Anhand der Automobil- und Luftfahrtproduktion soll untersucht werden, ob 3D-Druck als dezentrale und schnelle Möglichkeit Bauteile zu erstellen, die Chance hat, Luftfracht als schnellstes Transportmittel zu substituieren und überflüssig zu machen. Ist der 3D-Druck eine Bedrohung für Luftfracht?
3D-Druck bietet hervorragende Möglichkeiten für die Luftfahrt- und Automobilindustrie. Damit können die Hersteller leichtere und komplexere Bauteile erstellen. Durch on-demand Produktion haben Hersteller mit 3D-Druck die Möglichkeit ihre Lagerkapazitäten zu optimieren. Diese werden in die Läger integriert und können ein großes Portfolio vor allem an Ersatzteilen mit vergleichsweise wenig Umstellungszeit abbilden. In diesem Zusammenhang verliert Luftfracht an Bedeutung. Denn Luftfracht dient als Ausgleich von Fehlmengen in Lägern. Mit weniger Fehlmengen reduziert sich der Bedarf an Luftfracht.
3D-Druck ermöglicht verstärkte Regionalisierung. Es ist zu erwarten, dass 3D-Druck in der Automobilindustrie neue Möglichkeiten von Lieferketten bildet. Mit 3D-Druck Clustern können neue Herstellstandorte installieren. Diese sind auf die Nutzung der 3D-Druck Vorteile optimiert und haben entsprechende Know-how und Nachbearbeitungsstufen. Das führt zu neuen Standortkonzepten.
Dadurch werden sich bestehende Luftfrachtvolumenströme ändern. Sind vorher Bauteile aus Asien nach Europa geliefert worden, um diese hier zu verbauen und anschließend zu exportieren, läuft es mit den 3D-Druck Clustern anders. Dabei ist anzunehmen, dass die Rohstoffe über den Seeweg beispielsweise nach USA transportiert werden. Verspätet sich die Seefracht, wird Luftfracht genutzt. Dort werden die Teile mit 3D-Druck produziert. Dazu sind weniger Zulieferer und Produktionsstufen notwendig. Die Fertigteile werden dann beispielsweise nach Lateinamerika in bisherigen Transportmodi exportiert. Der Export wird hauptsächlich über kostengünstige Seefracht abgewickelt, wird jedoch aufgrund von Unplanmäßigkeiten auch auf Luftfracht umgeplant.
Inhaltsverzeichnis
1 EINLEITUNG
2 METHODIK
2.1 LITERATURANALYSE
2.2 SZENARIOANALYSE
2.3 EXPERTENINTERVIEW
2.4 SWOT ANALYSE
3 LITERATURÜBERBLICK
4 3D DRUCK
4.1 DEFINITION 3D DRUCK
4.2 SWOT ANALYSE: 3D DRUCK IN BEZUG AUF HERSTELLUNG DER AUTOMOBIL- UND LUFTFAHRTINDUSTRIE
4.2.1 STÄRKEN
4.2.2 SCHWÄCHEN
4.2.3 CHANCEN
4.2.4 BEDROHUNGEN
5 LUFTFRACHTMARKT
5.1 UMFANG UND BEDEUTUNG DES LUFTFRACHTMARKTES
5.2 SWOT ANALYSE LUFTFRACHT IN DER SUPPLY CHAIN
5.2.1 STÄRKEN
5.2.2 SCHWÄCHEN
5.2.3 CHANCEN
5.2.4 BEDROHUNGEN
6 TRANSPORTKETTEN
6.1 TRANSPORTKETTEN IN DER AUTOMOBILINDUSTRIE
6.1.1 OEM (ORIGINAL EQUIPMENT MANUFACTURED)
6.1.2 AFTER MARKET
6.2 TRANSPORTKETTEN IN DER LUFTFAHRTINDUSTRIE
6.2.1 FLUGZEUGBAU
6.2.2 BETRIEB
7 SZENARIOANALYSE
7.1 NEGATIVE AUSWIRKUNG DES 3D DRUCK AUF DAS GEFLOGENE FRACHTVOLUMEN
7.1.1 LUFTFAHRTINDUSTRIE SUPPLY CHAIN MIT 3D DRUCK
7.1.2 AUTOMOBIL SUPPLY CHAIN MIT 3D DRUCK
7.2 POSITIVE ODER MARGINALE AUSWIRKUNG DES 3D DRUCK AUF DAS GEFLOGENE FRACHTVOLUMEN
7.2.1 LUFTFAHRTINDUSTRIE SUPPLY CHAIN MIT 3D DRUCK
7.2.2 AUTOMOBIL SUPPLY CHAIN MIT 3D DRUCK
8 AUSBLICK
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die Auswirkungen der 3D-Druck-Technologie auf den globalen Luftfrachtmarkt unter besonderer Berücksichtigung der Automobil- und Luftfahrtindustrie. Die zentrale Forschungsfrage zielt darauf ab, zu klären, inwiefern der 3D-Druck das Potenzial hat, Luftfrachtvolumen zu substituieren, indem Bauteile dezentral und bedarfsgerecht produziert werden.
- Analyse disruptiver Potenziale des 3D-Drucks für globale Lieferketten.
- Gegenüberstellung von 3D-Druck und Luftfracht mittels SWOT-Analysen.
- Untersuchung von Strukturveränderungen in Transportketten der Automobil- und Luftfahrtindustrie.
- Durchführung einer Szenarioanalyse zur Prognose zukünftiger Frachtvolumen.
- Reflexion der Rolle von Ersatzteillogistik und regionaler Produktionsstandorte.
Auszug aus dem Buch
4.2.1 Stärken
Gerade für die Luftfahrt- und Automobilindustrie gibt es viele Vorteile des 3D Drucks und begründet damit die hohe Nutzung. Mithilfe der Literaturanalyse sind folgende Charakteristika ausschlaggebend.
Durch schnelle Installationszeiten und geringe Umstellungsmaßnahmen hat 3D Druck den Vorteil ein schnelles Ramp-up zu ermöglichen. Ramp-up beschreibt, die Umstellung von der Phase der Produktentwicklung zur serienmäßigen Produktion. 3D Druck schafft daher die Möglichkeit Bauteile schneller herzustellen. Bei Automobil- und Luftfahrtherstellern können die Herstellungszeiten bis zu 71% gesenkt werden. So konnte Porsche Bauteile für den Motorsport innerhalb von wenigen Monaten designen und erfolgreich dem Normalbetrieb überführen. Durchschnittlich verbessert sich die Time-to-Market um 30-70% in der Automobilindustrie. Time-to-Market ist die Zeit, die ein Unternehmen für die Entwicklung und Produktion bis hin zur Nutzung vom Kunden benötigt. Schnellere Herstellungszeiten resultieren in weniger Kosten, da die Produkte schneller genutzt werden können und somit höhere Umsatzerlöse realisieren.
Zusammenfassung der Kapitel
1 EINLEITUNG: Einführung in die Problematik der Disruption globaler Lieferketten durch 3D-Druck und Definition der Forschungsfrage.
2 METHODIK: Beschreibung des wissenschaftlichen Vorgehens, insbesondere der Literaturanalyse, der Szenarioanalyse und der Experteninterviews.
3 LITERATURÜBERBLICK: Darstellung des aktuellen Forschungsstandes und Einordnung des 3D-Drucks in den Hype Cycle nach Gartner.
4 3D DRUCK: Definition additiver Fertigungsverfahren und detaillierte SWOT-Analyse der Technologie für die Automobil- und Luftfahrtindustrie.
5 LUFTFRACHTMARKT: Analyse der Bedeutung, der Treiber und der SWOT-Aspekte des Luftfrachtmarktes innerhalb der Supply Chain.
6 TRANSPORTKETTEN: Untersuchung der spezifischen Transportketten in der Automobilindustrie und der Luftfahrtindustrie unter Berücksichtigung von OEM und After Market.
7 SZENARIOANALYSE: Prognose der Auswirkungen des 3D-Drucks auf das geflogene Frachtvolumen durch verschiedene Zukunftsszenarien.
8 AUSBLICK: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse und kritische Reflexion des Einflusses auf den zukünftigen Luftfrachtbedarf.
Schlüsselwörter
3D-Druck, additive Fertigung, Luftfrachtmarkt, Supply Chain, Automobilindustrie, Luftfahrtindustrie, Ersatzteillogistik, Szenarioanalyse, SWOT-Analyse, Time-to-Market, Dezentralisierung, Just-in-Time, Prototyping, Transportvolumen, Lagerhaltung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, ob die Technologie des 3D-Drucks eine ernsthafte Bedrohung für den Luftfrachtmarkt darstellt, da Bauteile zunehmend dezentral produziert werden könnten.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die Schwerpunkte liegen auf den technologischen Grundlagen des 3D-Drucks, der Struktur von Transportketten, der Bedeutung von Luftfracht für die Produktion und den Chancen bzw. Risiken für beide Sektoren.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, mithilfe von Szenarien und Experteninterviews aufzuzeigen, wie sich der Luftfrachtbedarf in der Automobil- und Luftfahrtindustrie durch die Einführung von 3D-Druck verändern wird.
Welche wissenschaftliche Methodik wird verwendet?
Der Autor nutzt eine Kombination aus Literaturanalyse, einer strukturierten Szenarioanalyse sowie qualitativen Experteninterviews mit Branchenkennern.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Es erfolgt eine detaillierte Auseinandersetzung mit der 3D-Druck-Technologie, dem Status quo des Luftfrachtmarktes sowie den spezifischen logistischen Anforderungen in den untersuchten Industrien.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich maßgeblich durch Begriffe wie 3D-Druck, Luftfrachtsubstitution, Supply-Chain-Optimierung, Dezentralisierung und Ersatzteilversorgung beschreiben.
Wie unterscheidet sich die Situation im After-Market von der Produktion?
Der After-Market-Bereich weist durch hohe Anforderungen an die Verfügbarkeit und kritische Stillstandskosten (Aircraft-on-Ground) eine höhere Dringlichkeit auf, was den 3D-Druck hier für die Ersatzteilversorgung besonders attraktiv macht.
Welchen Einfluss hat die Produkthaftung auf die Dezentralisierung?
Die Produkthaftung stellt ein wesentliches Hemmnis dar, da eine gleichbleibende, zertifizierte Qualität in dezentralen Produktionsstätten schwerer zu garantieren ist als in etablierten, zentral gesteuerten Produktionszentren.
- Arbeit zitieren
- Felix Roitsch (Autor:in), 2019, Welche Auswirkung hat der 3D-Druck auf den Luftfrachtmarkt? Eine Analyse der Automobil- und Luftfahrtproduktion, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/492222