Diese Facharbeit untersucht die Diagnose Multiple Sklerose (MS) und wie diese sich auf die Sexualität in einer Partnerschaft auswirkt. Ausgehend von meiner eigenen Partnerschaft und den damit verbundenen Problemen, nach Auftreten meiner Krankheit MS, möchte ich das Thema Sexualität mit Behinderung näher beleuchten. Die Diagnose MS wurde mir vor ungefähr 10 Jahren gestellt. Im Verlauf der Krankheit nahmen meine körperlichen Beschwerden und Einschränkungen immer mehr zu. Viele Informationen konnte ich zu diesem Zeitpunkt schon aus dem Internet ziehen. Lebensbejahende Artikel von Betroffenen und Ärzten berichten über die Probleme im Alltag. Allerdings war es zu dieser Zeit noch nicht üblich, über Themen wie Sex und Partnerschaft und körperliche Beeinträchtigungen öffentlich zu diskutieren. Heute gibt es mehrere Internetseiten, welche ich zur Bearbeitung meines Themas heranziehen konnte.
Meine Gliederung beginne ich mit den Definitionen Partnerschaft/ Ehe, Sexualität und Behinderung, um die Schwerpunkte für meine Ausarbeitung zu setzen. Ein weiterer Punkt beschreibt die Diagnose MS und setzt sich mit den damit verbundenen körperlichen Einschränkungen auseinander.
Die sich daraus ergebenen Einflüsse in der Partnerschaft sind Basis für mein erarbeitetes Fallbeispiel. Ich möchte Beratungsschwerpunkte vorstellen, die es mir ermöglichen, mit betroffenen Paaren das Thema MS und sexuelle Beeinträchtigung zu bearbeiten.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Teil A: Definitionen: Partnerschaft, Liebesbeziehung, Sexualität und Behinderung
3. Diagnose MS
4. Leben mit der MS und der Einfluss auf die Partnerschaft und die Sexualität
4.1 Einfluss auf die Partnerschaft
4.2 Einfluss auf die Sexualität
4.3 Sexuelle Störungen
4.4 Therapie der Sexualstörungen bei der Frau
4.5 Therapie der Sexualstörungen beim Mann
4.6 Therapie geschlechtsunabhängiger Störungen
4.7 Starke Partnerschaft und ein erfülltes Liebesleben
5. Kommunikation und Zärtlichkeit als Therapie
6. Teil B: Angewandte Methoden und Grundlagen für meine Paarberatung
7. Fallbeispiel
8. Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit zielt darauf ab, die komplexen Auswirkungen der chronischen Erkrankung Multiple Sklerose (MS) auf die Partnerschaft und das Sexualleben betroffener Paare zu untersuchen. Auf Basis der eigenen Krankheitsgeschichte sowie fundierter psychologischer Beratungsmethoden werden Wege aufgezeigt, wie Paare trotz körperlicher Einschränkungen ihre Intimität wahren und die Beziehungsqualität erhalten können.
- Psychologische Auswirkungen der MS-Diagnose auf die Paardynamik.
- Klassifizierung sexueller Störungen bei MS-Patienten und deren therapeutische Ansätze.
- Bedeutung von Kommunikation und Bindungstheorie in der Paarberatung.
- Analyse von Bewältigungsstrategien für Paare im Umgang mit chronischer Krankheit.
- Praktische Beratungsimpulse zur Stärkung der partnerschaftlichen Verbundenheit.
Auszug aus dem Buch
Fallbeispiel:
Hans Müller erscheint mit seiner Ehefrau Annemarie, nach einem kurzen Telefonat, zum vereinbarten ersten Gesprächstermin.
In dem kurzen Telefonat bat Herr Müller um ein Gespräch mit seiner Ehefrau für eine Paarberatung, da sie gemeinsam beschlossen haben sich Hilfe von außen zu holen, um ihre Ehe zu retten. Da er von seinen Bekannten die Adresse von mir bekam, wusste er, dass ich selbst im Rollstuhl sitze. „Ich glaube, dass Sie mich gut verstehen können und uns hoffentlich helfen können.“ Auf meine Frage, ob das Paar im Vorfeld schon eine Beratung hatte, verneinte Herr Müller. Ich legte für das Erstgespräch ungefähr anderthalb Stunden fest und verabschiedete mich.
Gemeinsames Erstgespräch:
Frau Müller schiebt, etwas gebeugt, ihren Mann im Rollstuhl in meinen Beratungsraum. Beide sind sehr modern angezogen und machen auf mich einen sehr gepflegten Eindruck. Sie stutzt und schaut mich verdutzt an. Sie hat offensichtlich nicht gewusst, dass ihr Berater Rollifahrer ist. Ich strecke ihr die Hand entgegen. Wir begrüßen uns freundlich per Handschlag. Herr Müller ist offensichtlich erfreut mich zu sehen. Er schmunzelt etwas und begrüßt mich ebenfalls per Handschlag. Mit einer Handbewegung bitte ich beide Richtung Tisch. Dort stehen zwei Stühle und es ist genügend Platz für uns Rollstuhlfahrer.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Arbeit beleuchtet die Auswirkungen von MS auf die Partnerschaft vor dem Hintergrund der eigenen Krankheitserfahrung des Autors.
2. Teil A: Definitionen: Partnerschaft, Liebesbeziehung, Sexualität und Behinderung: Es werden grundlegende Begrifflichkeiten definiert, um den Rahmen für die nachfolgende inhaltliche Ausarbeitung zu setzen.
3. Diagnose MS: Dieses Kapitel beschreibt das Krankheitsbild der Multiplen Sklerose, ihre Ursachen sowie aktuelle medizinische Behandlungsmöglichkeiten.
4. Leben mit der MS und der Einfluss auf die Partnerschaft und die Sexualität: Dieser zentrale Teil untersucht die vielfältigen Belastungen durch MS auf das Beziehungsleben und analysiert verschiedene Bewältigungsstrategien.
5. Kommunikation und Zärtlichkeit als Therapie: Das Kapitel hebt die Bedeutung offener Kommunikation als therapeutisches Werkzeug zur Verbesserung der Lebensqualität hervor.
6. Teil B: Angewandte Methoden und Grundlagen für meine Paarberatung: Hier werden theoretische Ansätze wie die Gesprächstherapie nach Rogers und die Emotionsfokussierte Paartherapie vorgestellt.
7. Fallbeispiel: Anhand eines fiktiven Ehepaares wird der praktische Beratungsprozess und die Anwendung der genannten Methoden illustriert.
8. Fazit: Die Arbeit resümiert, dass liebevolle Kommunikation und die Pflege emotionaler Bindung trotz schwerer Krankheit den Schlüssel zu einer erfüllten Partnerschaft darstellen.
Schlüsselwörter
Multiple Sklerose, Partnerschaft, Sexualität, Paarberatung, Chronische Krankheit, Psychologische Beratung, Bindungstheorie, Kommunikationsstörungen, Sexualstörungen, Lebensqualität, Krankheitsbewältigung, Emotionale Nähe, Rollstuhl, Intimität, Systemische Therapie.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die Herausforderungen, die eine MS-Erkrankung für Partnerschaften mit sich bringt, und bietet Ansätze für eine erfolgreiche Bewältigung durch Paarberatung.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die Schwerpunkte liegen auf der psychologischen Dynamik in Beziehungen, dem Umgang mit sexuellen Beeinträchtigungen und der Bedeutung von Kommunikation bei chronischer Krankheit.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, betroffenen Paaren Möglichkeiten aufzuzeigen, wie sie ihre Beziehung trotz MS stabilisieren, neu gestalten und ein erfülltes Miteinander finden können.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Der Autor stützt sich auf etablierte Theorien wie die humanistische Gesprächsführung nach Rogers, systemische Ansätze und die emotionsfokussierte Paartherapie nach Susan Johnson.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine medizinische Basis, eine detaillierte Analyse der Auswirkungen von MS auf Partnerschaft und Sexualität sowie die Vorstellung praktischer Beratungsmethoden.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Multiple Sklerose, Paarberatung, Sexualität, emotionale Bindung, Kommunikation und Krankheitsbewältigung.
Warum spielt die Bindungstheorie in der Paarberatung eine so große Rolle?
Die Bindungstheorie nach Bowlby hilft zu erklären, warum Paare in Krisenzeiten in negative Interaktionsmuster („Teufelsdialoge“) verfallen und wie sie durch emotionale Nähe Sicherheit zurückgewinnen.
Welche Bedeutung hat das Fallbeispiel für den Leser?
Das Fallbeispiel des Ehepaars Müller verdeutlicht praxisnah, wie die Kommunikation in der Paarberatung strukturiert wird und wie man aktiv „hinter die Fassade“ blicken kann, um Lösungen für festgefahrene Situationen zu finden.
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- Norbert Michl (Author), 2019, Sexualität und Multiple Sklerose in der Partnerschaft, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/491978