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Der Streit um Patente. Wem gehört Innovation?

Behindern Patente den Zugang zu Arzneimitteln? Patent Pools und Patent Buyouts im Vergleich

Titel: Der Streit um Patente. Wem gehört Innovation?

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2018 , 20 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: Maximlian Salzwedel (Autor:in)

Politik - Sonstige Themen zur Internationalen Politik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

In Entwicklungsländern leiden Menschen an einer Unterversorgung an bereits entwickelten Impfstoffen und Medikamenten.
Zeitgleich erwirtschaften pharmazeutische Unternehmen enorme Profite. In Industrienationen boomt der Absatzmarkt für Medikamente, die der Behandlung von „Zivilisationskrankheiten“ dienen, die aus einem Überangebot an Nahrung und zu wenig Bewegung resultieren.
In Entwicklungsländern sterben Kinder an HIV, da die Medikamente aus wirtschaftlichen Gründen nicht für Kinder adaptiert werden.
Solch ein im Grunde unmoralischer Gegensatz entsteht durch einzig marktorientierte Forschung und Entwicklung (F&E) innerhalb der pharmazeutischen Industrie. Die Politik versucht dem mit provisorischen Aktionsplänen und Hilfspaketen etwas entgegen zu setzen. Der nachhaltige Nutzen solcher Aktivitäten ist sehr vage. Letztlich kann die pharmazeutische Industrie auf dem Markt für Arzneimittel frei agieren. Wirtschaftlich unattraktive Märkte für die Arzneimittelforschung - wie HIV bei Kindern - bleiben unterversorgt, da der Profit die Forschung bestimmt.

Doch bald schon werden auch die Industrienationen merken, dass ein marktorientiertes, patentbasiertes F&E System globale nachteilige Folgen haben kann. Das lässt sich z.B. gut am Thema der Antimikrobiellen Resistenzen (AMR) erkennen, das zunehmend zum Gegenstand der öffentlichen Wahrnehmung und der Politik wird. Die zunehmenden Resistenzbildungen gegen bekannte Antibiotika, die diese wirkungslos und dadurch als Umsatzbringer wertlos machen, bedingen eigentlich eine Forcierung der F&E in diesem Feld. Wenn aber ein neu zu entwickelndes Antibiotikum ein wegen erwartbarer zukünftiger Resistenz zeitlich nicht zu bestimmendes Verfallsdatum hat, wird eine Entwicklungsinvestition unattraktiv für ein nach maximalem Profit strebendem Pharmaunternehmen. Der Ansatz, die Investitionen in F&E letztlich durch Patente abzusichern, versagt. Es entsteht ein Entwicklungs- und Innovationsstau der globale Auswirkungen haben kann.

Das aktuelle marktorientierte, patentbasierte Innovationssystem gibt keine Antwort darauf, wie F&E in solchen Szenarien wirtschaftlich attraktiv sein kann. Und folglich werden Pharmaunternehmen nicht investieren. Die Kosten für die Gesellschaften aber, die durch die Nichtverfügbarkeit wirksamer Medikamente entstehen würden, übersteigen bei weitem die Kosten, die üblicherweise verfügbare Medikamente für die Gesundheitssysteme bedeuten. 


Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Der Zugang zu Medikamenten im globalen Vergleich

III. Bedeutung von Patenten in der Arzneimittelforschung

A. Mehr Innovation und Qualität durch Patente

B. Die blockierenden Wirkung von Patenten

IV. Aufgabe der Politik: Neue Innovationsanreize für F&E

V. Patent Buyouts

VI. Patent Pools

A. Upstreampool

B. Downstreampools

VII. Patent Pools und Patent Buyouts: Zum Für und Wider der beiden Instrumente

VIII.Fazit

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen marktorientierten Patenten und dem globalen Bedarf an lebenswichtigen Medikamenten. Dabei wird analysiert, inwieweit das aktuelle Patentsystem den Zugang zu Arzneimitteln behindert und welche politischen Lösungsansätze, insbesondere Patent Pools und Patent Buyouts, eine bedarfsorientierte Gesundheitsversorgung ermöglichen können.

  • Analyse der globalen Ungleichheit beim Zugang zu Medikamenten
  • Bewertung des Patentsystems als Innovationsmotor versus Zugangsbarriere
  • Diskussion politischer Interventionsstrategien zur Förderung der Arzneimittelforschung
  • Vergleich der Instrumente "Patent Pool" und "Patent Buyout"
  • Untersuchung der Auswirkungen von antimikrobiellen Resistenzen auf das F&E-System

Auszug aus dem Buch

III. Bedeutung von Patenten in der Arzneimittelforschung

Die Entwicklung eines neuen Medikamentes kostet ca. 1,5 Millionen US-$ (Vgl. Hoen, S. 128). Und es muss ein langwieriger Zulassungsprozess durchlaufen werden, der optimale Qualität garantieren soll. Zuweilen werden Medikamente für Millionen entwickelt aber schaffen es nicht durch die Zulassungsprozesse.

Diese Kosten werden in den meisten Fällen von den Pharmaunternehmen getragen. Ein hohes Risiko und hohe Investitionskosten leiten die Pharmaunternehmen auf die Märkte, in denen es sich lohnt in F&E zu investieren. Diese Märkte zeichnen sich durch zahlungskräftige Konsumenten und ausgebauten Gesundheitssysteme aus und bestehen letztlich in den Industrienationen.

Die pharmazeutische Industrie bevorzugt eine einmalige F&E, die ein Produkt hervorbringt, das sodann dauerhaft eingesetzt werden kann, Umsätze generiert und den F&E-Aufwand ausgleicht und Profite erlaubt. Die Antibiotika-Forschung unterscheidet sich davon grundsätzlich. Diese kennzeichnet sich durch extrem hohe Investitionsrisiken aus. Denn Antibiotika können durch AMR unwirksam werden was die ehemalige Entwicklungsinvestition wertlos machen kann und den Businesscase ggf. zerstört. Als Folge entfernt sich die pharmazeutische Industrie von solcherlei unattraktiven Märkten.

Was die„großen Drei“ betrifft sind es andere Mechanismen, die in eine Unattraktivität für F&E-Investitionen führen. Aber die Konsequenz ist die gleiche.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Beleuchtung des Paradoxons zwischen hohen Profiten der Pharmaindustrie und der Unterversorgung mit Medikamenten in Entwicklungsländern sowie die Bedrohung durch antimikrobielle Resistenzen.

II. Der Zugang zu Medikamenten im globalen Vergleich: Analyse der Disparitäten zwischen OECD-Ländern und einkommensschwachen Staaten sowie der "10/90 Gap" in der Forschung.

III. Bedeutung von Patenten in der Arzneimittelforschung: Untersuchung der ökonomischen Rolle von Patenten als Innovationsanreiz und deren gleichzeitige Wirkung als Markteintrittsbarriere für Generika.

IV. Aufgabe der Politik: Neue Innovationsanreize für F&E: Diskussion der Notwendigkeit staatlicher Eingriffe und alternativer Ansätze zur Förderung einer bedarfsorientierten Forschung.

V. Patent Buyouts: Vorstellung des Konzepts des staatlichen Ankauf von Patentrechten zur Förderung des Wettbewerbs und des Zugangs.

VI. Patent Pools: Erläuterung der gemeinsamen Nutzung von geistigem Eigentum durch Upstream- und Downstreampools zur Steigerung der Forschungseffizienz.

VII. Patent Pools und Patent Buyouts: Zum Für und Wider der beiden Instrumente: Kritischer Vergleich der Stärken und Schwächen beider Ansätze hinsichtlich Risiko, Kosten und Transparenz.

VIII.Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Instrumente als Ergänzung zum bestehenden System und Plädoyer für eine verstärkte politische Steuerung.

Schlüsselwörter

Patent, Arzneimittel, Pharmaindustrie, Global Health, Forschungsförderung, Patent Pool, Patent Buyout, Entwicklungsländer, Innovation, Marktorientierung, Generika, Antimikrobielle Resistenzen, Gesundheitssystem, Politik, Gemeinwohl

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Hausarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Frage, wie das derzeitige, marktorientierte System der pharmazeutischen Forschung und Entwicklung (F&E) den weltweiten Zugang zu lebensnotwendigen Medikamenten beeinflusst.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Zentrale Themen sind der globale Zugang zu Arzneimitteln, die Rolle geistigen Eigentums sowie moderne politische Instrumente wie Patent Pools und Buyouts.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es zu erörtern, ob Patente als Hindernis für die Medikamentenverfügbarkeit betrachtet werden können und wie Politik ein bedarfsorientiertes statt profitorientiertes System fördern kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse des aktuellen globalen Gesundheitssystems und einem theoretischen Vergleich verschiedener Innovationsanreizmodelle.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Schwächen des aktuellen Patentsystems, das Phänomen des "10/90 Gap" und bewertet Potenziale sowie Risiken von alternativen Mechanismen wie Patent Pools und Buyouts.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Patentrecht, Global Health, Innovationsanreize und bedarfsorientierte Forschung charakterisiert.

Welche Rolle spielen Patent Pools in diesem Kontext?

Patent Pools dienen dazu, durch die Bündelung von geistigem Eigentum Forschungskapazitäten effizienter zu nutzen und Lizenzen für Generikahersteller zugänglicher zu machen.

Was ist das Hauptproblem bei Patent Buyouts?

Das Hauptproblem liegt in der Preisfindung und dem Risiko für Regierungen, bei Auktionsverfahren durch Lobbyismus oder mangelnde Transparenz zu viel für Patente zu bezahlen, die keinen echten Mehrwert bieten.

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Details

Titel
Der Streit um Patente. Wem gehört Innovation?
Untertitel
Behindern Patente den Zugang zu Arzneimitteln? Patent Pools und Patent Buyouts im Vergleich
Hochschule
Freie Universität Berlin  (Otto-Suhr-Institut)
Veranstaltung
Internationale Beziehungen/global health
Note
2,0
Autor
Maximlian Salzwedel (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2018
Seiten
20
Katalognummer
V492131
ISBN (eBook)
9783668984851
ISBN (Buch)
9783668984868
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Patente WHO Innovation Research and Development R&D Global Health Arzneimittelforschung Innovationsanreize Patent Pools Patent Buy Outs
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Maximlian Salzwedel (Autor:in), 2018, Der Streit um Patente. Wem gehört Innovation?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/492131
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  20  Seiten
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