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Das Preußenland wird evangelisch

Der Aspekt der Entscheidung im politischen Handeln Albrechts im Kontext des konfessionellen Wandels in Preußen

Title: Das Preußenland wird evangelisch

Term Paper (Advanced seminar) , 2018 , 35 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Anonym (Author)

History - Miscellaneous
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Diese Arbeit handelt vom Konfessionswechsel Preußens und seines Landesherrn im Zuge der Reformation. Der Text gibt einen Einblick in die wesentlichen Handlungsmotive der beteiligten Personen und Institutionen.

Der Autoritätsverlust, den die katholische Kirche seit dem öffentlichen Auftreten Luthers erfuhr, zeigte in den Territorien des römisch-deutschen Reiches allmählich Wirkung. Die erhoffte Isolation des Reformators war gescheitert und die durch ihn angestoßene Reformation begann sich zunehmend in einzelnen Landesherrschaften auszubreiten. Die in Gang gesetzte Umwälzung, mit der nicht wenige Fürsten sympathisierten, brachte die religiöse und damit auch politische Verfasstheit des Reiches ins Wanken und zwang sowohl den Kaiser als auch altgläubige Autoritäten, sich der Sache anzunehmen. In Worms wurde die potentielle Gefahr für die Einheit der Kirche 1521 erstmalig auf Reichstagsebene von den Mächtigen behandelt. Die neue Lehre, durch die Person Luthers verkörpert und erstmals zur Anklage auf die große Bühne gehoben, war zu jener Zeit längst nicht mehr nur auf ihn und einen kleinen Kreis anhängender Theologen beschränkt. Tatsächlich hatte sie bereits in den Köpfen vieler Menschen und nicht weniger Landesherren Einzug gehalten.

Luthers Ideen zur Reformierung der bestehenden Amtskirche trafen auch im östlichen Europa auf fruchtbaren Boden. Auf dem einstigen Gebiet des Deutschen Ordens konstituierte Markgraf Albrecht von Brandenburg-Ansbach, ab 1511 Hochmeister des Ordens, gar ein evangelisches Herzogtum. Er legte den Ordensmantel 1525 ab und nannte sich fortan Albrecht von Preußen, das er hernach als weltlicher Fürst regierte. Mit der Auflösung des einstmals mächtigen Deutschritterordens und der Umwandlung seines Gebietes in eine weltliche Herrschaft machte Albrecht deutlich, dass er den Übertritt zur lutherischen Lehre vollzog. Über die Gründe dieses Konfessionsübertritts ist seither rege diskutiert, über seine persönlichen wie politischen Motive in vielfacher Weise spekuliert worden. Sehen die einen die religiöse Entscheidung als handlungsleitendes Motiv an, messen andere den politischen Umständen größeres Gewicht bei.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Vorgeschichte – Albrecht als Hochmeister des Deutschen Ordens

3. Albrecht und die Reformation

4. Das Ordensland wird evangelisch – Die Reformation setzt sich durch

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht den Entscheidungsprozess von Markgraf Albrecht von Brandenburg-Ansbach, Hochmeister des Deutschen Ordens, der im Kontext des konfessionellen Wandels im 16. Jahrhundert zur Säkularisation des Ordensstaates und zur Gründung des Herzogtums Preußen führte. Dabei steht die Frage im Vordergrund, wie Albrecht zwischen persönlichen, religiösen und vor allem politischen Zwängen lavierte, um das Überleben seiner Herrschaft zu sichern.

  • Die politische und militärische Zwangslage des Deutschen Ordens gegenüber Polen
  • Die diplomatischen Bemühungen Albrechts im Reich zur Sicherung seiner Herrschaft
  • Die Rolle der Reformation als Instrument politischer und gesellschaftlicher Neuordnung
  • Die Transformation vom geistlichen Hochmeister zum weltlichen Herzog
  • Die Analyse der Entscheidungsprozesse unter Berücksichtigung von Theorieansätzen

Auszug aus dem Buch

Albrechts Konfessionswechsel unter dem Aspekt der Entscheidung

Betrachtet man Albrechts Konfessionswechsel unter dem Aspekt der Entscheidung, der zweifelsohne für eine Theorie des politischen Handelns unentbehrlich ist, wird man feststellen, dass dieser kaum auf ein konkretes Momentum reduziert werden kann. Vielmehr ist der Akt der Entscheidung als Prozess zu verstehen, wie es Hermann Lübbe treffend beschrieb. Die Frage nach einem konkreten dezisiven Moment ist sowohl methodisch als auch inhaltlich wenig zielführend. Sie birgt darüber hinaus die Gefahr, die Entwicklungen jener Jahre als gradlinig und zwingend zu dem bekannten Ergebnis führend wahrzunehmen, was der Komplexität dieser historischen Situation freilich nicht gerecht wird, wie es bereits Matthias Pohlig in ähnlicher Weise benannte.

Stationen des Entschlusses, der hier als jene Kraft, die zur Entscheidung führt und somit dem unvermeidlichen Handeln eine Richtung gibt, verstanden werden soll, um eine weitere Begrifflichkeit Lübbes zu bemühen, können aber möglicherweise auf Albrechts Weg der Entscheidung herauskristallisiert werden. Es handelt sich dabei um jene Momente, in denen eine Möglichkeit ausgeschlossen wurde, um einer anderen Option den Vorzug zu geben und diese Realität werden zu lassen. In eine greifbare Fragestellung gefasst, könnte man diese wie folgt formulieren: Wann hat Albrecht den Entschluss oder treffender die Entschlüsse gefasst, den religiös wie auch politisch vermeintlich vorgezeichneten Weg zu verlassen, um einen Alternativpfad zu beschreiten, dessen Konsequenzen für ihn noch nicht abzusehen waren?

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die historische Problematik des Autoritätsverlustes der katholischen Kirche ein und stellt die Forschungsfrage nach den Motiven Albrechts von Brandenburg-Ansbach bei seinem Konfessionswechsel.

2. Vorgeschichte – Albrecht als Hochmeister des Deutschen Ordens: Dieses Kapitel skizziert die prekäre politische und finanzielle Ausgangslage des Deutschen Ordens im frühen 16. Jahrhundert sowie dessen Abhängigkeit von Polen und die erfolglose Suche nach Hilfe im Reich.

3. Albrecht und die Reformation: Hier wird Albrechts Kontakt mit Luthers Lehre während der Nürnberger Reichstage untersucht sowie sein lavierendes Verhalten, das zwischen Sympathie für die Reformation und der Wahrung politischer Verbindungen zur katholischen Seite schwankte.

4. Das Ordensland wird evangelisch – Die Reformation setzt sich durch: Das Kapitel behandelt den praktischen Vollzug der Reformation, den Vertrag von Krakau 1525 und die Säkularisation des Ordensstaates in ein erbliches, weltliches Herzogtum unter polnischer Lehnshoheit.

5. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass Albrechts Handeln weniger auf einem vorgezeichneten Plan als auf einem prozesshaften Entscheidungsweg basierte, der durch äußere Zwänge und das Fehlen politischer Alternativen zur Säkularisation führte.

Schlüsselwörter

Albrecht von Brandenburg-Ansbach, Deutscher Orden, Reformation, Preußen, Säkularisation, Konfessionswechsel, politische Entscheidung, Entscheidungstheorie, Hermann Lübbe, Martin Luther, Herzogtum Preußen, Reichstag zu Nürnberg, Vertrag von Krakau, Polen, Reichsfürstenstand.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert das politische Handeln von Hochmeister Albrecht von Brandenburg-Ansbach während der frühen Reformationszeit und untersucht, wie er sein Herrschaftsgebiet, den Deutschen Orden, in ein evangelisches Herzogtum umwandelte.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zentrale Themen sind die Krise des Deutschen Ordens, die Rolle der Reformation in politischen Entscheidungsprozessen sowie das komplexe Spannungsfeld zwischen religiösem Bekenntnis und machtpolitischer Notwendigkeit im 16. Jahrhundert.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es zu ergründen, warum und unter welchen Bedingungen Albrecht den Entschluss fasste, den Ordensstaat zu säkularisieren und zur lutherischen Lehre überzutreten, wobei insbesondere die Frage nach dem "Moment der Entscheidung" kritisch hinterfragt wird.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?

Der Autor nutzt eine historische Analyse, die durch entscheidungstheoretische Ansätze (nach Hermann Lübbe) ergänzt wird, um das politische Lavieren Albrechts als Prozess statt als einmaligen Akt zu begreifen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich chronologisch: Er beleuchtet die Vorgeschichte als Hochmeister, die Nürnberger Reichstage als Wendepunkt, das lavierende Verhalten gegenüber der Reformation und schließlich den Vollzug der Säkularisation durch den Vertrag von Krakau.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit lässt sich am besten durch Begriffe wie Albrecht von Brandenburg-Ansbach, Deutscher Orden, Reformation, Säkularisation und Entscheidungsprozess charakterisieren.

Inwiefern beeinflusste Martin Luther die Entscheidungen Albrechts?

Luther lieferte die ideologische Basis für die Auflösung des Ordens und die Abkehr vom Keuschheitsgelübde, wobei er Albrecht aktiv zur Säkularisation und zum Übertritt zur Reformation drängte.

Welche Rolle spielte Polen bei der Transformation des Preußenlandes?

Polen fungierte als entscheidende Schutzmacht. Durch den Vertrag von Krakau 1525 akzeptierte Polen die Säkularisation und das erbliche Herzogtum, wobei der polnische König im Gegenzug die Lehnshoheit erhielt.

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Details

Title
Das Preußenland wird evangelisch
Subtitle
Der Aspekt der Entscheidung im politischen Handeln Albrechts im Kontext des konfessionellen Wandels in Preußen
College
University of Münster
Grade
1,3
Author
Anonym (Author)
Publication Year
2018
Pages
35
Catalog Number
V491943
ISBN (eBook)
9783668975729
ISBN (Book)
9783668975736
Language
German
Tags
Preußen Reformation Konfession Religion
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anonym (Author), 2018, Das Preußenland wird evangelisch, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/491943
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