Eine Bildanalyse zu dem Bild von Fueger von Maria Theresia als Miniaturbildnis mit dem Titel "Im Kreise ihrer Kinder".
Maria Theresia, die wohl bekannteste Königin des Hauses Habsburg, wurde mit vielen Namen betitelt. Sie war bekannt als „Glücksfall“ des Hause Habsburg, als „mütterliche Majestät“, „oberste Patriotin“, „Soldatenmutter“ und als „Reformerin“. Manch einer sprach sogar von einem „(europäischen) Mythos“. Sie selbst sah sich jedoch als „totale Mutter“ , sowie die von Gott gesandte „Mutter ihrer Völker“.
Der 300. Geburtstag der weiblichen Protagonistin der frühen Neuzeit entfachte erneut das internationale Interesse an ihrer Person für die Forschung und wissenschaftliche Arbeit, jedoch auch für die nicht-akademischen Medien. Anlässlich des Jubiläums fanden neben vielen neu veröffentlichten monografischen Biografien, Aufsätzen, Sammelwerken etc., viele Ausstellungen zu Gunsten Maria Theresias statt, u. A. auch in Bezug auf die Kunst.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Hauptteil
2.1 Heinrich Friedrich Füger und die Miniatur von Maria Theresia im Kreise ihrer Kinder
2.2 Das Miniaturbildnis von Heinrich F. Füger und seine Elemente
2.3 Ikonographie der Abbildungen des Miniaturbildnis
3. Hintergründe und Fakten in Verbindung mit dem Gruppenporträt
4. Schluss
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht das Miniaturbildnis „Maria Theresia im Kreise ihrer Kinder“ von Heinrich Friedrich Füger aus dem Jahr 1776. Ziel ist es, die kunsthistorische Bedeutung des Werks zu analysieren, seine Funktion als persönliches Erinnerungsstück der verwitweten Kaiserin zu beleuchten und die symbolische Darstellung der Habsburger Familienmitglieder im Kontext der damaligen Repräsentation zu deuten.
- Analyse der kunsthistorischen Bedeutung und Provenienz des Miniaturbildnisses
- Untersuchung der ikonographischen Elemente und ihrer symbolischen Aufladung
- Betrachtung der Rolle der Kaiserinwitwe und ihrer visuellen Repräsentation
- Einordnung des Werks in das Spannungsfeld zwischen öffentlicher Machtdemonstration und privatem Familienideal
Auszug aus dem Buch
2.2 Das Miniaturbildnis von Heinrich F. Füger und seine Elemente
Da Maria Theresia beispielsweise auch an Hofmaler Martin Meytens und anderen Künstlern die „Genauigkeit“ und „Nahsichtigkeit“ von (Gruppen-)Porträts geschätzt hat, ist es neben der allgemeinen Relevanz für die Analyse, ganz besonders wichtig die Elemente und Einzelbestandteile des Miniaturbildnisses zu beschreiben und herauszuarbeiten. Der kunsthistorischen Methode der Ikonographie nach Erwin Panofsky ähnelnd, wird folgend primär beschrieben was der Betrachter sieht (Sujet/Vorikonographische Beschreibung), gefolgt von der Analyse (konventionales Sujet/Ikonographische Analyse) und der Interpretation und Bedeutung (ikonologische Interpretation).
Der Rahmen des „Bildchens“ besteht aus drei Farben, schwarz, gold und weiß. Er ist nicht besonders prunkvoll, jedoch scheint das Weiß nicht gemalt, sondern schimmernd, was darauf deutet, dass es aus Muscheln besteht. Die metallenen goldfarbenen Teile des Rahmens werden höchstwahrscheinlich aus Gold oder vergoldet sein. Das Schwarz jedoch wirkt auf den Rahmen gemalt. An den Ecken und jeweils in der Mitter der langen Seite des Rahmens sind blätterartige Verzierungen. Die Verzierungen in den Ecken ähneln Palmenblättern oder Weinrebenblättern und sind ebenfalls goldfarben umrandet und mit glänzender Muschel verziert. Die Verzierungen unterscheiden sich jedoch untereinander, keines scheint komplett identisch, jedoch sticht die Verzierung an der linken Seite in der Mitte ins Auge, da es fast herzförmig wirkt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die historische Relevanz von Maria Theresia als „Mutter der Völker“ ein und problematisiert die bisherige Forschungsliteratur, die sich primär auf offizielle Herrschaftsporträts konzentrierte und private Darstellungen vernachlässigte.
2. Hauptteil: Dieser Abschnitt widmet sich der detaillierten Analyse des Miniaturbildnisses von H.F. Füger, beschreibt die künstlerischen sowie ikonographischen Details und ordnet diese in den historischen Kontext der Witwenschaft Maria Theresias ein.
3. Hintergründe und Fakten in Verbindung mit dem Gruppenporträt: Hier werden die biografischen Hintergründe der abgebildeten Familienmitglieder und das komplizierte Verhältnis der Kaiserin zu ihren Kindern beleuchtet, welches durch Krankheiten und dynastische Zwänge geprägt war.
4. Schluss: Das Fazit fasst zusammen, dass das Bildnis sowohl eine strategische Bedeutung für Fügers künstlerische Karriere als auch eine intime, persönliche Funktion für die trauernde Kaiserin erfüllte.
Schlüsselwörter
Maria Theresia, Heinrich Friedrich Füger, Habsburger, Miniaturbildnis, Ikonographie, Witwenschaft, Gruppenporträt, Kunstgeschichte, Visuelle Repräsentation, Familienporträt, 18. Jahrhundert, Symbolik, Auftraggeber, Wiener Hof, Dynastische Darstellung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert ein spezifisches Miniaturbildnis der Kaiserin Maria Theresia aus dem Jahr 1776, das sie im Kreise ihrer Kinder zeigt, und hinterfragt dessen kunsthistorische und historische Funktion.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die Rolle der bildenden Kunst in der Selbstdarstellung der Habsburger, die Symbolik von Farben und Gegenständen in Porträts sowie der Wandel der Repräsentation Maria Theresias von der Kaiserin zur Kaiserinwitwe.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, das wenig analysierte „Bildchen“ von Heinrich Friedrich Füger wissenschaftlich zu erschließen und zu zeigen, wie es einerseits als privates Erinnerungsstück fungierte und andererseits dem Künstler zur Förderung seiner Karriere diente.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich primär auf eine kunsthistorische Analyse nach der ikonographischen Methode von Erwin Panofsky, ergänzt durch die historische Kontextualisierung mittels Fachliteratur.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden das Porträt von Füger, die abgebildeten Personen, die spezifische Farb- und Symbolwahl sowie die familiären Hintergründe der auf dem Bild dargestellten Kinder detailliert beschrieben.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Maria Theresia, Miniaturbildnis, Habsburger, Ikonographie, Repräsentation und Witwenschaft charakterisiert.
Wie unterscheidet sich dieses Porträt von früheren Darstellungen Maria Theresias?
Im Gegensatz zu früheren, prunkvollen Herrschaftsporträts zeigt dieses Bild die Kaiserin als Witwe in einer intimeren, privaten Familiensituation ohne die üblichen Reichsinsignien.
Welche Rolle spielt das Stipendium des Künstlers für die Entstehung des Bildes?
Die Forschung legt nahe, dass Füger das Bildnis als eine Art Probestück seines Könnens anfertigte, um vom Hof ein Stipendium für eine Studienreise nach Rom zu erhalten.
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- Bettina Sylivia Bruemmer (Author), 2019, Das Miniaturbildnis von Heinrich F. Füger von Maria Theresia. Bildanalyse "Im Kreise ihrer Kinder", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/491601