Das oder dass? Wie entsteht die Unsicherheit bei der Schreibung von das/dass und welche Hilfestellungen können im Unterricht gegeben werden?


Hausarbeit, 2018
8 Seiten, Note: Gut

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Das oder Dass?

2. Warum fällt die dass/das-Schreibung so schwer?

3. Auf dem Weg zur korrekten Verwendung von „das“ und „dass“

4. So lernen Schüler den Unterschied zwischen „das“ und „dass“

5. Fazit

1. Das oder Dass?

Rechtschreibfehler entstehen meist dadurch, dass sich beim Schreiben auf das Gehör verlassen wird. Wörter werden so geschrieben, wie sie gehört werden. Dies stellt jedoch dann ein Problem dar, wenn die Schreibweise von dem phonologischen Ausdruck des Wortes abweicht. Auch die Unterscheidung von zwei gleich klingenden Wörtern führt oft zu Verwirrungen und Fehlern. Dies ist der Fall bei den Wörtern „das“ und „dass“. Daher wird die Entscheidung, ob das gehörte Wort „das“ mit einem oder zwei s geschrieben wird, oft als Herausforderung empfunden. Diese Arbeit will zunächst untersuchen, wie Fehler in der Schreibweise von „das“ bzw. „dass“ konkret entstehen. Daraufhin wird anhand der entsprechenden Rechtschreibregeln erläutert, wann „das“ mit einem und wann mit zwei s geschrieben wird. Anschließend sollen Hilfestellungen für die Entscheidung der richtigen Schreibweise gegeben werden.

2. Warum fällt die dass/das-Schreibung so schwer?

Viele Schüler haben Probleme damit, sich für die korrekte Schreibweise von das/dass zu entscheiden (vgl. Feilke 2015. S. 340). Sofern diese Problematik nicht bereits in der Grundschule verstanden und gelöst wird, ist es auch für Schüler weiterführender Schulen und gar für einige Erwachsene noch schwierig, die richtige Schreibweise auszumachen. Umso wichtiger ist es, dass der korrekte Gebrauch von „das“ und „dass“ früh verstanden wird.

Die Schwierigkeit mit der Entscheidung zwischen „das“ und „dass“ resultiert vor allem aus ihrem gemeinsamen phonologischen Ausdruck, sie klingen also gleich, und dem gleichzeitig unterschiedlichen graphematischen Ausdruck (vgl. Feilke 2015. S. 342).

In vielen Fällen hilft die Silbenprobe, um zu erkennen, ob ein Wort mit Doppelkonsonanten oder einfachem Konsonanten geschrieben wird. Beispiele hierfür sind Ratte/Rate, Hütte/Hüte, Kämme/käme. Werden bei jenen Wörtern die Silben einzeln betont, erkennt man schnell, ob sie mit einem oder zwei Konsonanten geschrieben werden: Rat-te/Ra-te, Hüt-te/Hü-te, Käm- me/kä-me. Da sowohl „das“ als auch „dass“ jedoch nur aus einer Silbe besteht, ist diese Probe hier nicht möglich.

Auch kann in vielen Fällen die Erkenntnis helfen, dass der Vokal vor einem Doppelkonsonanten kurz gesprochen wird. Doch auch diese Hilfestellung ist für die Entscheidung zwischen „das“ und „dass“ nicht dienlich. In beiden Fällen handelt es sich um einen kurz gesprochenen Vokal.

Wie Bredel et. al. beschreiben, hat der Sprachwissenschaftler Otto Behaghel bereits 1928 herausgefunden, dass derselbe Klang der beiden Wörter daher rührt, „dass die Verschiebung der Satzgrenze vor den Ausdruck „das“ und damit die Veränderung seiner grammatischen Funktion sich erst in der frühen Neuzeit herausbildete“ (Bredel et. al. 2017. S. 64). Entsprechend haben beide Wörter einen historischen Ursprung.

Der gemeinsame historische Ursprung von das/dass wird an zwei Beispielen aus der Lutherbibel deutlich. In der Fassung von 1534 heißt es dort: „...und Gott sahe das liecht für gut an“. 1545 wurde der Satz wie folgt umgewandelt: „Und Gott sahe, das das Liecht gut war.“ (vgl. Bredel et. al. 2017. S. 65).

Wie Feilke feststellt, besteht ein Grund für die gehäufte Fehlschreibung der Konjunktion darin, dass viele Schüler nicht die damit einhergehende syntaktische Grenze erkennen. Dies macht er daran fest, dass die falsche Schreibweise in den meisten Fällen mit einer fehlenden Kommatierung zusammenfällt (vgl. Feilke 2015. S. 348 f.).

3. Auf dem Weg zur korrekten Verwendung von „das“ und „dass“

Um sich eine korrekte Orthografie anzueignen, ist es unerlässlich, die entsprechenden Regeln zu kennen und zu verstehen. Zu diesem Zweck soll erläutert werden, in welchen Fällen „das“ bzw. „dass“ der richtigen Schreibweise entspricht. Feilke ist der Meinung, dass allein die Schreibweise der Konjunktion „dass“ ein Problem darstellt, da Lerner in der Regel mit der Schreibweise dieses Wortes Schwierigkeiten haben, nicht mit der Schreibweise von „das“ (vgl. Feilke 2015. S. 340).

Schüler lernen das Wort „das“ zunächst als bestimmten Artikel kennen. Hierbei stellt sich nicht die Frage nach der Anzahl des Buchstaben s. Einfache Satzkonstruktionen wie „Das Buch ist rot.“ stellen keine Herausforderungen dar, da der Artikel eindeutig dem Nomen zugeordnet und somit als Artikel erkannt werden kann.

„das“ kann allerdings auch als Relativum oder Demonstrativum auftreten. Das Relativum „das“ stellt konkret ein Relativpronomen dar. Wie alle Relativa hat es die Funktion, einen Relativsatz einzuleiten. Durch ihre satzeinleitende Funktion und die einhergehende Verb-Endstellung unterscheiden sich Relativa von Demonstrativa, sodass hier keine Verwechslungsgefahr besteht. (vgl. Hoffmann 2007. S.727 f.).

Trotz der gemeinsamen Forderung nach einem Komma, besteht weniger Verwechslungsgefahr zwischen der Konjunktion „dass“ und dem Relativpronomen „das“. Schwierig wird allerdings die Unterscheidung zwischen Konjunktion und Demonstrativ. Entsprechend stellt Feilke fest: „Konjunktion und Demonstrativum sind sich funktional zum Verwechseln ähnlich“ (Feilke 2015. S. 345). Deutlich wird dies an folgendem Beispiel von Ulrike Freywald (vgl. 2008. S. 269):

„Ich weiß das Lamas spucken.“

Option 1: „Ich weiß, dass Lamas spuken.“

Option 2: „Ich weiß das: Lamas spucken.“

Zwar verschiebt sich hier die Satzgrenze, die semantische Ebene bleibt aber bestehen. Daher ist es wichtig, dass Lerner, die die Verwendung der Konjunktion „dass“ verstehen und somit problematische Entscheidung zwischen „das“ und „dass“ beherrschen sollen, den Konjunktivgebrauch zunächst anhand von „isolierenden Kontexten“ üben sollen (vgl. Diewald 2001). Hiermit ist gemeint, dass Beispielsätze für die Schreibweise der dass-Konjunktion nur diese eine Möglichkeit erlauben dürfen. Konkret wird dies sowohl durch die prototypischen pragmatischen und semantischen Faktoren als auch die grammatischen Faktoren gekennzeichnet. Ein Beispiel wäre hier: „Es ist schön, dass ihr da seid.“

Schüler kommen mit der Konjunktion „dass“ in der Regel zunächst in Verbindung mit Einstellungsverben wie „finden“, „meinen“, „denken“ in Kontakt. Hierbei sind jedoch oft beide Schreibweisen möglich: Ich finde das gut vs. Ich finde, dass das gut ist. Im ersten Fall handelt es sich um ein Demonstrativ, im zweiten um die Konjunktion (vgl. Feilke 2015. S.347 f.).

4. So lernen Schüler den Unterschied zwischen „das“ und „dass“

Die unterschiedlichen Verwendungsweisen von „das“ und „dass“ lassen sich an folgendem Beispiel deutlich erkennen:

„Er hofft, das(s) das Buch, das(s) ich ihm geliehen habe, helfen wird.“

Das erste „das“ stellt eine Konjunktion dar und gibt die Antwort auf die Frage nach dem „Was hofft er?“. Als Konjunktion erfordert es zwei s. Das zweite „das“ ist der bestimmte Artikel, der mit „Buch“ einhergeht. Das dritte „das“ stellt ein Relativpronomen dar und wird daher nur mit einem s geschrieben.

Für die Entscheidung, um welches dieser drei verschiedenen Fälle von das/dass es sich handelt, wird oft empfohlen, zunächst auszumachen, ob sich bei dem „das“ um ein Relativpronomen handelt. So verweist auch Monika Hoffman auf folgende Probe: Wenn sich „das“ mit „welches“, „jenes“ oder „dieses“ ersetzen lässt, handelt es sich um ein Relativpronomen und das Wort wird nur mit einem s geschrieben (vgl. Hoffmann 2010: 59). Häufig lässt sich aber feststellen, dass „jenes“ und „dieses“ keine adäquaten Ersatzformen für das Relativpronomen „das“ darstellen:

„Ich hoffe, dass das Buch, jenes du mir geliehen hast, hilfreich ist.“

„Ich hoffe, dass das Buch, dieses du mir geliehen hast, hilfreich ist.“

„Ich hoffe, dass das Buch, welches du mir geliehen hast, hilfreich ist.“

[...]

Ende der Leseprobe aus 8 Seiten

Details

Titel
Das oder dass? Wie entsteht die Unsicherheit bei der Schreibung von das/dass und welche Hilfestellungen können im Unterricht gegeben werden?
Hochschule
Carl von Ossietzky Universität Oldenburg  (Germanistik)
Note
Gut
Autor
Jahr
2018
Seiten
8
Katalognummer
V491166
ISBN (eBook)
9783668966291
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Grammatik
Arbeit zitieren
Matena Schokori (Autor), 2018, Das oder dass? Wie entsteht die Unsicherheit bei der Schreibung von das/dass und welche Hilfestellungen können im Unterricht gegeben werden?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/491166

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