Die folgende Arbeit setzt sich kritisch mit der Frage auseinander, ob sich kategoriale Bildungsansichten Klafkis in der heutigen Kompetenzorientierung des deutschen Bildungssystems wiederfinden. Das Forschungsinteresse leitet sich aus dem Gedanken ab, dass Wolfgang Klafkis kategoriale Bildung zu der Zeit der Inputorientierung entstanden ist. Dennoch wird Klafkis Bildungstheorie bis heute in ganz Europa zitiert, so dass sich hieraus die Frage stellen lässt inwiefern seine Theorie in der heutigen Kompetenzorientierung noch widererkennbar ist.
Um die Forschungsfrage beantworten zu können, stellt die Arbeit die Grundzüge der kategorialen Bildung dar, um die Grundgedanken Klafkis in der Kompetenzorientierung widerfinden zu können. Folgend wird die Bedeutung der Kompetenzorientierung in dem aktuellen, deutschen Bildungssystem aufgezeigt um anschließend die kategorialen Bildungsansichten in der Kompetenzorientierung betrachten zu können. Als Abschluss dieser Arbeit wird die Forschungsfrage in einem Fazit beantwortet.
Inhaltsverzeichnis
1 | Einleitung
2 | Grundzüge der kategorialen Bildung
3 | Die Bedeutung der Kompetenzorientierung im heutigen deutschen Bildungssystem
4 | Kategoriale Bildungsansichten in der Kompetenzorientierung
5 | Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht kritisch, inwieweit die kategorialen Bildungsansichten von Wolfgang Klafki in der gegenwärtigen Kompetenzorientierung des deutschen Bildungssystems noch widererkennbar sind und ob Klafkis didaktisches Werk in heutigen Bildungsdebatten als theoretische Grundlage Bestand hat.
- Klafkis Theorie der kategorialen Bildung
- Die Umsteuerung von Input- zu Outputorientierung
- Vergleich zwischen Grundfähigkeiten und Kompetenzbegriff
- Bedeutung der Heterogenität von Lernenden
- Aktualität bildungstheoretischer Ansätze in der Praxis
Auszug aus dem Buch
2 | Grundzüge der kategorialen Bildung
Die kategoriale Bildung ist eine Bildungstheorie, welche erstmals von Wolfgang Klafki im Jahr 1959 in seiner Dissertation benannt und erläutert wurde. Die kategoriale Bildung stellt die Lösung Klafkis dar, die materiale und formale Bildungstheorie miteinander zu verknüpfen. Durch die Kritik an den materialen und formalen Bildungstheorien gelang Klafki zu der Erkenntnis, dass keiner der Ansätze eine eigenständig Problemlösende Bildungstheorie darstellt. Dennoch haben beide Ansätze wichtige bildungstheoretische Perspektiven ausgearbeitet, welche in einer neuen Theorie nicht fehlen dürfen (vgl. Stübig & Stübig, 2018, S. 32). Diese Erkenntnis zeigt sich in der Dissertation Klafkis:
„Bildung nennen wir jenes Phänomen, an dem wir – im eigenen Erleben oder im Verstehen anderer Menschen – unmittelbar der Einheit eines objektiven (materialen) und eines subjektiven (formalen) Momentes innewerden. Der Versuch, die erlebte Einheit der Bildung sprachlich auszudrücken, kann nur mit Hilfe dialektisch verschränkter Formulierungen gelingen: Bildung ist Erschlossensein einer dinglichen und geistigen Wirklichkeit für einen Menschen – das ist der objektive oder materiale Aspekt; aber das heißt zugleich: Erschlossensein dieses Menschen für diese seine Wirklichkeit – das ist der subjektive oder formale Aspekt zugleich im ‚funktionalen‘ wie im ‚methodischen‘ Sinne.“ (Klafki, 1958, S. 43).
Klafki beschreibt hier das Ergebnis eines Bildungsprozesses, sowie den Prozess von Bildung selbst. Er sieht Bildung als den Überbegriff von Vorgängen, in denen sich Inhalte und die geistige Wirklichkeit des Lernenden erschließen. In dem Vorgang geht es primär um das „Sich-Erschließen bzw. Erschlossen-werden“ (Klafki, 1958, S. 43) eines Menschen in Zusammenhang mit dessen Wirklichkeit (vgl. Stübig & Stübig, 2018, S. 34).
Zusammenfassung der Kapitel
1 | Einleitung: Diese Einleitung führt in das didaktische Werk von Wolfgang Klafki ein und formuliert die Forschungsfrage bezüglich der Relevanz kategorialer Bildungsansichten in der heutigen Kompetenzorientierung.
2 | Grundzüge der kategorialen Bildung: Das Kapitel erläutert Klafkis Theorie der kategorialen Bildung als Verknüpfung von formalen und materialen Bildungsaspekten sowie die Bedeutung der Grundformen des Fundamentalen und Elementaren.
3 | Die Bedeutung der Kompetenzorientierung im heutigen deutschen Bildungssystem: Hier wird der bildungspolitische Wandel von der Input- zur Outputorientierung nach dem PISA-Schock sowie die Definition von Kompetenzstandards analysiert.
4 | Kategoriale Bildungsansichten in der Kompetenzorientierung: Dieses Kapitel vergleicht Klafkis Bildungsbegriff und seine Grundfähigkeiten mit den modernen Anforderungen der Kompetenzorientierung und arbeitet inhaltliche Schnittstellen heraus.
5 | Fazit: Das Fazit beantwortet die Forschungsfrage positiv und reflektiert über die anhaltende theoretische Relevanz und den neuzeitlichen Charakter von Klafkis Bildungstheorie.
Schlüsselwörter
Kategoriale Bildung, Wolfgang Klafki, Kompetenzorientierung, Bildungstheorie, Inputorientierung, Outputorientierung, Bildungsstandards, Mündigkeit, Grundfähigkeiten, Erschließungsprozess, Didaktik, Heterogenität, Pädagogik, Lernende, Bildungsdebatte
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?
Die Arbeit analysiert, inwieweit die kategorialen Bildungsansichten von Wolfgang Klafki in der modernen Kompetenzorientierung des deutschen Bildungssystems weiterhin eine theoretische Basis bieten.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die zentralen Felder umfassen die kategoriale Bildungstheorie Klafkis, die historische Entwicklung hin zur Kompetenzorientierung und den Vergleich zwischen diesen beiden Bildungskonzepten.
Welches primäre Ziel verfolgt der Autor?
Ziel ist es zu überprüfen, ob trotz der zeitlichen Differenz und unterschiedlicher Orientierungsansätze (Input vs. Output) theoretische Gemeinsamkeiten zwischen Klafkis Modell und heutigen Anforderungen bestehen.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es handelt sich um eine literaturgestützte Analyse, die Klafkis Originalwerke sowie aktuelle pädagogische Diskurse über kategoriale Bildung und Kompetenzorientierung systematisch vergleicht.
Was wird schwerpunktmäßig im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil setzt sich intensiv mit der Herleitung der kategorialen Bildung, der Bedeutung der Kompetenzorientierung nach den PISA-Studien und einer kritischen Gegenüberstellung der Bildungsbegriffe auseinander.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren diese Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Kategoriale Bildung, Kompetenzorientierung, Mündigkeit und Erschließungsprozess bestimmt.
Wie definiert Wolfgang Klafki den Bildungsprozess in diesem Kontext?
Klafki definiert Bildung als einen Prozess der wechselseitigen Erschließung: Einerseits erschließt sich die Wirklichkeit dem Individuum (materialer Aspekt), andererseits erschließt sich das Individuum für seine Wirklichkeit (formaler Aspekt).
Warum wird die Kompetenzorientierung kritisch betrachtet?
Der Autor hinterfragt, ob die Kompetenzorientierung durch ihre teils vage theoretische Fundierung und ihren Fokus auf Messbarkeit die tiefergehenden bildungstheoretischen Ansätze Klafkis ausreichend integrieren kann.
- Quote paper
- Timo Padrok (Author), 2019, Lassen sich kategoriale Bildungsansichten Klafkis in der heutigen Kompetenzorientierung des deutschen Bildungssystems wiederfinden?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/492543