Die folgende empirische Forschungsarbeit hat das Ziel, die Tracking Difference zwischen passiv verwalteten ETFs und ihrer jeweiligen Benchmark zu erklären. Daraus lässt sich die zusätzliche Fragestellung ableiten, auf welche Kriterien ein Anleger, der nach einem passenden ETF für seine Geldanlage sucht, achten muss. Als abhängige Variable der Regression wurde die Tracking Difference berechnet, als erklärende Variablen werden die TER, Volatilität, Fondsvolumen, Wertpapierleihe, Replikationsart, Währung und Ausschüttungsart der Stichprobe untersucht.
In den letzten Jahren haben passive gemanagte Geldanlagen immer stärker an Bedeutung gewonnen. Ein Großteil der aktiv gemanagten Fonds musste eine Performance ausweisen, die schlechter war als ihre Benchmarkentwicklung. Die von der Investmentgesellschaft Lyxor bereitgestellte Studie mit Daten von Morningstar und aus Bloomberg zeigt, weshalb sich so viele Anleger gegen die Chance auf eine Überrendite zur Benchmark entscheiden und die Indexentwicklung passiv durch einen ETF nachbilden lassen. Lediglich 33% der Aktienfonds haben 2018 eine Outperformance erzielt, die übrigen 67% erzielten schlechtere Renditen als ihr zu Grunde liegender Index.
Da jedoch viele ETF-Anbieter am Markt mit der Nachbildung der Indizes werben, gilt es für den Anleger in der Angebotsfülle auf die richtigen Kriterien und Ausgestaltungsvarianten zu achten. Bei einem langfristigen Investment verändert selbst ein niedriger prozentualer jährlicher Performanceunterschied die endgültige Rendite erheblich.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung in die Forschungsfrage
2 Theoretische Grundlagen
2.1 Indizes
2.2 Passiv verwaltete ETFs
3 Datenerhebung - Methodik - Hypothesenformulierung
3.1 Abhängige Variable
3.2 Unabhängige Variablen
3.3 Modellprämissen
4 Analyse des Outputs
4.1 Kennzahlen und Güte des Gesamtmodells
4.2 Schätzer der unabhängigen Variablen
4.2.1 TER
4.2.2 Volatilität
4.2.3 Fondsvolumen
4.2.4 Wertpapierleihe
4.2.5 Replikationsart
4.2.6 Währung
4.2.7 Ausschüttungsart
4.3 Schätzung der Regressionsgleichung
5 Fazit und Forschungsausblick
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht mittels einer empirischen Regressionsanalyse die Einflussfaktoren auf die sogenannte Tracking Difference zwischen passiv verwalteten ETFs und ihren jeweiligen zugrunde liegenden Indizes, um Anlegern fundierte Entscheidungshilfen für die Auswahl geeigneter Finanzprodukte zu bieten.
- Analyse der Tracking Difference bei Aktien-ETFs
- Einflussfaktoren wie Kosten (TER), Volatilität und Fondsvolumen
- Vergleich zwischen physischer und synthetischer Replikation
- Auswirkungen der Wertpapierleihe auf die Performance
- Empirische Untersuchung mit der Statistik-Software R
Auszug aus dem Buch
2.1. Indizes
Ein Index wird in der Wirtschafts- und Finanzwelt hauptsächlich dazu genutzt, eine Marktentwicklung eines Bündels von Einzelwerten verfolgen zu können. Ein weiterer Grund für die Bildung von Indizes ist die Vergleichbarkeit von Entwicklungen über einen bestimmten Zeitverlauf. Ein Index kann sowohl aus unterschiedlichen Aktien, als auch aus anderen Anlageinstrumenten bestehen. Als Beispiele sind hier Rohstoff-, Renten- oder Immobilienindizes zu nennen.
Da der empirische Teil der Arbeit sich mit der Tracking Difference zwischen Aktienindizes und den dazugehörigen ETFs beschäftigt, werden nur die theoretischen Grundlagen für diesen Bereich geschaffen.
Grundsätzlich wird bei Indizes zwischen Kurs- und Performanceindex unterschieden. Bei einem reinen Kursindex wird lediglich die Kursentwicklung betrachtet, Ausschüttungen wie z.B. Dividenden oder Zinszahlungen werden nicht korrigiert. Ein bekanntes Beispiel für einen Kursindex ist der Amerikanische Dow Jones. Der EuroStoxx50 wird sowohl als Kursindex, als auch als Performanceindex gemessen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung in die Forschungsfrage: Einführung in die Relevanz von ETFs und die Problemstellung der Performance-Abweichung gegenüber Benchmarks.
2 Theoretische Grundlagen: Erläuterung der Funktionsweise von Indizes und der Merkmale passiv verwalteter Investmentfonds.
3 Datenerhebung - Methodik - Hypothesenformulierung: Beschreibung des Datensatzes von 30 ETFs sowie der mathematischen Modellierung mittels multipler linearer Regression.
4 Analyse des Outputs: Detaillierte Auswertung der Regressionsergebnisse und Prüfung der statistischen Signifikanz der verschiedenen unabhängigen Variablen.
5 Fazit und Forschungsausblick: Zusammenfassung der Kernergebnisse und Diskussion über die Relevanz der Auswahlkriterien für Anleger bei zukünftigen Investitionsentscheidungen.
Schlüsselwörter
ETFs, Tracking Difference, Indizes, Regressionsanalyse, Performance, TER, Volatilität, Fondsvolumen, Wertpapierleihe, Replikationsart, Finanzanlage, Benchmark, Anlageentscheidung, Statistik, Aktienmarkt
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Performance-Unterschiede (Tracking Difference) zwischen passiv verwalteten ETFs und deren Referenzindizes.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Im Fokus stehen die Identifikation und Quantifizierung von Faktoren, welche die Abweichung der ETF-Rendite von der Indexrendite beeinflussen.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsfrage?
Ziel ist es zu erklären, welche Kriterien (wie Kosten oder Replikationsmethode) für Anleger bei der Wahl eines ETFs entscheidend sind, um die Tracking Difference zu minimieren.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es wird eine multiple lineare Regressionsanalyse angewendet, durchgeführt mit der Statistik-Software R, basierend auf einem Datensatz von 30 ETFs.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil umfasst die theoretischen Grundlagen, die methodische Vorgehensweise und die detaillierte statistische Analyse einzelner Einflussfaktoren wie TER, Volatilität und Fondsvolumen.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind ETFs, Tracking Difference, Regressionsanalyse, Performance, Kostenstruktur und Replikationsarten.
Welchen Einfluss hat die TER auf die Tracking Difference?
Obwohl eine positive Korrelation vorliegt, konnte die TER im vorliegenden Modell statistisch nicht als hochsignifikanter Einflussfaktor bestätigt werden, sollte jedoch bei der Anlageentscheidung berücksichtigt werden.
Wie unterscheidet sich die Replikationsart in Bezug auf die Genauigkeit?
Die Analyse deutet darauf hin, dass synthetische Replikationsmethoden im Vergleich zu physischen Modellen eine geringere Abweichung zum Index aufweisen können.
- Arbeit zitieren
- Sebastian Mielke (Autor:in), 2019, Analyse der Tracking Difference von Indizes und passiv verwalteten ETFs, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/492782