Sexualität und Multiple Sklerose in der Partnerschaft


Fachbuch, 2019

24 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Gliederung

1. Einleitung

2. Teil A: Definitionen: Partnerschaft, Liebesbeziehung, Sexualitat und Behinderung

3. Diagnose MS

4. Leben mit der MS und der Einfluss auf die Partnerschaft und die Sexualitat
4.1 Einfluss auf die Partnerschaft
4.2 Einfluss auf die Sexualitat
4.3 Sexuelle Storungen
4.4 Therapie der Sexualstorungen bei der Frau
4.5Therapie der Sexualstorungen beim Mann
4.6Therapie geschlechtsunabhangiger Storungen
4.7 Starke Partnerschaft und ein erflilltes Liebesleben

5. Kommunikation und Zartlichkeit als Therapie

6. Teil B: Angewandte Methoden und Grundlagen fUr meine Paarberatung

7. Fallbeispiel

8. Fazit

[Der Anhang dieser Arbeit wurde von der Redaktion entfernt.]

1.Einleitung

Ausgehend von meiner eigenen Partnerschaft und den damit verbundenen Problemen, nach Auftreten meiner Krankheit MS, mochte ich das Thema Sexualitat mit Behinderung naher beleuchten. Die Diagnose MS wurde mir vor ungefahr 10 Jahren gestellt. lm Verlauf der Krankheit nahmen meine korperlichen Beschwerden und Einschrankungen immer mehr zu. Viele lnformationen konnte ich zu diesem Zeitpunkt schon aus dem Internet ziehen. Lebensbejahende Artikel von Betroffenen und Arzten berichten uber die Probleme im Alltag. Allerdings wares zu dieser Zeit noch nicht ublich, uber Themen wie Sex und Partnerschaft und korperliche Beeintrachtigungen, offentlich zu diskutieren. Heute gibt es mehrere lnternetseiten, welche ich zur Bearbeitung meines Themas heranziehen konnte.

Meine Gliederung beginne ich mit den Definitionen Partnerschaft/ Ehe, Sexualitat und Behinderung um die Schwerpunkte fUr meine Ausarbeitung zu setzen. Ein weiterer Punk!beschreibt die Diagnose MS und setzt sich mit den damit verbundenen korperlichen Einschrankungen auseinander.

Die sich daraus ergebenen Einfllisse in der Partnerschaft sind Basis fUr mein erarbeitetes Fallbeispiel. lch mochte Beratungsschwerpunkte vorstellen, die es mir ermoglichen mit betroffenen Paaren das Thema MS und sexuelle Beeintrachtigung zu bearbeiten.

2. Definitionen

Die Schwerpunkte meiner Ausarbeitung liegen bei den folgenden Schlagwortern:

Ehe/Partnerschaft laut Duden

a) gesetzlich [und kirchlich] anerkannte Lebensgemeinschaft zweier Personen
b) (bis 2017) eheahnliche Verbindung zweier gleichgeschlechtlicher Personen

Synonyme zu Ehe:

Bund fUrs Leben, Ehebundnis, Ehegemeinschaft, eheliche Verbindung, Lebensbund, (dichterisch) Eheband; (umgangssprachlich scherzhaft) Ehehafen; (veraltet) Allianz; Verpartnerung

Liebesbeziehung laut Duden

von Liebe bestimmte Beziehung zwischen zwei Menschen

(vgl. www.duden.de/suchen/dudenonline)

Sexualitat

Aus der Perspektive der Psychologie kann die Sexualitat (lat.: "Geschlechtlichkeit") in vielerlei Hinsicht betrachtet werden: Sexualitat gilt als ein primares Motiv fUr menschliches Verhalten, sie hat eine instrumentelle Funktion, dient u. a. der Reproduktion, dem Aufbau und der Aufrechterhaltung von Beziehungen, der Selbstbestatigung und steht in lnteraktion mit emotionalen Zustanden. Die Sexualitat ist zu ihren psychophysiologischen und entwicklungspsychologischen Grundlagen ausgiebig untersucht worden. Verschiedene Aspekte des sexuellen Erlebens und Verhaltens konnen vor dem Hintergrund von Personlichkeitsmerkmalen und Geschlechtsunterschieden differentialpsychologisch sowie im Kontext sozialpsychologischer Einflur..faktoren betrachtet werden. Schlier..lich hat die Sexualitat klinische Aspekte: Die klinische Sexualforschung definiert eine breite Palette von sexuellen Storungen und verfligt uber ein Repertoire an sexualtherapeutischen Mar..nahmen zur Behandlung dieser Storungen. Die Sexualitat wird von Schorsch (1993) als eine im Biologischen verankerte, aber nicht notwendig manifest werdende Moglichkeit des menschlichen Erlebens und Verhaltens definiert. Diese Definition verdeutlicht, dass Sexualitat weder ausschlier..lich als biologische Korperfunktion noch als psychische Funktion zu begreifen ist. Fur die Erlebnis- und Funktionsfahigkeit im Sexuellen sind anatomische, genetische, physiologische, hormonelle und biochemische Grundlagen ebenso bedeutsam wie Geflihle, Fantasien, Erinnerungen und Kognitionen. Somit ist ein lneinandergreifen biologischer und psychologischer Vorgange sowohl fUr die storungsfreie Sexualitat als auch fUr sexuelle Storungen essenziell. (vgl.www.spektrum.de/lexikon/psychologie/sexualitaet)

Definition Behinderung laut Sozialgesetzbuch

§2 Absatz 1 Sozialgesetzbuch IX: ,Menschen sind behindert, wenn ihre korperliche Funktion, geistige Fahigkeit oder seelische Gesundheit mit hoher Wahrscheinlichkeit Ianger als sechs Monate von dem fUr das Lebensalter typischen Zustand abweicht und daher ihre Teilhabe am Leben der Gesellschaft beeintrachtigt ist." Diese Definition scheint relativ nachvollziehbar. Um von einer Behinderung sprechen zu konnen, bedarf es demnach einer Erschwerung der unmittelbaren Lebensverrichtung oder der Teilhabe am Leben der Gesellschaft.

Behinderung wird demnach von Normvorstellungen und Relativierungsfaktoren der Gesellschaft festgelegt. Wie diese Normen auszusehen haben und was in einer Gesellschaft als behindert gilt, hang!von unausgesprochenen und gesetzlich festgelegten Norm- und Wertevorstellungen ab. Dabei sorgt der Begriff Behinderung auf der einen Seite fUr Schutz, Forderung und Hilfe, auf der anderen Seite aber steht die Stigmatisierung, Diskriminierung und Etikettierung.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) definiert fUr das Zustandekommen einer Behinderung drei Ursachen: Schaden, funktionale und soziale Beeintrachtigung.

Aufgrund einer Erkrankung, angeborenen Schadigung oder eines Unfalls als Ursache entsteht ein dauerhafter gesundheitlicher Schaden. Der Schaden flihrt zu einer funktionalen Beeintrachtigung der Fahigkeiten und Aktivitaten des Betroffenen. Die soziale Beeintrachtigung ist Folge des Schadens und aur..ert sich in personlichen, familiaren und gesellschaftlichen Konsequenzen. (vgl.www.myhandicap.de/recht- behinderung/begriffe/behinderung/who)

3. Diagnose Multiple Sklerose

Bereits von Jean- Martin Charcot 1868 beschrieben, ist die Multiple Sklerose eine chronisch-entzundliche Erkrankung des Nervensystems. Sie wird als Enzephalomyelitis disseminata (ED) im medizinischen Sprachgebrauch genannt (vgl. Maxeiner: 2016, S. 526) ,Obersetzt heir..t dies: eine im Rlickenmark und Gehirn verstreut auftretende Entzundung, bei der sich in der weir..en Substanz verstreut vielfache (multiple) entzundliche Entmarkungsherde finden. Es kommt zu sklerotischen (griechisch: ,skleros" holzern, hart) Vernarbungen. (Maxeiner: 2016, S. 527)

Die MS kann fast jedes neurologische Symptom verursachen, da die Entmarkungsherde im gesamten zentralen Nervensystem auftreten konnen. Sehstorungen, motorische Storungen sowie Sensibilitatsstorungen sind typisch. Eine Veranderung der Psyche wird ebenfalls beobachtet. (vgl. Maxeiner: 2016, S. 527) Bei 50% der Faile tritt die Erkrankung vor dem 30. Lebensjahr auf. Der Verlauf dieser Erkrankung kann ganz unterschiedlich sein. Die Ursachen der MS sind noch nicht geklart, allerdings weisen die vorliegenden Befunde auf eine multifaktorielle Krankheitsentstehung hin. Eine zentrale Rolle spiel!dabei das lmmunsystem. Es kommt durch eine Fehlsteuerung zu einer Autoimmunreaktion mit Bildung von Antikorpern, die Schadigungen an der Schutz- und lsolierschicht (Myelinscheiden) des Nervensystems verursachen. Hier spricht man von Demyelinisierung bzw. Entmarkung, welche zu Storungen der Reizubertragung im Nervensystem flihren. (vgl. Maxeiner: 2016, S. 528) Die Klassifikation bei MS lautet G35.

Da die MS bis heute nicht ursachlich heilbar ist, gibt es Behandlungsmoglichkeiten, die zum Ziel haben:

- die akute Entzundungs-Reaktion eines Schubes zu hemmen (Schubtherapie)
- das Fortschreiten der Erkrankung aufzuhalten
- die beschwerdefreie/-arme Zeit zu verlangern
- die MS-Symptome zu lindern und moglichen Komplikationen vorzubeugen. (vgl. Maxeiner: 2016, S. 528)

Die verschiedenen Therapiebereiche werden in der Regel kombiniert angewendet. ,1m Bereich der Symptombehandlung stehen neben medikamentosen auch viele nicht-medikamentose Therapien zur Verfugung: Physiotherapie, Ergotherapie, Logopadie, Psychotherapie, neuropsychologische Therapie." (vgl.www.dmsg.de)

4. Leben mit der MS und der Einfluss auf die Partnerschaft

4.1 Einfluss auf die Partnerschaft

Die Diagnose ist ein Schock und verunsichert in allen Lebenslagen. Sie stellt auch die Partnerschaft auf eine harte Probe. Das gemeinsam geplante Leben steht Kopf und wie es genau weiter geht, weir.. man nicht. Die besondere Belastung und Herausforderung bei MS ist der unterschiedliche Verlauf und die Unvorhersehbarkeit der Krankheit.

Fur die Partnerschaft ist es jetzt am wichtigsten, die neue Situation gemeinsam zu verarbeiten. Seide Partner mussen sich den Veranderungen stellen. Zu Beginn der Krankheit steht die medizinische Behandlung im Vordergrund. Hier hilft es sich ausreichend uber die Krankheit zu informieren. Vielfaltige seelische und emotionale Reaktionen wie Angste, Sorgen, Hilflosigkeit und Zorn stehen ebenfalls im Raum. Nicht nur fUr den Betroffenen, fUr die ganze Familie bedeutet es Veranderung. Die Rollen in der Beziehung andern sich, die Partnerschaft muss sich neu definieren. Um gemeinsam die Probleme auf Dauer durchzustehen sind Ehrlichkeit und Vertrauen die wichtigsten Grundsteine. Dabei zeigt sich, ob die Partnerschaft fahig ist, Probleme miteinander zu uberstehen. (vgl. www.AMSEL.de)

In einem Artikel von Michael Berthold, langjahriger psychologischer Experte bei AMSEL e.V. wird ausflihrlich das Thema Partnerschaft bei MS beschrieben. Aus einer Langzeituntersuchung (Ziegeler, 2002) gehen folgende Formen partnerschaftlicher Bewaltigungsstrategien heraus.

1.Paare, die um Normalitat kampfen und sie um jeden Preis aufrechterhalten

Aus der oben genannten Untersuchung geht hervor, dass es sich hierbei um Paare handel!, bei denen meist der Mann an MS erkrankt ist. Krankheitsbedingte Veranderungen werden so wenig wie moglich wahrgenommen und der Lebensstil unter allen Umstanden beibehalten. Die Krankheit ist Angelegenheit des Erkrankten, der vieles mit sich selbst ausmacht. Der gesunde Partner soli diese Vermeidungshaltung unterstlitzen. Nur durch innerliche Distanzierung und Betonung eigener lnteressen ist dies langerfristig moglich. Ein krankendes Eingestandnis von Hilflosigkeit bedeutet es fUr den Kranken, wenn sich Besorgnis und flirsorgliches Verhalten beim Partner zeigen. Dieses Verschieben des partnerschaftlichen Gleichgewichtes mochte der Erkrankte vermeiden. Trotz eintretender Veranderungen soli die Illusion einer gleichberechtigten Partnerschaft aufrecht erhalten bleiben. Diese Paare tauschen kaum ihre Geflihle aus. Bei einem gunstigen Krankheitsverlauf lass!sich diese Krankheitsbewaltigung lange aufrechterhalten. Kommen allerdings vermehrt Probleme hinzu, ist diese Partnerschaft nicht flexibel und ist nicht vor Krisen gewappnet. Mit einer Paarberatung konnen manchmal neue Wege fUr das veranderte Zusammenleben gefunden werden.

2. Paare, bei denen die MS das Leben bestimmt

Bedingt durch einen ungunstigen Verlauf und korperlichen Einschrankungen des Erkrankten verandern sich Paare nachhaltig. Die Moglichkeiten unbeeintrachtigter Gemeinsamkeiten reduzieren sich deutlich. Dennoch wird der Erkrankte in Aktivitaten und Entscheidungen einbezogen. Nach und nach ubertragen sich jedoch viele Aufgaben in der Haushaltsflihrung, Versorgung und Pflege auf den gesunden Partner. Das Gleichgewicht verlagert sich durch die zunehmende Belastung auf den Gesunden. Um der Oberlastung im Alltag zu entgehen, sollten Hilfen Dritter (Pflegedienste oder Nachbarschaftshilfen) fUr das weitere Zusammenleben organisiert und realisiert werden. Durch das Schaffen von Freiraumen sollte einer korperlichen und seelischen Oberforderung des gesunden Partner entgegengewirkt werden. Aufopferung wurde den Zustand der Partnerschaft gefahrden. In dieser Partnerschaftsform ist es erforderlich, dass die Grenzen der Verantwortung fUr sich selbst und fUr den anderen zu uberdenken und neu zu bestimmen sind.

3. Paare, bei denen MS nur Thema des Kranken ist

Bei dieser Form ist die Partnerschaft auf eine distanzierte Versorgungsgemeinschaft reduziert und von der taglichen Routine und emotionaler Abklihlung gepragt. Probleme und Angste werden nicht ausgetauscht und der gesunde Partner nimmt keinerlei Rlicksicht. Unterstlitzung erhalt der Kranke nicht und ist somit mit seiner Bewaltigung der Krankheit meist allein. Diese, schon seit langem gestorte lnteressenlosigkeit bestand schon vor der Krankheit und basiert auf einem tiefgreifenden Paarkonflikt. Aus Angst vor materieller Unsicherheit und Versorgungsmangel bei Verschlechterung der Krankheit werden Gedanken an Trennung und Scheidung nicht zugelassen. Unausgesprochene Vorwlirfe belasten die Partnerschaft. In dieser Situation benotigen Partnerschaften professionelle Hilfe (Eheberatung, Scheidungsberatung), um die Selbstachtung gegenuber sich selbst und Verantwortlichkeit zum Partner neu aufzubauen oder einen Weg zu einer einvernehmlichen Trennung zu finden.

4. Paare, die MS als gemeinsame Aufgabe sehen

Diese Paare sind bereit Angste und Sorgen miteinander zu teilen. Durch gemeinsame Gesprache, das Beschaffen von lnformationen und einen offenen Umgang miteinander, stellen sie sich der Diagnose gemeinsam. Das stark! besonders das Vertrauen und die Sicherheit beim kranken Partner. Gemeinsam wird versucht, die gleichberechtigte Eigenstandigkeit zu erhalten und die gesunden Fahigkeiten des Erkrankten zu stlitzen und zu fordern. Dieser versucht so aktiv und leistungsfahig wie moglich zu bleiben und Hilfen nur im notwendigen Umfang anzunehmen. Bei leichten Krankheitsverlaufen erleben diese Paare ein relativ gesundes und leistungsfahiges Leben und die Krankheit wird kaum wahrgenommen. Treten schwerwiegende Beeintrachtigungen auf, muss der an MS Erkrankte sein Selbstbild integrieren. Durch die chronische Krankheit sollten mit therapeutischer Hilfe Verluste und Einschrankungen seelisch und emotional verarbeitet werden, um eine neue ldentitat zu finden und die Unterstlitzung des verstandnisvollen Partners anzunehmen. Bei weiteren Problemen und Angsten ist der Austausch und Hilfe von aur..en zu suchen.

Altere Paare kommen, mit zunehmenden Einschrankungen infolge der Krankheit, besser zurecht und orientieren sich gemeinsam an der ihnen noch verbleibenden Zeit.

Die Krankheit MS solite als gemeinsame Aufgabe und Herausforderung von Paaren gesehen werden. Offen mussen Lebensstil und Lebensziel immer wieder neu verhandelt werden. Die Partnerschaft muss in der Lage sein, immer wieder eine gesunde Balance zwischen gemeinsamen Bedurfnissen und individueller Hilfsbedurftigkeit zu finden. Wechselseitige Anteilnahme, offener Austausch, flexible Anpassung beider Partner an Veranderungen und aktive Problemlosungsfahigkeit zeichnet langfristig eine bestandige Partnerschaft aus.

In diesem langjahrigen Prozess sollte das Paar zur Bewaltigung von Krisen und Rlickschlagen, wenn notig, gemeinsam den Weg in entsprechende Beratungsstellen und bei psychologischen Beratern (mit MS Erfahrungen) suchen. Spezielle Beratungen lassen sich heute Ieicht im Internet oder beim vertrauten Neurologen oder Hausarzt erfragen. (vgl. www. AMSE.de)

4.2 Einfluss auf die Sexualitat

Sexualitat in der Partnerschaft gehort, wie oben in der Definition beschrieben, zu den menschlichen Grundbedlirfnissen. Schwierigkeiten in der Sexualitat ergeben sich auch bei gesunden Menschen. Belastungen im Alltag gehoren zu den haufigsten Ursachen fUr ein nachlassendes Interesse am Sex. Zu den ,allgemeinen" Problemen kommen beim erkrankten Partner noch MS-bedingte Schwierigkeiten/Storungen. Diese werden unter 4.3 genauer beschrieben. Psychosoziale Belastungen verstarken zusatzlich die Beziehung. Die Angst, dem Anderen nicht mehr zu genugen oder zu uberfordern losen Unsicherheiten aus. Gut gemeinte Rlicksichtnahme kann dazu flihren, dass der gesunde Partner seine eigenen sexuellen Wlinsche unterdrlickt. Diese nichtausgesprochenen Probleme konnen zu Missverstandnissen flihren, im Laufe der Zeit sich verstarken und eine weitere Kommunikation in der Beziehung beeintrachtigen. Treten diese Schwierigkeiten auf ist es gut, sich einem Therapeuten anzuvertrauen und gemeinsam nach Losungen zu suchen. (vgl. www.dmsg.de)

4.3 Sexuelle Storungen

Sexualstorungen bei Menschen mit Multipier Sklerose werden als ein haufig auftretendes Phanomen beschrieben. Bei bis zu 70% der mannlichen und bis zu 60% der weiblichen Patienten wirkt sich die Erkrankung negativ aus. Der Zeitpunkt, an dem Sexualstorungen auftreten ist unterschiedlich. Manche Symptome machen sich schon in frlihen Stadium bemerkbar. Mit dem Grad der Behinderung nehmen sie gewohnlich zu.

Auf drei Ebenen mach!sich der Einfluss auf die Krankheit bemerkbar.

Primare Sexualstorungen treten als direkte Folge der neurologischen Schadigung auf. Es fallen Lustlosigkeit, Erektions- und Erregungsstorungen, Lubrikationsstorungen sowie Orgasmus- und Ejakulationsstorungen in diesem Bereich.

Unter Sekundare Sexualstorungen versteht man Folgeerkrankungen und Symptome der MS, die das Sexualleben einschranken. Dazu zahlen Storungen im Genitalbereich, Storungen des Menstruationszyklus, Bewegungsstorungen, Spasmen, Schmerzen und lnkontinenz. Depression, psychische Anspannung,

Schwindel und vor allem die unter MS-Patienten weit verbreitete chronische Mlidigkeit (Fatigue) konnen ebenfalls dazu kommen.

[...]

Ende der Leseprobe aus 24 Seiten

Details

Titel
Sexualität und Multiple Sklerose in der Partnerschaft
Note
1,0
Autor
Jahr
2019
Seiten
24
Katalognummer
V491978
ISBN (eBook)
9783668993624
ISBN (Buch)
9783668993631
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Bewertung Facharbeit von: Herr Norbert Gunter Michl Die Facharbeit erfüllt die Prüfungskriterien in herausragender Weise und zeigt klar die fachliche Qualifikation des Verfassers auf. Er hat eigenständige und kreative Ansätze und Methoden für die Lösung der zugrunde liegenden psychologischen Problematik gefunden.
Schlagworte
Multiple Sklerose, Partnerschaft, MS
Arbeit zitieren
Norbert Michl (Autor), 2019, Sexualität und Multiple Sklerose in der Partnerschaft, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/491978

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