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Management-Strategien internationaler Unternehmen in der VR China

Joint Ventures versus Wholly Foreign-owned Enterprises

Title: Management-Strategien internationaler Unternehmen in der VR China

Diploma Thesis , 2005 , 119 Pages , Grade: 1.7

Autor:in: Andreas Lentzsch (Author)

Business economics - Business Management, Corporate Governance
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Epochale Umbrüche haben eine unangenehme Eigenschaft: Sie werden in der Regel als solche nicht sofort wahrgenommen. Der wirtschaftliche Wiederaufstieg der VR China hingegen hat mittlerweile fast jeden Haushalt und jedes Unternehmen erfasst. Derzeit wundert sich kaum noch ein Konsument darüber, dass sein Mobiltelefon oder sein Notebook im „Reich der Mitte“ produziert worden ist. Dass diese Produkte aber immer noch das ihm vertraute Label eines internationalen Unternehmens tragen zeigt nur, wie sehr die Weltwirtschaft bereits von dem Standort China profitiert hat. So wird allenthalben davon ausgegangen, dass der Zuwachs an Effizienz, den die chinesische Volkswirtschaft in den vergangenen zwei Jahrzehnten vorzuweisen hatte, fast ausschließlich auf das Konto der internationalen Investoren geht (Baron et al., 2005: 24). Für die internationalen Unternehmen ist dies jedoch nur die eine Seite derselben Medallie. Denn China verfügt auch noch über einen der attraktivsten Binnenmärkte weltweit, den es zu erschließen gilt.
Voraussetzung hierfür war zunächst die wirtschaftliche Öffnung der Volksrepublik, die durch wirtschaftspolitische Reformmaßnahmen umgesetzt worden ist (vgl. Deng, 2001: 63). Hiernach ist die Zahl internationaler Unternehmen aus aller Welt, die sowohl von den chinesischen Produktionsbedingungen als auch von der Attraktivität des chinesischen Binnenmarktes überzeugt sind und die darin ihr Zielgebiet einer geschäftlichen Expansion gefunden haben, ständig gewachsen (Meng, 2003: 1). Aus eigener Notwendigkeit heraus nutzen die Chinesen hierbei geschickt die Kräfte der Globalisierung und des Kapitalismus nach ihren eigenen Vorstellungen und für ihre eigenen Zwecke. Denn die Entscheidung der internationalen Unternehmen für den Standort der VR China wird auch zukünftig durch die Sachzwänge erleichtert, denen sie auf den Weltmärkten unterworfen sind. Diese ergeben sich durch den gegenwärtigen Globalisierungsprozess, auf den im Rahmen verknüpfter Weltwirtschaftsstrukturen mit neuen strategischen Ausrichtungen seitens der Unternehmen reagiert werden muss. Nur so lässt sich vor dem Hintergrund eines zunehmenden Wettbewerbsdrucks auf internationalen Märkten weiterhin erfolgreich operieren.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1 Problemstellung

1.2 Ziel und Gang der Untersuchung

2. Investitionsstandort Volksrepublik China

2.1 Politischer Transformationsprozess

2.2 Rechtliche Rahmenbedingungen

2.3 Ökonomische Situation

2.3.1. Bruttoinlandsprodukt

2.3.2. Außenhandel

2.3.3. Ausländische Direktinvestitionen

2.4 Kulturelle Aspekte: „Guanxi“ und „Mianzi“

2.5 Zwischenfazit

3. Strategien des Managements internationaler Unternehmen – Darstellung des Untersuchungsgegenstandes

3.1 Internationale Unternehmensstrategie

3.2 Internationale Markteintrittsstrategie

4. Die Transaktionskostentheorie

4.1 Grundlagen der Transaktionskostentheorie

4.1.1. Transaktion

4.1.2. Transaktionskosten

4.2 Einflussgrößen auf die Höhe der Transaktionskosten

4.2.1. Verhaltensannahmen

4.2.2. Umweltmerkmale

4.3 Koordinationsformen der Transaktion: Markt und Hierarchie

4.4 Zwischenfazit

5. Equity Joint Ventures (EJV) in der VR China

5.1 Grundlagen: Abgrenzung EJV von CJV

5.2 Voraussetzungen

5.3 Motive

5.3.1. Seitens der chinesischen Unternehmen

5.3.2. Seitens der internationalen Unternehmen

5.4 Der Prozess eines EJV in der VR China

5.4.1. Ex ante: Initiierungsphase

5.4.2. Ex ante: Verhandlungs- bzw. Gründungsphase

5.4.3. Ex post: Betriebs- und Kontrollphase

5.4.4. Ex post: Beendigungsphase

5.5 Zwischenfazit

6. Wholly Foreign-Owned Enterprises (WFOE) in der VR China

6.1 Grundlagen

6.2 Voraussetzungen

6.3 Motive

6.4 Der Prozess eines WFOE in der VR China

6.4.1. Ex ante: Initiierungsphase

6.4.2. Ex ante: Verhandlungs- und Gründungsphase

6.4.3. Ex post: Betriebs- und Kontrollphase

6.4.4. Ex post: Beendigungsphase

6.5 Zwischenfazit

7. Gegenüberstellung: EJV versus WFOE

7.1 Vorteile: EJV versus WFOE

7.2 Nachteile: EJV versus WFOE

7.3 Strategiealternativen

7.3.1. Vom EJV zum WFOE

7.3.2. EJV und WFOE

7.4 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, die beiden gängigsten Markteintrittsstrategien mit Direktinvestitionen in der Volksrepublik China – das Equity Joint Venture (EJV) und das Wholly Foreign-Owned Enterprise (WFOE) – auf Basis der Transaktionskostentheorie zu vergleichen. Dabei wird analysiert, welche Form der Koordination von Transaktionen unter Berücksichtigung der spezifischen wirtschaftlichen, politischen und kulturellen Rahmenbedingungen in China am effizientesten ist, um langfristig Wettbewerbsvorteile zu generieren.

  • Analyse der chinesischen Rahmenbedingungen für Direktinvestitionen
  • Anwendung der Transaktionskostentheorie auf internationale Markteintrittsstrategien
  • Gegenüberstellung von EJV und WFOE unter Berücksichtigung von Kontroll- und Koordinationskosten
  • Bedeutung kultureller Faktoren wie „Guanxi“ und „Mianzi“ für den Unternehmenserfolg
  • Strategiealternativen für den Markteintritt und deren praktische Umsetzung

Auszug aus dem Buch

4.2.1. Verhaltensannahmen

Zu den Verhaltensannahmen, bezüglich der Charakterisierung der menschlichen Natur, den so genannten „human factors“ bzw. der „behavioral uncertainty“, zählen die begrenzte Rationalität und das opportunistische Verhalten.

Die Verhaltensannahme der begrenzten Rationalität („bounded rationality“) nimmt einen zentralen Stellenwert in der Transaktionskostentheorie ein und findet ihren Ursprung in der Integration von verhaltenswissenschaftlichen Ansätzen in der Organisationstheorie (Osterheld, 2001: 116). Unter der Annahme der begrenzten Rationalität versteht man die Tatsache, dass sich Individuen zwar um vollständig ökonomisch rationales Verhalten bemühen. Im Gegensatz zum neoklassischen Akteur, an den weit überspannte Rationalitätsanforderungen gestellt werden, sind Individuen aufgrund ihrer begrenzten kognitiven Fähigkeiten nur eingeschränkt dazu in der Lage, Informationen aufzunehmen, weiterzuverarbeiten und zu speichern. Der Begriff der begrenzten Rationalität kann deshalb auch als natürlich menschliche, tatsächlich erzielbare Rationalität beschrieben werden. „Decision makers are intentionally rational, but only limitedly so“(Simon, 1976: XXVIII). Demzufolge handeln Transaktionspartner zwar effizienzorientiert und bemühen sich um rationales Verhalten, „(...) jedoch verhindern kognitive Grenzen der Informationsbeschaffung und -verarbeitung sowie der Kommunikationsfähigkeit, dass das Individuum objektiv rationale Entscheidungen treffen kann“ (Fu, 2005: 94). Von daher sind Verträge immer unvollkommen. Die Suche nach zusätzlichen Informationen und die Überbrückung des Kommunikationsdefizits (hierunter sind ebenso Sprachbarrieren zu verstehen) zur Verringerung dieser Unvollkommenheit verursacht dabei Transaktionskosten (vgl. Weiss, 1996: 54; Osterheld, 2001: 117). Diese Transaktionskosten nimmt das Individuum nur auf, wenn der daraus erwartbare Nutzen höher ist. Folglich ist die Frage die, welche Koordinationsform den Nutzen maximieren kann.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Bedeutung des chinesischen Marktes ein und definiert die Problemstellung sowie das Ziel der Arbeit, Markteintrittsstrategien mittels Transaktionskostentheorie zu bewerten.

2. Investitionsstandort Volksrepublik China: Das Kapitel beleuchtet die politischen, rechtlichen und ökonomischen Rahmenbedingungen Chinas sowie die kulturelle Relevanz von „Guanxi“ und „Mianzi“.

3. Strategien des Managements internationaler Unternehmen – Darstellung des Untersuchungsgegenstandes: Hier werden die Grundlagen internationaler Unternehmens- und Markteintrittsstrategien dargestellt, die den Rahmen für die Analyse bilden.

4. Die Transaktionskostentheorie: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Grundlagen der Transaktionskostentheorie, einschließlich relevanter Kostenarten, Einflussgrößen und Koordinationsformen.

5. Equity Joint Ventures (EJV) in der VR China: Eine detaillierte Analyse der EJV als Markteintrittsstrategie, inklusive Prozessphasen und spezifischer Chancen und Risiken im chinesischen Kontext.

6. Wholly Foreign-Owned Enterprises (WFOE) in der VR China: Untersuchung der WFOE-Strategie als Alternative zum EJV, unter besonderer Betrachtung der Aspekte Kontrolle und Flexibilität.

7. Gegenüberstellung: EJV versus WFOE: Ein zusammenfassender Vergleich beider Strategien hinsichtlich Vor- und Nachteilen, gefolgt von einer Erörterung möglicher Strategiealternativen.

Schlüsselwörter

Volksrepublik China, Equity Joint Venture, Wholly Foreign-Owned Enterprise, Transaktionskostentheorie, Markteintrittsstrategie, Direktinvestitionen, Guanxi, Mianzi, Koordination, Kontrollkosten, Opportunismus, begrenzte Rationalität, Institutionenökonomik, Technologietransfer, Unternehmensstrategie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Diplomarbeit befasst sich mit der Analyse und dem Vergleich von Markteintrittsstrategien internationaler Unternehmen in der Volksrepublik China, wobei der Fokus auf den zwei wichtigsten Formen der Direktinvestition liegt: dem Equity Joint Venture (EJV) und dem Wholly Foreign-Owned Enterprise (WFOE).

Welches sind die zentralen Themenfelder?

Die Arbeit verknüpft die betriebswirtschaftliche Theorie der Transaktionskosten mit den spezifischen Gegebenheiten des chinesischen Marktes, einschließlich politischer Reformen, rechtlicher Rahmenbedingungen und kultureller Besonderheiten wie „Guanxi“.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, eine Entscheidungshilfe für das Management internationaler Unternehmen zu entwickeln, um zu bestimmen, welche Markteintrittsform im chinesischen Umfeld effizienter ist, um Transaktionskosten zu minimieren und Wettbewerbsvorteile zu sichern.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt die Transaktionskostentheorie der Neuen Institutionenökonomik als theoretisches Modell, ergänzt durch eine prozessuale Analyse der Markteintrittsphasen und Fallbeispiele wie die Volkswagen AG.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Entstehung, Durchführung und Kontrolle von EJVs und WFOEs in den verschiedenen Phasen des Markteintritts, bewertet die Rolle von lokalen Partnern und beleuchtet die Herausforderungen bei der Kontrolle und dem Schutz von Know-how.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Konzepte umfassen Markteintrittsstrategien, Transaktionskostentheorie, Equity Joint Venture (EJV), Wholly Foreign-Owned Enterprise (WFOE), „Guanxi“ und die Dynamik von Kooperation versus Hierarchie.

Wie beeinflussen kulturelle Aspekte wie „Guanxi“ die Transaktionskosten?

„Guanxi“ fungiert als informelles Netzwerk, das in einem formell unzureichend entwickelten Rechtssystem Unsicherheiten reduziert. Investitionen in diese Beziehungen können dazu beitragen, Such- und Verhandlungskosten zu senken, bergen jedoch auch Risiken für opportunistisches Verhalten.

Warum wird die Volkswagen AG als Fallbeispiel angeführt?

Die Erfahrungen der Volkswagen AG dienen dazu, die komplexen Anforderungen und die langen Verhandlungsprozesse bei der Gründung eines EJVs in China sowie die praktischen Herausforderungen des Technologietransfers und der Führung eines deutsch-chinesischen Gemeinschaftsunternehmens zu veranschaulichen.

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Details

Title
Management-Strategien internationaler Unternehmen in der VR China
Subtitle
Joint Ventures versus Wholly Foreign-owned Enterprises
College
Free University of Berlin
Grade
1.7
Author
Andreas Lentzsch (Author)
Publication Year
2005
Pages
119
Catalog Number
V49131
ISBN (eBook)
9783638456586
ISBN (Book)
9783656529484
Language
German
Tags
Management-Strategien Unternehmen China Joint Ventures Wholly Foreign-owned Enterprises
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Andreas Lentzsch (Author), 2005, Management-Strategien internationaler Unternehmen in der VR China, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/49131
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