Diese Hausarbeit beschäftigt sich damit, welchen Wert Arbeit noch hat, wenn sie durch das bedingungslose Grundeinkommen ihre Funktion als alleinige Existenzgrundlage verliert.
Arbeit ermöglicht gesellschaftliche Teilhabe und soziale Zugehörigkeit. Sie ist eine Quelle gesellschaftlicher und sozialer Anerkennung und damit unseres Selbstwertgefühls. Arbeit kann Berufung sein und so zu unserer individuellen Selbstverwirklichung beitragen. Arbeit sichert heutzutage aber vor allem unsere Existenz.
Wenn wir also nicht nur überleben, sondern leben wollen, sind wir gezwungen zu arbeiten. Kommen wir diesem Zwang zu arbeiten nicht nach, so wird dieser abgelöst durch den Zwang, uns Arbeit zu suchen. Denn das ist in Deutschland die Bedingung für den Erhalt von Arbeitslosengeld. Zeigen wir uns nicht kooperativ, bekommen wir weniger oder gar kein Geld mehr. Wir werden "sanktioniert".
Arbeit hat neben all den positiven Aspekten also auch diesen negativen: Den Zwang zur Arbeit beziehungsweise Arbeitsbeschaffung. Dieser Zwang kann durch ein bedingungsloses Grundeinkommen aufgehoben werden. Aus dem Zwang zur Arbeit wird Freiheit zur Arbeit, aus müssen wird dürfen, aus Fremdbestimmung wird Selbstbestimmung. Durch das bedingungslose Grundeinkommen wird Arbeit also aufgewertet: Sie entwickelt sich vom Zwang zur Möglichkeit.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Der Wert der Arbeit im Wandel der Zeit
2.1 Antike
2.2 Mittelalter
2.3 Neuzeit
2.4 Aufklärung und Industrialisierung
2.5 Moderne
2.6 Gegenwart
3 Der Zwang zur Arbeit: „Wer nicht arbeiten will, soll auch nicht essen.“
4 Der (Mehr-) Wert der Arbeit im Kontext des Bedingungslosen Grundeinkommens
4.1 Arbeit ist mehr als nur Erwerbsarbeit – Friedrich Kambartel über die Anerkennung von „informeller Arbeit“
4.2 Arbeit als selbstbestimmte Tätigkeit
4.3 Arbeit als „nice-to-have“
5 Fazit
6 Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die Hausarbeit untersucht, welchen Wert Arbeit in einer Gesellschaft behält, in der sie ihre Funktion als alleinige Existenzgrundlage durch die Einführung eines Bedingungslosen Grundeinkommens verliert. Das primäre Ziel ist es, aufzuzeigen, dass durch den Wegfall des Zwangs zur Erwerbsarbeit eine Aufwertung von Tätigkeit und Selbstbestimmung stattfindet.
- Historischer Wandel des Arbeitsbegriffs
- Analyse des bestehenden Arbeitszwangs und seiner Komponenten
- Aufwertung informeller Arbeit (z. B. Familienarbeit)
- Freiheit und Selbstbestimmung als neue Werte der Arbeit
- Relativierung von Arbeit als Statussymbol
Auszug aus dem Buch
3 Der Zwang zur Arbeit: „Wer nicht arbeiten will, soll auch nicht essen.“
Arbeit ist trotz ihrer gegenwärtigen Funktion als gesellschaftliches und soziales Statussymbol oft negativ konnotiert. Im Internet kursieren Sprüche á la „Zu früh. Zu kalt. Zu Montag“, die, auf eine Kaffeetasse gedruckt, unter den Stichworten „lustig – Arbeit – Büro – Chef“ verkauft werden. Jeden Mittwoch ist das „Bergfest“ in aller Munde, weil die Hälfte der Arbeitswoche geschafft ist. Und mit den Zeilen „I don’t like Mondays. I want to shoot the whole day down.“, wird dem generellen Arbeitsüberdruss auch in der Musik Ausdruck verliehen. Arbeit wird also trotz ihres hohen Stellenwerts in der heutigen Gesellschaft gleichzeitig als Last empfunden. Das, was diesen allgegenwärtigen Überdruss schafft, ist aber nicht die Arbeit selbst, sondern der Zwang, der mit ihr verbunden ist.
Hans-Jürgen Arlt und Rainer Zech (2015: S. 21-25) beschreiben die „Moderne Arbeit“ anhand von „drei Komponenten“: „Bedarf, Leistung, Gebrauch“. Aus dieser Beschreibung lassen sich Ursachen und Ausprägungen des Arbeitszwangs ableiten. Demnach liegt eine der Ursachen für den Arbeitszwang in der Tatsache, dass „die Mehrheit [der] Bevölkerung in einem Dauerzustand unfreiwilligen Bedarfs“ gehalten wird. Dieser Umstand rührt daher, dass einem der Zugang zu lebensnotwendigen Mitteln nur mit Geld gewährt wird. Und Geld bekommt man – wenn man nicht zu den von Geburt an Vermögenden zählt – nur durch Arbeit. Arlt und Zech beschreiben in diesem Zusammenhang auch einen negativen Aspekt der Arbeitsteilung: Trotz der „Eigenverantwortung jedes Einzelnen“ ist dieser ständig auf die „Arbeitsleistungen anderer Leute“ angewiesen. Um diese zu erhalten, müssen wir wiederum zahlungsfähig sein. Diesen Arbeitszwang, der hinsichtlich des Bedarfs besteht, fassen Arlt und Zech so zusammen: „Entweder muss er [der Mensch] arbeiten, weil sonst seine Zahlungsfähigkeit gefährdet ist, oder er will weiter arbeiten, weil er sich mehr leisten möchte.“
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Rolle der Arbeit für soziale Teilhabe und identifiziert den Zwang zur Erwerbsarbeit als zentrale Problematik, die durch ein Bedingungsloses Grundeinkommen gelöst werden könnte.
2 Der Wert der Arbeit im Wandel der Zeit: Dieses Kapitel zeichnet die historische Entwicklung des Arbeitsverständnisses von der Antike über das Mittelalter bis hin zur Erwerbsgesellschaft der Moderne nach.
3 Der Zwang zur Arbeit: „Wer nicht arbeiten will, soll auch nicht essen.“: Der Abschnitt analysiert die Ursachen des Arbeitszwangs anhand der Komponenten Bedarf, Leistung und Gebrauch und zeigt auf, warum Arbeit trotz ihres hohen Stellenwerts oft als Last empfunden wird.
4 Der (Mehr-) Wert der Arbeit im Kontext des Bedingungslosen Grundeinkommens: Hier wird diskutiert, wie durch den Wegfall des Existenzdrucks Arbeit als informelle oder selbstbestimmte Tätigkeit neu bewertet und von ihrer Funktion als reines Statussymbol entkoppelt werden kann.
5 Fazit: Das Fazit bestätigt, dass die Befürchtung eines Wertverlusts von Arbeit unbegründet ist, da sie durch Freiheit und Selbstbestimmung eine neue, positive Qualität gewinnt.
6 Ausblick: Der Ausblick deutet weitere Forschungsfelder wie die Nachhaltigkeit von Arbeit und die Rolle aktueller Experimente zum Grundeinkommen an.
Schlüsselwörter
Bedingungsloses Grundeinkommen, Arbeitszwang, Erwerbsarbeit, informelle Arbeit, Familienarbeit, Selbstbestimmung, Freiheit, Existenzsicherung, Statussymbol, Wertewandel, Arbeitsgesellschaft, soziale Anerkennung, Existenzgrundlage, Produktivität, Arbeitslosigkeit
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht den Wandel und den zukünftigen Wert von Arbeit unter der Bedingung der Einführung eines Bedingungslosen Grundeinkommens.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die Schwerpunkte liegen auf dem historischen Wandel des Arbeitsbegriffs, der Analyse des Arbeitszwangs und der Neubewertung von Arbeit als selbstbestimmte Tätigkeit.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Ziel ist es zu belegen, dass Arbeit durch den Wegfall des Existenzzwangs nicht an Wert verliert, sondern eine Aufwertung durch Freiheit und Selbstbestimmung erfährt.
Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?
Es handelt sich um eine philosophische und soziologische Auseinandersetzung, die auf der Analyse existierender Fachliteratur und theoretischer Konzepte zur Arbeit basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Analyse, die Untersuchung der Komponenten des Arbeitszwangs und die spezifische Betrachtung des Mehrwerts von Arbeit unter dem Grundeinkommen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung am besten?
Zu den zentralen Begriffen zählen Bedingungsloses Grundeinkommen, Arbeitszwang, informelle Arbeit, Freiheit und Selbstbestimmung.
Warum spielt der Begriff der informellen Arbeit eine so große Rolle?
Weil das Grundeinkommen bisher nicht als Arbeit anerkannte Tätigkeiten, wie etwa Familienarbeit, gesellschaftlich und ökonomisch sichtbarer machen und aufwerten würde.
Wie verändert das Grundeinkommen den Status von Arbeit als "Statussymbol"?
Es entkoppelt den gesellschaftlichen Status von der Erwerbsarbeit, sodass Arbeit von einem zwingenden "Must-have" zu einer freiwilligen Beschäftigung, einem "Nice-to-have", wird.
- Citar trabajo
- Katharina Strauß (Autor), 2019, Der Wert der Arbeit im Kontext des bedingungslosen Grundeinkommens, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/491459