Der Spielfilm "Fünf Jahre Leben" von Stefan Schaller aus dem Jahr 2013 behandelt die Geschichte des Deutschtürken Murat Kurnaz, der beschuldigt wird, Islamist zu sein und unter diesem Vorwand fünf Jahre lang im Gefangenenlager Guantánamo Bay festgehalten wird. Die Handlung des Filmes basiert auf der Autobiographie "Fünf Jahre meines Lebens". Das Lager gehört zu einem Marinestützpunkt der US Navy auf Kuba und wurde als Folge der Anschläge von 2002 unter Bush eingerichtet, um mögliche Terrorattacken zu verhindern. Bis heute verlangen europäische Staaten sowie Menschenrechtsorganisationen die Schließung des Camps, da die Verhör- und Haftbedingungen stark gegen die Menschenrechte verstoßen.
Die Schließung war Teil von Obamas Wahlkampf, doch sowohl der erhebliche Widerstand im Parlament als auch die ungelöste Frage, was mit den Gefangenen danach passieren sollte, verhinderten dies. Kurnaz hatte nach seiner Freilassung wie viele andere Gefangene vor und nach ihm die Verhör- und Haftbedingungen publik gemacht, welche laut Erklärungen der Menschenrechtorganisation Amnesty International als Folter eingestuft werden. Ferner hatte er die deutsche Bundesregierung verklagt, da diese sich nicht stark genug für seine Freilassung eingesetzt habe. Guantánamo Bay ist seit den Antiterrormaßnahmen der US Regierung eines der Sinnbilder für die Verletzung der Menschrechte geworden und ist noch heute ein Kritikpunkt. Der Film arbeitet mit Rückblenden und Zeitsprüngen, die folgende Inhaltszusammenfassung erfolgt jedoch zwecks leichterer Verständlichkeit chronologisch.
Inhaltsverzeichnis
1.1 Inhalt & Hintergrund
1.2 Ethisch-philosophische Anknüpfungspunkte
2. Didaktik
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, den Spielfilm „5 Jahre leben“ von Stefan Schaller didaktisch für den Ethikunterricht in der gymnasialen Oberstufe aufzubereiten und dabei ethisch-philosophische Fragestellungen rund um Menschenrechte und Rechtsstaatlichkeit zu erschließen.
- Analyse der Menschenrechtsverletzungen in Guantánamo Bay
- Diskussion ethischer Dilemmata (Freiheit vs. Sicherheit)
- Anwendung des Feindstrafrechts als philosophischer Diskussionspunkt
- Didaktische Umsetzung durch Methoden wie Mindmapping und Think-Pair-Share
- Reflexion über Identität und das Spannungsfeld von Gut und Böse
Auszug aus dem Buch
1.1: Inhalt & Hintergrund
Der Spielfilm „Fünf Jahre Leben“ von Stefan Schaller aus dem Jahr 2013 behandelt die Geschichte des Deutschtürken Murat Kurnaz, der beschuldigt wird, Islamist zu sein und unter diesem Vorwand fünf Jahre lang im Gefangenenlager Guantánamo Bay festgehalten wird. Die Handlung des Filmes basiert auf der Autobiographie „Fünf Jahre meines Lebens“. Das Lager gehört zu einem Marinestützpunkt der US Navy auf Kuba und wurde als Folge der Anschläge am 11. September im Januar 2002 unter Bush eingerichtet, um mögliche Terrorattacken zu verhindern. Bis heute verlangen europäische Staaten sowie Menschenrechtsorganisationen die Schließung des Camps, da die Verhör- und Haftbedingungen stark gegen die Menschenrechte verstoßen. Die Schließung war Teil von Obamas Wahlkampf, doch sowohl der erhebliche Widerstand im Parlament als auch die ungelöste Frage, was mit den Gefangenen danach passieren sollte, verhinderten dies.
Kurnaz hatte nach seiner Freilassung wie viele andere Gefangene vor und nach ihm die Verhör- und Haftbedingungen publik gemacht, welche laut Erklärungen der Menschenrechtorganisation Amnesty International als Folter eingestuft werden. Ferner hatte er die deutsche Bundesregierung verklagt, da diese sich nicht stark genug für seine Freilassung eingesetzt habe. Guantánamo Bay ist seit den Antiterrormaßnahmen der US Regierung eines der Sinnbilder für die Verletzung der Menschrechte geworden und ist noch heute ein Kritikpunkt. Der Film arbeitet mit Rückblenden und Zeitsprüngen, die folgende Inhaltszusammenfassung erfolgt jedoch zwecks leichterer Verständlichkeit chronologisch.
Zusammenfassung der Kapitel
1.1 Inhalt & Hintergrund: Dieses Kapitel bietet eine chronologische Zusammenfassung der Filmhandlung und erläutert den historischen Kontext sowie die Hintergründe der Inhaftierung von Murat Kurnaz in Guantánamo Bay.
1.2 Ethisch-philosophische Anknüpfungspunkte: Hier werden zentrale ethische Themen des Films wie Menschenwürde, Freiheit, Identität und die Problematik des Feindstrafrechts für den Unterricht erschlossen.
2. Didaktik: Dieser Abschnitt liefert ein konkretes Unterrichtskonzept für die gymnasiale Oberstufe, inklusive methodischer Empfehlungen und Lernzielformulierungen für die Sekundarstufe II.
Schlüsselwörter
Guantánamo, Murat Kurnaz, Menschenrechte, Menschenwürde, Feindstrafrecht, Ethikunterricht, Didaktik, Rechtsstaat, Freiheit, Identität, Terrorismus, Utilitarismus, Deontologie, Identifikation, Gerechtigkeit
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der didaktischen Analyse des Spielfilms „5 Jahre leben“ und dessen Eignung als Medium im Ethikunterricht der Sekundarstufe II.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die Arbeit fokussiert auf Menschenrechte, Rechtsstaatlichkeit, das Feindstrafrecht sowie ethische Fragestellungen zur Identität und zur moralischen Abwägung in Ausnahmesituationen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, Lehrkräften Hilfsmittel und Ansätze an die Hand zu geben, um komplexe philosophische Themen anhand des Films im Unterricht kritisch zu bearbeiten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt die Analyse von Filminhalten in Kombination mit der Anwendung ethischer Grundbegriffe und didaktischer Strukturierungsvorgaben gemäß den hessischen Bildungsstandards.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine inhaltliche Einordnung des Films, die Herleitung ethischer Anknüpfungspunkte sowie eine detaillierte didaktische Unterrichtsplanung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Guantánamo, Menschenrechte, Feindstrafrecht, Ethik, Identität und didaktische Aufbereitung.
Warum ist das Thema „Feindstrafrecht“ für den Film relevant?
Das Konzept des Feindstrafrechts verdeutlicht die im Film gezeigte Entmenschlichung des Protagonisten durch die US-Behörden, bei der der Täter nur noch als „Feind“ statt als Rechtsperson betrachtet wird.
Welche Rolle spielt die „Eidechse“ im Filmkontext?
Die Eidechse dient im Film als zentrales Symbol für Murats verzweifelte Suche nach menschlicher Nähe und als Objekt, an dem seine psychische Zermürbung durch die Haftbedingungen verdeutlicht wird.
- Arbeit zitieren
- Talia Baskaya (Autor:in), 2016, Inhalt und Hintergrund des Films "5 Jahre leben". Ethisch-philosophische Anknüpfungspunkte und Didaktik, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/492246