Wie wirkt sich die Politik der USA und Großbritanniens auf die politischen Ereignisse im Irak aus?


Facharbeit (Schule), 2018
17 Seiten, Note: 1,25
Anonym

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Hauptteil
2.1. Von einer britischen Kolonie bis zur Republik
2.2. Machtübernahme Saddam Husseins
2.3. Der dritte Golfkrieg
2.4. Die Besetzung des Irak
2.5. Die Zeit nach der Besatzung
2.6. Die Entstehung des Islamischen Staat

3. Schluss
3.1. Erörterung der Fragestellung
3.2. Persönliches Fazit

4. Anhang

5. Bibliographie

1. Einleitung

Wenn man heute Irak hört, denkt man an Krieg, Verfolgung, Gewalt und nicht zuletzt an den Islamischen Staat (IS), welcher „grundlos“ Selbstmordattentäter in die westliche Welt schickt, um „Ungläubige“ zu töten. Viele erinnern sich vielleicht noch an Saddam Hussein, den einstigen Diktator und den Einmarsch der USA in den Irak. Doch nur die Wenigsten verbinden mit dem Land Irak die „Wiege der Zivilisation“.

Das Land zwischen Euphrat und Tigris, wo sich schon 3000 v. Chr. die ersten Menschen niederließen, um Ackerbau und Viehzucht zu betrieben. Außerdem wurde dort eine der ersten Schriften erfunden und die heute überall gebräuchliche Zeiteinheit von 1 Stunde, die in 60 Minuten unterteilt werden kann, definiert.1 Aber wie kam es zu dieser Entwicklung? Welchen Einfluss hatte die westliche Welt dabei, genauer gesagt die USA und Großbritannien?

Den Anstoß für diese Hausarbeit war ein Buch, das ich von einem Bekannten empfohlen bekommen habe: „Wer den Wind sät“ von Michael Lüders. In diesem Buch geht es darum, was die westliche Politik im Orient anrichtet. So wusste ich bei meinen Vorüberlegungen in welche Richtung es ungefähr gehen könnte. Ich suchte dann nach einem geeigneten Land und wurde mit dem Irak fündig, da hier sehr viel Einfluss von außen genommen wurde. Somit erschloss sich schließlich auch die Leitfrage: „Wie wirkt sich die Politik der USA und Großbritanniens auf die politischen Ereignisse im Irak aus?“

Das Hauptziel der Arbeit ist es, herauszufinden wie sich die Politik der USA und Großbritanniens auf die politischen Ereignisse im Irak auswirkt? Außerdem soll die Hausarbeit noch Aufschluss darüber geben mit welchen politischen und militärischen Mitteln auf den Irak eingewirkt wurde und ob dieses Einwirken positiv oder negativ war. Eine weitere Frage ist, ob dabei Verbrechen begangen wurden?

Im Wesentlichen werde ich mich dabei auch auf das Buch „Die Geschichte des Irak“ von Henner Fürtig stützen. Gerade, weil sich durch das Auftreten des IS die Presse viel mit dem Thema beschäftigt hat, halte ich es für notwendig, sich nochmals mit der Geschichte auseinanderzusetzen, da häufig wichtige Gesichtspunkte vernachlässigt werden und einseitig berichtet wird.

Um ein solches komplexes Konstrukt zu verstehen muss man weit in die Vergangenheit reisen. So sagt auch Michael Lüders „eine Geschichte erscheint in einem unterschiedlichem Licht, je nachdem wo man sie beginnt, sie zu erzählen.“2

Die Hausarbeit wird in die wichtigsten Abschnitte der Politik des Irak untergliedert. Begonnen wird hierbei mit dem Einmarsch der Briten in den Irak im Zuge des Ersten Weltkriegs und geendet mit der Entstehung des IS. Im Schluss wird schließlich persönlich Stellung zu den politischen Geschehnissen genommen.

2.1 Von einer britischen Kolonie bis zu einer Republik

Die Geschichte des Irak als moderner Staat beginnt mit dem Eintritt des osmanischen Reiches in den ersten Weltkrieg. Das osmanische Reich kämpfte auf Seiten der Deutschen und der Österreicher. Die Engländer sahen die Chance, eine Verbindung zwischen ihrer Kolonie Indien und Europa zu schaffen und sich so Öl- Vorräte zu sichern. Daher landeten nur drei Tage nach der Kriegserklärung am 3. November 1914 britische Truppen in dem südirakischen Fao. Der erste Versuch, Bagdad einzunehmen, schlug fehl. Mit Verstärkung aus London gelang es schließlich, Bagdad unter britischen Einfluss zu bekommen. Anfangs hatten die Iraker Hoffnung auf einen unabhängigen Staat, nicht zuletzt weil sich die Engländer als „Befreier“ darstellten. Jedoch hatten die Briten und Franzosen noch vor Kriegsende in dem sogenannten Sykes-Picot-Abkommen beschlossen wie die zu eroberten Gebiete aufgeteilt werden - in Abbildung 1 im Anhang wird die geplante Aufteilung veranschaulicht - dabei war kein unabhängiger irakischer Staat vorgesehen.3

Nach dem Krieg gab es allerdings immer mehr Aufstände in der Bevölkerung. Diese waren so heftig, dass die Briten über zahlreiche Gebiete keine Kontrolle mehr besaßen und sich schließlich der Hochkommissar gezwungen sah, britische Truppen aus dem nahen Indien anzufordern. Die Regierung Großbritanniens entschloss sich, einen neuen Hochkommissar einzusetzen, um einen Neustart zu symbolisieren. „Er bot ihnen die Aufhebung des Besatzungsregimes und die Bildung einer nationalen Regierung an.“4 Jedoch blieb der größte Anteil der Macht bei den britischen Beratern. Am 27. August 1921 ließ die britische Regierung wegen zu hoher Kosten durch die vielen Aufstände, einen König -Faisal Ibn Hussein- krönen, in der Hoffnung, dadurch die Lage zu stabilisieren. Dies machte allerdings keinen Unterschied bezüglich der Machtverhältnisse; lediglich die Bezeichnung Mandatsregime wurde nicht mehr verwendet. 1922 wurde ein Vertrag unterzeichnet, welcher den Briten für die nächsten zwei Jahrzehnte die Macht über den Irak sicherte. Dieser würde mit dem Eintritt des Iraks in den Völkerbund revidiert werden. Acht Jahre später wurde der Vertrag erneuert und umgeschrieben. Die schiitische Bevölkerungsmehrheit lehnte den Vertrag ab.

1932 trat der Irak schließlich in den Völkerbund ein, womit „formal die Unabhängigkeit begann“.5 Zwar gab es nun keinen Hochkommissar mehr, jedoch übernahm ab sofort der britische Botschafter dessen Aufgaben. Mit diesem musste jede grundlegende Entscheidung besprochen werden. Den Briten wurde für weitere 25 Jahre zugesichert, dass sie Durchmarschrechte ihrer Truppen durch den Irak, die Kontrolle des Erdöls sowie Luftwaffenbasen besitzen.

Als wichtigste Bündnispartner sahen die Briten die sunnitischen Stammesführer und Grundbesitzer. Der Irak blieb allerdings auch das nächste Jahrzehnt sehr instabil. Der König sah eine Chance darin, eine Armee zu schaffen und damit „eine Institution nationaler Identifikation.“6

1933 starb der erste König des Irak, dessen Sohn wurde sein Nachfolger. Schon zwei Jahre später kam es erneut zu Aufständen. Diese forderten die Aufhebung des Vertrags von 1930 und somit eine wirkliche Unabhängigkeit des Iraks. Auch dieser Aufstand wurde gewaltsam beendet. Nach zwei Jahrzehnten mit zwei Königen, vielen Verschwörungen und Aufständen wurde im Jahr 1958 der König ermordet und die Republik ausgerufen. Dahinter steckte die „Irakische kommunistische Partei“, welche danach die Macht in Form von Qasim (Premierminister des Irak) bis zu seiner Ermordung (durch die Ba´th-Partei) 1963 behielt. Während dieser Phase zogen die letzten britischen Truppen aus dem Irak ab. Dadurch wurde der Irak endgültig unabhängig von der Kolonialmacht.

In den Wirren des 2. Weltkrieges und dem 1. Nahostkrieg gegen Israel kam die „Wiedergeburts- (ba`th-) Partei“ empor. Ihre Anhänger vertraten pan-arabische Werte mit dem Ziel eines einheitlichen arabischen Staates. Religiöse Zugehörigkeit war unwichtig – wichtig war nur die arabische Muttersprache und das Leben auf arabischer Erde. Ihr Hauptkritikpunkt war das europäische Kolonial- und Mandatssystem.

Schon unter Qasim begann ein Bürgerkrieg mit den Kurden, welche von einem eigenständigen Staat träumten. Dieser dauerte zunächst mehr oder weniger aktiv bis 1975.

Zusammenfassend war die Zeit vom 1. Weltkrieg bis zum Ende der Republik geprägt vom Wunsch der Unabhängigkeit Iraks, der aber letztlich immer unerfüllt blieb, da die Briten bis zum Abzug jederzeit die Kontrolle über das Schicksal des strategisch wichtigen und ressourcenreichen Landes hatten. Eine politische und gesellschaftliche Stabilität konnte zu keiner Zeit verzeichnet werden - nicht zuletzt aufgrund der Problematik Schiiten, Kurden und Sunniten in einem Land zu vereinigen.

2.2 Machtübernahme Saddam Husseins

Im Jahr 1979 übernahm Saddam Hussein die Macht, außerdem werden ca. 500 politische Gegner hingerichtet. Nach Unruhen im Südirak ausgehend von Schiiten wurde der Anführer ermordet und zehntausende Schiiten deportiert.7 Die USA standen anfangs auf Seiten Husseins trotz seiner vielen Verbrechen. Als Grund hierfür ist zum einen der Reichtum an Erdöl anzuführen und zum anderen, da Hussein im Konflikt mit dem Iran stets gemäß dem Motto „der Feind meines Feindes ist mein Freund“ agiert hatte. Im Jahr 1980 begann dann schlussendlich der Krieg mit dem Iran, welcher von Hussein mit der Besetzung einer erdölreichen Region als kurze militärische Intervention gedacht war.8 Allerdings wurde diese erst im Jahr 1987 durch den UNO-Sicherheitsrat beendet. Die USA behielten in diesem Krieg auch keine ganz weiße Weste, da sie den Irak mit Waffen und Geld unterstützt hatten und Hussein eigentlich dazu anstifteten weiterzukämpfen, um ein Sieg des Iran zu verhindern. Man kann schon fast sagen der Irak kämpfte für die USA gegen den Iran.9

Der finanziell stark geschwächte Irak benötigte dringend Geld. Hussein forderte von Kuwait den Erlass von Schulden und hohe Zahlungen aufgrund gemeinsamer Öl- Felder. Außerdem warf er Kuwait vor, ihn zu hintergehen. Als Verhandlungen über diese Vorwürfe scheiterten marschierte er kurzerhand im August 1990 mit der Armee in den kleinen Golfstaat ein,10 in dem Glauben von stillschweigendem Einverständnis durch die Vereinigten Staaten von Amerika.11 Der Emir von Kuwait konnte nach Saudi-Arabien fliehen.

In der Geschichte wurde Kuwait von den Briten aus dem osmanischen Reich gelöst mit der Absicht, selbst über das Land zu herrschen. Nachdem Saddam Hussein die Fristen der USA und der UN zum Rückzug verstreichen ließ, bildete sich eine Allianz, die mit Soldaten aus 34 unterschiedlichen Nationen das weitere Vordringen irakischer Truppen verhinderten und 1991 Kuwait befreiten. Anschließend waren Soldaten schon auf dem Weg nach Bagdad als Bush das Vorrücken auf Raten Saudi-Arabiens stoppte, weil die Siegermächte Angst hatten, dass durch einen Zerfall des Iraks der Iran zu mächtig werden würde.12

Die UN verhängte „eine nahezu totale Wirtschaftsblockade“13 gegen den Irak, um den Druck auf den Diktator zu erhöhen. Diese Sanktionen schadeten in erster Linie der Zivilbevölkerung.14 So zum Beispiel wurde nach und nach die einst starke Mittelschicht fast komplett vernichtet. „Betrug die Alphabetisierungsrate 1989 noch 95 Prozent, die höchste in der arabischen Welt, war sie 2000 um die Hälfte gefallen.“15 Das einst global betrachtet sehr konkurrenzfähige Gesundheitssystem wurde fast komplett zerstört. Auch deshalb stieg die Kindersterblichkeit im Zweistromland drastisch an.16 Daher wurde mit der Zeit die Forderung einer Aufhebung der Sanktionen laut. Großbritannien und die USA sprachen sich allerdings klar gegen eine Annullierung des Wirtschaftsembargos aus.17

1991 richtete die UN eine Sicherheitszone für die Kurden nördlich des 36. Breitengrades ein. Kurz darauf setzten die USA und Großbritannien ohne Zustimmung des Sicherheitsrates eine Schutzzone für die Schiiten südlich des 32. Breitengrades durch18 (vgl. Abb. 1).

[...]


1 Vgl.: http://www.welt-geschichte.de/html/die_ersten_hochkulturen.html (8.3.2018)

2 Zitat: Michael Lüders, 2017, Umschlag

3 Vgl.: https://www.n-tv.de/politik/Als-die-Briten-in-Bagdad-einmarschierten-article19739376.html (7.12.17)

4 Zitat: Fürtig Henner, 2016, S.23

5 Zitat: Fürtig Henner, 2016, S.31

6 Zitat: Fürtig Henner, 2016, S. 34

7 Vgl.: Fürtig Henner, 2016, S.114-118

8 Vgl.: https://www.youtube.com/watch?v=VJ _9V9qwo

9 Vgl.: Fürtig Henner, 2016, S.131-133

10 Vgl.: Hermann Rainer: http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/besetzung-kuweits-das-ende-des-alten- nahen-ostens- (22.01.18)

11 Vgl.: Fürtig Henner, 2016, S.41

12 Vgl.: Hermann Rainer: http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/besetzung-kuweits-das-ende-des-alten-

nahen-ostens-13729115.html?printPagedArticle=true#pageIndex_0 (22.01.18)

13 Zitat: Holmes Michael: https://www.welt.de/debatte/kommentare/article9783521/Der-vergessene-Krieg- gegen-Iraks-Zivilbevoelkerung.html (11.02.18)

14 Vgl.: Holmes Michael: https://www.welt.de/debatte/kommentare/article9783521/Der-vergessene-Krieg- gegen-Iraks-Zivilbevoelkerung.html (11.02.18)

15 Lüders Michael, 2017, S. 45

16 Lüders Michael, 2017, S. 45-46

17 Vgl.: Homes Michael:https://www.welt.de/debatte/kommentare/article9783521/Der-vergessene-Krieg- gegen-Iraks-Zivilbevoelkerung.html (11.02.18)

18 Vgl.: Fürtig Henner, 2016, S.146-148

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten

Details

Titel
Wie wirkt sich die Politik der USA und Großbritanniens auf die politischen Ereignisse im Irak aus?
Note
1,25
Jahr
2018
Seiten
17
Katalognummer
V492193
ISBN (eBook)
9783668989528
ISBN (Buch)
9783668989535
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Irak, Amerika, USA, Golfkrieg, IS, Terror, Islamismus
Arbeit zitieren
Anonym, 2018, Wie wirkt sich die Politik der USA und Großbritanniens auf die politischen Ereignisse im Irak aus?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/492193

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