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Der Zusammenhang zwischen der Komplexen Posttraumatischen Belastungsstörung und der Borderline-Persönlichkeitsstörung

Symptomatische und ätiopathogenetische Überschneidung und Abgrenzung sowie Komorbidität

Título: Der Zusammenhang zwischen der Komplexen Posttraumatischen Belastungsstörung und der Borderline-Persönlichkeitsstörung

Trabajo , 2019 , 21 Páginas , Calificación: 1,0

Autor:in: S. H. (Autor)

Psicología - Psicología clínica, Psicopatología, Prevención
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Nach Rosenfield et al. (2018) soll die Komplexe Posttraumatische Belastungsstörung (KPTBS) voraussichtlich als eigenständige Diagnose in der elften Version der Internationalen Klassifikation von Krankheiten (ICD-11) erscheinen. Sie ist neben den Kernsymptomen der klassischen Posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) durch Emotionsregulationsstörungen, einer negativen Selbstwahrnehmung sowie Beziehungsstörungen definiert. Das Konstrukt der KPTBS wird in vielerlei Hinsicht kontrovers diskutiert.

So geben Hecker und Maercker (2015) an, dass die differenzialdiagnostische Abgrenzung der KPTBS zu anderen psychischen Störungen mit Schwierigkeiten verbunden ist. Die Überschneidung der KPTBS mit der Borderline-Persönlichkeitsstörung (BPS) ist laut Haberfellner (2008) sogar so ausgeprägt, dass eine Differenzierung zwischen den Konstrukten kaum mehr möglich ist und nach Giourou et al. (2018) und Lewis und Grenier (2009) diskutiert wird, ob die BPS der KPTS entspricht. Laut Palić und Elklit (2014) ähneln sich die Störungen neben den symptombezogenen Gemeinsamkeiten auch in ätiologischer und pathogenetischer Hinsicht (Reddemann & Sachsse, 2000). Kulkarni (2017) schlägt deshalb vor, die Diagnose der KPTBS anstatt der Diagnose BPS in der Praxis zu verwenden, da sie weniger stigmatisierend ist. Ferner tritt die KPTBS häufig komorbid zu weiteren Störungen, insbesondere auch der BPS, auf, so dass die ohnehin ähnlichen Störungsbilder sich nicht ausschließen (Zehl et al., 2013). Cloitre et al. (2013) diskutieren hingegen, ob die KPTBS einer PTBS mit komorbider BPS entspricht.

Die Zusammenhänge der beiden Störungsbilder sind sowohl für den Diskurs über die wissenschaftliche Integrität als auch für die Diagnostik in der klinischen Praxis bedeutend. Denn nur durch das Bewusstsein über Gemeinsamkeiten und Unterschiede von Störungen mit solch ausgeprägten Überschneidungen kann korrekt diagnostiziert werden. Die genannten Zusammenhänge sind ebenfalls für die Diskussion über den Sinn der KPTBS als eigenständige, valide Diagnose in der klinischen Praxis bedeutend.

Um die Zusammenhänge zu hinterfragen, werden die Störungsbilder zunächst verglichen und differenzialdiagnostisch voneinander abgegrenzt. Daraufhin werden die Störungen mit Bezug zu ihren Komorbiditäten analysiert und in ätiopathogenetischer Hinsicht miteinander verglichen. Abschließend werden die Erkenntnisse in Bezug zueinander gesetzt und diskutiert.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

Zusammenfassung

1. Einleitung

2. Differenzialdiagnostik

3. Komorbidität

4. Ätiopathogenese

4.1 Trauma und Risikofaktoren

4.2 Genetik

4.3 Neurobiologie

5. Diskussion

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht den wissenschaftlichen Diskurs um die Komplexe Posttraumatische Belastungsstörung (KPTBS) und deren Abgrenzung zur Borderline-Persönlichkeitsstörung (BPS). Ziel ist es, die häufig diskutierten symptombezogenen Überschneidungen, die ätiopathogenetischen Gemeinsamkeiten sowie das Phänomen der hohen Komorbidität kritisch zu hinterfragen, um die diagnostische Validität der KPTBS als eigenständige Kategorie besser einordnen zu können.

  • Symptomatologische Differenzialdiagnostik von KPTBS und BPS
  • Analyse der Komorbidität beider Störungsbilder
  • Ätiopathogenetische Faktoren: Bedeutung von Trauma und Risikofaktoren
  • Genetische und neurobiologische Korrelate bei KPTBS und BPS
  • Bewertung der KPTBS als eigenständige klinische Diagnose

Auszug aus dem Buch

4.1 Trauma und Risikofaktoren

Im Gegensatz zur KPTBS setzt die Diagnose der BPS keinen traumatischen Stressor voraus. Patienten mit einer BPS weisen in ihrer Biografie, insbesondere in prägenden Lebensabschnitten wie der frühen Kindheit und der Adoleszenz, eine hohe Prävalenz an Traumatisierungserfahrungen auf (Driessen et al., 2002), so findet man bei circa 80% der BPS-Patienten in psychotherapeutischer Behandlung komplexe und multiple traumatische Erlebnisse (Ford & Courtois, 2014; Freyberger & Terock, 2016; Zehl et al., 2013). Interpersonelle Traumata, insbesondere in Form von sexuellem Missbrauch, sind am stärksten mit der BPS assoziiert (Herman et al. 1989, Marziali, 1991; Ogata et al., 1990; Shearer, 1990; Silk, 1995; Terr, 1991; van der Kolk et al., 1994; Zweig-Frank, 1991; nach Driessen et al.; 2002). Nach Cohen et al. (2013) ist das Risiko, eine BPS zu entwickeln, nach sexuellem Missbrauch in der Kindheit um den Faktor 14 erhöht.

Nach Cartwright (2008) spielen neben sexuellem, physischen und emotionalem Missbrauch ebenfalls Vernachlässigung in der Kindheit, eine als traumatisch erlebte Trennung, Zurückweisung, Widersprüchlichkeit oder Überfürsorglichkeit in der mütterlichen Erziehung sowie auch emotionaler Schaden durch Bindungen eine Rolle für die Entwicklung dieser Störung.

Zusammenfassung der Kapitel

Zusammenfassung: Die Einleitung und die wesentlichen Erkenntnisse über die symptomatischen, ätiopathogenetischen und komorbiden Überschneidungen zwischen KPTBS und BPS werden dargelegt.

1. Einleitung: Einführung in das Forschungsfeld der KPTBS als neue ICD-11-Diagnose und Darstellung der Problematik der Abgrenzung zur BPS.

2. Differenzialdiagnostik: Gegenüberstellung der Symptomatik beider Störungen und Klärung der jeweils zugrunde liegenden diagnostischen Kriterien.

3. Komorbidität: Untersuchung der statistischen Häufigkeit des gleichzeitigen Auftretens von KPTBS und BPS sowie kritische Prüfung der These einer Gleichsetzung beider Diagnosen.

4. Ätiopathogenese: Umfassende Analyse der Ursachen durch Beleuchtung von Traumata, genetischen Voraussetzungen und neurobiologischen Veränderungen.

4.1 Trauma und Risikofaktoren: Untersuchung des Einflusses frühkindlicher Traumata und anderer belastender Lebensereignisse auf die Entstehung der Störungsbilder.

4.2 Genetik: Erörterung der Erblichkeit und genetischen Varianz beider Störungsbilder im Vergleich.

4.3 Neurobiologie: Darstellung neurobiologischer Befunde, wie Volumenveränderungen im Gehirn, und deren Bedeutung für die Stressregulation.

5. Diskussion: Zusammenführende Bewertung der wissenschaftlichen Erkenntnisse hinsichtlich der Eigenständigkeit der KPTBS und der klinischen Notwendigkeit differenzierter Diagnostik.

Schlüsselwörter

Komplexe Posttraumatische Belastungsstörung, KPTBS, Borderline-Persönlichkeitsstörung, BPS, Differenzialdiagnostik, Komorbidität, Ätiopathogenese, Trauma, Traumafolgestörungen, Emotionsregulation, Neurobiologie, Heritabilität, ICD-11, Psychotraumatologie, Klinische Praxis.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der wissenschaftlichen Einordnung der Komplexen Posttraumatischen Belastungsstörung (KPTBS) und deren Abgrenzung gegenüber der Borderline-Persönlichkeitsstörung (BPS).

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die symptomatischen Gemeinsamkeiten, die ätiopathogenetischen Hintergründe, die genetische und neurobiologische Basis sowie die hohen Komorbiditätsraten zwischen beiden Störungen.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Ziel ist es zu klären, ob die KPTBS als eigenständige, valide Diagnose in der klinischen Praxis gerechtfertigt ist oder ob sie lediglich als Ausdruck einer PTBS mit komorbider BPS verstanden werden sollte.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf der Analyse und dem Vergleich aktueller wissenschaftlicher Fachliteratur sowie empirischer Studien basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine differenzialdiagnostische Symptomprüfung, eine Analyse der Komorbiditätsdaten und eine tiefe ätiopathogenetische Betrachtung (Trauma, Genetik, Neurobiologie).

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind KPTBS, BPS, Differenzialdiagnostik, Komorbidität, Ätiopathogenese, Trauma, Neurobiologie und ICD-11.

Warum wird die Diagnose der BPS oft kritisch in Bezug auf Traumata gesehen?

Da die Diagnose BPS im Gegensatz zur KPTBS kein traumatisches Ereignis als notwendiges Kriterium voraussetzt, obwohl ein Großteil der Patienten traumatische Biografien aufweist.

Welche Rolle spielt der Typ-II-Trauma-Begriff?

Typ-II-Traumata (andauernde oder wiederholte Traumatisierung) sind für die KPTBS zentral, während sie bei der BPS zwar häufig auftreten, aber nicht als exklusive Ursache für die Störungsgenese gelten.

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Detalles

Título
Der Zusammenhang zwischen der Komplexen Posttraumatischen Belastungsstörung und der Borderline-Persönlichkeitsstörung
Subtítulo
Symptomatische und ätiopathogenetische Überschneidung und Abgrenzung sowie Komorbidität
Universidad
Bielefeld University
Curso
Seminar
Calificación
1,0
Autor
S. H. (Autor)
Año de publicación
2019
Páginas
21
No. de catálogo
V492136
ISBN (Ebook)
9783668983953
ISBN (Libro)
9783668983960
Idioma
Alemán
Etiqueta
Komplexe Posttraumatische Belastungsstörung Borderline Persönlichkeitsstörung KPTBS Ätiopathogenese Differenzialdiagnostik
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
S. H. (Autor), 2019, Der Zusammenhang zwischen der Komplexen Posttraumatischen Belastungsstörung und der Borderline-Persönlichkeitsstörung, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/492136
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