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Intensivmedizinische Versorgung hochaltriger Patienten

Eine kritische Analyse im Spannungsfeld wirtschaftlicher, ressourcenorientierter und ethischer Aspekte

Titel: Intensivmedizinische Versorgung hochaltriger Patienten

Bachelorarbeit , 2019 , 75 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Katharina Hante (Autor:in)

Pflegewissenschaft - Pflegemanagement
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Ziel der vorliegenden Bachelorarbeit ist es, eine kritische und latent provokante Sicht auf die aktuellen Gegebenheiten auf den Intensivstationen im Umgang mit hochaltrigen Patienten darzustellen. Sie hat nicht den Anspruch, sämtliche Fragen zu dieser Thematik allumfassend zu beantworten, sondern vielmehr zum Nachdenken anzuregen und zu sensibilisieren. Die Verfasserin möchte zunächst Wissen über die Ökonomisierung des Gesundheitssystems in Deutschland zusammentragen, vor allem unter dem Aspekt des Spannungsfeldes zwischen Wirtschaftlichkeit, Ethik und Ressourcenorientierung.

In den deutschen Krankenhäusern ist der finanzielle Druck stark angestiegen und enorm hoch. Leistungsverdichtung, knappes Pflegepersonal, überarbeitete Ärzte - all das ist ständiges Thema in der Gesundheitspolitik, zunehmend jedoch seit einigen Jahren. Dabei hat sich die Krankenhauslandschaft und die stationäre Versorgung der Patienten in den Kliniken grundlegend verändert und unterliegt einem stetigen und weiteren Wandel. Die Ursachen dafür sind vielfältig - demografische Alterung der Gesellschaft, moderne Hochleistungsmedizin, Ökonomisierung, veränderte Erwartungshaltungen der Patienten, Notwendigkeit der Investitionen, Krankenhausfinanzierung, Fallzahlsteigerungen - die Liste ist lang.

In den letzten 30 Jahren kam es zu einer Fülle von Gesetzgebungen und -veränderungen, die zu einer staatlich verordneten Mittelknappheit geführt haben. Die Ökonomisierung der Krankenhausmedizin ist dabei zum größten Teil politischen Zielsetzungen und Regelungen geschuldet, um dem offensichtlich unweigerlichen Kostenanstieg im Gesundheitswesen, bedingt durch den medizinischen Fortschritt und die demografische Entwicklung der Bevölkerung und Gesellschaft, entgegen zu wirken. Das Dilemma der Krankenhäuser ist prekär: auf der einen Seite möglichst effizient wirtschaften, auf der anderen Seite bestmögliche Qualität und modernste Medizin sicherstellen. Der Mensch wird dadurch zu einem Kostenfaktor, der Patient wird zum Kunden.

Doch kann dieser Patient wirklich Kunde sein? Kundig ist der, der Leistung und Preis erfragt, Vor- und Nachteile abwägt und diese in Beziehung zueinander setzt, entsprechend dem Nuten, den er für sich darin sieht. Kann dieses Prinzip auch für hochaltrige Patienten jenseits der 80 Jahre gelten?

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Das Gesundheitssystem in Deutschland zur Zeit des Nationalsozialismus

3 Ökonomisierung der stationären Krankenhausbehandlung

3.1 Ökonomisierung

3.2 Allokations- und Ökonomisierungsebenen im Krankenhaus

3.3 Ressourcenknappheit

3.4 Krankenhausfinanzierung

3.5 Demografische Entwicklung in Deutschland

4 Multimorbide, hochaltrige Menschen auf der Intensivstation

4.1 Begriffsdefinitionen

4.1.1 Multimorbidität

4.1.2 Hochaltrigkeit

4.2 Intensivmedizinische Versorgung

4.2.1 Allgemeines

4.2.2 Kosten einer intensivmedizinischen Versorgung

4.2.3 Hochaltrige Patienten auf Intensivstationen

4.3 Ethische Aspekte

4.3.1 Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht

4.3.2 Einfluss des Lebensalters der Patienten auf die Therapieentscheidung der Mediziner

4.3.3 Palliativ statt Intensiv?

5 Spannungsfeld Wirtschaftlichkeit, Ethik und Ressourcen

6 Pflege am Limit – Systemkollaps – eine Zukunftsvision

7 Schlussfolgerung

Zielsetzung & Themen

Die Bachelor-Thesis untersucht das Spannungsfeld zwischen ökonomischen Zwängen, ethischen Anforderungen und knappen Ressourcen in der intensivmedizinischen Versorgung hochaltriger Patienten in deutschen Krankenhäusern.

  • Historische Betrachtung des deutschen Gesundheitssystems während des Nationalsozialismus
  • Analyse der ökonomischen Strukturen und der Krankenhausfinanzierung
  • Herausforderungen durch demografischen Wandel und Multimorbidität
  • Ethische Fragestellungen rund um Patientenverfügungen und Therapieentscheidungen
  • Diskussion über Palliativmedizin versus intensivmedizinische Interventionen

Auszug aus dem Buch

3.1 Ökonomisierung

Im Rahmen einer rasanten Ökonomisierung des Gesundheitssystems hat sich die stationäre Krankenhausversorgung zunehmend verändert. Huber (2006) bezeichnet Ökonomie als „die Lehre vom sorgfältigen Umgang mit knappen Ressourcen. Dies beinhaltet die Vermeidung von Verschwendung und Ineffizienz“ (Huber 2006: 279). Daher ist Ökonomisierung die „fortlaufende Überprüfung eingefahrener Abläufe, etwa im Krankenhaus, mit dem Ziel des besseren Einsatzes verfügbarer Mittel zu verstehen“ (ebd.). Dieses Verhalten ist „wertneutral und muss auch dort erfolgen, wo keine Gewinninteressen ihn [sic!] antreiben“ (ebd.).

Unter Ökonomie oder Wirtschaft versteht man weiterhin den „sorgsamen Umgang mit knappen Gütern und Dienstleistungen zur Befriedigung der menschlichen Bedürfnisse“ (Amelie 2016: 30). Das Verständnis von Ökonomisierung orientiert sich daran, „was an ökonomischen Maßstäben ausgerichtet und bemessen wird“ (Bauer 2007: 98). Demnach müssen die Menschen mit den vorhandenen Gütern dieser Erde wirtschaftlich umgehen (vgl. Huber 2006: 276). Wirtschaftliches Denken betrifft daher heute nahezu jeden Lebens- und Arbeitsbereich des einzelnen Menschen. Gerade im Gesundheitssystem fällt es dennoch schwer, ökonomisch zu denken und zu handeln, „denn Wettbewerb ist für diesen Bereich häufig noch ein Fremdwort“ (Huber 2006: 277).

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Einführung in die Problematik des finanziellen Drucks und des Wandels in deutschen Krankenhäusern sowie Formulierung der Forschungsfrage.

2 Das Gesundheitssystem in Deutschland zur Zeit des Nationalsozialismus: Historischer Rückblick auf die Gleichschaltung und Instrumentalisierung des Gesundheitswesens im Nationalsozialismus.

3 Ökonomisierung der stationären Krankenhausbehandlung: Untersuchung der ökonomischen Steuerungsmechanismen, Finanzierungsformen und der demografischen Herausforderungen.

4 Multimorbide, hochaltrige Menschen auf der Intensivstation: Analyse der speziellen Bedürfnisse hochaltriger Patienten sowie ethischer Dilemmata bei der Therapieentscheidung.

5 Spannungsfeld Wirtschaftlichkeit, Ethik und Ressourcen: Diskussion der Zielkonflikte zwischen ökonomischer Rationalität und ethisch gebotenem menschlichem Handeln.

6 Pflege am Limit – Systemkollaps – eine Zukunftsvision: Kritische Reflexion der Arbeitsbedingungen in der Pflege und Entwurf notwendiger Handlungsfelder für die Zukunft.

7 Schlussfolgerung: Zusammenfassung der Ergebnisse und Plädoyer für ein Gesundheitssystem, das den Menschen in seiner Würde trotz ökonomischer Zwänge respektiert.

Schlüsselwörter

Ökonomisierung, Intensivmedizin, Hochaltrigkeit, Multimorbidität, Krankenhausfinanzierung, Ethik, Palliativmedizin, demografischer Wandel, Ressourcenknappheit, Patientenverfügung, Gesundheitswesen, Pflegewissenschaft, DRG-System, Rationierung, Selektion

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beleuchtet das komplexe Spannungsfeld zwischen ökonomischen Anforderungen und ethischer Verantwortung bei der intensivmedizinischen Betreuung hochaltriger Patienten.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die Themenfelder umfassen die Ökonomisierung des Krankenhauswesens, demografische Entwicklungen, ethische Grundlagen der Patientenversorgung und die Rolle der Palliativmedizin.

Welches primäre Ziel verfolgt die Forschungsarbeit?

Ziel ist es, eine kritische Sicht auf die aktuellen Gegebenheiten auf Intensivstationen zu werfen und für den Umgang mit hochaltrigen Patienten zu sensibilisieren.

Welche wissenschaftliche Methode wurde angewandt?

Die Arbeit basiert auf einer umfassenden Literaturrecherche zu den Themenbereichen Ökonomisierung, Demografie, Ethik und Intensivmedizin.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert die historischen Hintergründe, ökonomische Strukturen wie das DRG-System, die speziellen Bedürfnisse hochaltriger Patienten und ethische Aspekte wie Patientenverfügungen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Thesis?

Die zentralen Schlagworte sind Ökonomisierung, Intensivmedizin, Hochaltrigkeit, ethische Grenzsituationen und Ressourcenmanagement.

Welche Bedeutung hat das DRG-System für die Intensivstationen?

Das DRG-System steuert über Fallpauschalen die Krankenhausfinanzierung, was auf Intensivstationen zu einem hohen Druck führt, Patienten wirtschaftlich effizient zu behandeln, was bei hochaltrigen Patienten zu ethischen Konflikten führen kann.

Was ist das zentrale Fazit zur Palliativmedizin?

Die Autorin plädiert dafür, Palliativmedizin stärker zu integrieren, da eine rein intensivmedizinische Intervention bei hochaltrigen Patienten nicht immer indiziert oder im Sinne des Patientenwunsches ist.

Ende der Leseprobe aus 75 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Intensivmedizinische Versorgung hochaltriger Patienten
Untertitel
Eine kritische Analyse im Spannungsfeld wirtschaftlicher, ressourcenorientierter und ethischer Aspekte
Hochschule
Katholische Hochschule Nordrhein-Westfalen
Note
1,0
Autor
Katharina Hante (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2019
Seiten
75
Katalognummer
V492122
ISBN (eBook)
9783668983557
ISBN (Buch)
9783668983564
Sprache
Deutsch
Schlagworte
intensivmedizinische versorgung patienten eine analyse spannungsfeld aspekte
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Katharina Hante (Autor:in), 2019, Intensivmedizinische Versorgung hochaltriger Patienten, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/492122
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Leseprobe aus  75  Seiten
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