Die Entwicklungspolitik ist seit den 1960er Jahren ein außenpolitisches Instrument, welches bis heute noch aktuell ist. Entwicklungshilfe wird definiert als: „Alle Leistungen materieller und nicht materieller Art von Industrieländern an Entwicklungsländer zu Vorzugskonditionen mit dem Ziel der Förderung der sozio-ökonomischen Entwicklung bzw. Verbesserung der Lebensbedingungen über Know-how-, Technologie- und Ressourcentransfer.“ Die Geberländer, welche Entwicklungshilfe leisten müssen gewisse Grundprinzipien respektieren, die aber durch jedes Land anders interpretiert und ausgeführt werden. Die wichtigsten Punkte dieser Prinzipien sind: Armutsbekämpfung, Bildung, Gesundheit, Umweltschutz, Friedenssicherung, Menschenrechte sowie der Aufbau einer funktionierenden Demokratie. Die Hilfe, die ein reiches Land einem ärmeren spendet, gerät oft in die Kritik. Vor allem in Afrika ist dies ein akutes Problem. „Wir sind hier, weil ihr unsere Länder zerstört“, hieß es bei der deutschen Flüchtlingsorganisation Karawane. Viele Kritiker sprechen von einer modernen Ausbeutung , und sehen den Grund darin, wieso so viele Afrikaner nach Europa flüchten. Aber was hat die Demokratische Arabische Republik Sahara damit zu tun? Die Westsahara wartet seit fast 40 Jahren auf seine eigene Souveränität, und damit ein Loslösen von Marokko. Jedes Jahr flüchten Sahrauis aus ihrem Land, um anderswo bessere Perspektiven zu haben. Würde die Westsahara ein eigenständiger Staat werden, so könnte die Bundesregierung das Land fördern und mit langfristigen Entwicklungshilfen das Land vorantreiben und die allgemeinen Grundprinzipien verwirklichen. Diese Seminararbeit soll den Westsahara-Konflikt beleuchten und auf die Frage antworten, wieso die Bundesregierung bis heute keine eigene Entwicklungshilfe zur Verfügung gestellt hat. Dafür wird in einem ersten Schritt die deutsche Entwicklungshilfe vorgestellt, und welche Zwecke sie genau verfolgt. Danach wird ein genauerer Blick auf die DARS geworfen und geklärt werden, wieso Deutschland bislang keine Entwicklungshilfe bereitstellen konnte, und warum dies so wichtig wäre. Zum Schluss wird der Bezug zum Realismus und der Theorie „Balance of Power“ hergeleitet.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Deutsche Entwicklungshilfe
3. Demokratische Arabische Republik Sahara
3.1 Allgemeines
3.2 Ressourcen
3.3 Der Konflikt
4. Warum gibt es keine deutsche Entwicklungshilfe?
5. Im Hinblick auf die Theorie des Realismus
6. Schluss
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Seminararbeit untersucht die Gründe für das Ausbleiben deutscher Entwicklungshilfe für die Demokratische Arabische Republik Sahara (DARS) vor dem Hintergrund außenpolitischer Interessen und der Theorie des Realismus.
- Grundlagen und Prinzipien der deutschen Entwicklungspolitik
- Struktur und sozio-ökonomische Lage der Demokratischen Arabischen Republik Sahara
- Analyse der Konfliktdynamiken in der Westsahara
- Diskussion der politischen Zurückhaltung Deutschlands
- Anwendung realistischer Theorien auf das internationale Machtgefüge
Auszug aus dem Buch
3.3 Der Konflikt
Der völkerrechtliche Status der Westsahara ist umstritten. Auf den meisten internationalen Karten ist das Gebiet als gestrichelt eingezeichnet. Marokko hingegen tut alles daran, das Gebiet zum eigenen Staatsgebiet zählen zu lassen. In den täglichen Nachrichten gilt die Region als „Südliche Provinz“. In der Schule bekommen die Schüler beigebracht, dass Teile der Westsahara zu Marokko gehören.
Während der Freiheitsbewegung von 1975-1991 herrschte Krieg zwischen Marokko und der sahrauischen Befreiungsbewegung Frente Polisario. Daraufhin flohen viele Sahrauis in das benachbarte Algerien, wo sie bis heute noch in Flüchtlingslagern leben. Die Exilregierung hat zudem ihren Sitz auch in Algerien. Ein 2.700 Kilometer langer Sandwall soll noch heute vor Angriffen schützen und ist mit Landminen und Soldaten gesichert. Viele der Nomaden durchqueren bei ihren Routen das Gebiet der Westsahara und wurden schon oft durch vergrabene Minen verstümmelt oder getötet. Die UNO vermittelte 1991 einen Waffenstillstand und schlug ein Unabhänigkeits-Referendum vor, welches bis heute durch marokkanischen Einfluss nicht stattgefunden hat.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in das Thema der Entwicklungspolitik und die Fragestellung, warum Deutschland die DARS nicht unterstützt.
2. Deutsche Entwicklungshilfe: Darstellung der menschenrechtsorientierten Grundsätze und der geographischen sowie finanziellen Prioritäten deutscher Hilfsprojekte.
3. Demokratische Arabische Republik Sahara: Überblick über die sozio-ökonomischen Daten, die vorhandenen Ressourcen und die Hintergründe des langjährigen Konflikts.
4. Warum gibt es keine deutsche Entwicklungshilfe?: Untersuchung der Haltung der Bundesregierung und der politischen Abwägungen gegenüber den Akteuren vor Ort.
5. Im Hinblick auf die Theorie des Realismus: Analyse des Konflikts und der deutschen Rolle unter Anwendung machtpolitischer Theorieansätze.
6. Schluss: Zusammenfassende Reflexion über die Möglichkeiten und Risiken einer künftigen Anerkennung und Unterstützung der DARS.
Schlüsselwörter
Entwicklungshilfe, Deutschland, Demokratische Arabische Republik Sahara, DARS, Westsahara, Marokko, Frente Polisario, Außenpolitik, Realismus, Balance of Power, Menschenrechte, Rohstoffe, Flüchtlingslager, UN-Sicherheitsrat, Geopolitik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die ausbleibende deutsche Entwicklungshilfe für die Demokratische Arabische Republik Sahara (DARS) und beleuchtet die dahinterstehenden politischen Hintergründe.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die Arbeit verknüpft Themen der internationalen Entwicklungspolitik, die politische Situation in der Westsahara und die Theorie der internationalen Beziehungen, speziell den Realismus.
Was ist die primäre Forschungsfrage?
Die zentrale Frage lautet, warum die Bundesrepublik Deutschland bislang keine direkte Entwicklungshilfe für die DARS bereitgestellt hat.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse sowie der Auswertung von Regierungsantworten und internationalen Berichten zur politischen Lage.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung der deutschen Entwicklungshilfe, die Analyse des Konflikts um die DARS sowie die theoretische Einordnung mittels der Theorie des Realismus.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Entwicklungshilfe, Westsahara, Geopolitik, Menschenrechte und das Prinzip des "Balance of Power" stehen im Fokus.
Welche Rolle spielen Rohstoffe im Konflikt?
Rohstoffe wie Erdgas, Erdöl und Phosphate sind Hauptgründe für das internationale Interesse an der Region und beeinflussen die strategischen Entscheidungen beteiligter Akteure.
Warum spielt Frankreich laut Arbeit eine wichtige Rolle?
Frankreich wird als ständiges Mitglied im UN-Sicherheitsrat genannt, das aufgrund wirtschaftlicher Interessen und Rüstungsexporte nach Marokko eine pro-DARS-Entscheidung erschwert.
- Citar trabajo
- Georg Rosenkranz (Autor), 2016, Warum unterstützt Deutschland die Demokratische Arabische Republik Sahara (DARS) nicht mit Entwicklungshilfen?, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/492361