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Wie kann der theatralische Effekt beschrieben werden?

Title: Wie kann der  theatralische Effekt beschrieben werden?

Term Paper (Advanced seminar) , 2005 , 17 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Sarah Trede (Author)

Rhetoric / Elocution / Oratory
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Die Begriffe „Theater“ und „theatralisch“ sind zwar allgemein geläufig und werden vor allem im umgangssprachlichen Wortgebrauch häufig, aber eher im negativierenden Wortsinne von ‚affektiert’ und ‚gekünstelt’ verwendet, bei der Beschäftigung mit der Literatur zu meinem Referatsthema (Theaterwissenschaftliche Basistheorien: „Das Theater, Das Theatralische“) ist mir aber aufgefallen, dass es auch in der wissenschaftlichen, das Theater betreffenden, Literatur kaum konkrete Aussagen zum inhaltlichen Gehalt dieser Termini gibt, also was genau im „Gesamtkonstrukt Theater“ nun den Ausdruck „das Theatralische“ ausmacht und damit auch das Thema der Theaterwissenschaft konstituiert, weshalb dieser auch immer wieder eine gewisse Inhaltslosigkeit vorgeworfen wurde und wird.
Verschiedene Aussagen und Textstellen, die Fragen zum allgemeinen Konzept des Theaters, zu seinem konstituierenden Element aufwerfen, sind mir besonders aufgefallen. Auf zwei von diesen will ich im folgenden detaillierter eingehen, um dadurch dem abstrakten Gesamtkonstrukt „Theater“ und dem Begriff des „theatralischen“ darin näher zu kommen.
Die erste Aussage zum Theater, hier speziell in seinem Teilbegriff der Aufführung, stammt von Aristoteles, er sagt in seiner Poetik am Ende des 6. Kapitels:
„Die Inszenierung vermag zwar die Zuschauer zu ergreifen; sie ist jedoch das Kunstloseste und hat am wenigsten etwas mit der Dichtkunst zu tun. Denn die Wirkung der Tragödie kommt auch ohne Aufführung und Schauspieler zustande. Außerdem ist für die Verwirklichung der Inszenierung die Kunst des Kostümbildners wichtiger als die der Dichter.“
Das Theater wird von Aristoteles also eindeutig abwertend beurteilt, während er das Drama, wie er davor betont, sehr hochstellt. Seine Einstellung zum Verhältnis von Drama und Theater wird von Vielen, die nach ihm kommen, geteilt und besitzt teilweise bis heute ihre Gültigkeit.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der dramatische Text als theatrale Ausgangsbasis

3. Was macht „die Theaterhandlung“ und was „die theatralische Handlung aus?

3.1. Die Minimalforderung

3.2. Die theatralische Wirkung des Raums

3.3. Die Relevanz von Schauspieler und Zuschauer für den theatralischen Effekt

4. Zusammenfassende Überlegungen zum theatralischen Effekt und Schlussbemerkungen

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht das Wesen des „theatralischen Effekts“ und hinterfragt das oft spannungsreiche Verhältnis zwischen dem dramatischen Text als Ausgangsbasis und seiner tatsächlichen theatralen Umsetzung in der Aufführungspraxis.

  • Analyse der theoretischen Diskrepanz zwischen Drama und Theater
  • Untersuchung der notwendigen Bedingungen für theatrales Handeln
  • Bedeutung des Raums und der Face-to-Face-Interaktion für die theatrale Wirkung
  • Rolle des Publikums als konstituierendes Element des theatralischen Effekts
  • Diskussion über den Einsatz von Zeichensystemen und Kodes in der Inszenierung

Auszug aus dem Buch

3.2. Die theatralische Wirkung des Raums

Im Laufe seiner Geschichte hat das Theater eine große Vielzahl von verschiedenartigen Bühnenformen hervorgebracht, die jeweils andere Inszenierungsformen unterstützen, deren Darstellung im Einzelnen hier aber zu weit führen würde. Denn neben den formalen Strukturen des Raums ist, wenn man ihn hinsichtlich des theatralischen Effekts betrachtet, beim Bühnenraum vor allem dessen Bedeutungsebene wichtig. Denn dort, in der von der Außenwelt weitestgehend abgeschlossenen, künstlichen Umgebung des Systems Theater erhält jedes Detail des Raumes, also sowohl die architektonischen Elemente als auch die Bühnenausstattung und die Dekoration für das Publikum einen Bedeutung, die über deren äußeres Erscheinungsbild hinausgeht.

Mit anderen Worten, die Bühne selbst und alles, was sich auf dieser befindet, erhält für den Zuschauer den Charakter eines Symbols. Schon durch die Formulierung „für den Zuschauer“ wird aber deutlich, dass diese Symbolwirkung nicht aus sich selbst heraus entsteht, sondern erst bei der Aufnahme durch den Rezipienten erfolgt, der Schlüssel zum theatralischen Effekt muss also in der Beziehung der notwendigen Gegenstände des Theaters zueinander bzw. in deren Interaktion und Kommunikation untereinander zu finden sein, was wiederum zu den anderen beiden Komponenten führt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der Begriffsbestimmung von „Theater“ und „theatralisch“ ein und stellt das Ziel der Arbeit vor, das Gesamtkonstrukt Theater anhand wissenschaftlicher Basistheorien zu untersuchen.

2. Der dramatische Text als theatrale Ausgangsbasis: Dieses Kapitel behandelt das Spannungsverhältnis zwischen Dramentext und Inszenierung und diskutiert die Herausforderungen der sogenannten „Werktreue“.

3. Was macht „die Theaterhandlung“ und was „die theatralische Handlung aus?: Hier werden die notwendigen Bedingungen für eine theatrale Situation definiert und die Bedeutung von Raum, Akteuren und Zuschauer-Interaktion beleuchtet.

4. Zusammenfassende Überlegungen zum theatralischen Effekt und Schlussbemerkungen: Der Autor resümiert, dass der theatralische Effekt als flüchtiges Phänomen aus dem kommunikativen Zusammenspiel aller Beteiligten resultiert und eine auratische Qualität besitzt.

Schlüsselwörter

Theaterwissenschaft, Theatralischer Effekt, Drama, Inszenierung, Theaterhandlung, Kommunikation, Zuschauer, Schauspieler, Bühnenraum, Theatersemiotik, Symbolischer Interaktionismus, Werktreue, Theaterpartitur, Als-Ob-Handlungen, Theaterkodex

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit widmet sich der theaterwissenschaftlichen Untersuchung des „theatralischen Effekts“ und erforscht, wodurch dieser jenseits einer bloßen Theaterhandlung entsteht.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zu den Schwerpunkten gehören das Verhältnis zwischen literarischem Drama und szenischer Umsetzung, die Rolle des Raumes sowie die kommunikative Interaktion zwischen Bühne und Publikum.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die zentrale Frage lautet, wie der „theatralische Effekt“ beschrieben werden kann und welche Faktoren bei der Transformation eines Dramentextes in eine Aufführung konstituierend wirken.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor stützt sich auf theaterwissenschaftliche Basistheorien, insbesondere den Symbolischen Interaktionismus nach Arno Paul sowie theatersemiotische Ansätze.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden die Minimalvoraussetzungen für theatrales Handeln, die Bedeutungsebene des Bühnenraums und die wechselseitige Beeinflussung von Schauspielern und Zuschauern detailliert analysiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?

Wesentliche Begriffe sind unter anderem Theaterwissenschaft, theatralischer Effekt, Inszenierung, Kommunikation, Zuschauer sowie das Spannungsfeld zwischen Text und Bühne.

Wie unterscheidet der Autor zwischen „Theaterhandlung“ und „theatralischer Handlung“?

Die Theaterhandlung wird als notwendiges, aber bloßes Grundgerüst gesehen, während die theatralische Handlung zusätzlich das „gewisse Etwas“ und die persuasive Wirkung umfasst, die das Theater faszinierend machen.

Welche Rolle spielt das Konzept der „Als-Ob-Handlung“ für den theatralischen Effekt?

Das Konzept beschreibt, dass die Kommunikation zwischen Bühne und Publikum außerhalb der Realität stattfindet und ein erlerntes theatrales Bewusstsein erfordert, um zwischen Darsteller und Dargestelltem zu unterscheiden.

Warum hält der Autor die „Werktreue“ für problematisch?

Der Autor argumentiert, dass eine vollständige Werktreue aufgrund der notwendigen Transformation des Dramentextes in eine Theaterpartitur und der historischen Veränderung von Lebensumständen realistisch nicht umsetzbar ist.

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Details

Title
Wie kann der theatralische Effekt beschrieben werden?
College
University of Tubingen  (Sem. f. Allg. Rhetorik)
Course
Dramaturgie und ästhetische Kommunikation
Grade
1,0
Author
Sarah Trede (Author)
Publication Year
2005
Pages
17
Catalog Number
V49106
ISBN (eBook)
9783638456357
Language
German
Tags
Effekt Dramaturgie Kommunikation
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Sarah Trede (Author), 2005, Wie kann der theatralische Effekt beschrieben werden?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/49106
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