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Offene oder geschlossene Staatsgrenzen? Eine philosophische Betrachtung der Migrationsdebatte

Title: Offene oder geschlossene Staatsgrenzen? Eine philosophische Betrachtung der Migrationsdebatte

Term Paper , 2018 , 12 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Florian Gartenschläger (Author)

Philosophy - Practical (Ethics, Aesthetics, Culture, Nature, Right, ...)
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In dieser Arbeit werden die Kernpunkte zum Thema Emigration und Immigration beleuchtet. Dazu nimmt der Autor zunächst Bezug auf die Meinungen von Joseph Carens und Robert E. Goodin, die offene Grenzen im Sinne einer liberalen Flüchtlingspolitik vertreten. Anschließend werden Argumente von Christopher Wellman und Matthew Lister angeführt. Abschließend geht der Autor auf die Funktion von Staatsgrenzen ein und erklärt, warum diese immer Menschenrechte gefährden müssen.

Gerade im Hinblick auf die jüngsten Ereignisse, scheint die Frage nach offenen oder geschlossenen Staatsgrenzen aktueller denn je zu sein.

Während der Amtszeit von Donald Trump als Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika ist weltweit eine hitzige Debatte um allgemeine Migrationsfragen im Hinblick auf geschlossene und offene Staatsgrenzen entfacht. Im Kontrast zur Flüchtlingspolitik der Vereinigten Staaten steht beispielsweise die Bundesrepublik Deutschland, die im Jahr 2015 rund 820.000 Asylsuchende innerhalb der deutschen Staatsgrenzen aufgenommen hat.

Aufgrund dieser starken Disparitäten innerhalb verschiedener Maßnahmen der Flüchtlingspolitik, scheinen sich zwei Meinungslager in den Industrieländern zu entwickeln: Die einen plädieren für geschlossene Staatsgrenzen und strikte Immigrationsvorschriften um sich vor eventuell "fremdartigen" oder "feindlichem" Gedankengut im Sinne von Terrorismus zu schützen. Andere sind wiederum der Meinung, die bedingungslose Aufnahme von hilfebedürftigen Menschen sei ein obligatorisches Menschenrecht und das Zurückweisen dieser wäre eine starke Verletzung der allgemeinen Menschenwürde.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 „Aliens“ and „Citizens“

2.1 Die Rolle der Staatsbürgerschaft

2.2 Das utilitaristische Kalkül

2.3 „Unsere“ Community?

2.4 Freies Humankapital

3 Vereinigungsfreiheit von Nationen

3.1 Der universalistische Ansatz

3.2 Relative Gleichheit der Menschen

4. Familienintegration als Lösungsansatz

4.1Integrationspflicht für Kinder und Ehepartner

5 Fazit

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die ethischen und politischen Spannungsfelder zwischen der Forderung nach offenen Staatsgrenzen und der Praxis geschlossener nationalstaatlicher Migrationspolitik. Dabei wird analysiert, inwiefern Konzepte globaler Gerechtigkeit, ökonomische Interessen und das Recht auf Vereinigungsfreiheit miteinander kollidieren und wie alternative Ansätze wie die Familienintegration als möglicher Kompromiss fungieren können.

  • Gegenüberstellung liberaler und kommunitaristischer Positionen zur Migration
  • Analyse der moralischen Dimension von Staatsbürgerschaft und „Aliens“
  • Untersuchung der wirtschaftlichen Argumentation (utilitaristisches Kalkül)
  • Diskussion des Rechts auf Vereinigungsfreiheit von Nationen
  • Bewertung der Familienintegration als integratives Instrument

Auszug aus dem Buch

2. „Aliens“ and „Citizens“

Der Politologe Jospeh Carens plädiert in seinem Aufsatz „Aliens and Citizens: The case for open borders“ von 2012 für gänzlich offene Staatsgrenzen und erklärt ein Fehldenken in der westlichen Welt, Menschen in zwei „Arten“ zu unterteilen: „Aliens“ und „Citizens“. Er kritisiert dabei die amerikanische Flüchtlingspolitik darin, dass Menschen nach ihrem Geburtsort als eine Art „Alien“ angesehen werden und es noch keine Pflicht ist, „entry to peaceful needy foreigners“ (Carens 2012, S. 251) zu schaffen.

Es sei demnach festzustellen, dass es durchaus eine gewisse Disparität zwischen westlichen Staatsbürgern und den sogenannten „Aliens“ gibt, welche durch unterschiedliche Geburtsorte gestützt wird – und dies trotz allgemeingültiger Menschenrechte. Carens beruft sich daher auf die liberalen Ansichten von Nozick und Rawls, dass alle Menschen als Individuen das gleiche Naturrecht besitzen und demnach nicht durch Grenzen eingeschränkt werden sollten. Carens beschreibt daher, dass Staaten keinerlei Rechtfertigung dafür haben, hilfebedürftige Menschen auszuschließen (vgl. ebd., S. 254).

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die aktuelle Debatte um offene versus geschlossene Staatsgrenzen ein und skizziert die unterschiedlichen ideologischen Positionen anhand von Fallbeispielen wie der USA und Deutschland.

2 „Aliens“ and „Citizens“: Dieses Kapitel erläutert Joseph Carens' Plädoyer für offene Grenzen, indem es die moralische Problematik der willkürlichen Unterteilung von Menschen in „Aliens“ und „Citizens“ sowie die Rolle der Staatsbürgerschaft und ökonomische Kalküle hinterfragt.

3 Vereinigungsfreiheit von Nationen: Hier wird die Position von Christopher Heath Wellman dargestellt, der das Recht der Staaten auf Abgrenzung und Kontrolle von Migration unter Berufung auf die Vereinigungsfreiheit und den Erhalt nationaler Kulturen verteidigt.

4. Familienintegration als Lösungsansatz: In diesem Kapitel wird Matthew Listers Vorschlag diskutiert, die Familienintegration als humanitären und dennoch staatlich kontrollierbaren Mittelweg zwischen den extremen Positionen von offener und geschlossener Grenze zu etablieren.

5 Fazit: Das Fazit führt die Argumente zusammen und kommt zu dem Schluss, dass geschlossene Flüchtlingspolitik primär der Sicherung ökonomischer Herrschaftsverhältnisse dient, während moralische Ansprüche auf globale Gerechtigkeit oft vernachlässigt werden.

Schlüsselwörter

Migrationsdebatte, offene Grenzen, geschlossene Staatsgrenzen, Staatsbürgerschaft, globale Gerechtigkeit, Vereinigungsfreiheit, utilitaristisches Kalkül, Familienintegration, Humanitäre Hilfe, Flüchtlingspolitik, politische Philosophie, Joseph Carens, Christopher Heath Wellman, Matthew Lister, Menschenrechte.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit der philosophischen und politischen Debatte darüber, ob Staaten das Recht haben, ihre Grenzen für Migranten zu schließen, oder ob ein moralisches Gebot für offene Grenzen besteht.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die zentralen Felder umfassen die Definition von Staatsbürgerschaft, die ethische Legitimität von Nationalstaaten, die ökonomische Steuerung von Migration sowie die Rolle der Familie bei Integrationsprozessen.

Welches ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die Argumente prominenter Philosophen wie Carens, Goodin, Wellman und Lister einander gegenüberzustellen, um die tieferliegenden Motive und moralischen Widersprüche hinter nationaler Migrationspolitik offenzulegen.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden angewandt?

Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf einer Literaturanalyse und dem kritischen Vergleich verschiedener politikwissenschaftlicher und ethischer Aufsätze zur Migration basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung des liberalen Ansatzes für offene Grenzen, die Gegenposition der nationalen Vereinigungsfreiheit sowie den Kompromissvorschlag über die Familienintegration.

Welche Schlagworte charakterisieren diese Arbeit am besten?

Zu den Schlüsselbegriffen gehören Migrationsdebatte, globale Gerechtigkeit, Staatsgrenzen, politische Philosophie und ethische Flüchtlingspolitik.

Wie unterscheidet sich Carens' Position von der Wellmans?

Während Carens fordert, dass niemand aufgrund seines Geburtsortes benachteiligt werden sollte und sich für offene Grenzen einsetzt, argumentiert Wellman, dass das Recht auf Selbstbestimmung und Vereinigungsfreiheit den Staaten das Recht gibt, über die Aufnahme von Mitgliedern zu entscheiden.

Welche Rolle spielt das utilitaristische Kalkül im Kontext der Migration?

Das utilitaristische Kalkül wird oft genutzt, um restriktive Migrationspolitik als Schutz des ökonomischen Wohlstands der bestehenden Staatsbürger zu rechtfertigen, wobei Carens argumentiert, dass dies aus globaler moralischer Sicht nicht haltbar ist.

Warum hält Lister die Familienintegration für einen sinnvollen Lösungsansatz?

Lister sieht in der Familie die kleinste soziale Einheit, die bereits in vielen Staaten als Grundlage für Integrationsprozesse dient und einen moralisch legitimierten, kontrollierbaren Weg der Einwanderung bietet.

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Details

Title
Offene oder geschlossene Staatsgrenzen? Eine philosophische Betrachtung der Migrationsdebatte
College
University of Potsdam  (Professur für Angewandte Ethik)
Course
Mensch, Gesellschaft & Kultur
Grade
1,0
Author
Florian Gartenschläger (Author)
Publication Year
2018
Pages
12
Catalog Number
V491486
ISBN (eBook)
9783668984158
ISBN (Book)
9783668984165
Language
German
Tags
Migration Menschenrechte Recht auf Freiheit Staatsrecht Staatsphilosophie
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Florian Gartenschläger (Author), 2018, Offene oder geschlossene Staatsgrenzen? Eine philosophische Betrachtung der Migrationsdebatte, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/491486
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