Diese Hausarbeit wird sich mit der Frage beschäftigen, ob Schulpsychologen aufgrund von verhaltensauffälligen und lerngestörten Schülern verpflichtend für jede Schule sein sollten. Im Zusammenhang damit soll auch die Frage diskutiert werden, ob man voraussetzen kann, dass Lehrer jegliche Konfliktfälle bewältigen können und ob die Lehrerausbildung genügt, um Schüler mit Verhaltens- und Lernstörungen gut betreuen und fördern zu können. Dazu werde ich mich auf das Krankheitsbild des Narzissmus spezialisieren und die Problematik dessen im Vorfeld erklärend darstellen. Als Grundlage hierfür dienen die Veröffentlichung von Jochen Raue „Zum Zusammenhang von Verhaltensauffälligkeiten und Lernstörungen bei Schulkindern“ aus dem Werk „Lernen und Lernstörungen bei Kindern und Jugendlichen – Zum besseren Verstehen von Schülern, Lehrern, Eltern und Schule“, sowie Ariane Garlichs „Identität und Bindung – Die Entwicklung von Beziehungen in Familie, Schule und Gesellschaft“. Nach der Schilderung des Krankheitsbildes sowie dessen Symptome und Auswirkungen im Hauptteil eins, wird im Hauptteil zwei die Diskussion der Frage aus Sicht der Betroffenen geschildert. Hier werde ich mich auf zwei Interviews und zwei Zeitungsartikel beziehen. Das erste Interview wurde mit einem Lehrer und Gymnasialzweigleiter durchgeführt. Darauf folgt ein Interview mit einer Mutter, deren 13jähriger Sohn an einer Verhaltensstörung leidet, welche sich auch auf sein Lernverhalten auswirkt. Die Zeitungsartikel stammen aus dem Tagesspiegel und der Südwest Presse und handeln von der Frage, ob der Bedarf an Schulpsychologen wirklich gedeckt ist. Anschließend folgt ein persönliches Fazit, welches sich während des Erarbeitens der Hausarbeit gebildet hat.
Inhaltsverzeichnis
1.) Einleitung
2.) Das Krankheitsbild des Narzissmus
3.) Diskussion der Leitfrage
3.1) Interview mit einem Mittelstufenlehrer
3.2) Interview mit der Mutter eines verhaltensgestörten Kindes
3.3) Meinungen von Psychologen im Vergleich
4.) Fazit
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht die Notwendigkeit einer verpflichtenden Schulpsychologie an Bildungseinrichtungen angesichts zunehmender Verhaltensauffälligkeiten und Lernstörungen bei Schülern. Dabei wird analysiert, inwieweit Lehrkräfte durch ihre Ausbildung in der Lage sind, diese psychologischen Herausforderungen selbstständig zu bewältigen, oder ob sie auf professionelle Unterstützung angewiesen sind.
- Analyse des Krankheitsbildes Narzissmus und seiner Symptome bei Kindern und Jugendlichen.
- Untersuchung der Anforderungen an Lehrkräfte im Umgang mit verhaltensauffälligen Schülern.
- Diskussion über die Belastungsgrenzen von Lehrpersonal in einem inklusiven Schulalltag.
- Vergleich unterschiedlicher Expertenmeinungen und Betroffenenperspektiven zur Schulpsychologie.
- Erörterung der Diskrepanz zwischen idealistischer pädagogischer Förderung und realen schulischen Kapazitäten.
Auszug aus dem Buch
2.) Das Krankheitsbild des Narzissmus – Merkmale, Ursachen, Gefahren
Laut des psychiatrischen Klassifikationssystems DSM –IV fällt der Narzissmus in die Kategorie der Persönlichkeitsstörungen. Eine Persönlichkeitsstörung äußert sich dadurch, dass das Verhalten des Betroffenen, sowie seine Gedankengänge und Erwartungen nicht zu denen seiner Umgebung und Kultur passen. Ferner wird sie folgendermaßen klassifiziert: „Es ist nicht flexibel, zeigt sich erstmals im Jugend- oder frühen Erwachsenenalter, ist stabil und führt zu subjektivem Leiden oder einer Beeinträchtigung der psychischen Funktionsfähigkeit.“ (Gerrig; Zimbardo 1996, Seite 608)
Merkmale des Narzissmus sind die Vorlieben für Macht, Erfolg, Lob und Bestätigung. Narzissten haben ein übersteigertes Selbstbewusstsein und schätzen sich selbst stets als besser und klüger ein. Benannt nach der Mythologie des Narziss, der so überheblich war, dass es zu seiner Verfluchung und schlussendlich seinem Tod führte, weil er vor Sehnsucht nach sich selbst verendete, zeichnen sich Narzissten auch durch ihr übertriebenes Gefühl der eigenen Wichtigkeit und dem Glauben, als Einziger ideal zu sein, aus. Auch ohne besondere Leistungen zu erbringen, denken sie, nur spezielle Menschen könnten sie verstehen und seien es wert, mit ihnen zu verkehren.
Zusammenfassung der Kapitel
1.) Einleitung: Einführung in die Thematik der Lehrerrolle und die Frage, ob Schulpsychologen aufgrund zunehmender Lern- und Verhaltensstörungen zwingend an jeder Schule präsent sein sollten.
2.) Das Krankheitsbild des Narzissmus: Theoretische Darstellung des Narzissmus als Persönlichkeitsstörung sowie Analyse der Ursachen und Auswirkungen auf das Verhalten und die soziale Interaktion.
3.) Diskussion der Leitfrage: Qualitative Untersuchung durch Interviews mit einer Lehrkraft und einer betroffenen Mutter sowie ein Vergleich aktueller psychologischer Ansichten zum Schulalltag.
4.) Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Notwendigkeit von Schulpsychologen und die Erkenntnis, dass Lehrer zwar sensibilisiert sind, aber psychologische Interventionen nicht leisten können.
Schlüsselwörter
Schulpsychologie, Narzissmus, Lehrerausbildung, Verhaltensstörungen, Lernstörungen, Erziehung, Konfliktmanagement, Inklusion, psychologische Betreuung, Schulamt, pädagogische Kompetenz, Schulklima, Identitätsbildung, Beratung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?
Die Arbeit untersucht die Relevanz und Notwendigkeit von fest angestellten Schulpsychologen angesichts der steigenden Anzahl von Schülern mit Verhaltens- und Lernstörungen.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die Arbeit beleuchtet die Rolle des Lehrers als Erzieher, das Krankheitsbild Narzissmus, die Anforderungen an die Lehrerausbildung und die institutionelle Unterstützung durch das Schulamt.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist zu klären, ob für jede Schule ein Schulpsychologe verpflichtend sein sollte, da die Anforderungen an Lehrkräfte zur Bewältigung psychologischer Probleme oft ihre Kapazitäten überschreiten.
Welche wissenschaftlichen Methoden kommen zum Einsatz?
Die Autorin verwendet eine Literaturanalyse sowie qualitative Interviews mit einem Mittelstufenlehrer und einer betroffenen Mutter, um unterschiedliche Perspektiven zu erfassen.
Was umfasst der Hauptteil der Arbeit?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung in das Störungsbild Narzissmus und einen diskursiven Teil, in dem Expertenmeinungen und Praxisberichte gegenübergestellt werden.
Durch welche Schlagworte lässt sich die Arbeit charakterisieren?
Wichtige Begriffe sind Schulpsychologie, Lehrerbelastung, Verhaltensauffälligkeiten, professionelle psychologische Hilfe und die Grenzen pädagogischer Förderung.
Wie wirkt sich laut der Arbeit der Narzissmus auf das schulische Umfeld aus?
Narzissten im schulischen Kontext zeigen oft manipulative Tendenzen, suchen ständig nach Bestätigung, reagieren aggressiv auf Kritik und erschweren somit das soziale Miteinander sowie den Unterrichtsfluss.
Warum hält die Autorin die derzeitige Lehrerausbildung für nicht ausreichend?
Obwohl moderne Ausbildungen stärker auf Konfliktbewältigung fokussieren, fehlt es Lehrkräften bei Klassenstärken von 20 bis 30 Schülern an Zeit und fachlicher Spezialisierung, um psychische Störungen professionell zu behandeln.
Welche Rolle spielt das Elternhaus laut den Interviews?
Sowohl der interviewte Lehrer als auch die Mutter betonen, dass die Erziehung primär Aufgabe der Eltern ist, diese aber bei psychischen Störungen oft überfordert sind und eine professionelle Anlaufstelle in der Schule benötigen.
- Citation du texte
- Erstes Staatsexamen Talia Baskaya (Auteur), 2016, Ist für jede Schule ein Schulpsychologe Pflicht? Und kann man voraussetzen, dass Lehrer mit verhaltens- und lerngestörten Schülern umgehen müssen?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/492244