In der Hausarbeit vom Praxissemester wird eine durchgeführte Unterrichtsstunde in Ethik (9. Klasse) analysiert und reflektiert. Die Unterrichtsstunde beinhaltete die Arbeit mit Comics zum Thema "Vom Mythos zum Logos" sowie die Reflexion einer Leistungskontrolle (LEK) zum Abschluss der Reihe. Die Auswertung der LEK berücksichtigt dabei folgende Aspekte: Scaffolding, Kompetenzorientierung, formative Leistungsbeurteilung, Weiterentwicklung von Lernstrategien und Motivation.
Inhaltsverzeichnis
1. Allgemeine Auswertung der Erfahrungen im Praxissemester
2. Planung von Unterricht I
3. Unterrichtsanalyse
4. Hinzuziehung (fach)didaktischer Literatur und Hospitationserfahrungen
5. Planung von Unterricht II
6. Literatur- und Quellenverzeichnis
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit dient der Analyse und Reflexion von Unterrichtserfahrungen sowie der Planung und methodischen Gestaltung von Unterrichtssequenzen im Fach Philosophie/Ethik, wobei ein besonderer Schwerpunkt auf der Förderung von Lernstrategien durch die Auswertung von Leistungskontrollen liegt.
- Praxissemester-Erfahrungen und inklusive Lernumgebungen
- Didaktische Planung und Durchführung der Sequenz "Vom Mythos zum Logos"
- Methodische Reflexion der Leistungskontroll-Auswertung (LEK-Reflexion)
- Einsatz von Multiple-Choice-Quiz zur Lernstrategie-Förderung
- Sachanalytische Auseinandersetzung mit dem Übergang von Mythen zu wissenschaftlichem Denken
Auszug aus dem Buch
Die Sachanalyse I
Der Übergang vom Mythos zum Logos markiert den Beginn der Philosophie, aber auch des wissenschaftlichen Denkens. Dieses philosophiegeschichtliche Thema wirft aber mehr als nur geschichtliche Fragen auf. Vielmehr kann es sowohl in der Antike als auch in der Gegenwart verortet werden. Die Annahme des linearen Fortschritts ist zudem ein Gedanke, den philosophisch zu hinterfragen genauso lohnt wie die Betrachtung der Ideengeschichte und ihrer Ent- und Verwicklungen.
Gerhard Stapelfeldt sieht die Vorsokratiker, darunter speziell Die „Sieben Weisen, am Anfang der Philosophie stehen. (vgl. Stapelfeldt 2007: 129) „Die überlieferten Fragmente weisen – gegenüber den Dichtern Homer und Hesiod – erheblich nüchterneres, entmythologisiertes Bewußtsein [sic!] auf“ (ebd.) So beobachtet etwa Thales die Natur, berechnet anhand seiner Beobachtungen sogar das Auftreten einer Sonnenfinsternis und denkt über die Ursachen von Erdbeben nach. (vgl. ebd. S. 133f., 137f.) So erklärt er das Beben, indem er sich die Erde als ein schwankendes Schiff auf dem Meer vorstellt. Nicht mehr mythologische Mächte, Götter werden als Verursacher angeführt, sondern die natürliche Unruhe des Wassers, auf dem die Erde ruht. Dieses Denken in Analogien markiert einen weiteren Schritt in Richtung Logos. So löst der Logos den Mythos als Welterklärungsmodell ab, wenngleich die ersten Philosophen zu Beginn den mythologischen Erzählungen noch sehr verhaftet sind.
Mythos und Logos sind jedoch keine abstrakten Gegensätze. Beide sind miteinander verwoben, im Mythos stecken Versuche logischer, vernünftiger Erklärungen, im Logos kehren mythische Erzählweisen zurück, etwa wenn wissenschaftliche Erkenntnisse popularisierend vermittelt werden. (vgl. Stapfelfeldt 2007: 7) Claude Lèvi-Strauss schrieb 1958: „Vielleicht werden wir eines Tage entdecken, daß [sic] im mythischen und im wissenschaftlichen Denken dieselbe Logik am Werke ist und daß der Mensch allezeit gleich gut gedacht hat.“ (Lèvi-Strauss 1971: 254)
Zusammenfassung der Kapitel
1. Allgemeine Auswertung der Erfahrungen im Praxissemester: Der Autor reflektiert seine Zeit an einer inklusiven Schule, die pädagogische Entwicklung im Umgang mit heterogenen Lerngruppen und die gewonnene Souveränität vor der Klasse.
2. Planung von Unterricht I: Dieses Kapitel skizziert die Lernausgangslage einer neunten Klasse sowie eine theoretische Sachanalyse zum Thema „Vom Mythos zum Logos“ als Grundlage für die Unterrichtsplanung.
3. Unterrichtsanalyse: Hier findet eine kritische Auseinandersetzung mit der Planung und Durchführung der Unterrichtsstunde statt, wobei insbesondere die Problemorientierung und der Medieneinsatz evaluiert werden.
4. Hinzuziehung (fach)didaktischer Literatur und Hospitationserfahrungen: Die Arbeit verknüpft praktische Unterrichtsbeobachtungen mit fachdidaktischen Theorien, um Feedbackmethoden wie die LEK-Reflexion lernwirksam zu optimieren.
5. Planung von Unterricht II: Dieses Kapitel vertieft die vorangegangene Sachanalyse und begründet die methodische Entscheidung für Lernstrategietrainings innerhalb des Unterrichts.
6. Literatur- und Quellenverzeichnis: Auflistung aller verwendeten fachwissenschaftlichen und didaktischen Quellen.
Schlüsselwörter
Praxissemester, Unterrichtsanalyse, Mythos, Logos, Lernstrategien, LEK-Auswertung, Didaktische Analyse, Philosophieunterricht, Feedback, Inklusion, Kognitive Strategien, Reflexion, Leistungsbeurteilung, Pädagogik, Unterrichtsplanung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Arbeit behandelt die Reflexion von Unterrichtserfahrungen im Praxissemester und bietet eine detaillierte Planung und Analyse für den Philosophie- und Ethikunterricht am Beispiel der Sequenz „Vom Mythos zum Logos“.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder sind die professionelle Weiterentwicklung der Lehrkraft, die sachwissenschaftliche Einordnung der antiken Philosophie sowie die praktische Anwendung von Feedback- und Lernstrategien.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, durch eine strukturierte Reflexion von Unterrichtsplanung und -durchführung (insbesondere der LEK-Auswertung) die eigene Lehrkompetenz zu steigern und Lernprozesse durch gezielte Strategiearbeit zu unterstützen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf der didaktischen Analyse nach Klafki sowie der Anwendung formativen Feedbacks und metakognitiver Strategien nach Hattie, ergänzt um eine unterrichtspraktische Reflexion.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse von Unterrichtsvoraussetzungen, eine Sachanalyse zum Übergang von Mythen zu rationalem Denken sowie die kritische Reflexion des eigenen Lehrerhandelns.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Reflexion, Praxissemester, Mythos, Logos, Lernstrategien, Feedback und Didaktische Analyse.
Welche Rolle spielt die LEK-Reflexion in der Arbeit?
Die LEK-Reflexion dient als zentrales Instrument, um Schülern durch Multiple-Choice-Quiz und Ergebnisbögen „Meine Lernstrategien“ einen motivierenden Zugang zur Fehleranalyse und Kompetenzentwicklung zu ermöglichen.
Warum wird der Begriff „Logos“ induktiv erarbeitet?
Der induktive Ansatz soll den Schülern helfen, Bekanntes aus der Auseinandersetzung mit Mythen mit neuen Begriffen zu verknüpfen und durch anschauliche Medien wie Comics ein tieferes Verständnis zu entwickeln.
- Citation du texte
- Henrike Vogel (Auteur), 2019, LEK-Auswertung und exemplarische Reflexion von Lernstrategien, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/491573