In der Bachelorarbeit geht es um das Projektcontrolling im Bauwesen aus Sicht eines Auftraggebers.
Die Thematik „Projektcontrolling“ erhält im Ablauf von Bauprojekten eine zunehmende und signifikante Relevanz. Bei der Realisierung von Projekten im Bauwesen sind eine enorme Planung, Steuerung der Prozesse und deren Kontrolle unvermeidbar. Auf den Baustellen müssen viele verschiedene Unternehmen koordiniert werden. Zudem ist es unabdingbar, die jeweiligen Schnittstellen der Unternehmen zu konkretisieren und gleichzeitig voneinander abzugrenzen, denn gerade im Baugewerbe ist das schnelle und reibungslose Zusammenarbeiten von zentraler Bedeutung.
Vor dem Beginn der Realisierung eines jeden Großprojektes werden in der Grundlagenermittlung zunächst ein Kostenrahmen sowie ein Terminplan für die Errichtung des Projektes festgelegt. Diese prognostizierten Kosten sind häufig Grundlage für die Investitions- und Bauentscheidung des Auftraggebers. Die Baukosten in dieser Phase noch maßgeblich beeinflusst werden. Anschließend werden die einzelnen Gewerke über ein Vergabeverfahren an die verschiedenen Unternehmer vergeben. Es kommt schließlich zur Ausführungsphase des Projektes. In dieser Phase wird besonders deut-lich, dass die geplanten Kosten und Termine häufig unterschätzt werden. Dies führt in den Projekten zu erheblichen Veränderungen der vertraglich vereinbarten zeitlichen und finanziellen Vorgaben, zwischen dem Auftraggeber und dem Auftragnehmer.
Die populärsten Praxisbeispiele für Kosten- und Terminüberschreitung tragen Namen wie der Flughafen Berlin Brandenburg oder Stuttgart 21. Diese genannten Bauprojekte stellen Extremfälle dar, können jedoch auch auf deutlich kleinere Projekte, mit gleichen Problemstrukturen übertragen werden.
Inhaltsverzeichnis
1 Grundlegung der Arbeit
2 Projektcontrolling im Bauwesen
2.1 Begriffsbestimmungen
2.2 Abgrenzungen des Controllings
2.3 Projektbeteiligte
2.3.1 Auftraggeberseite
2.3.2 Auftragnehmerseite
2.3.3 Weitere Projektbeteiligte
2.4 Aufbauorganisation
2.4.1 Aufbauorganisationsformen
2.4.2 Projektstrukturplan
3 Phasenkonzepte
3.1 Projektmanagementphasen nach DIN
3.2 Leistungsphasen der HOAI
3.3 Projektstufen des AHO
4 Projektcontrolling nach HOAI
4.1 Leistungsmanagement
4.1.1 Leistungsplanung
4.1.2 Leistungskontrolle und -steuerung
4.2 Ablauf- und Terminmanagement
4.2.1 Ablaufplanung
4.2.2 Terminplanung
4.2.3 Terminkontrolle und -steuerung
4.3 Kostenmanagement
4.3.1 Kostenermittlung
4.3.2 Kostenkontrolle und -steuerung
4.4 Projektfortschrittskontrolle
5 Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit analysiert das Projektcontrolling im Bauwesen aus der spezifischen Sicht des Auftraggebers. Ziel ist es, Methoden und Instrumente aufzuzeigen, mit denen Bauherren ihre Projektziele hinsichtlich Leistung, Kosten und Terminen trotz auftretender Störungen oder Planungsabweichungen effizient steuern und sicherstellen können.
- Grundlagen des Projektmanagements und Controllings im Bauwesen
- Rollen und Verantwortlichkeiten der Projektbeteiligten
- Strukturierung von Bauprojekten mittels Phasenkonzepten (HOAI/AHO)
- Instrumente zur Termin-, Kosten- und Leistungssteuerung
Auszug aus dem Buch
2.1 Begriffsbestimmungen
Projekt:
Zahlreiche Definitionen des Projektbegriffs lassen sich in der Literatur finden. Werden die Definitionen auf ihre Gemeinsamkeiten untersucht, so kann ein Projekt wie folgt charakterisiert werden. Auch wenn vergleichbare Projekte existieren, ist jedes Projekt neuartig. Es grenzt sich durch einen definierten Anfang und ein Ende ab. In wirtschaftlicher, zeitlicher und technischer Hinsicht besteht in jeder Phase eines Projektes ein mitlaufendes Risiko. Ein weiteres Merkmal besteht in der Komplexität eines Projektes, die durch eine Vielzahl an Projektbeteiligten und deren Wechselbeziehungen entsteht. Änderungen der organisatorischen Bedürfnisse während der Bauausführung bereiten häufig weitere Probleme.
Eine allgemeingültige Definition liefert die DIN 69901-5, wonach ein Projekt ein Vorhaben ist, welches im Wesentlichen durch seine Einmaligkeit der Bedingungen in ihrer Gesamtheit gekennzeichnet ist. Zu diesen zählen u.a. die
• zeitliche, finanzielle und personelle Begrenzung etc.
• festgelegtes Ziel
• Projektspezifische Organisation
• klare Abgrenzung gegenüber anderen Projekten
Bei dem Vergleich der Definitionen des Projektbegriffes und bestimmter Merkmale von Bauvorhaben, ist festzustellen, dass alle Bauvorhaben Projektcharakter besitzen. Deshalb wird auch von Bauprojekten gesprochen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Grundlegung der Arbeit: Einführung in die Relevanz des Projektcontrollings im Bauwesen und Erläuterung der Problemstellung hinsichtlich Kosten- und Terminüberschreitungen.
2 Projektcontrolling im Bauwesen: Definition grundlegender Begriffe sowie Abgrenzung des Controllings zu anderen Unternehmensbereichen und Vorstellung der wesentlichen Projektbeteiligten.
3 Phasenkonzepte: Darstellung der typischen Projektphasen nach DIN, HOAI und AHO, die als Rahmen für die Steuerung von Bauprojekten dienen.
4 Projektcontrolling nach HOAI: Detaillierte Betrachtung des Leistungs-, Termin- und Kostenmanagements sowie der Projektfortschrittskontrolle anhand der Leistungsphasen der HOAI.
5 Zusammenfassung: Abschluss der Arbeit mit einer Synopse der zentralen Erkenntnisse über die Rolle des Auftraggebers im Projektmanagement.
Schlüsselwörter
Projektcontrolling, Bauwesen, Auftraggeber, Projektmanagement, HOAI, Kostenmanagement, Terminmanagement, Leistungsplanung, Soll-Ist-Vergleich, Bauherrenaufgaben, Projektstrukturplan, Meilensteintrendanalyse, Earned Value Analyse, Bauausführung, Projektsteuerung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit dem Projektcontrolling im Bauwesen und fokussiert dabei gezielt die Perspektive des Auftraggebers (Bauherrn).
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die zentralen Themen sind das Leistungs-, Termin- und Kostenmanagement, eingebettet in die verschiedenen Projektphasen eines Bauvorhabens.
Welches primäre Ziel verfolgt die Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, Bauherren ein Verständnis für notwendige Steuerungs- und Kontrollmechanismen zu vermitteln, um Projekte trotz komplexer Schnittstellen innerhalb der Zielgrößen abzuwickeln.
Welche wissenschaftliche Methodik wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturrecherche und der systematischen Auswertung gängiger Standards wie DIN, HOAI und AHO für die Bauabwicklung.
Was wird schwerpunktmäßig im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung und eine detaillierte Auseinandersetzung mit der Steuerung von Leistung, Terminen und Kosten entlang der Phasen nach HOAI.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Wichtige Begriffe sind Projektcontrolling, Bauherrenaufgaben, Soll-Ist-Vergleich, Kostenmanagement und Meilensteintrendanalyse.
Welche Rolle spielt der Bauherr als oberster Projektmanager?
Der Bauherr trägt die Gesamtverantwortung. Die Arbeit verdeutlicht, welche delegierbaren Aufgaben er an Experten übertragen kann, um das Projektrisiko zu minimieren.
Warum ist das "Magische Dreieck" für diese Arbeit von Bedeutung?
Es dient als Rahmenmodell, da die drei Eckpunkte Leistung, Termine und Kosten in ständiger wechselseitiger Abhängigkeit zueinander stehen und einen ganzheitlichen Controlling-Ansatz erfordern.
- Citar trabajo
- Anonym (Autor), 2019, Projektcontrolling im Bauwesen aus Auftraggebersicht, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/491904