Im Mittelpunkt dieser Arbeit soll aufgezeigt werden, welche Informationen die Schüler und Schülerinnen benötigen, um den Konflikt zu verstehen und sich ihr eigenes Urteil bilden zu können. Von diesem Konflikt aus sollen die Schülerinnen und Schüler dann auf den allgemeinen Konflikt von Ökologie und Ökonomie schließen können. Im Folgenden wird die Themenwahl noch weiter begründet und in den Lehrplan eingeordnet. Eine Sachstrukturanalyse und die geplante Urteilsbildung sollen dann das Thema genauer darstellen und welche Informationen wie an die Klasse herangebracht werden sollten.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Didaktische Analyse
2.1 Begründung der Themenwahl
2.2 Einordung in den Lehrplan
2.3 Problemzielformulierung
2.4 Begründung des didaktischen Prinzips der Konfliktorientierung
3. Konfliktanalyse
3.1 Allgemeines zur Konfliktanalyse
3.2 Kategorien und Kategorienbildung zur Konfliktorientierung (Sachstrukturanalyse)
4. Politische Urteilsbildung
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, ein didaktisches Konzept zu entwickeln, das es Schülerinnen und Schülern der gymnasialen Oberstufe ermöglicht, den Konflikt um den Hambacher Forst fundiert zu analysieren, um davon ausgehend ein eigenes politisches Urteil über das Spannungsfeld zwischen Ökologie und Ökonomie zu bilden.
- Didaktische Analyse und Einordnung in den Lehrplan
- Strukturierung von Konflikten im Unterricht nach Hermann Giesecke
- Durchführung einer Sachstrukturanalyse des Hambacher-Forst-Konflikts
- Förderung der politischen Urteilsbildung unter Berücksichtigung von Zweckrationalität und Wertrationalität
Auszug aus dem Buch
3.2 Kategorien und Kategorienbildung zur Konfliktorientierung (Sachstrukturanalyse)
„Wenn das Bewußtsein einen politischen Konflikt bearbeiten soll, muß es seine Informationen und Interpretationsmuster in eigentümlicher Weise darauf hin organisieren“ (Giesecke, 1976, S.159).
Um den Konflikt zu bearbeiten und zu strukturieren hat Giesecke elf verschiedene Kategorien aufgestellt, die Fragen an den Konflikt stellen. Im Folgenden werden die Kategorien mit ihren Fragen an den Konflikt aufgelistet und dementsprechend auf das Thema bezogen:
1. Konflikt (Wer streitet mit wem?): Umweltaktivisten vs. RWE Tagebau Hambacher Forst (Als Nebenakteure könnte man hier noch die Justiz, die (Landes-)Regierung sowie deren oppositionelle Parteien und Interessenverbände aufzählen).
2. Konkretheit (Worum wird konkret gestritten?): Um die Rodung des Hambacher Forsts durch den Energieversorger RWE. Nach der Rodungssaison 2018, die immer aufgrund von Natur- und Artenschutz nur von Oktober bis Ende Februar ist, wären von dem ursprünglich 4100 Hektar großen Wald nur noch 100 Hektar übrig gewesen. Die RWE sieht eine Notwendigkeit für die Rodung, da sonst von der Braunkohle abhängige Kraftwerke still stehen müssten und laut RWE sogar die Stromversorgung in einigen Gebieten gefährdet wäre (vgl. Carstens, 2018). Die Umweltaktivisten und Gegner des Tagebaus treten für den Natur – und Artenschutz des Gebiets ein, hauptsächlich jedoch ist für sie der Kohleausstieg allgemein ein zentraler Aspekte der zu den Blockaden und Protesten im Hambacher Forst aktuell führte (vgl. Freundeskreis Hambacher Forst, 2018) Durch ein Gerichtsurteil des Oberverwaltungsgericht Münsters wurde vorerst ein Rodungsstopp erwirkt. Der Konflikt ist aber damit auf keinen Fall gelöst. Spätestens wenn die nächste Rodungssaison ansteht wird die RWE auf ihr Rodungsrecht im Hambacher Forst pochen (vgl. ARD Tagesschau, 2018).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in den Konflikt um den Hambacher Forst ein und begründet die Relevanz der Thematik für den Sozialkundeunterricht.
2. Didaktische Analyse: Hier wird die Eignung des Themas für die gymnasiale Oberstufe begründet und eine Einordnung in den Lehrplan vorgenommen.
3. Konfliktanalyse: In diesem Teil werden theoretische Grundlagen zur Konfliktanalyse erläutert und eine konkrete Sachstrukturanalyse des Falls durchgeführt.
4. Politische Urteilsbildung: Dieses Kapitel erläutert die Kriterien der rationalen Urteilsbildung im Politikunterricht und deren Anwendung auf den Konflikt.
5. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und unterstreicht die Bedeutung einer behandlungsorientierten Auseinandersetzung mit dem Konflikt für die Ausbildung mündiger Bürger.
Schlüsselwörter
Hambacher Forst, RWE, Ökologie, Ökonomie, Konfliktorientierung, Didaktik, Politikunterricht, Politische Urteilsbildung, Braunkohleabbau, Nachhaltigkeit, Partizipation, Sachstrukturanalyse, Umweltschutz, Wirtschaftswachstum, Sozialkunde.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit behandelt den sozio-ökologischen Konflikt um den Hambacher Forst und entwickelt ein didaktisches Konzept, um diesen im Sozialkundeunterricht zur Förderung der politischen Urteilsbildung einzusetzen.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die zentralen Felder sind das Spannungsfeld zwischen Ökonomie und Ökologie, die Rolle der Politik und Justiz in Umweltkonflikten sowie die Grundlagen der Politikdidaktik.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, Schülern ein methodisches Rüstzeug zu geben, mit dem sie komplexe politische Konflikte analysieren und ein reflektiertes, rationales Urteil fällen können.
Welche wissenschaftlichen Methoden kommen zum Einsatz?
Es werden didaktische Analyseprinzipien nach Hermann Giesecke sowie Kriterien der kategorialen politischen Urteilsbildung nach Peter Massing angewandt.
Welche Aspekte stehen im Hauptteil im Fokus?
Der Fokus liegt auf der Begründung der Themenwahl, der Einordnung in Lehrpläne, der Durchführung einer detaillierten Konfliktanalyse anhand von elf Kategorien sowie der theoretischen Herleitung politischer Urteilsbildung.
Welche Keywords charakterisieren die Arbeit am besten?
Hambacher Forst, Konfliktorientierung, Didaktik, Politische Urteilsbildung, Ökologie und Ökonomie sind die prägenden Begriffe.
Warum wird der Konflikt als "Ökologie vs. Ökonomie" gerahmt?
Die bewusste Wahl des Wortes "versus" statt "und" soll die Kontroversität des Themas verdeutlichen und Schülern helfen, die gegensätzlichen Standpunkte der Akteure klarer zu identifizieren.
Wie spielt die "Geschichtlichkeit" in der Konfliktanalyse eine Rolle?
Sie ist essentiell, um zu verstehen, dass der heutige Konflikt ein Ergebnis langfristiger energiepolitischer Entscheidungen seit den 1970er Jahren ist.
Welche Bedeutung haben die Nebenakteure wie die Landesregierung?
Sie fungieren als zentrale Entscheidungsinstanzen und Einflussfaktoren, deren Handeln massiven Einfluss auf den Fortgang des Konflikts und die rechtliche Situation haben.
- Citar trabajo
- Patrick Schulze (Autor), 2018, Ökonomie vs. Ökologie. Der Konflikt um den Hambacher Forst, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/492614