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Die Kulturgeschichte des Weihnachtsessens

Title: Die Kulturgeschichte des Weihnachtsessens

Term Paper (Advanced seminar) , 2005 , 44 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Claudia Felsch (Author), Annekatrin Weiß (Author)

Cultural Studies - Empiric Cultural Studies
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Mit dem Begriff Fest assoziiert man im alltäglichen Sinne etwas Besonderes, ein positiver Anlass, gemeinsam mit Bekannten und Freunden zusammen zu sein. Aufgrund von individuellen Erfahrungen verbindet jeder Mensch verschiedene Vorstellungen mit einem Fest. Eines jedoch darf selten fehlen: das Festmahl, wie Helga Maria Wolf kurz und bündig schreibt: „Kein Fest ohne Mahl.“ In diesem Zusammenhang stellt Ingeborg Weber-Kellermann ein Paradebeispiel heraus:
„Wenn man von Weihnachten spricht, dann erwacht für viele als erstes die Assoziation zu gutem Essen. Es riecht zugleich nach Gänsebraten und Pfefferkuchen. Tatsächlich ist das gemeinsame gute Essen und Trinken wohl das älteste soziale Element jeder großen Festzeit.“ Ebenso widmet sich Nina Gockerell dieser Thematik und scheint Weber-Kellermanns Annahmen in ihrer Abhandlung „Weihnachtszeit. Feste zwischen Advent und Neujahr in Süddeutschland und Österreich 1840-1940“ zu bestätigen: „Da von allen Kulturgütern die eßbaren am vergänglichsten sind, kommt derlei Materialien – neben Rezepten und schriftlich erinnerten Genüssen – eine wichtige Rolle als Zeugnis dieses unvegeßlichen Anteils am weihnachtlichen Geschehen zu.“
Das Festtagsmahl und dessen Zutaten - Welche Bedeutung hatte es in früheren Zeiten? Findet man Parallelen zur heutigen Symbolik der festlichen Speisen? Ändert sich im Strom der Geschichte auch der weihnachtliche Speiseplan? Oder findet man Indizien für Überlieferung und Traditionsbewusstsein? Was ist von der ursprünglichen Bedeutung dieser Genüsse heute noch erkennbar?
Zur Klärung dieser Fragen soll die vorliegende Arbeit einen Einblick in die Kulturgeschichte des Weihnachtsessens geben, wobei hierfür Personen zum selbigen Thema befragt werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Empirischer Zugang

2.1 Forschungsgegenstand

2.2 Forschungsfragen

2.3 Methodisches Vorgehen

3 Weihnachtsessen

4 Ministudie

5 Auswertung

6 Weihnachtliches Backwerk

6.1 Gebildegebäcke

6.2 Lebkuchen

6.3 Stollen

6.4 Spekulatius

7 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Kulturgeschichte des Weihnachtsessens in Deutschland, um zu ergründen, welche Bedeutung festliche Speisen historisch und aktuell für die Gesellschaft haben und inwieweit individuelle Familientraditionen existieren oder durch gesellschaftlichen Wandel beeinflusst werden.

  • Kulturgeschichte und Bedeutung weihnachtlicher Festtagsgerichte
  • Empirische Analyse von Essgewohnheiten mittels Interviews
  • Bedeutung und Symbolik von Weihnachtsbäckereien
  • Regionale Unterschiede in der Festtagskultur
  • Der Einfluss von Tradition, Glaube und Aberglaube auf den Speiseplan

Auszug aus dem Buch

3 Weihnachtsessen

„Ein hoher Festtag zeichnete sich in der vorindustriellen Zeit neben der kirchlichen Feier vor allem dadurch aus, daß an diesem Tage eine besonders reichhaltige Mahlzeit, ein spezielles Festtagsgericht oder ein Festgebäck verzehrt wurde.“5 Zu Weihnachten ein besonders üppiges Essen zu servieren, ist laut Paul und Richilde Werner schon seit dem Mittelalter6 üblich. Jedoch war und ist der Heiligabend bei vielen Familien nicht inbegriffen. Warum?

In der Literatur liegen unterschiedliche Angaben zum Zeitraum des so genannten Adventsfasten vor: „Die Fastenzeit reicht vom ersten Adventstag bis zur Vergil von Weihnachten, also bis zur letzten Stunde des Heiligen Abends.“7 Das Adventsfasten erreichte seine größte Bedeutung im Hochmittelalter. „Vor diesem Fasten gab es nochmals einen traditionellen Schlachttermin, an dem man sich nochmals so richtig satt aß; auch die Metzger mußten schließlich von etwas leben und waren bemüht, die fleischlosen Zeiten durch verstärktes Schlachten an bestimmten Terminen zu überbrücken.“8 Dabei waren Allerseelen, der Hubertus-, der Martins- sowie der Andreastag traditionelle Schlachttermine, zu denen ein Schlachtfest –das ein dörfliches Ereignis darstellte- gefeiert wurde.9 Erst nach Mitternacht bzw. nach der Christmette begann in vielen Familien das fette Essen.

Mit der Völlerei glaubte man, die bösen Geister abzuwehren und das ganze Jahr über keinen Hunger leiden zu müssen. Dabei waren vor allem Fisch, Mohn, Schweinefleisch, Hülsenfrüchte, Brot und Kuchen sehr beliebt. In der vorindustriellen Zeit verbanden die Menschen gewisse Glaubensvorstellungen mit bestimmten Nahrungsmitteln. So stand der Mohn für Fülle, Schweine brachten Glück, Bohnen vertrieben die bösen Geister und Fisch stand für Leben und Fruchtbarkeit. Dieser Glaube an die Schutz- und Zauberkraft der Speisen spiegelt sich unter anderem in manchen Redensarten, in Ge- und Verboten wider. In diesem Zusammenhang ist das so genannte Siebenerlei bzw. Neunerlei, ein traditionelles Weihnachtsessen im Vogtland, zu erwähnen. Am 24.12. wurden Salate, bestehend aus sieben oder neun Zutaten, serviert. Wobei insbesondere keimende und quellende Speisen wie Bohnen oder Linsen bevorzugt wurden. Warum? Weil man glaubte, damit sprichwörtlich den quellenden Wohlstand herbeizuführen.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung führt in die Thematik der Festtagsmahlzeiten ein und definiert das Forschungsinteresse an der Kulturgeschichte des Weihnachtsessens sowie an empirischen Befragungen zu zeitgenössischen Essgewohnheiten.

2 Empirischer Zugang: Dieses Kapitel erläutert den Forschungsgegenstand, die zentralen Forschungsfragen und das methodische Vorgehen, welches auf einer Interviewstudie basiert.

3 Weihnachtsessen: Hier werden die historischen Ursprünge des Weihnachtsessens, insbesondere in der vorindustriellen Zeit, sowie traditionelle Bräuche wie das Schlachtfest oder das Neunerlei behandelt.

4 Ministudie: Dieser Abschnitt beschreibt die Konzeption und die spezifischen Fragen der durchgeführten Ministudie zur Erforschung familiärer Esstraditionen an den Weihnachtstagen.

5 Auswertung: Die Auswertung präsentiert die Ergebnisse der Befragungen, zeigt die Vielfalt der heutigen Weihnachtstraditionen auf und analysiert die subjektive Bedeutung dieser Riten.

6 Weihnachtliches Backwerk: Das Kapitel widmet sich der Bedeutung und Geschichte spezifischer Weihnachtsgebäcke wie Gebildegebäcke, Lebkuchen, Stollen und Spekulatius.

7 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und reflektiert über die Rolle des gemeinsamen Essens als verbindendes Element, das trotz gewandelter Symbolik identitätsstiftend für Familien wirkt.

Schlüsselwörter

Weihnachtsessen, Weihnachtskultur, Festmahl, Brauchtum, Tradition, Neunerlei, Lebkuchen, Stollen, Spekulatius, Gebildegebäck, Kulturgeschichte, empirische Studie, Familienrituale, Weihnachtsfeiertage, Identität

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die kulturwissenschaftliche Bedeutung des Weihnachtsessens in Deutschland, von historischen Ursprüngen bis hin zu zeitgenössischen, individuell gepflegten Familientraditionen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den zentralen Themen gehören die historische Entwicklung von Weihnachtsbräuchen, die Symbolik von Festtagsspeisen, regionale Unterschiede im Speiseplan sowie die Bedeutung von gemeinsamem Essen für den familiären Zusammenhalt.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das primäre Ziel ist es, herauszufinden, ob es ein typisches, überregionales Weihnachtsessen gibt, welche Gründe für die Beibehaltung bestimmter Riten ausschlaggebend sind und wie sich die Bedeutung dieser Traditionen im Laufe der Zeit verändert hat.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit kombiniert eine Literaturanalyse zur Kulturgeschichte mit einer eigenen, qualitativen Ministudie, die auf einer Umfrage mittels Interviews unter Bekannten und Verwandten basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Analyse der Festessen sowie des Adventsfastens, gefolgt von einer Auswertung empirischer Daten zu heutigen Weihnachtstraditionen und einem speziellen Kapitel über die Kulturgeschichte und Symbolik weihnachtlicher Backwaren.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Weihnachtskultur, Festmahl, Brauchtum, Tradition, Neunerlei, Gebildegebäck und Familienrituale charakterisiert.

Welche besondere Rolle spielt das "Neunerlei" im Kontext dieser Arbeit?

Das Neunerlei wird als traditionelles, regionales Weihnachtsessen vorgestellt, dem eine symbolische Kraft zur Sicherung von Wohlstand und Glück im kommenden Jahr zugeschrieben wird, was die enge Verknüpfung von Essen, Glaube und Aberglaube verdeutlicht.

Wie verändert sich die Einstellung der Menschen zu ihrer Weihnachtstradition?

Die Arbeit zeigt, dass die ursprüngliche, oft religiöse oder symbolische Bedeutung vieler Bräuche heute weitgehend in den Hintergrund getreten ist; stattdessen steht der Aspekt der gemeinsamen Zeit, Kommunikation und der sozialen Identität innerhalb der Familie im Vordergrund.

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Details

Title
Die Kulturgeschichte des Weihnachtsessens
College
http://www.uni-jena.de/  (Soziologie)
Course
Weihnachtskultur
Grade
1,7
Authors
Claudia Felsch (Author), Annekatrin Weiß (Author)
Publication Year
2005
Pages
44
Catalog Number
V49210
ISBN (eBook)
9783638457224
ISBN (Book)
9783638708562
Language
German
Tags
Kulturgeschichte Weihnachtsessens Weihnachtskultur
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Claudia Felsch (Author), Annekatrin Weiß (Author), 2005, Die Kulturgeschichte des Weihnachtsessens, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/49210
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