. 6ff.

6 Vgl. H.D. Mummendey (1999), S28.

7 H. Reinders et al. (2011), S. 53f.

8 i.A.a. N. M. Schöneck et al. (2013), S. 15.

9 Vgl. H.-B. Brosius et al. (2009), S.44.

10 Vgl. ders. S 46.

11 Vgl. U. Flick (2007), S. 173ff.

12 N. M. Schöneck et al. (2013), S. 49ff.

13 J. Raithel (2008), S. 33f.

14 N. M. Schöneck et al. (2013), S. 19.

15 P. Herczeg et al. (2019), S.102ff.

16 G. Bourier (2013), S.27f.

17 N. M. Schöneck et al. (2013), S. 19f.

18 J. Raithel (2008), S. 63.

19 N. M. Schöneck et al. (2013), S. 20.

20 J. H. P. Hoffmeyer-Zlotnik (1992), S. 1.

21 N. M. Schöneck et al. (2013), S. 21.

22 Ders. S. 21f.

23 Vgl. N. Baur (2014), S. 661.

Ende der Leseprobe aus 21 Seiten

Details

Titel
Kritische Auseinandersetzung mit der Methodik bei einer Befragung
Untertitel
Über die mögliche Vorgehensweise bei einem Forschungsprojekt
Hochschule
AKAD University, ehem. AKAD Fachhochschule Stuttgart
Veranstaltung
Schlüsselqualifikation für Studium und Beruf
Note
1,7
Autor
Jahr
2019
Seiten
21
Katalognummer
V490988
ISBN (eBook)
9783668983816
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Vorgehensweise Forschungsprojekt, Festlegung der Untersuchungsobjekte, Ermittlung Stichprobenumfang
Arbeit zitieren
Raphael Zeller (Autor), 2019, Kritische Auseinandersetzung mit der Methodik bei einer Befragung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/490988

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