Hockey im Parallelbetrieb mit Kraftstationen

Unterrichtsentwurf für eine Sportstunde


Unterrichtsentwurf, 2014
32 Seiten, Note: 1,7

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Bedingungsanalyse
1.1 Lernsituation
1.2 Beschreibung der Lerngruppe
1.3 Einzelne Schülerbeobachtungen

2 Didaktische Überlegungen
2.1 Didaktische Überlegungen zur Reihe
2.2 Didaktische Überlegungen zur Stunde

3 Methodische und medientechnische Entscheidungen
3.1 Einstieg
3.2 Hinführung
3.3 Übung
3.4 Vertiefung und Abschluss

4 Lernziele

5 Literaturverzeichnis

6 Anhang

1 Bedingungsanalyse

1.1 Lernsituation

Die XXXschule ist eine kooperative Gesamtschule in einem ländlichen Einzugsgebiet. Seit diesem Jahr verfügt die Schule über eine neue Sporthalle und die dritte Sportstunde in der Unterstufe. Für die geplante Stunde stehen uns zwei Hallendrittel zur Verfügung.

1.2 Beschreibung der Lerngruppe

Die E-Phase unterrichte ich seit Ende der Herbstferien eigenverantwortlich für zwei Wochenstunden im Fach Sport. Sie setzt sich aus 19 SuS (9 w, 10 m) im Alter von 15 bis 16 Jahren zusammen. Der Kurs ist insgesamt sportbegeistert. Das Leistungsniveau ist bezogen auf die technischen Ausführungen überwiegend homogen, da Hockey für alle SuS neu ist. Dennoch zeigt sich, dass einige auf einen guten Bewegungsschatz zurück- greifen und ihnen beispielsweise das motorisch anspruchsvolle Vorhand-Rückhand- Dribbling und die Kurve mit der Rückhand besser gelingen. Die Lernvoraussetzungen unterscheiden sich auch bezogen auf die Ausdauerleistungsfähigkeit und die taktischen Kenntnisse, wodurch einige SuS insbesondere in Spielformen Vorteile haben. So sind 12 SuS in Vereinen mit Sportarten, die einen hohen Laufanteil aufweisen (Leichtathletik, Fußball oder Handball). Bei den anderen fällt deutlich auf, dass ihre Fitness nicht an dieses Niveau heranreicht. Defizite habe ich besonders im Bereich der Kraft festgestellt. Vor allem die Rumpfmuskulatur und die hintere und vordere Oberschenkelmuskulatur sind nicht ausreichend ausgeprägt. Für die korrekte Ausführung der sportartspezifischen Technik wie die Schlägerhaltung (möglichst 45°) und das „Tiefgehen“ ist eine gut trainierte Muskulatur eine wesentliche Voraussetzung. Außerdem entlastet sie den Rücken. Die Beweglichkeit ist auch bei denjenigen, die im Verein Sport betreiben, größtenteils nicht sehr ausgeprägt. Das Dehnen der hinteren Oberschenkelmuskulatur verdeutlicht das besonders. Schwierigkeiten bereitet es den SuS noch, den Ball beim Doppelpassspiel dem auf der linken Seite laufenden Mitspieler in die zurückgelagerte Vorhand zu spielen. Beim Stoppen „rutscht“ er wenigen noch über den Schläger.

Die Gruppe ist gewohnt, Aufwärmphasen eigenständig anzuleiten und dabei Ausführungs- und Korrekturanweisungen zu geben. Sie hat bereits Vorerfahrungen beim Üben im Parallelbetrieb. Das zeigt sich darin, dass sie den Ablauf der Methode kennen, Phasenübergänge flüssig vollzogen werden und das Unterrichtsarrangement für die folgende Gruppe angemessen übergeben wird. Außerdem sind sie geübt, am Ende der Stunde begründet zu den einzelnen Bereichen wie technische und spielbezogene Ausführungen und Gruppenprozesse Rückmeldung zu geben. Sie kennen die Arbeit mit Spielbeobachtungsbögen und beziehen diese bei der Reflexion ein.

1.3 Einzelne Schülerbeobachtungen

Zu den Leistungsträgern der Klasse zählen S1 (w), S2 (w), S3 (w), S4 (w), S6 (m), S7 (m) und S8 (m). Sie verfügen über eine gute Basis in allen konditionellen Bereichen wie Ausdauer, Kraft und Beweglichkeit. Bezogen auf Hockey weisen besonders die SuS S1, S3, S6 und S7 eine gute Ausgangslage auf. Darüber hinaus agieren sie und die SuS S4 und S2 aufgrund ihrer Erfahrungen in Mannschaftssportarten taktisch überwiegend geschickt. S1 spielt in der B-Jugend der Landesauswahl Handball. Sie erlernt auch andere Sportarten sehr schnell und die breite Grundlagenausbildung hat ihr einen enormen Bewegungsschatz, eine außergewöhnlich hohe Leistungsbereitschaft und ein hervor- ragendes Durchsetzungsvermögen beschert. S7 ist ebenfalls sehr begabt und wird aller Voraussicht nach den Sport-LK wählen. Über eine hervorragende Beweglichkeit verfügt die Schülerin S2. Sie betreibt Wettkampfgymnastik. S6 hat ebenfalls sehr gute Fortschritte gemacht. Ihm gelingt es bereits, technisch anspruchsvollere Komplexübungen flüssig und in der Feinform zu durchlaufen. Er ist laufstark, antrittsschnell und verfügt über ein gutes taktisches Verständnis.

Die SuS S9 (w), S10 (w), S11 (w), S12 (m), S13 (m) und S14 (w) sind je nach dem, welchen konditionellen oder koordinativen Bereich man betrachtet, gut oder auf einem mittleren Niveau. Sie spielen in Vereinen oder treiben zumindest in ihrer Freizeit selbständig Sport. S9 und S12 haben noch Probleme beim korrekten Stoppen des Balles. Außerdem fehlt S12 in Spielformen der Überblick. S14 gelingt das Vorhand-Rückhand- Dribbling noch nicht in angemessenem Tempo und der Schläger verlässt noch zu häufig den Ball. S11 gelingt es, den Ball gut zu stoppen und zu passen. Allerdings führt ein Mangel an Kraft und Dehnfähigkeit dazu, dass die Körperhaltung noch weit von der hockeyspezifischen Haltung entfernt ist.

S16 (w) und S17 (m) haben in einigen Bereichen noch nicht das mittlere Leistungsniveau erreicht. Auch das Erlernen neuer Bewegungsabläufe bereitet ihnen im Vergleich zu den anderen SuS größere Schwierigkeiten, wie sich beispielsweise beim Vorhand-Rückhand- Dribbling, dem Stoppen mit der Rückhand und der korrekten Schlägerhaltung gezeigt hat. Neben der Motorik ist auch Ausdauerleistungsfähigkeit wenig ausgeprägt. Sie sind die Einzigen, die neben dem Schulsport keinen Sport treiben. Der Schüler S18 hatte vor den Herbstferien einen Schlüsselbeinbruch erlitten, der vor den Osterferien erneut operiert werden musste. Seine Leistungsfähigkeit ist dementsprechend eingeschränkt.

2 Didaktische Überlegungen

2.1 Didaktische Überlegungen zur Reihe

Die Unterrichtseinheit „Zielschuss-Spiele: Hockey“ ist im Lehrplan, nach dem wir in der Oberstufe noch unterrichten, beim Bewegungsfeld „Spielen“ verortet und legitimiert sich darüber hinaus aus dem Kursprofil.1 Das Angebot der Sportart Hockey, in welcher keiner der SuS Vorerfahrungen hat, bietet den Vorteil, dass alle auf ähnlichem Ausgangsniveau starten. Des Weiteren können geschlechterspezifische Unterschiede eines koedukativen Kurses dadurch kompensiert werden, dass insbesondere die technischen Voraussetzungen leistungsbestimmend sind und nicht so sehr die Kraft oder körperliche Durchsetzungsfähigkeit im Vordergrund stehen. Da Hockey allerdings in der Mittelstufe nicht angeboten wurde, ist es wichtig, kleinschrittig einzelne Aspekte der Technik zu vermitteln und nach dem spielgemäßen Konzept vorzugehen. Das bedeutet, dass an das Zielspiel langsam herangeführt werden muss und ein stetiger Wechsel zwischen Spiel- und Übungsreihen stattfinden soll.2 Das regelmäßige Spielen der Spielform „Mini- Hockey“ parallel oder am Ende der Stunden fördert die Ausdauerleistungsfähigkeit.3 Zunächst wird besonders in Kleingruppen taktisches Verhalten angebahnt, damit alle möglichst viele Aktionen haben. Die Einheit in der Halle anzubieten ist deshalb sinnvoll, da die SuS beim Üben nicht durch Bodenunebenheiten gestört werden. Außerdem spielen seit der Saison 2013/14 nur noch fünf Spieler in der Halle, wodurch das Erreichen des Zielspiels realistischer erscheint. Im Feld spielen elf Spieler, der Schläger ist schwerer, man darf hoch schlagen, die Ausführung ist anspruchsvoller und für Klassen risikoreicher. Daher habe ich mich für die Halle entschieden.4 Aufgrund mangelnder Torwartausrüstung verzichte ich auf die Technik des Schlenzens. Ich werde die Inhalte in Anlehnung an HÄNEL, HILLMANN und LÜNINGHÖNER einführen.5

2.2 Didaktische Überlegungen zur Stunde

Der Offene Einstieg dient dazu, dass die SuS interessenbezogen ihr Bewegungs- repertoire erweitern. Die ritualisierte Einstimmung erleichtert es den SuS, in den Unterrichtsgang zu finden, und erhöht die Bewegungszeit. Die folgende Aufwärmphase stellt den physiologischen Adaptationsprozess an die kommende Anforderung sicher.

Zur Gerätegewöhnung, Verbesserung der Differenzierungsfähigkeit und um zu kooperieren, lassen die SuS in Partnerarbeit ihren Schläger jeweils im Abstand von zwei Metern senkrecht stehen und versuchen den Schläger des anderen zu greifen, bevor er den Boden erreicht. Anschließend soll durch die Ballführung mit Zonenwechsel die Herzfrequenz gesteigert werden und die Differenzierungs- und Orientierungsfähigkeit sowie die Technik geschult werden. Außerdem steht die Einbindung der spielsportspezifischen Geräte Hockeyschläger und -ball im unmittelbaren Zusammenhang mit der Beanspruchung im Parallelbetrieb. Die Übungsphase wird dadurch vielseitiger, dass ich Ausführungsvarianten und Tempi je nach individuellen Fähigkeiten vorgebe und die SuS bereits erlernte Techniken vertiefen.

Damit die SuS lernen, Gruppen phasenweise anzuleiten, übernimmt ein SuS spontan und eigenständig das Dehnen. Es werden heute aus Zeitgründen exemplarisch die wesent- lichen Muskelgruppen gedehnt und Krafttraining wird in die Stationsarbeit integriert, um Muskelverkürzungen und –abschwächungen bereits frühzeitig entgegenzuwirken.6

Der im Anschluss geplante Parallelbetrieb gewährleistet ein breites und abwechslungs- reiches Bewegungs- und Übungsangebot. Des Weiteren sichert er einen hohen Anteil an echter Bewegungszeit. Zur Steigerung der Motivation und als Belohnung für ihr Engagement bei der Stationsarbeit bekommen die SuS die Möglichkeit, in der Spielform – nach dem spielgemäßen Konzept und vereinfachten Regeln - Hockey zu spielen.

Im Folgenden begründe ich zunächst die Vorgehensweise und Ausgestaltung der Spielform und stelle anschließend die einzelnen Stationen vor.

Neben den sportartspezifischen Grundlagen der Technik an den Stationen sollen durch die Spielform 2:2 mit Überzahlspieler beziehungsweise 2:2 individual- und gruppentaktisches Verhalten und ein vereinfachtes Regelwerk zur Anwendung kommen. Das Spielgemäße Konzept sieht vor, zunächst in kleinen Feldern mit kleinen Gruppen zu spielen.7 Das Anwenden technischer und taktischer Fertigkeiten und Fähigkeiten in der Spielform 2:2 mit Überzahlspieler beziehungsweise 2:2 führt schrittweise zum Zielspiel und ermöglicht es allen SuS, angemessen am Spiel teilzuhaben. Durch eine hohe Anzahl an Aktionen wie Ballkontakten, Pässen und vereinfachten taktischen Situationen lernen die SuS die Sportart schrittweise. Des Weiteren verbessern sie die Ausdauerleistungsfähigkeit, die für die sehr laufintensive Sportart Hockey eine Grundvoraussetzung ist. Die Teams, die sich aus SuS zusammensetzen, die keine Vorerfahrungen in Mannschaftssportarten aufweisen und denen korrektes gruppen- taktisches Verhalten noch schwer fällt, profitieren besonders von der Variante 2:2 mit Überzahlspieler. Dabei unterstützt ein im Mannschaftssport „erfahrener“ Überzahlspieler immer die ballbesitzende Gruppe und sorgt für eine günstige Überzahlsituation, damit seine Mitspieler gruppentaktisch einfache Spielzüge üben können. Dieser Spieler verbessert dabei seine Umstellungsfähigkeit. Die im Mannschaftssport geschulten und die besonders laufstarken SuS spielen in einer homogenen Gruppe 2:2. Ich habe darauf geachtet die Kleingruppen leistungshomogen zusammenzusetzen, damit alle die Gelegenheit bekommen sich angemessen einzubringen zu können und auf ihrer Niveaustufe üben können. Bei der Spielform vertiefen die die sportartbezogenen Regeln.8 Im Folgenden begründe ich die Auswahl der Stationen und deren Inhalte.

An der ersten Station, dem Kraftzirkel, verbessern die SuS ihre Kraft und Kraftausdauer, wobei die Übergänge zwischen den Kraftformen hier fließend sind. Da die Muskulatur nur durch kontinuierliches Training angemessen aufgebaut werden kann, ist der konditionelle Bereich Kraft fester Bestandteil meiner Stunden. Außerdem beugt ein gesundheitsorientiertes Krafttraining Haltungsschäden vor. Die Stationen sind so angelegt, dass unterschiedliche Ausführungsvarianten möglich sind – leicht, mittel, schwer. Des Weiteren wird nach Haltedauer (isometrisch) und Wiederholungszahl (dynamisch) differenziert. Wo es sinnvoll ist, habe ich unterschiedliche Formen zur Binnendifferenzierung kombiniert. Bei der Station 1a beispielsweise, die zur Kräftigung der Rumpfmuskulatur und besonders zur Stärkung der Bauchmuskulatur dient, ist davon auszugehen, dass bei denjenigen, die nur im Rahmen des Sportunterrichts Kräftigungsübungen absolvieren, die einfache Form einen trainingswirksamen Reiz ermöglicht. Bei der Karte 1c soll über das Ablegen der Unterschenkel auf einem Kasten die Schonung des unteren Rückens (Lendenwirbelsäule) gesichert werden. Haltungs- gerechte Liegestützen stellen an SuS aller Altersgruppen eine anspruchsvolle Herausforderung dar. Damit die SuS ihrem Leistungsniveau entsprechend üben, sind vier Ausführungsvarianten vorgesehen – Station 1d. Ein zentrales Anliegen beim Materialeinsatz sind Hilfen, die für die korrekte Ausführung der einzelnen Übungen wichtig sind (Verdrehen, Abknicken der Wirbelsäule, Hohlkreuz und Atmung).

Der Technikparcours der Station 2 dient dazu, Übungsformen mit verschiedenen Bewegungsausführungen zur Verbesserung der sportartspezifischen technischen Fähig- keiten zu ermöglichen. Optimal sind flüssige Kopplungen der Phasenübergänge. Dadurch entsteht eine Variabilität, wodurch die Handlungskompetenz im Spiel vielfältiger wird. An der Station Slalom mit Kurve /-en (Station 2a und 2b) verbessern die SuS durch Vorhandseitführen, Vorhand- und Rückhanddribbling und dem Üben der im Hockey wichtigen Kurven ihre Ballführung. Die Station 2a für die Leistungsschwächeren beginnt mit einem Slalom, der den Wechsel zwischen Vorhand und Rückhand verbessert. Die einfachere Linkskurve um einen Gymnastikring und das folgende Vorhand-Seitführen kann in unterschiedlichen Tempi ausgeführt werden. Zur Überbrückung von Pausen ist die entlastende Tuchjonglage vorgesehen, da die Verbesserung der Technik im ausgeruhten Zustand gerade diesen SuS entgegenkommt. Die Ausführungsvariante 2a ist im Vergleich zur Variante 2b einfacher, da keine Rechtskurve mit der Rückhand vorgesehen ist, mehr Raum existiert und eine Vorhand-Seitführung statt Vorhand- Rückhand-Dribbling vorgesehen ist. Bei Station 2b springen wartende SuS Seil und verbessern ihre Ausdauerleistungsfähigkeit.9 Komplexübungen sind Anforderungen im P-Kurs und LK, weshalb vereinfachte Formen in der E-Phase sinnvoll sind.

Zur Verbesserung des gruppentaktischen Verhaltens ist es hilfreich, zunächst Unterrichtsarrangements unter erleichterten Bedingungen zu schaffen – passiver Verteidiger. Die Station 3 Doppelpass mit Torschuss als angriffstaktisches 2:1 dient dazu, vereinfachte Spielzüge gruppentaktisch zu erproben, und bietet den SuS die Möglichkeit, schrittweise die Schusskreisregel und das Spiel auf richtige Tore zu verinnerlichen. Dies setzt das richtige Stoppen und Passen besonders mit der Vorhand voraus. Die Lauf- und Ballwege sind als Hilfen für die SuS dem Material beigefügt. Kooperieren und Verständigen wird sowohl an Teilen der Stationsarbeit als auch im Mannschaftsspiel ermöglicht. Infolgedessen werden bei der Stationsarbeit Schlüssel- qualifikationen wie Teamfähigkeit und Zuverlässigkeit geschult. Die SuS bauen das Unterrichtsarrangement selbständig auf und ab.

Die abschließende Reflexionsphase dient dazu, dass die SuS ihren Lernfortschritt, den Zweck der Übungen und das Unterrichtsgeschehen kritisch hinterfragen. Sie formulieren, wo noch Verbesserungsbedarf besteht und überlegen, wie sich das konkretisieren lässt.

3 Methodische und medientechnische Entscheidungen

3.1 Einstieg

Für die Einstiegs- und Aufwärmphase werden 15 Minuten eingeplant. Zunächst erfolgt ein ritualisierter „Offener Einstieg“. Die SuS bedienen sich selbständig am bereitgestellten Material. Nach der gemeinsamen Begrüßung im Stehkreis informiere ich die SuS mit Hilfe eines strukturierten Plakats über den Ablauf. Infolgedessen können sie sich auf die Stunde einstellen und im Verlauf orientieren.10 SuS, die nicht am Unterricht teilnehmen können, haben einen Beobachtungsauftrag und helfen beim Aufbau und der Bewegungskorrektur bei Mitschülern. Darauf folgend wird die Aufwärmphase fortgesetzt. Zunächst gehen die SuS mit einem Partner zusammen und versuchen, aus einem Abstand von zwei Metern den Schläger des anderen auf eigenes Kommando zu greifen. Darauf folgend findet die Ballführung mit Zonenwechsel statt, indem die SuS in Einzelarbeit den Ball von einer Zone diagonal in eine andere Zone führen. Dann folgt eine schülergeleitete Dehnungsrunde der Extremitäten.

3.2 Hinführung

Zu Beginn dieser zehnminütigen Phase bilde ich zwei Hauptgruppen mit neun und zehn SuS. Anschließend teile ich die beiden Gruppen in Kleingruppen ein. Alle SuS bauen gemeinsam das vorgesehene Unterrichtsarrangement auf. Ich helfe, wenn es zu Schwierigkeiten kommt. Die eine Hauptgruppe wird mit der Stationsarbeit und die Andere mit der Spielform beginnen. Dabei orientieren sie sich am Aufbauplan. Die Materialien werden bereitgestellt - vorbereitete Unterrichtsumgebung - um einen schnellen Aufbau zu gewährleisten. Im Anschluss daran erteile ich die Arbeitsaufträge und leistungsstarke SuS demonstrieren die Bewegungsausführung an den erklärungsbedürftigen Stationen „Hockeyparcours“ und „Doppelpass mit Torschuss“. Zur inhaltlichen Klarheit weise ich darauf hin, dass 1. für die Ausführung insgesamt 18 Minuten zur Verfügung stehen, 2. der Wechsel am Stationsbetrieb nach drei Minuten erfolgt und 3. Tore nur in der Schusskreiszone erzielt werden können und die Fußregel beachtet werden soll.

3.3 Übung

Die SuS beginnen mit der Durchführung ihrer Übungen. Während die SuS in Einzel-, Partner- und Gruppenarbeit üben, werde ich schwächeren SuS wie S16 Hilfestellungen geben, sie unterstützen und als Bewegungsvorbild dienen. Das bietet sich im besonderen Maße bei Stationsarbeit an, da die SuS selbständig an der jeweiligen Station arbeiten.11 Ich werde mich überwiegend an der Station „Hockeyparcours“ aufhalten, da hier die größten Schwierigkeiten beim richtigen Ausführen der Technik zu erwarten sind (Ballführung, Körper- und Schlägerhaltung). Falls mehrere SuS aus verschiedenen Gründen heute nicht praktisch teilnehmen können, fungiere ich phasenweise als passiver Verteidiger bei der Station Doppelpass mit Torschuss oder Mitspieler zum Ermöglichen von Überzahlsituationen bei der Spielform. Nach neun Minuten erfolgt der Wechsel der Hauptgruppen und der zweite Durchgang im Parallelbetrieb beginnt.

Alternative: Sollten die Phasenübergänge und der Abbau rasch erfolgen, wird eine abschließende Dehnrunde im Sinne eines Aspekts des Cool-Down erfolgen.

3.4 Vertiefung und Abschluss

In der fünfminütigen Vertiefungs- und Abschlussphase geben die SuS Rückmeldungen zu den Übungen der Stunde – sinnstiftendes Kommunizieren. Dabei kommen bevorzugt diejenigen zu Wort, die einen Beobachtungsauftrag hatten. Der Unterricht endet mit der Ausgabe der Wertsachen, dem Ausblick auf die nächste Stunde und der Verabschiedung.

4 Lernziele

Hauptlernziel:
- Die SuS erweitern und vertiefen ihre technischen und konditionellen Fähigkeiten mit Schwerpunkt im Bereich der Ballführung, des Passspiels, der Ausdauer und der Kraft durch ein breites Bewegungsangebot an 3 Stationen und der Spielform und beherrschen die Grobform der Bewegungsabläufe.

Teillernziele:

- Die SuS erweitern und vertiefen ihre Bewegungskompetenz, indem sie spielsportspezifische Herausforderungen motorischer, sozialer und kognitiver Art über Handlung und Bewegung auf ihrem individuellen Anforderungsniveau situationsgerecht lösen (Motorisches Lernziel).
- Die SuS verbessern ihre Reflexionsfähigkeit, indem sie einzelne Unterrichtsphasen sowohl auf motorischer als auch sozialer Ebene kritisch hinterfragen (Kognitives Lernziel).
- Die SuS erweitern ihre Sozialkompetenz, indem sie respekt- und rücksichtsvoll miteinander umgehen (Lernförderliches Klima), sich unterstützen und das Unterrichtsarrangement selbständig und kooperativ aufbauen (Sozial-affektives Lernziel)
- Die SuS festigen ihre Methodenkompetenz, indem sie durch flüssige Phasenübergänge zeigen, dass sie mit den Abläufen des Parallelbetriebs vertraut sind. (Methodisches Lernziel).

[...]


1 Vgl. o. A., Hessisches Kultusministerium (Hrsg.), Lehrplan Sport Gymnasialer Bildungsgang, 2010. S. 83.

2 Vgl. HILLMANN, Wolfgang, HÄNEL, Rüdiger, LÜNINGHÖNER, Jens, Feld- und Hallenhockey, Aachen 2013, S. 13 ff.

3 Vgl., WEINEK, Jürgen, Optimales Training, Leistungsphysiologische Trainingslehre unter besonderer Berücksichtigung des Kinder- und Jugendtrainings, Balingen 2004, S. 214.

4 Vgl., http://www.schulhockey.de/VVI-web/Schulhockey/Upload/file/Regelfibel_Auszug.pdf, [Zugriff: 08.04.2014].

5 Vgl. HILLMANN, Wolfgang, HÄNEL, Rüdiger, LÜNINGHÖNER, Jens, Feld- und Hallenhockey, Aachen 2013, S. 1 ff.

6 Vgl., WEINEK, Jürgen, Optimales Training, a. a. O., S. 528.

7 Vgl., HILLMANN, Wolfgang, KEIMER, Uschi, Spielgemäße Einführung des Mini-Hockey, Hürth 1994, S. 4.

8 Vgl. RABE, Jens, SCHMITZ, Uschi, Hockey macht Schule, Informationen für Lehrerinnen und Lehrer, Hürth 1993, S. 16.

9 Vgl. http://www.schulhockey.de/VVI-web/Schulhockey/Upload/file/Entwickeln_der_Spielfaehigkeit.pdf, [Zugriff: 14.04.2014].

10 Vgl. MEYER, Hilbert, Was ist guter Unterricht?, Berlin 2004, S. 31.

11 Vgl. ACHTERGARDE, Selbständiges Arbeiten im Sportunterricht. Ein Sportmethodenhandbuch, Aachen 2007., S. 69 und vgl. MATTES, Wolfgang, Methoden für den Unterricht, Paderborn 2004, S. 56.

Ende der Leseprobe aus 32 Seiten

Details

Titel
Hockey im Parallelbetrieb mit Kraftstationen
Untertitel
Unterrichtsentwurf für eine Sportstunde
Note
1,7
Autor
Jahr
2014
Seiten
32
Katalognummer
V492542
ISBN (eBook)
9783668991316
Sprache
Deutsch
Schlagworte
2. Staatsexamen, Sport, Lehrprobe, Unterrichtsbesuch, UB, Lehramt an Gymnasien, Referendariat, Studienreferndar, Hockey, Parallelbetrieb, Stationsarbeit, Kooperatives Lernen, Kräftigung, Kondition, Koordination, Reihenplanung, Kompetenzorientierung, Kompetenzorientierte Reihenplanung
Arbeit zitieren
Jan Schönherr (Autor), 2014, Hockey im Parallelbetrieb mit Kraftstationen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/492542

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