Jeder lernt anders. Erläuterung der verschiedenen Lerntypen


Hausarbeit, 2018
12 Seiten, Note: 1,0

Leseprobe

Gliederung

1. Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Aufbau dieser Arbeit

2. Begriffserklärung
2.1 Das Lernen
2.2 Lernstile und Lerntypen

3. Jeder lernt anders

4. Lernstile nach Kolb

5. Verschiedene Lerntypen
5.1 Der auditive Lerntyp
5.2 Der visuelle Lerntyp
5.3 Der haptische und kinästhetische Lerntyp

6. Zusammenfassung und Fazit

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

1.1 Problemstellung

In der heutigen Gesellschaft verbringen immer mehr Menschen immer mehr Zeit damit, weitere Kenntnisse und Fertigkeiten zu erwerben. Beispielsweise wird die Schulzeit verlängert oder auch immer mehr Schüler besuchen weiterführende Schulen. Auch die Zahl der Studierenden ist gestiegen. Darüber hinaus verlangt auch der Arbeitsmarkt immer mehr Qualifizierungen von den Arbeitnehmern. Durch immer weniger verfügbare Arbeitsplätze sind die Arbeitnehmer mit einer höheren Qualifikation im Vorteil. Hinzu kommt, dass sich auch die Arbeitsanforderungen verändern. Dies zwingt viele Arbeitnehmer dazu, dass diese Umschulen müssen, um den neuen Anforderungen gerecht werden zu können. Des Weiteren werden auch die gesellschaftlichen und technologischen Prozesse immer komplizierter und können mit dem bereits vorbestehendem Wissen nicht mehr verstanden werden. Im Übrigen liefert die Wissenschaft auch immer neue Erkenntnisse. Diese benötigt der Einzelne unter anderem für seine berufliche Existenz. Zugleich dienen diese neuen Erkenntnisse aber auch der Befriedigung der allgemeinen Neugier und somit auch der Verbesserung der Lebensqualität1.

Was auch immer die Beweggründe sein mögen: Jedes Wissen, das der Einzelne zu erwerben hat, fließt ihm in der Regel nicht von selbst zu, sondern es muss erarbeitet werden2.

Doch wie soll gelernt werden? Gibt es ein Patentrezept? Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit genau diesen Fragen. Diese Arbeit behandelt die Frage, ob jeder Mensch anders lernt oder ob es ein Patentrezept gibt, um sich Wissen möglichst schnell und einfach anzueignen. Um diese Fragen zu klären, wird auf die einzelnen Lerntypen eingegangen.

1.2 Aufbau dieser Arbeit

Die Arbeit gliedert sich in sechs Teile. Zu Beginn gibt es eine Einführung/ Hinführung zum Thema. Anschließend folgen im zweiten Kapitel Definitionen der Begriffe Lernen und Lerntypen. Danach folgt eine kurze Erläuterung des Satzes „Jeder Mensch lernt anders“. Daran schließt sich im dritten Teil eine Darstellung der Lernstile von Kolb an. Schließlich werden im vierten Teil die verschiedenen Lerntypen und deren Lernstrategien vorgestellt. Abschließend folgen eine Zusammenfassung und ein Fazit dieser Arbeit.

Ziel dieser Arbeit ist es, die verschiedenen Lerntypen darzustellen. Auch soll dargelegt werden, dass sich jeder Mensch Wissen auf andere Art und Weise aneignet.

2. Begriffserklärung

Bevor sich diese Arbeit mit dem komplexen Thema der verschiedenen Lerntypen und deren Lernstrategien beschäftigt, wird eine Definition der Begrifflichkeiten vorangestellt.

2.1 Das Lernen

In der wissenschaftlichen Literatur wird das Lernen häufig „…als relativ dauerhafte Änderung des Verhaltens (oder allgemeiner: der Verhaltensmöglichkeit) aufgrund von Erfahrungen…“3 definiert. Betrachtet man dahingegen allerdings die alltagssprachliche Kommunikation, hat der Begriff des Lernens eine andere Bedeutung4. „Man meint in der Regel einen geplanten, zielgerichteten, mehr oder weniger mühevollen Vorgang, bei dem es um die Aneignung von Wissen geht“5.

Bei der wissenschaftlichen Begriffserklärung wird über die Art und Weise des Lernens nichts ausgesagt. Dahingegen schränkt die alltagssprachliche Begriffserklärung die Art und Weise des Lernens ein:6 „Lernen meint hier einen organisierten, meist sprachlich vermittelten Prozeß zur Aneignung von Wissen“7.

Zusätzlich kann man den Begriff des Lernens auch unter dem pädagogischen Gesichtspunkt betrachten. Dadurch gewinnt dieser noch mehr an Plausibilität8.

Walter F. Kugemann hat das Lernen wie folgt definiert: „Lernen ist die Änderung von Wissen oder Verhalten durch Wahrnehmung von Veränderungen in der Umwelt“9. Angeborene Reflexe und Reifungsvorgänge sind hiervon ausgenommen10.

Wie man erkennen kann, gibt es unterschiedliche Definitionen des Lernens. Die vorgenannten Definitionen sind bei weitem nicht alle. Es würde den Inhalt dieser Arbeit übersteigen, sämtliche Definitionen und Verständnisweisen des Lernens aufzuführen.

2.2 Lernstile und Lerntypen

Lernstile sind relativ dauerhafte Persönlichkeitsmerkmale, die die charakteristische Art und Weise bezeichnen, in der sich Individuen in Lernsituationen verhalten“11.

Lerntypen sind […] die in einer Gruppe von Personen gemeinsamen Grundformen des Verhaltens in Lernsituationen“12.

3. Jeder lernt anders

„Kein Mensch ist wie der andere; kein Mensch lernt wie der andere“13.

Der Mensch hat fünf Sinne mit denen er die Welt erschließt: Sehen, Hören, Fühlen, Riechen, Schmecken. Ohne diese fünf Sinne, würde jedem Individuum die Verbindung von der Außen- zur Innenwelt fehlen. Dies hätte zur Folge, dass der Mensch nicht kommunizieren könnte und ihm würde der Zugang zur Umwelt fehlen14.

Auch Dinge, die Personen erlernen möchten, gelangen über die zuvor genannten fünf Sinnesorgane in das Gedächtnis und werden dort gespeichert. Da die Sinnesorgane nicht bei jedem Menschen gleich ausgeprägt und/oder beschaffen sind, lernt jeder Mensch anders. Hierbei spielen auch die persönlichen Gewohnheiten und Vorlieben eine Rolle15.

Um herauszufinden, wie jeder Mensch individuell am besten lernt, muss man sich mit diesem Thema beschäftigen und ein umfassendes Verständnis für den eigenen Lernstil bekommen. Denn wenn ein Verständnis für den eigenen Lernstil gewonnen wird, können bessere Ergebnisse im Lernprozess erzielt werden. Gleichzeitig kann auch die Unzufriedenheit über die bisherigen Lernmethoden überwunden werden. Dies geschieht, da der Mensch sich bewusst wird, welcher Wahrnehmungstyp er ist. So lernt er, seine eigenen Fähigkeiten besser wahrzunehmen. Den persönlichen Wahrnehmungsstil zu kennen ist nicht nur für den Lernprozess von Vorteil, sondern auch in vielen anderen Lebensbereichen16.

Es darf auch nicht unerwähnt bleiben, dass „…Menschen sich auf sehr unterschiedliche Art und Weise und auch mit unterschiedlichen Interessen neue Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten aneignen“17.

4. Lernstile nach Kolb

Da die Menschen sehr unterschiedlich lernen, gibt es verschiedene Lernstile. Eines der wohl bekanntesten Modelle über die verschiedenen Lernstile stammt von David A. Kolb.

„Kolb beschreibt Lernen als einen vierstufigen Zyklus, in dem Erfahrungen in Konzepte übersetzt werden, welche dann wieder neue Erfahrungen leiten“18. Hierbei bilden Erfahrungen die Basis für Reflexionen und Beobachtungen. Die Beobachtungen wiederum sollen dazu dienen, Konzepte zu entwickeln. Die darauf entstandenen Konzepte werden dann in neuen Sachverhalten überprüft, um hieraus neue handfeste Erfahrungen zu bilden. „Um erfolgreich lernen zu können, muß der einzelne also fähig sein zu konkreter Erfahrung, zu reflektierter Beobachtung, zu abstrakter Begriffsbildung und zum aktiven Experimentieren (Kolb 1981, S. 235 f.)“19. Kolb unterscheidet folgende vier Typen: Die Konvergierer, die Divergierer, die Assimilierer und die Akkomodierer20.

Die Konvergierer präferieren abstrakte Begriffsbildung und aktives Experimentieren. Sie beschäftigen sich lieber mit Dingen als mit Personen und ihre Stärke liegt darin, Ideen praktisch anzuwenden. Zudem fällt es Ihnen besonders leicht Aufgaben zu lösen, bei denen lediglich eine einzige Antwort korrekt ist21.

Im Gegensatz dazu favorisieren die Divergierer konkrete Erfahrungen und reflektieren Beobachtungen. Sie haben Interesse an Personen und betrachten Situationen aus verschiedenen Blickwinkeln. Diese Blickwinkel werden anschließend zu einem Gesamtbild verbunden. Divergierer sind geistreich und affektiv und bevorzugen es, mit Personen zu arbeiten22.

Die Assimilierer bevorzugen es, abstrakte Begriffe zu bilden und reflektiert zu Beobachten. Ihre Stärken liegen darin, theoretische Modelle zu entwerfen und gegensätzliche Erkenntnisse in eine stimmige Erklärung einzufügen. Sie befassen sich lieber mit Dingen oder Theorien als mit Personen. Dies hat zur Folge, dass sie sich um die praktische Umsetzung ihrer abstrakten Konzepte wenig bemühen23.

Die Stärken der Akkommodierer liegen im aktiven Experimentieren und in konkreter Erfahrung. Sie kommen gut mit Personen zurecht, sind oftmals jedoch ungeduldig. Darüber hinaus sind sie risikofreudig. Zudem sind sie besonders gut darin, Pläne zu erstellen, Sachen zu testen und neue Erfahrungen zu sammeln. Sie verlassen sich mehr auf einzelne Fakten, was zur Folge hat, dass beispielsweise die Theorien verworfen werden, sobald diese nicht zu den Fakten passen24.

5. Verschiedene Lerntypen

Wie bereits in Kapitel drei erwähnt, sollte der Mensch sich zum effektiven Lernen bewusst werden, welcher Wahrnehmungstyp er ist. „Wahrnehmung ist ein aktiver Prozess, der auf Empfindungen beruht, die von den Sinnesorganen ausgelöst und im Gehirn gespeichert werden“25. Abhängig davon, welches Sinnesorgan zu diesem Zeitpunkt aktiv ist, werden hierbei Wahrnehmungsschwerpunkte (auch Wahrnehmungstypen genannt) gebildet. Auch während des Lernprozesses verwendet der Mensch seine Sinnesorgane, denn über die jeweils beteiligten Sinnesorgane gelangt der Lernstoff in das Gedächtnis. Je nachdem, welches Sinnesorgan bzw. welche Sinnesorgane verwendet werden, unterscheidet man folgende Lerntypen: Den visuellen Lerntypen, den auditiven Lerntypen und den kinästhetischen Lerntypen26. Diese drei Lerntypen werden im folgenden Teil vorgestellt.

[...]


1 Vgl. METZIG/ SCHUSTER (2010), S.21

2 Vgl. METZIG/ SCHUSTER (2010), S,21

3 SCHRADER (1994), S. 55

4 Vgl. SCHRADER (1994), S.5

5 SCHRADER (1994), S. 55

6 Vgl. SCHRADER (1994), S. 55 f.

7 SCHRADER (1994), S. 56

8 Vgl. SCHRADER (1994), S. 55 f.

9 KUGEMANN (2001), S. 15

10 Vgl. KUGEMANN (2001), S. 15

11 SCHRADER (1994), S. 59

12 SCHRADER (1994), S. 59

13 GAßNER (2007), S. 24

14 Vgl. GAßNER (2007), S. 24

15 Vgl. GAßNER (2007), S. 24

16 Vgl. GAßNER (2007), S. 24

17 SCHRADER (1994), S. 10

18 SCHRADER (1994), S. 21

19 SCHRADER (1994), S. 21

20 Vgl. SCHRADER (1994), S. 21 f.

21 Vgl. SCHRADER (1994), S. 21 f.

22 Vgl. SCHRADER (1994), S. 22

23 Vgl. SCHRADER (1994), S. 22

24 Vgl. SCHRADER (1994), S. 22

25 GAßNER (2007), S. 29

26 Vgl. GAßNER (2007), S. 29

Ende der Leseprobe aus 12 Seiten

Details

Titel
Jeder lernt anders. Erläuterung der verschiedenen Lerntypen
Hochschule
AKAD University, ehem. AKAD Fachhochschule Stuttgart
Note
1,0
Autor
Jahr
2018
Seiten
12
Katalognummer
V491464
ISBN (eBook)
9783668959934
ISBN (Buch)
9783668959941
Sprache
Deutsch
Schlagworte
jeder, erläuterung, lerntypen
Arbeit zitieren
Yvonne Senger (Autor), 2018, Jeder lernt anders. Erläuterung der verschiedenen Lerntypen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/491464

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