Die Frage mit der ich mich in dieser Arbeit auseinandersetzen werde, ist ob Platons Staat gerecht ist oder nicht und warum?
Wenn man die Politeia Platons liest, bemerkt man, dass das was zweifellos gerecht ist, diese kontinuierliche Suche nach der Gerechtigkeit ist und genau das beabsichtigt Platon auch. Ohne Eigennutz, ohne Angst, ohne seelische Befriedigung begibt er sich auf eine lange Reise zur Erforschung der Gerechtigkeit und der Glückseligkeit. Die Suche des gerechten Staates erstreckt sich vom Bereich der Politik bis zum Bereich der Ethik. Gleichzeitig ist jedoch der wahre und ideale Staat nichts anderes als die Anwendung der Gerechtigkeit.
Meiner Meinung nach, kann jedoch nur die Praxis die Richtigkeit der Theorie beweisen. Nur so kann man sicher beurteilen, ob dieses System tatsächlich in der Lage wäre, alle diese Werte und Ideale zu erfüllen und aufrecht zu erhalten. Sicher ist aber, denke ich, dass ein Staat der diese vollkommenen gerechten Menschen, wie Platon sie beschrieben hat aufnimmt oder erschafft, nichts anderes sein kann als gerecht.
Inhaltsverzeichnis
I. FORSCHUNGSFRAGE
II. PROLOG
III. EINLEITUNG
IV. DIE ERFORSCHUNG DER GERECHTIGKEIT
V. GERECHTIGKEIT IM STAAT
VI. GLIEDERUNG DES RECHTSSTAATES
VII. DIE TUGENDEN IM STAAT
VIII. DIE TUGENDEN DER EINHEIT
IX. EIN GERECHTER STAAT
X. GIBT ES DIESEN STAAT?
XI. EPILOG
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die zentrale Forschungsfrage, ob Platons idealer Staat als gerecht zu bewerten ist. Dabei wird analysiert, wie Platon das Konzept der Gerechtigkeit sowohl auf der Ebene des Staates als auch auf der individuellen Ebene des Menschen verknüpft und welche Rolle dabei Erziehung, Tugendlehre und die Aufgabenverteilung innerhalb der gesellschaftlichen Stände spielen.
- Analyse der platonischen Gerechtigkeitsdefinition im Kontext antiker politischer Ethik.
- Untersuchung der strukturellen Gliederung des Staates in die drei Stände.
- Diskussion der Rolle von Bildung und Tugenden für das Funktionieren des Staates.
- Kritische Auseinandersetzung mit Interpretationen (u.a. Karl Popper, George Vlastos).
- Bewertung der Dialektik zwischen der individuellen Seele und der staatlichen Ordnung.
Auszug aus dem Buch
IV. DIE ERFORSCHUNG DER GERECHTIGKEIT
Um der Forschungsfrage nachgehen zu können, ist es notwendig zu wissen wie Platon mit seiner Erforschung nach dem Wesen der Gerechtigkeit beginnt. Wie wichtig diese Forschung ist zeigt auch folgende Aussage Platons: “Denn nicht etwas beiläufiges behandelt unsere Untersuchung, sondern unsere ganze Lebensnorm!”
Der Ort an dem der Dialog von Platons Staat beginnt, ist der Hafen von Piräus. Der Anlass ist ein Fest und der Dialog wird im Haus von Kephalos, dem Vater von Polemarchos und Lysias, geführt. Kephalos, ein reicher alter Handler, beginnt die Diskussion. Er hat für sich ein Leben, in dem er sich der ständigen Bereicherung in einer fremden Stadt widmet, gewählt. Daher hat er auf seine politischen Rechte, Dingen nachzugehen um sich Respekt zu verschaffen und die restlichen Aktivitäten eines normalen Bürgers, die von großer Bedeutung für den Griechen der damaligen Zeiten waren, verzichtet.
Die Definition der Gerechtigkeit also, die Kephalos gibt, bewegt sich auf einer Ebene die er selbst aus seinem täglichen Leben sehr gut kennt. Er ist also jemand, der seine Geschäfte gut führen kann und die Gerechtigkeit der Leistung und Gegenleistung kennt. Kephalos sieht die Gerechtigkeit in der Wahrheit und der Rückerstattung des Empfangenen. Sokrates hat seine Definition sehr leicht mit dem Beispiel des Gewehres wiederlegt, um ihn durcheinanderzubringen und somit dieses gewohnheitsrechtliche und moralische Prinzip zu erschüttern.
Zusammenfassung der Kapitel
I. FORSCHUNGSFRAGE: Die Arbeit stellt die grundlegende Frage nach der Gerechtigkeit von Platons Staatsmodell und betont die Suche nach einer moralischen Lebensnorm.
II. PROLOG: Der ideale Staat wird hier als eine visionäre Idee eingeführt, deren Erreichung einen ewigen Kampf um Gerechtigkeit und Glückseligkeit darstellt.
III. EINLEITUNG: Es wird dargelegt, dass das Vorgehen auf zwei Ebenen erfolgt: der politischen Anwendung im Staat und der Entwicklung der gerechten Person.
IV. DIE ERFORSCHUNG DER GERECHTIGKEIT: Dieses Kapitel analysiert die frühen Definitionen der Gerechtigkeit im Politeia-Dialog und deren Widerlegung durch Sokrates.
V. GERECHTIGKEIT IM STAAT: Die Gerechtigkeit wird von der individuellen Ebene auf den gesamten Staat übertragen, basierend auf den ersten Bedürfnissen einer Gesellschaft.
VI. GLIEDERUNG DES RECHTSSTAATES: Hier wird untersucht, wie die Gesellschaft in Stände gegliedert ist und welches Ziel die Erziehung der Bürger verfolgt.
VII. DIE TUGENDEN IM STAAT: Das Kapitel erläutert die vier Tugenden Weisheit, Tapferkeit, Besonnenheit und Gerechtigkeit, die für den Staat essenziell sind.
VIII. DIE TUGENDEN DER EINHEIT: Die Tugenden werden hier auf die drei Teile der menschlichen Seele übertragen, um die Analogie zwischen Seele und Staat zu festigen.
IX. EIN GERECHTER STAAT: Es wird das Verhältnis zwischen Staatsform und der individuellen Gerechtigkeit der Person untersucht und deren dialektische Beziehung hervorgehoben.
X. GIBT ES DIESEN STAAT?: Die Arbeit diskutiert die praktische Durchführbarkeit des idealen Staates und sieht darin einen ununterbrochenen, individuellen Prozess.
XI. EPILOG: Das Fazit unterstreicht, dass die Erschaffung eines gerechten Bürgers die Voraussetzung für einen gerechten Staat bleibt.
Schlüsselwörter
Platon, Politeia, Gerechtigkeit, Staatsmodell, Seele, Tugend, Philosophenherrscher, Bildung, Staatsphilosophie, Ethik, Vernunft, Gesellschaftsstruktur, Individuum, Gemeinwohl, Rechtsstaat.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert Platons Politeia mit dem Ziel zu beantworten, ob der von ihm beschriebene ideale Staat als gerecht bezeichnet werden kann.
Welches sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die Arbeit behandelt die Gerechtigkeitsbegriffe der Antike, die Gliederung der Stände, die Bedeutung von Bildung und Erziehung sowie die Analogie zwischen der menschlichen Seele und der staatlichen Ordnung.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Die zentrale Forschungsfrage ist, ob Platons Staat gerecht ist oder nicht, und aus welchen Gründen dies der Fall ist.
Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Arbeit verwendet?
Die Arbeit nutzt eine philosophische Textanalyse der Politeia, ergänzt durch den kritischen Vergleich mit Kommentaren moderner Gelehrter wie Karl Popper und George Vlastos.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Gerechtigkeitsdefinitionen, die staatliche Organisation, die Tugendlehre und die dialektische Beziehung zwischen der gerechten Person und dem gerechten Staat.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Platon, Gerechtigkeit, Staatsmodell, Tugendlehre, Seele, Philosophenherrscher und die dialektische Beziehung zwischen Individuum und Staat.
Welche Kritik an Platons Staatsmodell wird in der Arbeit erwähnt?
Die Arbeit diskutiert insbesondere die Kritik von Karl Popper, der den platonischen Staat als totalitär einstuft und ihn für die Unterdrückung des Individualismus kritisiert.
Welche Rolle spielt der "Philosophenherrscher" in dieser Analyse?
Der Philosoph wird als der ideale Herrscher betrachtet, der durch seine Weisheit und Tugend die soziale Ordnung und Gerechtigkeit im Staat gewährleistet.
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- Loukas Kontakos-Menenakos (Autor), 2017, Ist Platons idealer Staat gerecht oder nicht und warum?, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/492534