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Ist die deutsche Sprache geschlechtergerecht?

Grundlagen der feministischen Linguistik

Titel: Ist die deutsche Sprache geschlechtergerecht?

Hausarbeit , 2015 , 14 Seiten , Note: 12

Autor:in: Jessica Olbrich (Autor:in)

Germanistik - Linguistik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Diese Arbeit wird sich im weiteren Verlauf mit der feministischen Sprachwissenschaft und verfolgt das Ziel, verschieden vertretenen Auffassungen im Hinblick auf eine geschlechtergerechte Sprache und die unterschiedliche Verbesserungsformen darzulegen.

Nicht nur in linguistischen Fachkreisen wird sich die Frage gestellt, ob die deutsche Sprache „frauenfeindlich“ ist beziehungsweise, ob Frauen in ihr gleichermaßen berücksichtigt werden. Es wird schon seit längerer Zeit über sprachliche Gleichstellung der Geschlechter diskutiert, geforscht und versucht, dafür Lösungen zu finden. Mit der UNESCO- Resolution von 1987 zur Sichtbarmachung von Frauen in der Sprache wird deutlich, dass bei genauerer Betrachtung unserer Sprache problematische Erkenntnisse entstehen. Die Thematik ist mit der Frage eng verknüpft, ob Sprache das Denken beeinflussen kann. Vertreter der geschlechtergerechten Sprache sind der Ansicht, dass Sprache ein Spiegelbild des Zusammenlebens darstellt. Durch sie werden Werte, Normen und Kultur weitergegeben. Somit gestaltet Sprache die Gesellschaft aktiv mit.

Ein oft genanntes Beispiel hierfür sind die Berufsbezeichnungen aus früheren Zeiten, welche überwiegend aus maskulinen Formen bestanden. Sie stellen ein Indiz für die damalige Gesamtsituation in der Gesellschaft dar, da diese Berufe oftmals nur von Männern ausgeübt wurden. Vor allem die feministische Sprachwissenschaft beschäftigt sich mit dieser Thematik. Sie bildete sich in den siebziger Jahren, beginnend in den USA, ab 1978 auch in Deutschland und beschäftigt sich mit dem sexistischen Sprachgebrauch sowie dem geschlechtsspezifischen Sprechen. Auch im Alltag lässt sich die Thematik immer häufiger antreffen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Grundlagen geschlechtergerechter Sprache

3 Gegenpositionen zur feministischen Sprachkritik

4 Vorschläge für ein geschlechtergerechtes Deutsch

4.1 Die Beidbenennung

4.2 Die Neutralisation

4.3 Das generische Femininum

5 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Debatte um eine geschlechtergerechte deutsche Sprache und analysiert dabei sowohl die Kritik der feministischen Linguistik am generischen Maskulinum als auch die Gegenpositionen aus der traditionellen Sprachwissenschaft, um darauf aufbauend verschiedene Strategien zur sprachlichen Gleichstellung zu bewerten.

  • Grundlagen der feministischen Linguistik und ihre Kritik an der Sprachstruktur
  • Die Problematik des generischen Maskulinums als identitätsstiftender Faktor
  • Wissenschaftliche Gegenargumente zur feministischen Sprachkritik (u.a. von Hartwig Kalverkämper)
  • Analyse und Bewertung von Sprachveränderungsstrategien wie Beidbenennung und Neutralisation

Auszug aus dem Buch

3 Gegenpositionen zur feministischen Sprachkritik

Es gibt jedoch auch Kritiker der feministischen Sprachkritik. Unter anderem Hartwig Kalverkämpfer, welcher aus der traditionellen Linguistik stammt. Seine Kritik ist ein gutes Beispiel für die Argumente, die oftmals gegen die Auffassungen feministischer Sprachkritik sprechen (vgl. Antenhofer; Oberprantacher; Schnegg 2011,208).

Er kritisierte zunächst Trömel-Plötz mit ihren Auffassungen zum generischen Maskulinum. Nach ihm verwechsle sie die sprachliche Kategorie Genus und die außersprachliche Kategorie Sexus dadurch, dass sie von Gegebenheiten beim Genus auf Gegebenheiten beim Sexus schließe. Er ist der Auffassung, dass das generische Maskulinum nicht maskulin ist, sondern durchaus geschlechtsneutral verwendet werden kann. Ihm nach gibt es Wörter, die sowohl als Archilexem (Oberbegriff) dienen aber auch von einer untergeordneten Gruppe genutzt werden können. Als Beispiel führt er das Oppositionspaar Tag/Nacht an (vgl. Antenhofer; Oberprantacher; Schnegg 2011, 208). Hier wird deutlich, dass „Tag“ den markierten Begriff „Nacht“ miteinschließt und so als ein Archilexem dient, wodurch dieser geschlechtsneutral sei (vgl. Samel 1995, 67). Bei Einschließung des Nacht- Begriffes in den Tag-Begriff wird dieser nicht explizit erwähnt, ist jedoch trotzdem inbegriffen.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Relevanz der geschlechtergerechten Sprache ein und erläutert den Einfluss von Sprache auf das Denken sowie die Entstehungsgeschichte der feministischen Sprachwissenschaft.

2 Grundlagen geschlechtergerechter Sprache: Das Kapitel erläutert die Grundannahmen der feministischen Linguistik, insbesondere die Kritik am generischen Maskulinum und dessen psychologische sowie soziale Auswirkungen.

3 Gegenpositionen zur feministischen Sprachkritik: Hier werden die Argumente traditioneller Linguisten vorgestellt, die die Vermischung von Genus und Sexus kritisieren und die Neutralität der maskulinen Form betonen.

4 Vorschläge für ein geschlechtergerechtes Deutsch: Dieses Kapitel stellt verschiedene Lösungsansätze wie die Beidbenennung, die Neutralisation und das generische Femininum vor und diskutiert deren Vor- und Nachteile.

5 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse der Arbeit zusammen und bewertet die verschiedenen Strategien zur sprachlichen Gleichstellung kritisch aus der Sicht der Verfasserin.

Schlüsselwörter

Feministische Linguistik, geschlechtergerechte Sprache, generisches Maskulinum, Sprachwandel, Beidbenennung, Neutralisation, Sprachkritik, Genus, Sexus, Identität, Diskriminierung, Sprachgebrauch, Sprachsystem, Archilexem, Sprachphilosophie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Arbeit befasst sich mit der Frage, ob die deutsche Sprache geschlechtergerecht gestaltet ist, und untersucht die Ansätze feministischer Sprachkritik sowie die Kritik daran.

Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?

Die zentralen Themen sind das generische Maskulinum, die linguistische Asymmetrie, Strategien zur Sichtbarmachung von Frauen sowie die Kontroverse um die Arbitrarität sprachlicher Zeichen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die verschiedenen Auffassungen zur geschlechtergerechten Sprache gegenüberzustellen und die Wirksamkeit und Umsetzbarkeit verschiedener Sprachveränderungsformen darzulegen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Analyse und dem Vergleich existierender linguistischer Fachliteratur zur feministischen Sprachwissenschaft und deren Gegenpositionen.

Was steht im inhaltlichen Hauptteil?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Grundlagen der feministischen Sprachkritik, die Gegenpositionen der traditionellen Linguistik sowie die Analyse konkreter Vorschläge wie Splitting und Neutralisation.

Welche Schlagworte charakterisieren diese Arbeit?

Wichtige Begriffe sind feministische Sprachwissenschaft, geschlechtergerechte Sprache, generisches Maskulinum, Sprachkritik und die Debatte über Genus und Sexus.

Wie argumentiert Luise F. Pusch bezüglich der Identität von Frauen in der Sprache?

Pusch argumentiert, dass maskuline Formen Frauen sprachlich unsichtbar machen und dadurch die Identitätsbildung erschweren, da die Sprache die Privilegien der Männer widerspiegelt.

Welche Kritik übt Hartwig Kalverkämper an der feministischen Linguistik?

Kalverkämper kritisiert, dass feministische Linguistinnen unzulässigerweise von der grammatischen Kategorie Genus auf die biologische Kategorie Sexus schließen und übersieht die politische Komponente der Sprache.

Wie beurteilt die Autorin den Vorschlag des "generischen Femininums"?

Die Autorin lehnt diesen radikalen Ansatz ab und erachtet ihn als nicht zielführend für eine echte sprachliche Gleichstellung.

Welche Schreibvarianten der Beidbenennung werden diskutiert?

Diskutiert werden Kurzformen wie der Schrägstrich, die Klammer und das große "I" (Gender-I) als Mittel zur ökonomischen Umsetzung geschlechtergerechter Sprache.

Ende der Leseprobe aus 14 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Ist die deutsche Sprache geschlechtergerecht?
Untertitel
Grundlagen der feministischen Linguistik
Hochschule
Justus-Liebig-Universität Gießen
Note
12
Autor
Jessica Olbrich (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2015
Seiten
14
Katalognummer
V491922
ISBN (eBook)
9783668978256
ISBN (Buch)
9783668978263
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Sprache Normen Geschlechtergerecht gleichberechtigung feministische linguistik
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Jessica Olbrich (Autor:in), 2015, Ist die deutsche Sprache geschlechtergerecht?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/491922
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Leseprobe aus  14  Seiten
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