Zusammenfassung
Nach Durcharbeit der unterschiedlichen Rechtskreise, ist klar, daß die Schuldrechtreform das BGB nicht übersichtlicher oder gar einfacher gemacht hat.
Die Unmöglichkeit ist weitestgehend weggefallen, aber durch eine genauso komplizierte Regelung ersetzt worden.
Durch die Aufnahme von PVV und CIC ist lediglich gängige Praxis in das Gesetz aufgenommen worden, die Lösung der einzelnen Fälle läuft analog weiter.
Die neue Regelung des Verzuges ist immer noch genauso undurchsichtig wie vor der Reform.
Einige der wenigen guten Neuerungen ist die Verkürzung der Verjährung. Schuldner können nun weitestgehend nicht mehr von sehr alten Forderungen überrascht werden.
Meiner Meinung nach ist das englische Recht am klarsten strukturiert. Dies liegt offensichtlich daran, daß es nicht aus einer Wissenschaft entstanden ist, sondern auf Einzelfallentscheidungen beruht.
Der Vertrag wird im englischem Rechtskreis, vor allem von Richtern, als sehr hoch angesehen und somit auch nach Vertrag geurteilt.
Verstößt eine Partei gegen eine vertragliche Regelung, muß er die Konsequenzen tragen und kann nicht auf Ausnahmen hoffen.
Das amerikanische Recht ist ebenfalls klar strukturiert, Ausnahmen sind eher selten.
Allerdings ist zu beachten, daß das Recht von Bundesstaat zu Bundesstaat abweichen kann.
Das französische Recht lehnt sich an das deutsche Recht an, beziehungsweise umgekehrt.
Es gibt viele Ausnahmen, aber da ein Gericht über den Ausgang von allen Kaufrechtsstreitigkeiten befindet, ist eine außergerichtliche Einigung eher die Regel.
Ausländische Handelspartner müssen sich daher überlegen, ob sie Verträge nach deutschem Recht abschließen wollen, oder lieber auf das UNCITRAL - Kaufrechtsabkommen in den Verträgen verweisen.
Gliederung
1. Teil: Änderungen im Schuldrecht
I Anfechtung
II Verjährung
A Fristen
B Beginn
C Hemmung
D Rechtsfolgen der Verjährung
III Leistungsstörungen
A Pflichten des Schuldners
B Schadensersatz wegen Pflichtverletzung
C Verzug
D Rücktritt wegen nicht vertragsgemäß erbrachter Leistung
E Rücktritt
IV Kauf
A Sachmangel
B Rechtsmangel
C Verjährung
D Nacherfüllung, Rücktritt, Minderung, Schadensersatz
1. Teil: Der englische Rechtskreis
I Anfechtung
II Verjährung
A Einordnung
B Fristen
C Beginn
D Hemmung
III Vertragsverletzung
IV Verschulden
V Der Kaufvertrag
A Pflichten des Verkäufers
B Gefahrenübergang
C Übergabe
D Qualität und Quantität
E Pflichten des Käufers
2. Teil: Der französische Rechtskreis
I Verjährung
II Der Kauf
A Pflichten des Verkäufers
B Pflichten des Käufers
3. Teil: Der amerikanische Rechtskreis
I Anfechtung
II Form
III Der Kaufvertrag
A Pflichten des Verkäufers
B Pflichten des Käufers
3. Teil Stellungnahme
Zielsetzung und Themen
Die Arbeit analysiert die Auswirkungen der BGB-Schuldrechtsreform und vergleicht die daraus resultierenden Regelungen mit den Rechtssystemen des anglo-amerikanischen sowie des französischen Rechtskreises, um die Praktikabilität für internationale Geschäftsbeziehungen zu bewerten.
- Analyse der zentralen Neuerungen im deutschen Schuldrecht (Verjährung, Leistungsstörungen, Kaufrecht).
- Gegenüberstellung mit den Prinzipien des englischen Vertragsrechts.
- Vergleich mit dem französischen Rechtssystem im Kontext von Warenkauf und Haftung.
- Untersuchung der Struktur und Formvorschriften im amerikanischen Kaufrecht.
- Einschätzung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit und Anwendbarkeit der neuen BGB-Regelungen.
Auszug aus dem Buch
A Fristen
Ziel der Schuldrechtsreform war es, die Problematik der Verjährung zu vereinfachen. Um dieses Ziel zu erreichen, wurden Paragraphen ersatzlos gestrichen beziehungsweise zusammengefaßt..
Die einschneidenste Veränderung ist die Reduzierung der Verjährung von dreißig auf lediglich drei Jahre (§ 195 BGB). Die neu geschaffene Regelung gilt für alle Ansprüche, unabhängig vom Grund der Entstehung.
Nach Ablauf der drei Jahre, wird dem Schuldner gestattet die Leistung zu verweigern. Dies bedeutet für den Gläubiger, daß seine Forderung ausfällt.
Die Verjährung wurde bereits immer als „Rechtsfrieden“ angesehen, d.h. daß jede Partei weiß, wie lange beidseitige Ansprüche erhoben werden können.
Desweiteren kann eine Partei eine Leistung verweigern, ohne sich zur Forderung äußern zu müssen.
Die Verkürzung der Verjährung wurde beschlossen, um eine klare und eindeutige Regel zu schaffen. Weiterhin wird der Gläubiger dazu angehalten seine Rechte schnell geltend zu machen, um den Einwand der Verjährung entgegenzutreten.
Sinn der neuen Verjährungsregel ist es nicht den Gläubiger zu erziehen, sondern die Prozessökonomie zu fördern.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Teil: Änderungen im Schuldrecht: Erläutert die Kernpunkte der BGB-Reform, insbesondere die verkürzten Verjährungsfristen, neue Regelungen zu Leistungsstörungen sowie Anpassungen im Kaufrecht.
1. Teil: Der englische Rechtskreis: Beschreibt die Prinzipien des englischen Rechts bezüglich Vertragsbruch und Haftung, wobei der Fokus auf richterlichen Einzelfallentscheidungen liegt.
2. Teil: Der französische Rechtskreis: Analysiert die Pflichten von Käufer und Verkäufer sowie die Auflösungspraxis von Verträgen im französischen Rechtssystem.
3. Teil: Der amerikanische Rechtskreis: Behandelt die spezifischen Formvorschriften und Vertragspflichten im US-Recht, die stark von der Schriftform geprägt sind.
3. Teil Stellungnahme: Bietet eine kritische Bewertung der Schuldrechtsreform und vergleicht die untersuchten Rechtssysteme hinsichtlich ihrer Klarheit und Anwendbarkeit für internationale Handelspartner.
Schlüsselwörter
Schuldrechtsreform, BGB, Verjährung, Leistungsstörung, Kaufrecht, internationales Wirtschaftsrecht, Rechtsvergleich, Vertragsbruch, Schadensersatz, Anfechtung, Rechtsfrieden, UN-Kaufrecht, Schuldnerpflichten, Gläubigerschutz, Prozessökonomie.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit primär?
Die Arbeit untersucht die durch die BGB-Schuldrechtsreform eingetretenen Veränderungen und deren praktische Auswirkungen auf grenzüberschreitende Geschäftsbeziehungen.
Welche Rechtskreise werden im Vergleich zum deutschen Recht betrachtet?
Es werden der englische, der französische sowie der amerikanische Rechtskreis herangezogen, um Unterschiede und Gemeinsamkeiten im Kaufrecht zu identifizieren.
Was ist das Hauptziel dieser Untersuchung?
Das Ziel ist eine kritische Einschätzung, ob die Reform das BGB tatsächlich vereinfacht hat und wie sich die neue Rechtslage im Vergleich zu anderen globalen Rechtssystemen positioniert.
Welche wissenschaftliche Methode wird für die Analyse verwendet?
Die Arbeit nutzt die Methode des Rechtsvergleichs, indem sie spezifische Themenbereiche wie Verjährung und Leistungsstörungen über verschiedene Jurisdiktionen hinweg gegenüberstellt.
Was steht im Zentrum des Hauptteils?
Der Hauptteil gliedert sich in die detaillierte Darstellung der deutschen Schuldrechtsreform sowie die anschließende Analyse der jeweiligen ausländischen Rechtssysteme hinsichtlich Kaufvertragsrecht und Verjährungsregeln.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Schuldrechtsreform, Rechtsvergleich, Vertragsbruch, Unmöglichkeit und Leistungsstörungsrecht.
Warum wird das englische Recht als "klarer strukturiert" bezeichnet?
Der Autor argumentiert, dass das englische Recht aufgrund seiner Entstehung aus Einzelfallentscheidungen und dem hohen Stellenwert vertraglicher Vereinbarungen eine größere praktische Klarheit aufweist.
Wie unterscheidet sich die Vertragsauflösung im französischen Recht vom deutschen System?
Während im deutschen System der Rücktritt vom Vertrag möglich ist, erfordert die Auflösung im französischen Recht zwingend eine gerichtliche Entscheidung.
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- Thomas Eisenberg (Author), 2002, Auswirkungen der BGB-Schuldrechtsreform. Rechtsgestaltung im Auslandsgeschäft des amerikanischen, englischen und französischen Rechtskreises, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/4925