Friedrich Schiller "Die Kindsmörderin". Eine Textanalyse


Hausarbeit, 2017
15 Seiten, Note: 2,3

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Gedicht

3. Aufbau und Form

4. Interpretation und Motivanalyse
4.1. Interpretation
4.2. Motivanalyse

5. Fazit

6. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Schon in der Antike beschäftigten sich viele Philosophen und Literaten mit dem Thema Kindsmord. Platon1 selbst befürwortete sogar die Tötung von missgestalteten Neugeborenen. In vielen Teilen der Welt war es damals üblich, Neugeborene, die nicht normal oder zu schwach waren, einfach auszusetzten.

Im Laufe der Geschichte änderten sich die Motive der Kindstötungen, jedoch blieb der Tatbestand bestehen. Im Mittelalter töteten viele Eltern ihre Kinder, da sie sie nicht hätten ernähren können.

Im 18. Jahrhundert nahmen die Kindstötungen gerade von außerehelichen Geburten zu. Dies taten die Mütter, die Kindsmörderinnen, da sie den gesellschaftlichen Abstieg und den Pranger fürchteten. Denn zu dieser Zeit war ein Leben als alleinerziehende ledige Mutter nicht denkbar. Diese Frauen wurden daraufhin zum Tode verurteilt, egal welche Motive sie gehabt haben oder wie die Schwangerschaft zustande gekommen ist. In den Augen der Gesellschaft war eine Mutter, die ihr eigenes Kind tötete ein Monster, das nur mit dem Tode bestraft werden konnte.

Der Kindsmord war in der Politik und Literatur nie so brisant, wie im 18. Jahrhundert. So befassten sich viele Schriftsteller, wie Goethe, Schiller und Wagner mit diesem Thema.

Diese Arbeit analysiert das Gedicht von Friedrich Schiller „Die Kindsmörderin“, die erste Fassung bevor diese für sein Werk „Anthologie auf das Jahr 1782“ nochmals überarbeitet wurde. Sie soll zeigen, dass Schiller seine Kindsmörderin nicht als Monster darstellt, sondern versucht, die Motive zu erklären und die Menschlichkeit aufzuzeigen, die auch in dieser Täterin noch vorhanden ist.

2. Gedicht

Friedrich von Schiller

Die Kindsmörderin

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

(1782)

3. Aufbau und Form

Das Gedicht teilt sich in 15 Strophen, diese bestehen jeweils aus 8 Versen. Somit sind alle Strophen in ihrer Länge identisch, jedoch mit feinen strukturellen Unterschieden, wie ich später noch ausführen werde.

Es handelt sich bei dem Gedicht um eine Ballade, denn es erzählt die Geschichte von Louise, die kurz vor Ihrer Hinrichtung steht, in lyrischer Form. Sie hält einen Monolog, über Ihre Tat und deren Motive und bezieht das Publikum in Ihre Erzählung mit ein.

Die Ballade teilt sich in drei Abschnitte. Der erste Abschnitt enthält die erste bis fünfte Strophe. In diesem ersten Teil wird der Zustand der Kindsmörderin beschrieben und auch ihre Vergangenheit wird erzählt. Anschließend kommt sie in der Gegenwart an, wo sie ihre Hinrichtung erwartet. Dies wird durch einen Wechsel der Zeitformen deutlich, dem Präsens („weinen“, „nimm“, „schmückt“, usw.) und dem Präteritum. („schmeckten“, „starben“, usw.)

Der zweite Abschnitt beginnt mit der sechsten Strophe und endet mit der zehnten. In diesem Abschnitt wird der vermeintliche Vater des Kindes angeklagt und die Motive für die Kindstötung werden offengelegt. Zum Ende des zweiten Abschnittes spitzt sich die Handlung zu, um im dritten Abschnitt mit dem Kindsmord zu beginnen. Der letzte Teil beginnt mit der elften Strophe und endet mit Louises Tod durch den Henker in der fünfzehnten Strophe.

Das Versmaß des Werkes ist trochäisch, gekennzeichnet durch betonte und unbetonte Silben. (bspw. „Sonne“)

Das Reimschema des gesamten Gedichtes ist der Kreuzreim. (ababcdcd)

Das Schema wird nicht unterbrochen, jedoch werden ab und zu bestimmte Takte ausgelassen. Im ersten und zweiten Abschnitt werden die Takte der Schlussverse der dritten bis achten Strophe ausgelassen.

(„Nahm ein schwarzes Totenband.“, „Schlief Louises Tugend ein.“, „Hoch mein Blut vom Rumpfe springt.“, „In der Wollust Rosenbild!“, „Winselt er sein falsches Ach! - -“, „Liebe und – Verräterei.)

[...]


1 Platon war ein antiker griechischer Philosoph. (*428/427 v. Chr. – 348/347 v. Chr.) Er befasste sich mit verschiedenen philosophischen Prinzipien, wie Ethik, Anthropologie, Staatstheorie, usw. Er war ein Schüler Sokrates und wurde zu einer der bekanntesten und einflussreichsten Persönlichkeiten der Geistesgeschichte.

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten

Details

Titel
Friedrich Schiller "Die Kindsmörderin". Eine Textanalyse
Hochschule
Freie Universität Berlin  (Deutsche Philologie)
Veranstaltung
Basismodul Neuere Deutsche Literatur
Note
2,3
Autor
Jahr
2017
Seiten
15
Katalognummer
V491448
ISBN (eBook)
9783668980686
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Gedichtanalyse, Schiller, Textanalyse, Die Kindsmörderin
Arbeit zitieren
Denise Gedicke (Autor), 2017, Friedrich Schiller "Die Kindsmörderin". Eine Textanalyse, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/491448

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Friedrich Schiller "Die Kindsmörderin". Eine Textanalyse


Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden